"Erfolgsgeheimnis" Abnehmen

Ich habe mir in letzter Zeit viele Gedanken zum Thema Übergewicht gemacht und darüber, dass so viele Menschen übergewichtig sind und das ändern wollen, es aber nicht schaffen. Ich arbeite an einer Schule und dort sind auch viele Kinder bereits übergewichtig. Daher fände ich es einfach interessant, wenn hier Menschen vielleicht etwas darüber schreiben, wie sie ihr Übergewicht erfolgreich losgeworden sind. Meist ist dies ja nicht beim ersten Versuch gelungen. Was hat den erfolgreichen Versuch von all den unerfolgreichen unterschieden. Besonders interessant fände ich auch Geschichten von Menschen, die kindliches Übergewicht erfolgreich bekämpft haben, entweder als Kinder oder als Eltern. Falls jemand hier bereit wäre, ihre/seine Erfahrungen zu teilen, würde ich mich sehr freuen.

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Als Kind war ich schlank und bekam in der Pubertät dann Rundungen. Meine Mutter machte mich dann runter, ich sei fett und müsse abnehmen (da wog ich 50 kg bei 1,60) Sie brauchte im Prinzip einen Abnehmpartner und so kam es, dass ich mit 12 meine erste Pulverdiät machte. Dann kam sie Abends in mein Zimmer und überredete mich zu "sündigen". Dann bin ich zur Bude und habe uns Süßkram gekauft. Dann haben wir es gegessen und dann hat meine Mutter mir wieder ein schlechtes Gewissen eingeredet, dass "wir" ja dann morgen wirklich durchhalten müssen #augen
Ende vom Lied war eine Eßstörung, wo ich alles in mich reingestopft habe wenn meine Eltern aus dem Haus waren.
Irgendwann wog ich dann um die 60 kg und fühlte mich elendig fett.
Mit 17 fing ich an meine Ernährung selber in die Hand zu nehmen, lebte vegetarisch und trieb viel Sport. Ich wog da 55 kg auf 1,65 und fühlte mich aber immer noch viel zu dick.
Komischerweise redete mir das auch jede Freundin ein und meine Klassenkameraden machten sich über meinen dicken Hintern lustig (ich habe eine sehr schmale Taille)
Naja, ich war auf jeden Fall nie 100 % zufrieden.
Mit 27 wurde ich schwanger und schoß von 57 kg auf 92 kg hoch. Die nächsten 16 Jahre (es kamen dann noch 2 Kinder dazu) schwankte ich zwischen 80 und 97 kg.
2006 nahm ich mit WW auf 69 kg ab, nahm in der 3. Schwangerschaft aber wieder alles zu.
Vor 2,5 Jahren hatte ich dann mein absolutes Höchstgewicht von 97 kg, fühlte mich aber okay. Bis ich Fotos von mir sah die jede Vorstellungskraft übertrafen.
Da meldete ich mich bei WW digital an und zog es auch durch--da ich dafür bezahlt habe. (Vorher hatte ich mir Unterlagen so besorgt und habe es auf eigene Faust versucht, aber diesmal hatte ich einen Abo Vertrag).
Keine Ahnung ob es das war, aber ich nahm wieder auf 65 kg ab und halte das Gewicht jetzt seit gut einem Jahr--geht immer mal wieder 2-3 kg hoch und dann ziehe ich sofort wieder die Notbremse.
Schlank fühle ich mich immer noch nicht, aber wohl. Ich kann anziehen was ich will und es sieht einigermaßen aus.

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Ich habe etwas über 30 kg mit der Schüsseler Methode abgenommen. Das ist eine Art Fasten- drei Wochen lang fährt man seine Kalorienzufuhr stark herunter und ernährt sich hauptsächlich von Eiweiß und Obst/ Gemüse. Dann drei Wochen Erhaltungsplan, in dem man langsam seine Kalorienaufnahme wieder hochfährt. Hat man das Wunschgewicht noch nicht erreicht, macht man wieder mit dem Fastenplan weiter, usw.

Ich habe drei Durchgänge a sechs Wochen gemacht. Hunger hatte ich nur zu Anfang, bis sich der Blutzuckerspiegel normalisiert hat. Ich bin ein Typ, der schnelle Erfolge braucht, um motiviert zu bleiben.

Was dieses Mal erfolgreich war im Vergleich zu früheren Abnehmversuchen: ich hatte einen Plan für nach der Abnahme, um nicht wieder in alte Muster zu verfallen und zuzunehmen. Ich nutze nun die YazioApp, um meine tägliche Kalorienzahl im Blick zu behalten. Ich bewege mich mehr, fahre Fahrrad oder mache Aerobic-Videos auf Youtube. Ich habe auch das Buch gelesen: "Fettlogik überwinden", das hat mir sehr geholfen. Und vor Allem: ich mache weiter, auch wenn ich mal an einem Tag über die Stränge schlage und zu viel esse.

Nun habe ich seit über einem Jahr das neue Gewicht und bin hoffentlich auf dem richtigen Weg, es auch dauerhaft zu halten oder noch langsam zu reduzieren, denn laut BMI bin ich leider immer noch übergewichtig.

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Ich hab 30 kg abgenommen die Formel kennt jeder vernünftiger essen und mehr bewegen. Bewegung muss selbstverständlich sein. Nicht 'wir könnten heute ja mal zu Fuß ... ' Sondern 'müssen wir wirklich heute das Auto nehmen oder geht das auch anders'. Und eben drei mal die Woche Sport.

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Ja, die Formel kennt jeder. Aber für manche gibt es durchaus eine Veränderung, die gemacht hat, dass sie es geschafft haben, sich an die Formel zu halten. Bei der Vorschreiberin war es der Plan, den sie sich gemacht hat. Bei Anderen liegt es daran, dass sie herausgefunden haben, welche vernünftigen Lebensmittel sie sättigen und trotzdem zufrieden machen. Ich suche hier gar nicht nach einer Abnehmformel. Ich interessiere mich dafür, was die erfolgreichen Versuche von den unerfolgreichen (über 90%) unterscheidet. Wieso schaffen es so weniger, obwohl eigentlich alle wissen, was sie tun müssten, um abzunehmen?

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"welche vernünftigen Lebensmittel sie sättigen und trotzdem zufrieden machen"

in dem man erkennt dass einen Lebensmittel nicht zufrieden machen sollten.
Der Weg zum Traumgewicht ist der Weg zu sich selbst, was macht einen zufrieden ... aber an Lebensinhalten, nicht an Lebensmitteln.

Bei mir war der Punkt dass die Waage 99.9 angezeigt hat und ich mit dachte "Nein, die 100 ist tabu". Dazu kam dann eine schwere Magenschleimhautentzündung die mich über 4 Wochen essenstechnisch quasi "außer Gefecht" gesetzt hat. Ich denke danach war einfach der überdehnte Magen so klein dass mir "natürliche" Portionen gereicht haben.

Wir essen viel zu viel und viel zu reichhaltig. Ich höre seitdem oft "das kann doch nicht reichen" ... doch. Selbst schlimmsten Heißhunger stillt erst mal ein Apfel.
Ich hab meinen Job gewechselt in einen der mich glücklich macht und hab einfach so angefangen zu leben wie ich wollte. Naturverbunden. Kein Dauergehetze mehr mit dem Auto sondern "ich nehm mir heute nur das vor und das erledige ich zu Fuss, und daraus dass ich es eben zu Fuß und mit vollem Bewusstsein erledigt habe kam dann auch die Zufriedenheit. Ich bin zufriedener heute wenn ich mein Kind zu Fuß vom Kindergarten geholt habe und danach nur die Wohnung gesaugt habe, wo ich früher mit dem Auto das Kind geholt, unterwegs noch die Einkäufe erledigt, die Wohnung gesaugt und dann noch mit dem Auto schnell das Kind zum Sport gebracht hatte.
WEniger ist eben mehr, nicht nur beim Essen.

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Bei mir war es so, dass ich den Frieden mit weniger essen machte. Akzeptiert (friedlich mit mir selbst), dass ich nicht DIE Menge einnehmen muss. Fakt ist, dass wir Lebensmittel im Überfluss haben. Sorry, da nützt es mir nichts, wenn diese Lebensmittel im Laden und nicht zuhause sind. Gehe ich sie halt kaufen. Der Wandel setzte im Kopf ein: "Okay, wir haben generell viel zu essen, toll. Ich aber brauche nur so viel, um satt und zufrieden zu sein. Und mit dieser und jener Menge sehe ich in meinen Augen gut aus." Das ist aber ein ellenlanger und harter Prozess, denn wir leben ganz einfach im Überdruss. Wer sagt schon freiwillig 'nein' zu Dingen, die einem in dem Moment guttun.. Ich glaube, einfach zu akzeptieren, dass schwach werden menschlich ist, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Und danach erst kann man akzeptieren, dass man eben nicht soo viel zu essen braucht, um satt und glücklich zu sein (aber auch nicht hungern muss!). Ist noch schwierig in Worte zu fassen, aber so ist es bei mir gewesen. Keine Diäten, nur ein bisschen weniger essen.

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Genau so sehe ich es auch, weiß aber auch nicht gerade wie man es "verklickern" kann :-)

Die Menschen überschätzen finde ich völlig wieviel man wirklich braucht, ich gehe bei unserem Kleinen schon immer steil wenn es heißt "der isst heute wieder so schlecht, das kann doch nicht reichen" ...
Ich denke immer daran dass es in der Schwangerschaft ja heißt dass man in der Schwangerschaft in der ersten Hälfte gerade mal einen kleinen Apfel, in der zweiten Hälfte 2 große Äpfel mehr braucht. Wir sind einfach Überfluß gewohnt und das aus den Köpfen zu bekommen ist verdammt schwer.

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ich glaube auch, dass man herausfinden muss, was man persönlich "braucht" - manche mögen gerne Kohlenhydrate, die kann man mit Low Carb nur unglücklich machen, andere mögen größere Portionen und das Gefühl des "vollen Tellers" - da müssen es eben viele, aber niedrigkalorische Lebensmittel sein und nicht die kleinere, aber vielleicht gehaltvollere Portion. Manche haben Stress und "keinen Kopf", da muss es etwas sein, wo man nicht Kalorien/Vitamine zählen und abwiegen muss, sondern ein paar einfach einzuhaltende Grundregeln, z.B. Intervallfasten. Und zu welcher Uhrzeit man fastet (und ob man das überhaupt kann und will) ist auch sehr individuell.

Wichtig ist aber mMn einfach die innere Einstellung, dass es eben keine "Diät" ist, sondern das man seine Gewohnheiten dauerhaft umstellen muss, um schlank zu bleiben. Daher ist es auch so wichtig, eine Ernährungsweise zu finden, mit der man auf lange Zeit gut klarkommt, ohne zu viel zu vermissen. Und falls man mal für einen Tag oder eine gewisse Zeit gesündigt hat, muss es eben am nächsten Tag wieder "normal" weitergehen...

lg magmo

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Ich habe 10 Kilo mit einem "selbstgestrickten Stufenplan" abgenommen, so nenne ich das mal.

Der 1. Schritt war, meine Mahlzeiten zeitlich vernünftig zu planen. Also meinen Tag so zu strukturieren etc., dass zu den Mahlzeiten dann auch "vernünftiges" Essen zur Hand ist und nicht mehr zwischendurch zu essen.
So ist gar nicht erst Heißhunger aufgekommen, bzw. bin ich nicht mehr der Versuchung beim nächsten Bäcker erlegen.
Wenn ich z.B. wusste, dass ich zwischen Frühstück und Mittagessen unterwegs bin, habe ich mir eine Banane und eine Scheibe Vollkornbrot mit Käse mitgenommen, weil ich wusste, dass ich in der Zeit einen Snack brauche. Ich habe dann sehr bewusst außerhalb dieser geplanten Mahlzeiten nichts gegessen. Ich bin gut zurechtzukommen mit:

-Frühstück
-Snack (z.B. Banane plus Käsebrot)
- Mittagessen
-Snack am Nachmittag (z.B. Apfel plus manchmal eine ganz kleine Süßigkeit)
- Abendbrot

2. Der 2. Schritt war, Zucker zu reduzieren. Ich esse sehr gerne süß. Das sollte sich ändern. Ich habe nicht so sehr auf die Gesamtmenge geachtet, sondern nur darauf, möglichst wenig Süßigkeiten zu essen. Dafür viel Obst und Gemüse, auch in großen Mengen.
Ansonsten habe ich alles gegessen und nur grob darauf geachtet, dass es nicht gerade in Fett schwimmt oder totales Fastfood ist.
Es gab oft Nudeln mit viel Gemüse, Ofenkartoffel mit Quark, auch mal selbstgemachte Burger, selbstgemachte Pizza mit viel Gemüse, Kartoffelauflauf, Steak mit Salat etc.

Zum Frühstück durfte es auch mal ein Marmeladenbrot sein, da habe ich dann darauf geguckt, dass es wenigstens eine Scheibe Vollkornbrot oder ein Vollkornbrötchen ist. Ansonsten gab es oft selbstgemachten Obstquark mit wenig Zucker oder auch mal Haferflocken in Milch mit Obst. Grundsätzlich habe ich nur Sachen gegessen, die mir schmecken.

Der 3. Schritt war, mich viel zu bewegen. Das ist mir allerdings leicht gefallen, weil ich keinen Bürojob habe und mich im Alltag schon sehr viel bewege. Ich habe mich dann zusätzlich zu einem Fitnesskurs angemeldet, an dem ich 1 mal in der Woche teilgenommen habe. Aber ich denke, da muss jeder die Bewegung finden, die ihm am meisten Spaß macht.

Zusammengefasst bin ich gut damit gefahren, mich zu den Mahlzeiten an gesunden Sachen wirklich satt zu essen und immer schon zu wissen, wie die nächste Mahlzeit aussieht und wo ich sie einnehmen werde. Wenn ich wüsste, dass ich z.B. zu Kaffee und Kuchen eingeladen bin, habe ich mir das auch gegönnt und am nächsten Tag wie gewohnt weiter gemacht.
Hilfreich war auch, einfach keine Süßigkeiten auf Vorrat im Haus zu haben.

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Hey!

Ich habe in der Schule oft mit übergewichtigen Kindern zu tun. Wenn ich da genau hingucke, stimmen bei ihnen oft mehrere Faktoren nicht. Sie kompensieren irgendwelche Probleme mit Essen, das Essen ist sehr ungesund, oft gibt es keine richtige Struktur und zudem zu wenig Bewegung, weil sie die meiste Zeit zu Hause hocken und Medien konsumieren.
Wenn ich die Eltern darauf anspreche, reagieren sie nicht adäquat. Meist aus Überforderung.

Bei mir traf das og zu, zudem leide ich unter pcos und neige daher zu Übergewicht.

Abgenommen habe ich dann mit ww und einen Fitnessstudio.

Liebe Grüße
Schoko

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Hallo,

ich persönlich schwöre ja auf Low Carb, hab damit 15 kg abgenommen ohne Jojo-Effekt.

Aber ich denke, um dauerhaft abnehmen zu können und vor allem dann auch langfristig Gewicht zu halten, sollte man nicht blindlings irgendeine Diät machen, die vielleicht bei der besten Freundin, Nachbarin, Schwester gerade gut funktioniert hat, sondern sich verschiedene Diätmodelle ansehen und überlegen, ob es zu einem passt. Welche Lebensmittel mag ich / mag ich nicht? Komme ich längerfristig damit klar so wenig zu essen? Kann ich das alles gut in meinen Alltag einbauen? Suche ich etwas mit Sport oder lieber ohne Sport? Usw...

Ausserdem sollte man ein echtes bewusstsein für den eigenen Körper entwickeln, was geht bei mir / was nicht? Finde das fehlt echt vielen Leuten und dann wird sich oft mit erstmal viel Motivation in eine beliebige (nicht hinterfragte) Diät gestürzt. In kurzer Zeit eine völlig unrealistische Menge abgenommen und dann geht das Durchhaltevermögen flöten und die Kilos schneller wieder rauf als man schauen kann. Dazu kommt der Frust darüber und... Naja, wir wissen wahrscheinlich alle wie das weitergeht... 😅

Daher meine Meinung, eine Diät/Ernährungsumstellung suchen, die zu einem passt, langfristig denken (ja, das erfordert ein Maß an Geduld) und nicht zwei Wochen vor dem Strandurlaub eine Verzweiflungstat begehen.

Ich habe mich damals für Low Carb + Kraftsport entschieden, weil...

Ich die "erlaubten" Lebensmittel gerne mag und der Verzicht daher nicht so schlimm war

Ich keine Kalorien zählen musste

Ich dank des Sports einen Cheatday / Refeedday die Woche haben konnte, wo ich fast maßlos alles essen konnte was ich wollte (Pizza, Fastfood, Süsskram, Eis... ) und ich daher insgesamt super durchhalten konnte

Ich mich sehr für das Thema interessiert habe und mich extrem belesen habe zu Themen wie Stoffwechsel, Insulinspiegel, Ketose etc.

Aber wer sich nicht für seine gewählte Methode interessiert und wirklich versteht was er da tut und nur kopflos iwelche vorgegeben Rezepte nachkocht, wird sich evtl. schwer tun oder gar erfolglos bleiben - langfristig

LG chicky

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Hey also ich habe in beiden Schwangerschaften ca 25 Kilo zugenommen. Nach den Schwangerschaften habe ich die aber auch immer mit sehr geplanten Essensplänen und shakes abgenommen. Ich gehe 2 bis 3 mal die Woche Joggen aber mein Gewicht ist ständiges Thema. Vor 1,5 Jahren war ich Mega Glücklich wog 67 kg letztes Jahr im Herbst kam ein Unglück und seitdem habe ich 10 kg zugenommen und ich kann mich auf den Kopf stellen, es geht einfach nicht weg bzw. Wenn mal was runter geht ist es auch gleich wieder drauf. Mein absolutes Wunschgewicht wären 60 kg aber ich müsste mich total unglücklich machen um dahin zu kommen und es zu halten. Da ich einen sehr niedrigen Grundumsatz habe nehme ich nur ab wenn ich nicht mehr als 1200 kcal zu mir nehme und halten tu ich mein Gewicht bei ca 1700 kcal.... Mit noch Depressionen dazu macht es das ganze einfach nur schwierig. Und mich unglücklich, da zu jedem Unglück bei mir dann immer gleich auch die Klamotten nicht mehr passen.