Bin ich noch normal...Bitte um Rat

    • (1) 20.01.11 - 22:41
      wasistdalos

      Hallo zusammen,

      ich weiß jetzt nicht, ob ich hier oder in "Partnerschaft" richtig bin. Aber ich versuche es mal hier. Ist allerdings eine kleine Vorgeschichte nötig...

      Im Herbst letzten Jahres habe ich einen Mann im europäischen Ausland kennengelernt. Er führt da ein Restaurant an einem recht entlegenen Ort, das in der Regel nur von Wanderern aufgesucht wird. Wir waren zwei Tage und Nächte zusammen. Er erschien mir als der bezaubernste, bezirzenste Mann der Welt. Strahlendes Lächeln etc. Er gab mir zu verstehen, dass ich das non-plus-ultra für ihn sei, erzählte mir 1000 Geschichten, unter anderem, dass er sich aus der hektischen, gierigen Stadt-Welt zurückgezogen habe, die Natur liebe und sich nach einem Leben zur Zweit sehen. Ich hatte nicht erwartet, dass er sich melden würde. Dann noch Geschichten, wie böse Leute ihn abezockt hätten (Mitleidstour). Gehofft hatte ich es natürlich schon. Und tatsächlich: er meldete sich. Zunächst viele schöne Gespräche, dann letztlich der Plan, dass wir uns im Januar wiedersehen. Zwischendurch ließ ich mich auf Telefonsex mit ihm ein.

      Ich bin also im Januar bin ich wieder zu ihm gereist (er konnte sein Restaurant nicht dicht machen...ja, ich weiß, irgendwie schön blöd von mir). Aber nach nur nach nur zwei Tagen entpuppte er sich fast als "Psychopath". Hinter seinem Lächeln verborgen war ein missmutiger, kontrollierender, befehlender, machiavellischer, abwertender und gefühlsarmer Mensch und Macho verborgen. So stellte er mich vor Kunden seines Restaurants als seine neue Putzfrau vor. Das war der Auslöser dafür, dass ich SOFORT gegangen bin, obwohl ich mich da schon in meine Gefühlswelt hineingesteigert hatte. So verbrachte ich den Rest der Ferien allein. Tat sehr weh. Ich will jetzt nicht über diese "Beziehungs"-Problematik sprechen, auch nicht darüber, welche eigenen Verblendungen mich haben so sehr den Täuschungen erliegen lassen (diese Gedanken mache ich mir schon selbst und martere mich dafür).

      Beim Sex war er von Anfang an dominant. Ich bin nicht prüde, und habe auch nichts gegen heftigen Sex. Aber gerade zu Anfang fände ich es normal, dass es auch Ausdruck der Zärtlichkeit gibt....zumindest vorher und nachher, so dass man das Gefühl hat, dass da auch Gefühle sind. Beim ersten Mal dachte ich noch, das sei der beiderseitigen Erregung zuzuschreiben. Aber jetzt - beim zweiten Mal - war das nicht anders. Es ging nur um seine Befriedigung; er liebte Oralsex, wollte das Gleiche aber nicht bei mir praktizieren (O-Ton: beim Mann ist das ja auch etwas Anderes). Nach dem Sex rollte er sich gleich auf die Seite. Er war zwar unheimlich sexgetrieben, aber er hatte keine vollständige Erektion...gerade so, dass sich "der Akt" noch vollziehen ließ. Jedenfalls hinterließ das alles trotz meines Begehrens einen faden Nachgeschmack bei mir. Wie gesagt, aufgrund seines maliziösen Verhaltens, das ich tlw. als antisozial bezeichnen würde (habe von zuverlässiger Seite erfahren, dass er hinter seiner lächelnden, attraktiven, charmanten Maske ein notorischer Lügner und Betrüger ist, der auch in üble Geschäfte verwickelt ist und Drogenerfahrung hat), habe ich mich von ihm förmlich losgerisen, was ihm nur ein Grinsen entlockte. Insofern habe ich nichts verloren...außer, dass ich mir jetzt eben der Frage stellen muss, wie ich in so etwas hingeraten konnte. Aber wie gesagt...das steht auf einem anderen Blatt. Damit setze ich mich selbstkritisch auseinander.

      Dies als Vorgeschichte. Nun zur eigentlichen Frage: Immer wenn ich an ihn denke, kocht immer ein sexuelles Begehren hoch, das ich so noch nicht kannte. Das ist doch nicht normal...eher krank, oder? Schließlich war der Sex - objektiv gesehen - letztendlich nicht so toll für mich. Ich weiß, das klingt jetzt alles ein wenig abstrakt, doch frage ich ich, warum das so ist. Hab schon überlegt, dass da vielleicht eine devote Seite in mir schlummert. Vielleicht hat von Euch jemand eine Erklärung. Ich bin wütend auf mich selbst und diese verdammte Lust, wenn ich an ihn denke, da ich die Geschichte am liebsten aus meinem Gedächtnis löschen würde.

      Bitte kein Runtermachen. Mir geht es im Moment aufgrund der Geschichte schlecht genug. Nicht zuletzt, weil ich das Gefühl habe, mich da selbst hineinmanövriert zu haben.

      Sorry...ist etwas umständlich lang geworden...
      Vielen Dank schon mal für Eure Antworten.

      • (2) 20.01.11 - 22:43

        Entschuldigt bitte die vielen Fehler im Text...bin so aufgewühlt :-(

        (3) 21.01.11 - 07:46

        Hmm also entweder du hast die devote Seite die du schilderst oder beim Sex ziehen dich halt ''böde'' Männer an! Wobei ich sagen muss, das es mir ähnlich geht! Aber ich glaube der typ Mann wäre mir etwas zu böse!

        LG Lila

        • (4) 21.01.11 - 11:11

          Hi Lila :-),

          schau Dir mal, wenn Du magst, meine Antworten an die anderen an. Da steht schon Vieles beantwortet. Vielleicht ziehen mich tatsächlich "böse" Männer an...aber das hat nichts mit meinen Neigungen, sondern vielleicht eher was mit meinem brüchigen Selbstwertgefühl zu tun. Und das gilt es jetzt für mich zu beleuchten.

      <<<Hab schon überlegt, dass da vielleicht eine devote Seite in mir schlummert.>>>

      Somit hast Du Dir die Erklärung schon selbst gegeben *lächelt leicht*

      Und das hat rein gar nichts mit "krank" oder "unnormal" zu tun. Es ist einfach eine einzelne Facette an Dir, die Dich bereichert und die Du ausleben kannst.....nicht mehr.....aber auch niemals weniger :-)

      Alles Gute
      TJ

        • "ein dominanter Mann nicht zwingend ein Arschloch sein muss"

          Hm, naja...das mag nur fuer "devote" Menschen richtig sein.

          • Das gilt eigentlich für alle Menschen....sonst würde der Umkehrschluss lauten, dass alle Arschl.... die sich in einer Beziehung mies zu ihrer Partnerin verhalten, dies tun weil sie dominant sind.....und so eine These wäre gelinde gesagt lächerlich.

            Ich habe mich hier nicht richtig ausgedrückt - bzw. unvollständig.

            Dominant in bestimmten Bereichen des Lebens, z.B. im Sexleben. Und da gibt es viele Abstufungen.

            Und wenn du diese Abstufungen berücksichtigst, kann auch ein in allen Bereichen dominanter Mensch durchaus akzeptabel sein.

            • (10) 21.01.11 - 11:02

              Hallo Daddy,

              danke für Deinen Beitrag. Ja, vielleicht habe ich diese devote Seite in mir, aber nicht so überaus ausgeprägt. Das Ausleben dieser Seite finde ich auch nicht schlimm, aber - siehe auch meine Antwort an xvc....- das muss für mich immer in einen Kontext von Liebe, Achtung und Zärtlichkeit eingebettet sein.

              Ich befinde mich immer noch in dem Urlaubsland und habe mir jeden Anruf seinerseits verbeten, was er auch eingehalten hat (Er hatte noch gefragt..."Sollen wir noch telefonieren...Wie geht's Dir usw."...An dieser Frage sah ich, dass er damit rechnete, mich weiter benutzen zu können). Gottseidank hat er sich nicht mehr gemeldet. Aber das fällt ihm auch nicht schwer. Erstens verbietet ihm das seine Machonatur, zweitens können extrem antisozial gepolte Menschen keine tiefergehenden Gefühle empfinden. Aber ich will keine Ferndiagnosen stellen....ich selbst bin jetzt Thema.

              Ganz sicher werde ich nicht zu ihm zurückgehen, auch wenn ich mir mein Herz rausreißen musste, als ich ihn verließ. Meine Zuneigung, all die zerstörten Hoffnungen und Wünsche...

              Die Selbstachtung und meine Würde sind mir unantastbar.

              • Hallo,

                ja, da bist du wohl leider an jemanden geraten, der das in allen Bereichen auslebte, das dominante.

                Aber Du hast es erkannt, und was Du schreibst, genau das solltest du anstreben. Wenn du nach einem Partner Ausschau hältst, achte am besten auf Liebe, Achtung, Zärtlichkeit, wie du es so schön schreibst.

                Lass diese Dominanz-Geschichte erst mal weg. Vielleicht ergibt sich das ja auch noch im Laufe einer Beziehung. Ich glaube, eine (platt gesagt) herkömmliche Beziehung würde Dir besser tun.

                Dafür wünsch ich dir alles Gute.

            Ich bin gegenueber Menschen, die gerne herrschen moechten (und "herrschend" ist wohl die Uebersetzung fuer dominant), sei es im Arbeitsbereich oder im privaten Bereich, sehr misstrauisch und distanziert.

            Macht, ausgeuebt oder erleidet, ist fuer mich nicht besonders sexy....naja, akzeptabel meinetwegen....solange nicht in Sichtweite... ;-)

            • Lieber zeitblom,

              ich denke ich kann damit leben, dass ich für Dich nicht besonders sexy bin. ;-)

              Aber wie gesagt: Es geht hier um Dominanz in wenigen Situationen. Das Sexleben selbst ist durchaus von Achtung und Respekt geprägt.

              seelenspiegel hat es noch besser gesagt: Dass diejenigen Menschen oft mehr Respekt als andere haben.

              • Da bin ich sehr erleichtert.... ;-)

                "Es geht hier um Dominanz in wenigen Situationen."

                Du meinst also, dass man sich dominant verhalten kann, ohne dominant zu sein? Vielleicht, .... aber ich stelle mir dies auf Dauer sehr anstrengend vor.

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