Liebesleben

Offene Worte, wie man sie so fast nur in einem solchen Umfeld wie im Forum zu lesen bekommt. Wie ist die Einstellung zur Treue? Und hat sich das im Laufe des Lebens oder der Partnerschaft geändert? Hier sind Antworten...
Ein Tipp vom urbia Team

05.09.17 - 20:11

Monogamie - auf einmal nicht mehr wichtig

Hallo,
Als ich in den 20ern war, hätte ich auf die Frage ob ich es wichtig finde dass in einer Partnerschaft beide sexuell treu sind, auf jedem Fall mit Ja geantwortet.
Meinen Mann mit einer anderen im Bett wäre unvorstellbar gewesen.
Mit zunehmendem Alter hat sich da bei mir ein Perspektivwechsel vollzogen, da ich gemerkt habe, dass ich selbst schon großes Interesse auch an anderen Männern entwickelt habe.
Ich habe im Laufe der letzten Jahre einige interessante Männer kennen gelernt, die mich intellektuell sehr angesprochen haben.
Daraus hat sich dann oft mehr entwickelt, also auch eine körperliche Anziehungskraft.
Und es hat sich vollkommen richtig angefühlt, dann auch Sex zu haben.
Diese geistige und emotionale Verbindung war einfach da und der Sex war der Hammer.
Mein Mann weiß davon und ist nicht geschockt oder enttäuscht, sondern hat ziemlich gelassen reagiert.
Habt ihr im Laufe des Lebens auch eure Einstellung zu dem Thema verändert?
Vielleicht auch umgekehrt?

18 direkte Antwort(en) auf den ausgewählten Beitrag:

05.09.17 - 20:47

Für mich war Monogamie früher auch wichtiger als heute. Ich habe meinem Mann gesagt, dass, sollte er mal das Bedürfnis nach fremder Haut verspürer, wir gerne darüber sprechen können. Das Angebot hat er entrüstet abgelehnt und war sogar etwas beleidigt darüber dass ich sowas vorschlage. Wer weiß, vielleicht kommt er irgendwann darauf zurück? Ich selbst habe aber auch noch nie das Verlangen gehabt mit einem anderem Mann, als meinem, Sex zu habne. Wir sind jetzt 16 Jahre ein Paar und bisher sind wir uns genug. Wie das in 20 Jahren aussieht, weiß ich natürlich nicht.

05.09.17 - 21:15

Hallo,

ja. In jungen Jahren war mir Monogamie schnurz, in meiner Ehe völlig unwichtig, auch wenn ich sie gelebt habe.
Bei meinem jetzigen Partner, den ich wirklich sehr liebe, kann ich mir keinen anderen Mann auch nur annähernd vorstellen, ich bin was das angeht sexuell "blind" bzw. finde ich ihn so anziehend, dass alle anderen Männer ausgeblendet sind. Außerdem verbinde ich Sex mittlerweile viel mehr mit Bindung als früher.
Mein Perspektivwechsel geht also in eine deutlich andere und umgekehrte Richtung als deine. Ich hab aber auch eine Weile gebraucht in meinem Leben, um einfach rein gefühlt... den "Einen" zu finden.

LG

05.09.17 - 21:25
Gestehenwill15

Treue ist mir immer noch wichtig und sollte mein Mann fremdgehen, wäre unsere Ehe beendet.
Ich war auch schon fremdverliebt, habe von ihm geträumt und wollte seine Nähe und Berührung.

Gestehe ich offen. Es war eine Phase. Dazu gekommen ist es nie und ich bin dankbar, denn ich habe den besten Ehemann der Welt.

Ich war gedanklich untreu. Aber nie umgesetzt.
Mein Mann würde mich verlassen, wäre ich fremdgegangen und es wäre aufgefallen.

Das wäre mein Riesenunglück gewesen, ich weiß was ich an ihm habe. Er auch an mir, Sex haben wir viel.

Sind auch schon lange zusammen.
Ich habe oft gelesen, fremdverlieben kommt oft vor. Ok. Ist dann so.

Diese Phase ist eh vorbei. Ich habe keinen Kontakt mehr zu diesem Mann, dem ich trotz Ehe auch sehr gut gefallen habe und wären wir 2 einmal allein gewesen, wäre sicher auch was passiert. Ich hätte es zu Tode bereut, aber ich wollte ihn.

Mir ist es wichtig, die Eine zu sein für Partner.

Ich bin bis auf die Fremdverliebtheit komplett treu und ignoriere jeden Andren.

Ich sehe gut aus und sehe die Blicke. Aber ich bin und bleibe treu.

Ein Fehler passiert und zum Glück, kam es außer Flirterei zu nichts.

05.09.17 - 22:40

Hallo,

mir ist sexuelle Exklusivität nicht besonders wichtig, nein. Ehrlichkeit und Vertrauen schon, d.h. wenn außerhalb der bestehenden Partnerschaft etwas mit anderen laufen soll, dann wird das kommuniziert.

Wenn ich so zurückdenke.... Monogamie war nie mein Ideal. Ich habe so gelebt, ja, aber weil es sich so ergeben hat, bzw. weil kein Verlangen nach anderen Menschen da war. Nicht, weil mir monogame Beziehungen an sich so furchtbar wichtig gewesen wären. Ich habe da nie drüber nachgedacht.

Jetzt tu ich es aber und stelle fest: sexuelle Exklusivität ist nicht meins.

Meine Einstellung zum Thema hat sich also nicht grundlegend verändert - meine Art zu leben allerdings schon.

Viele Grüße!

06.09.17 - 10:58

Das Wichtigste ist, dass man ehrlich zueinander ist. Ich kann mir derzeit nur eine monogame Beziehung vorstellen, aber vielleicht wird es sich auch irgendwann ändern. Etwas anderes kam bei mir auch noch nie zur Sprache, vielleicht würde es sich damit schlagartig ändern ;)

06.09.17 - 15:41

Ich könnte mir das nicht vorstellen. Weder in meinen 20 ern noch jetzt mit Ü30.

Ich möchte nicht mit jemandem intim sein, mit dem ich keine Beziehung habe. Also nur eine Sexgeschichte könnte ich nicht.

Da wäre auch der Sex dann nicht besonders toll. Da gehört ein gewisses Vertrauen dazu, damit ich mich ganz fallen lassen kann.

Mit meinem Mann wird mir da auch nach fast 12 Jahren Partnerschaft nicht langweilig.

06.09.17 - 16:01
7262551446

Also ich bin da heute (mit fast 40) ganz eindeutig noch drauf wie mit 16 Jahren.

Ich werde meinen Partner nicht teilen.
Punkt.

Entweder man trennt sich, oder man ist sich treu.

Käme eine Affäre raus. Wären die Kinder und ich weg. Umgekehrt genauso.

Jedes Paar legt die Spielregeln für die eigene Partnerschaft selbst fest.

06.09.17 - 19:16

Hallo!

Mir ist Monogamie in einer Beziehung sehr wichtig, schon immer!

Mein Mann ist auch erst mein zweiter Sexualpartner und wird wohl auch der Letzte bleiben, wenn nicht irgendwas ganz Komisches passiert. ;-) Wir sind seit 11 Jahren zusammen.

Meine Einstellung ist schon immer so gewesen und hat sich auch nie geändert.

Wäre ich aus irgendeinem Grund doch noch mal Single (Trennung, Todesfall...), behaupte ich nicht, dass ich mir nicht auch ONS vorstellen könnte. Rein theoretisch. Praktisch kann ich ziemlich sicher sagen, dass es wohl nie dazu kommen würde, denn für mich sind Sex und starke Gefühle untrennbar.

Absolute Monogamie also für mich.
Ein Partner, der nicht monogam leben wollte, wäre der falsche Mann für mich.

Aber jeder soll nach seinen Vorlieben glücklich werden. Ich habe eine Freundin mit wechselnden Partnern, auch mal gleichzeitig. Ist völlig ok. Nur eben nicht für mein Leben. :-)

LG

06.09.17 - 21:23

Hallo
Ist man in einer Partnerschaft, ist doch das wichtigste dass beide Partner mit dem Modell glücklich sind. Erst danach mit der Idee der offenen Beziehung ankommen, finde ich da jedoch weniger toll. Das sollte man meiner Meinung nach schon offen kommunizieren.
Mein Mann ist mein erster richtiger (und männlicher) Sexualpartner. Vor ihm gab es nur etwas fummeln und was man halt als Teenie macht.
Die einzige größere Änderung über die Jahre meinserseits: ich brauche mehr und intensiveren Sex. Wir sind sehr offen, probieren uns aus und reden auch viel.
Eine offene Beziehung können wir uns bisher, nach über 20 Jahren, nicht vorstellen.
Es gibt jedoch eine Vorstellung die ich habe, die mein Mann nicht teilt. Das ist für mich jetzt aber kein Weltuntergang. Vielleicht will er irgendwann, vielleicht auch nicht.

Liebe Grüße

06.09.17 - 21:29

Ich hab in meinen 20ern so viele Männer gehabt, dass ich sie gar nicht mehr zählen kann. Seit 10 Jahren bin ich nun mit meinem Mann zusammen und treu. Ich bin sehr eifersüchtig, also teilen könnte ich ihn niemals. Aber ehrlich gesagt, die Zeit von früher vermisse ich schon manchmal. :-(

07.09.17 - 19:36

Bis vor zwei Jahren habe ich gesagt, dass ich absolut monogam bin. Habe keinerlei sexuelles Interesse an irgend einem Mann gehabt. Hatte regelmäßig Sex mit meinem Ehemann und alles war super.

Vor knapp zwei Jahren verliebte ich mich in einen Kollegen/Freund. Wir haben ziemlich lange gebraucht um zu kapieren, dass dieses Gefühl Liebe ist. Wir haben ein knappes halbes Jahr eine parallele Beziehung zu unseren Ehen geführt. Mein Mann weiß von jede Berührung, jedem Kuss, jeden Abendessen. Er hat seine Frau belogen und betrogen. Letztendlich hat sie es natürlich herausbekommen. Die beiden stecken Seite in einer Ehekrise… Wobei ich es nicht genau weiß. Er darf mir nämlich nicht mehr davon erzählen. Wir haben seit anderthalb Jahren nur noch beruflichen Kontakt. Wenn wir uns eine Weile nicht sehen und dann Wiedersehen knallt es. Wir sind einfach die große Liebe des anderen.

Habe mich in den letzten zwei Jahren extrem damit auseinandergesetzt, was Polyamorie bedeutet. Nämlich nicht – wie es in den Medien dargestellt wird – das man Sex mit mehreren Leuten hat, sondern dass man Gefühle für mehrere Personen hat. Ich bin mittlerweile der festen Überzeugung, dass jeder Mensch Polyamor ist. Das viele eben aufgrund der gesellschaftlichen Zwänge ihre Liebe nicht erkennen oder eben verheimlichen oder nicht zu ihrer ersten Liebe stehen, sondern sich in eine neue Beziehung wagen ... schadet allen.

Bin der festen Überzeugung, dass wir alle glücklicher wären, wenn wir akzeptieren würden, dass der Mensch per Definition nicht monogam ist. Dass wir ehrlicher sein könnten. Das Eifersucht ausschließlich schadet.

Es ist übrigens total schön, den geliebten Menschen anzuschauen, der eine WhatsApp von seinem Schwarm bekommt und für einen Sekundenbruchteil ein glückliches Lächeln über sein Gesicht huscht. Diese Liebe schlägt alles!

08.09.17 - 00:34

Ich hätte früher IMMER für die Monogamie plädiert, aus Prinzip und weil ich der Meinung war, meinen Traummann gefunden zu haben.

Seitdem der Traum über die Jahre hinweg aber ganz viel seine Schattenseiten gezeigt hat (wie bei den meisten Partnerschaften im Beruf-Kinder-Alltag, oder?), wir das Miteinander mehr schlecht als recht hinbekommen und ich mich fremdverliebt habe, sehe ich das ganz anders.

Jetzt würde ich gern ohne die Lügerei und das schlechte Gewissen mit meinem Geliebten zusammen sein können, dabei aber unseren Kindern trotzdem das gewohnte Familienleben erhalten.
Mein Mann könnte gern die gleiche Freiheit haben - aber ich weiß genau, dass ich das nicht vorzuschlagen brauche, seine Einstellung zu Beziehung ist absolut monogam.

Ich glaube auch, dass uns die Monogamie eigentlich nicht bestimmt ist. Aber nur die wenigsten schaffen es, alles andere ohne Verletzungen und Heimlichtuerei auszuleben. Leider.

08.09.17 - 10:02

Hallo,

offene Beziehungen, Polyamorie und ähnliche Beziehungsmodelle sind gesellschaftlich nicht akzeptiert wie die Monogamie. Dabei ist es erstaunlich, wie hoch die Zahl der Fremdgeher ist. Jedes Paar muss für sich entscheiden, welches Beziehungsmodell beide pflegen möchten. Es wird nur schwierig, wenn beide entgegengesetzte Meinungen haben.
Da ich bisexuell bin, habe ich neben meiner Ehe auch sexuelle Beziehungen zu Frauen. Mein Mann akzeptiert ist, da ich von Anfang an mit offenen Karten gespielt habe.
Im Laufe der Zeit festigt sich auch eine Parterschaft.
Es gibt vieles, was verbindet...Kinder, Erfahrungen, Unterstützung, Vertrauen. Und so ändert sich bei einigen die Ansicht, daß man wegen sexueller Abenteuer oder Fremdgehen nicht gleich alles hinwirft oder es sogar akzeptieren kann. Offenheit und Gespräche sind aber notwendig. Einfach den Partner zu betrügen finde ich unfair.

LG
Mistel

08.09.17 - 12:00

Früher war es mit völlig egal , in den " wilden" 20igern. Werder Treu noch Monogam ( Affären)
Heute mit meinem Mann ist es mir wichtig.

Es war halt , bis zu Ihm , einfach nie der Richtige dabei , daher war ich nie treu und es war mir bis dato ehrlich auch völlig egal.

09.09.17 - 17:03
Buntstattgrau

Tjaja, meine Einstellung zu dem Thema hat sich auch geändert. Mich verbindet so viel mit meinem Mann und ich bin mir absolut sicher, dass er der Mann meines Lebens ist und ich mit ihm alt werden möchte.

Daran würde sich nichts ändern, wenn er fremdgehen würde. Ich würde es ihm sogar gönnen. Es gibt so Begegnungen im Leben, da schwingt einfach etwas Spannendes in der Luft mit, warum sollte man diese Momente nicht genießen. Warum darf man sich ihnen nicht hingeben, nur weil man in einer Beziehung ist?
Wem nimmt man denn etwas damit weg?

Ich maße mir nicht mehr an, dass die Sexualität eines anderen mir gehört. Ich benötige keine Exklusivrechte. Ich bin exklusiv für meinen Mann.

Das liegt aber daran, dass ich mir meines Partners und auch meines Werts für ihn absolut sicher bin. Weder er noch ich würden unsere Beziehung, die viel mehr als Sex ist, wegwerfen oder aufgeben, weil man jemand anderen attraktiv oder interessant findet. Wir sind Freunde, Liebespaar, Team und Eltern.

Leute, die so fest an der Monogamie klammern, tun das in meinen Augen oft aus Verlustangst. Und die habe ich halt nicht mehr (zumindest nicht in Bezug auf weibliche Konkurrenz)

Dass ich mal an den Punkt komme, hätte ich mir in meinen 20ern auch nicht träumen lassen.

Das Leben ist schon seltsam.

12.09.17 - 15:58

Als ich meinen Mann kennen lernte, war aus einer, die notorisch von einer Beziehung in die nächste schlitterte, eine geworden, der nur dieser eine Mann genügte und die für alle anderen keine Augen hatte. Damals wollte ich meinen Mann exclusiv für mich haben, weil ich ja auch keinen anderen wollte. Ich hatte irgendwo den Spruch gelesen "Liebe ist, wenn Treue Spaß macht" und für mich unterschrieben. So blieb es etwa 18 Jahre lang.

Heute sehe ich die Sache anders. Ich habe diese Verlustängste (nichts anderes ist Eifersucht) nicht mehr. Ich liebe meinen Partner immer noch sehr, er ist mein Fels in der Brandung, der, mit dem ich über alles reden kann und der, der mich immer auffängt.
Aber Sex könnte ich auch mit anderen haben - und würde ihm selbstverständlich das gleiche Recht zugestehen.
Wir wissen, was wir aneinander haben, und doch gibt es auch die Welt außerhalb der Beziehung - für mich.
Er sieht die Sache leider anders, er will nur mich, nach wie vor. Also bleiben mir (bis auf weiteres) nur die Träume.

12.09.17 - 22:22
Monogam

Mir ist Treue wichtig. Ich möchte meinen Mann garantiert nicht teilen. Ebensowenig kann ich mir vorstellen, mit einem anderen Typen etwas anzufangen. Auch nicht nach 18 Jahren Beziehung.

23.09.17 - 23:41

Interessanter Beitrag und über die Jahre hat sich das bei mir auch komplett gedreht. Zum Anfang war Monogamie ein Muss.

Mein 1. Mann hat mich mit einem ONS betrogen. Ich habe damals sofort die Trennung eingeleitet. Mein 2. Mann hatte eine längere Affäre, die ich aber erst nach ca. 2 Jahren durch einen Zufall aufdeckte. Wir rauften uns wg. der Kinder nochmals zusammen, aber mein 2. Mann sagte mir dann, dass er nicht von seiner Affäre lassen kann und verlies mich für sie.
Geschockt lief ich einige Jahre als alleinerziehende Frau durchs Leben. Sex hatte ich dennoch zu Genüge. Ich nahm alles mit. Irgend wie war das meine Rache an den Männern. Ich machte die Männer an, tat so als ich mich total verliebt hätte, wenn wir dann Sex hatten, habe ich sie danach sofort "abgeschossen". Teils tiefst enttäuscht zogen sie von dannen.
Auf einer Sexparty traf ich dann meinen heutigen Partner. Der öffnete mir erst mal die Augen, wie doppelmoralisch unsere Gesellschaft ist. Ich hätte nie gedacht, dass so viele Menschen fremd gehen bzw. wie viele Paare zwingern.
Mein Partner und ich kamen uns dann auch seelisch immer näher. Irgend wann wussten wir, dass wir zusammen gehören, aber nie mehr in einer monoganen Partnerschaft leben wollen.
Und offene Beziehung klappt inzwischen seit weit über 10 Jahren sehr gut.

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