Beschneidung

Hallo!

Mein Mann muss morgen unters Messer. Beschneidung.

Im Lauf der letzten beiden Jahre hat sich bei ihm eine Vorhautverengung entwickelt, der mit Medikamenten nicht beizukommen war und die immer schlimmer wird.

Jedenfalls hat er jetzt morgen Termin und schon ziemlich Bammel davor.
Hat jemand von euch Erfahrung mit dem Thema.. bzw. eure Männer?

Wie krass ist die Heilungsphase im Erwachsenenalter? Und wie sind nachher so die Auswirkungen aufs Liebesleben..?

Danke und liebe Grüße
Claudi

1

Erwachsenenalter... also ich war 20 bei der Beschneidung. Heilung wird ja nicht großartig anders sein. Wobei das pers. Empfinden von Mann zu Mann auch unterschiedlich sein kann ;)

Also "krass" ist diese Phase nicht, das verheilt relativ schnell bzw. nach wenigen Tagen kann man ausser Sport wieder alles machen. Die Nähte zwicken manchmal, geht aber gut. Blöd ist tatsächlich die Morgenlatte. Man(n) ist dann früh wach... und aufreizende Dinge sind nicht unbedingt die beste Wahl ;)

Ungewohnt ist aber die freiliegende Eichel in Verbindung mit Stoff. Anfangs sind da Berührungen sehr unangenehm bzw. können auch Schmerzen (wie gesagt, Frage der Empfindung). Aber das vergeht nach einiger Zeit.

Liebesleben... Naja, hatte ich VORHER nicht, kenne also keinen Vergleich. Handbetrieb ist aber fast gleich, man lernt aber Öl o.ä. zu schätzen. Das vielgesagte Argument "Man(n) kann dann länger" ist auch Käse. Zumindest bei mir. Bleibt alles normal. Für Deinen Mann wird es aber positiv, da keine schmerzen mehr ;) Ich habe festgestellt, dass danach die Erektion durchaus härter wurde. Ist ja jetzt mehr Platz.

Viel Erfolg.

2

Es ist vermutlich zu spät und auch sehr übergriffig, das zu sagen. Ich mache es aber trotzdem, weil mir es wichtig ist, zu betonen.

Ich würde den Termin absagen!! Und ganz genau prüfen, ob wirklich eine komplette Beschneidung notwendig ist. In den allermeisten Fällen ist das völlig unnötig.

Medikamente, ich nehme an Dehnungssalben haben nicht den gewünschten Erfolg erzielt... Kennt ihr die Ursache der Vorhautverengung? Zum Beispiel Diabetes?

Wenn wirklich eine Operation notwendig sein sollte und konservative Methoden nichts bringen, dann gibt es fast immer die Möglichkeit einer Erweiterungsplastik, einer Triple Inzision, wodurch die Vorhaut erhalten werden kann. Nur in absoluten Ausnahmefällen ist das nicht möglich. Und es ist eine Schande, dass so viele Ärzte das nicht wissen oder nicht wissen wollen.

"Und wie sind nachher so die Auswirkungen aufs Liebesleben..?"

Vielleicht empfindet dein Mann die Veränderungen als nicht weiter störend. Oder er mag es sogar. Oder er kann mit den Veränderungen gut leben.

Aber: Sollte er zu den Männern gehören, die sehr negative Auswirkungen auf ihr Sexualleben spüren, wird er sein Leben lang diesen Eingriff bereuen.

Ich drücke euch die Daumen, dass er zufrieden mit dem Eingriff sein wird. Aber es gibt eben auch Männer, die es nicht sind, die Einschränkungen beim Oralverkehr, beim Geschlechtsverkehr und bei der Selbstbefriedigung erleben. Und da man vorher nicht weiß, ob der man selbst /der eigene Mann / der eigene Sohn dazu gehören, würde ich alles tun, um die Vorhaut zu erhalten.


LG

4

Das ist ehrlich gesagt aber auch eine Typfrage.

Ich kann nur sagen, dass mein Mann sehr pragmatisch ist - wenn etwas sein muss, dann muss es halt sein. Und mit den Konsequenzen muss er dann eben klarkommen.

Daher habe ich mir da im Vorfeld keine Gedanken gemacht, weil er einfach nicht der Typ ist, der sich sowas zu Herzen nimmt.

Das letztlich unser Sexleben sehr viel besser geworden ist, war natürlich ein Glücksfall.

Außerdem ist eben auch die Frage, wie vernarbt alles schon ist. oder ob der Diabetes dafür Sorgen würde, dass es wieder Probleme gibt.

5

"Außerdem ist eben auch die Frage, wie vernarbt alles schon ist. oder ob der Diabetes dafür Sorgen würde, dass es wieder Probleme gibt."

Natürlich, so etwas sollte aber ein Operateur entscheiden, der prinzipiell konservativ behandelt oder vorhauterhaltende OP-Methoden bevorzugt. Und auch unterschiedliche Beschneidungsstile kennt, damit so viel wie möglich an wichtigem Gewebe erhalten bleibt.

"Und mit den Konsequenzen muss er dann eben klarkommen."

Das klingt aber sehr nüchtern. Angesichts der Tatsache, dass es durchaus Männer gibt, die unter den Konsequenzen leiden, sollte man sich im Vorfeld viele Gedanken machen, denke ich.

"Unser Sexleben ist deutlich besser geworden, statt 2 Minuten gehen jetzt eben 20 Minuten."

Glücksfall, dass ihr beide das positiv empfindet. Aber die Ursache ist dann ja ein Empfindlichkeitsverlust. Und das kann auch für viel Frust und Leid sorgen.

Daher finde ich, dass man nicht genug darauf hinweisen kann, dass das kein Bagatelleingriff ist.

weitere Kommentare laden
3

Hallo!

Mein Mann war Mitte 30 bei der Beschneidung, es ging absolut nicht anders. Ursache war Diabetes. Vorher ist die Vorhaut immer wieder eingerissen und dabei vernarbt, bis er dann endlich zum Urologen gegangen ist.

Die ersten Wochen waren für ihn sehr unangenehm mit Berührungen, also weite Jogginghosen waren sehr wichtig. Aber die Zeit war dann auch irgendwann überstanden.

Unser Sexleben ist deutlich besser geworden, statt 2 Minuten gehen jetzt eben 20 Minuten. Oralsex finde ich auch angenehmer ohne Vorhaut. In Sachen Selbstbefriedigung meint er, dass der Unterschied gering ist.