Plötzliches Ende, warum tut es so weh?

    • (1) 16.07.18 - 23:14
      Traurig ohne Ende

      Ich schreibe in schwarz, weil ich nicht möchte, dass meine Bekannten sehen, was ich schreibe.

      Kennt ihr das? Ein Jahr lang war ich glücklich. Ein Mann, der mich auf Händen trug, war mein bester Freund. Immer für mich da. Wir hatten den besten Sex unseres Lebens (hat er auch so gesagt). Aber es ging einfach nicht.
      Es war abzusehen, dass es nicht für immer sein wird. Ein Treffen bedeutete eine Fahrt quer durch Deutschland.
      Ich hab zwei Kinder, will keine weiteren, er wünscht sich eigene Kinder.
      Wir haben uns häufig in der Mitte getroffen. In Hotels. Ziemlich oft und wunderschöne Wochenenden in verschiedenen Städten verbracht.
      Irgendwann wurde selbst das zur Routine und an freien Tagen hatte man keine Lust mehr den Weg auf sich zu nehmen. Es deutete sich an, aber wir waren immer füreinander da. Egal welche Uhrzeit, wussten alles von uns.
      Letztes Wochenende hat er sich plötzlich nicht mehr gemeldet.
      Er war auch traurig, dass ich auf einen Geburtstag wollte von meinen Kollegen und ihm deswegen abgesagt hab.
      Ich wusste ja, dass er eine Frau kennengelernt hat, die ihn auf ein Date eingeladen hatte.
      Das hat er dann angenommen und das Wochenende mit ihr verbracht.
      Jetzt bin ich traurig. Ja, es war klar, dass das irgendwann kommt. Wir haben halt nie den letzten Schritt gewagt.
      Aber ich bin traurig.
      Meine Bitte zu telefonieren hat er abgelehnt.
      Vielleicht findet er jetzt die Frau, mit der er seine Familie gründen kann. Aber es tut weh. :-(

      • (2) 17.07.18 - 11:31

        Hallo,

        ich befinde/efand mich in einer ähnlichen Situation...nicht ganz so "komfortabel" *Sorry*...Es ist eigentlich für Euren Fall von Vorteil, dass ihr weit auseinander lebt und so jeder automatisch den Abstand haben kann, den er braucht....von der Nutzung der modernen Kommunikationsmedien mal abgesehen. Wenn die "Sache" eh perspektivlos war, dann muss man einen Haken setzen. Das wird er gerade tun müssen, um sich realistischeren Optionen öffnen zu können. Ihr wart Euch sehr wichtig, davon gehe ich aus, und Du wirst ganz sicher eine wichtige Rolle spielen...aber wie gesagt, die Perpektive fehlt. Und wenn er für sich keinen Strich zieht...wird etwas Neues nicht funktionieren können. Er agiert also nicht gegen Dich sondern nur für sich...was man ihm nicht vorwerfen darf. Stürz Dich ins Leben. Verhänge Dir selber eine Kontaktsperre....Ich weiß gut, dass man trotz aller Vernunft und allen Wissens um die verschiedenen Lebensplanungen erstmal in ein Loch fällt, wenn der Tag x gekommen ist. Man hat das Gefühl, man ist nicht mehr wichtig, es fehlt die Kommunikation, kleine Aufmerksamkeiten etc. Aber das wird besser. Und man darf das nicht zu persönlich nehmen, man muss echt die Situation im Fokus behalten: Du bist sicher noch genauso wichtig, er muss aber auch irgendwie...leben und vorwärtskommen. Ich hatte/habe ähnliches....aber...wir wohnen in der gleichen Stadt und arbeiten beim gleichen AG...wir haben zwangsläufig beruflichen Kontakt. Als wir beschlossen hatten gewisse Ebenen nicht mehr zu bedienen (aus ähnlichen Gründen wie sie bei Euch vorliegen)...da war erstmal alles grau und traurig. Ich habe dann auch eine Kontaktsperre "verhangen", eine Weile echt gelitten...aber der totale Kontaktabbruch hat geholfen. Ist halt nicht ewig durchzuziehen in unserem Fall. Wir sehen uns wieder, auch privat, seltener und anders. Wir haben trotzdem einen unsichtbaren engen Draht...und es wird sicher nicht leicht, wenn bei einem von uns ein partner mit perspektiven ins Spiel kommt...aber man lernt damit umzugehen...und wie gesagt, mal völlige Abstinenz und die Konzentration auf sich selbst half da sehr. Akzeptiere sein Nein. Nimms ihm nicht krumm. Ich schätze, irgendwann in diesem Leben werdet ihr wieder Kontakt haben :-)

        • (3) 18.07.18 - 09:00
          Traurig ohne Ende

          Vielen Dank für deinen langen Text.
          Du hast ja Recht.

          Gestern hat er sich gemeldet und alles noch schlimmer gemacht.
          Er ist der Meinung, zwischen uns könnte alles so bleiben wie bisher.
          Wohin das mit der anderen führen würde wüsste er ja nicht. Vielleicht in eine Beziehung, vielleicht auch in „sowas wie zwischen uns“

          Ich bin geschockt. Der glaubt doch nicht, das ich das mitmache?
          Er hat überhaupt nicht verstanden, warum ich gekränkt bin.
          Da wir uns eh nicht oft sehen können, hätte ich doch nichts weniger.

          Wir haben danach noch ein bisschen getextet, ich musste diese Info erstmal verarbeiten. Ich hab zum Beispiel gesehen, dass er online ist, aber meine Nachrichten nicht sofort liest.
          Das Gefühl, dass er gerade mit der anderen schreibt und mich in die Warteschleife stellt, war nicht auszuhalten.
          Ich hab daher gesagt, dass wir Distanz bräuchten. Er meinte, das wäre albern, aber wenn ich das so wollen würde, wäre es ok für ihn.
          :-(

          • (4) 18.07.18 - 12:57

            beleib ruhig und mach Dich nicht fertig. Ich kann Dich und Deine Gefühlsregungen gut verstehen..war ja selber genau an dem Punkt...bin aber Gott sei Dank schon ein paar Schrittchen weiter :-)

            Also, lass Dich nicht in eine Abhängigkeit treiben, zeig Dich nicht anhänglich oder leidend, auch wenn Du es bist. (Mach Dich vor allem selbst nicht fertig durch checken von Onlinestatus und Co)

            Du kannst mal bissl im Netzt suchen nach Infos/Texten zu Bindungsängsten von männern, warum sich Männer plötzlich abwenden etc. ...Mir sind fastdie Augen übergelaufen. ich bin kein kleines Mädchen mehr, ich bin 38 Jahre....aber was ich dort gelesen habe...war augenöffnend.

            Darüberhinaus: sei Dir selbst soviel wert, dass Du Dich eben nicht in eine Warteschleife stellen lässt. das hat kein Mensch nötig. Soll er sich testen, das "neue" testen....wer weiß ob da wirklich soviel dran ist wie Du glaubst... er ist selber unsicher, daher das hin und her - erst nicht melden, dann wieder die "Leine" straff spannen....lass Dich nicht darauf ein. Versuche stark und selbstbestimmt zu sein. alles andere macht im Augenblick auch keinen Sinn. Die Situation wird sich nicht innerhalb kurzer Zeit auflösen. Lass locker, konzentrier Dich auf Dich selbst, mach was schönes, lenk Dich ab. Steh ihm nicht zur Verfügung auf Abruf (auch nicht bei Nachrichten...nicht sofort reagieren, lass Luft ran)

            Ich finds auch bissl affig, erst meldet er sich nicht, jetzt dreht er dien Spieß um und schiebt Dir den schwarzen Peter zu (" wenn Du das so willst, ist das okay für ihn"...)-->das ist doch Käse. Lass Dich nicht auf dieses Spiel ein. mehr kann ich Dir echt nicht empfehlen. begegne ihm freundlich mit Distanz, wenn er sich meldet, nicht gekränkt, nicht zickig, vermittle ihm nicht das Gefühl, dass es Dir sonstwie mies geht....das mach mit Deinen Freundinnen aus, nicht mit ihm....und dann lehne Dich zurück und warte ab ;-)

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