Zusammenhang Kindheit-devote Neigung

Hallo an Alle,
in meiner Kindheit habe ich mich viel allein und wertlos gefühlt und musste früh selbständig sein.

Heute mag ich es, mich beim Sex richtig fallen lassen zu können, nicht zuständig sein zu müssen und bestimmt zu werden.

Ich frage mich nur häufig, ob so eine Neigung einfach so kommt oder doch nur durch prägende Erfahrungen früher entstehen.

Wie sind eure Erfahrungen?

2

Ich habe diese Neigung nicht. Ich habe aber wenig Zweifel daran, dass Frauen ebenso wie Männer aus sich heraus auch ohne negative Erfahrungen diese Neigung entwickeln können.

Ich bin aber auch davon überzeugt, dass es sich häufig um reproduzierte Rollenklischees handelt. Rechtlich sind Frauen und Männer gleichberechtigt, sozial sind sie es nicht.

Kulturerzeugnisse wie Mainstreampornos zeigen den Mann als Bestimmer, der die Frau rannimmt, in anderen Filmerzeugnissen sinkt die Frau nach wie vor dahin, Männer reden häufig noch von Sex, als wäre das etwas, was sie Frauen antun und von diesen ertragen wird ("stechen", "rammen"), ein Mann, der sich sexuell auslebt mit einer Vielzahl von Partnerinnen wird gesellschaftlich anders gewertet als eine Frau, Männer konsumieren Frauen ohne Rücksicht auf Verluste, die Nutzung von weiblichen Geschlechtsorganen ohne eigene Lust der Frau ist käuflich erwerblich, obwohl Frauen visuell mindestens so leicht erregbar sind wie Männer, wird der Großteil der Pornos für Männer gemacht, Penetration = echter Sex, alles andere "Vorspiel", schon im Kindesalter wird Gewalt und Bewegungsfreiheit bei Mädchen mehr unterbunden als bei Jungen usw. usw.

Da frage ich mich schon, wie sich weibliche Sexualität entfalten würde, wäre sie nicht kulturell nach wie vor von männlichen Vorstellungen geprägt und männliche Dominanz nicht die vermittelte Regel.

Und ja: kindliche Erfahrungen können selbstverständlich prägend für späteres Verhalten sein.

1

Ich hatte eine tolle Kindheit, ein tolles Elternhaus und einen riesen Freundeskreis und dennoch finde ich es extrem Antörnend wenn mein Mann mich Dominiert, mir sagt das ich ihm einen Bl*** soll oder er mir beim Sex ordentlich in die Haare greift oder auch mal den Hinzern versohlt....
Also ich denke nicht das die Kindheit für so eine Neigung verantwortlich ist...

3

Ich bin devot, wahrscheinlich extremer als die meisten ...
auf meine Kindheit kann ich das null beziehen. Also wirklich gar nicht.
Wie immer im Leben wird es jede Konstellation geben.

4

Ich lebe in einer 24/7 D/s Beziehung und würde mich als sehr devot bezeichnen.
Meine Kindheit sah so aus, dass ich immer sehr ermutigt wurde, gefördert und gewertschätzt.
Also in meinem Fall wurde meine Devotion definitiv nicht durch meine Kindheit beeinflusst.
Aber ich bin auch nur in meiner Beziehung devot, nicht im beziehungslosen Alltag oder beruflich.

5

Leidest du unter deiner devoten Neigung? Dann kannst du da sicherlich nach Ursachen für suchen und wirst vermutlich auch welche finden. Die Frage ist dann: Was nützt dir das? Was ist dein Ziel? Soll sie weg, die Devotion?

Ansonsten bin ich strikt gegen die Psychologisierung von Sexualität. Die soll m.E. einfach nur Spaß machen und so lange sie safe, sane und consensual ausgelebt wird und bestimmte Grenzen (bei Kannibalismus wäre ich dann doch raus, auch wenn der andere drum bittet, gegessen zu werden) nicht verletzt, sollen doch bitte alle Spaß haben und so vögeln wie sie wollen.

Bei Filmen wie FSOG oder "The secretary" schreit es in mir iknerlich immer: Achtung! Monokausalität!! Ich finde die Erklärungen, die diese Filme bieten, peinlich, echt jetzt. Als ob jeder dominante Mann traumatisiert und jede devote Frau Borderlinerin wäre...

Und selbst wenn es so wäre: agieren sie safe, sane, consendual? Ist doch schön! Vielleicht tun sie sich gut!

Außerdem finde ich die Pathologierung von Sexualität oft viel perverser als die Sexualität selbst. Erinnert mich an die Debatte, ob Homosexualität aberzogen werden kann.