Kann man lernen jemanden wieder zu lieben?

Puh, ja schwierig.
Ich fang mal irgendwo an.
Ich habe meinen Mann vor 15 Jahren mit 20 Jahren kennen gelernt. Er ist 1,5 Jahre jünger.
Wir waren dann zusammen ohne großes Tamtam, Dates oder so. Das erste halbe Jahr war ich viel bei ihm zuhause (bei seinen Eltern), weil er in der Ausbildung war und ich in der Zeit zwischen Abi und Ausbildung. Als ich dann meine Ausbildung anfing, ist er quasi zu uns gezogen (also zu meinen Eltern). Eigenes Zimmer, eigenes Bad - alles tutti.
Er ist der erste Mann mit dem ich Sex hatte. Schließlich ist man so erzogen worden, dass das etwas besonderes ist und man das nicht "mit irgendwem" macht.
Ich habe ihn geliebt. Wollte keinen Tag ohne ihn sein (das war bei früheren Jungs nicht das Gefühl, da wollte ich sie nicht täglich sehen) - also muss es doch der richtige sein :-)
Ich war richtig stolz darauf, dass wir uns jeden Tag gesehen haben.
Wir teilten das gemeinsame Hobby Onlinegaming (muss man nicht mögen - wir tun es).. dadurch kam man natürlich auch mit anderen Mitspielern in Kontakt. Unterhält sich. Einer von weit weg fand mich wohl sehr nett... ich besuchte ihn mal für ein Wochenende (Das war zwei Jahre nachdem ich mit meinem Mann zusammen kam) und derjenige meinte er wäre in mich verliebt. Ich fand ihn auch nett, aber fühlte nicht so. Es passierte auch nichts außer kuscheln. Sex war für mich auch gar kein großer Anreiz und außerdem war ich ja vergeben. Ich nahm seitdem ich Sex habe die Pille. Jetzt später weiß ich, dass die die Lust wirklich stark unterdrückt...
Also passierte nichts und der Kontakt nahm irgendwann ab und endete.
Nach weiteren drei Jahren kamen wir auf die Idee ein Haus zu kaufen. Wir hatten 5 Jahre lang zu zweit gespart und konnten uns einen schönen Altbau in einem Dorf leisten. Ich fühlte mich hier wohl.
Wir heirateten im 6. Jahr unserer Beziehung. Damals hatte meine Mama schon Krebs.
Alles war gut. Ich war glücklich.
Meine Mama verlor dann den Kampf gegen den Krebs im Folgejahr. Wir waren gerade mitten in einer weiteren Sanierung.
Meine Mama und beste Freundin zu verlieren war das Schlimmste, was ich bisher erlebt hatte. Überhaupt etwas Schlimmes. Ich hatte nie Sorgen oder Probleme. Ich machte es größtenteils mit mir aus, weil mein Mann auch eher hilflos daneben stand. Ich hätte mir gerne mehr Halt von ihm gewünscht, war aber auch nicht fähig es zu kommunizieren. Ich hatte zu viel mit mir selbst zu tun.

Nach weiteren zwei Jahren (ich ging auf die 30 zu) kam dann das Thema Kinder. In meinem Kopf war da immer der Plan: Mann, Haus, 2 Kinder. Er ist immer lieb zu meinem Neffen und meiner Nichte gewesen. Ich hatte nie Bedenken, dass er kein guter Vater sein könnte. Er würde so vieles besser machen, was er zuhause erlebt hatte (er wurde geschlagen).
Nun fiel relativ schnell der Vorhang der romantischen Illusion, man müsse nur miteinander schlafen um schwanger zu werden. All die Vorsicht der letzten Jahre bloß nicht schwanger zu werden - total umsonst. Uns blieben mit gutem Willen ganze 2% auf natürlichem Wege schwanger zu werden. Die "Schuld" haben wir gemeinsam getragen.
Wieder nutzte ich die Gelegenheit jemanden von weiter weg zu besuchen. Er war 5 Jahre jünger und ich weiß nicht wieso.. Ich probierte aus, wie es ist mit jemand anderem Sex zu haben. Es war wenig unspektakulär, weil er auch vermutlich selber nicht so ganz wusste, was er da tat... Meinem Mann erzählte ich nichts davon. Er hatte eine Vermutung, aber ich log ihn an. Er glaubte mir und es ging weiter mit uns - nicht mit dem anderen.

Wir gingen also den beschwerlichen Weg der ICSI und nach dem ersten Fehlversuch gelang es uns - und ich wurde mit Zwillingen schwanger. Wow! Was für ein Glück! Zwei Jungs - ich hatte es mir immer gewünscht (nicht unbedingt gleichzeitig ;-))
Alles schien perfekt.
Doch die Realität holt einen irgendwann ein. Es ist einfach scheiße anstrengend. Das erste Jahr habe ich kaum geschlafen. Ich habe beide gestillt (die erste Zeit gleichzeitig - ich bin Mama, ich muss das können; habe es dann irgendwann aber auf nacheinander umgestellt, als sie größer wurden) Er konnte nicht viel tun. In der Elternzeit kümmerte er sich toll um mich. Wegen ihm bin ich nicht verhungert und konnte sogar mal aufs Klo.
Nunja. Ich war froh, als sie ein Jahr wurden... und noch fröhlicher, als sie zwei Jahre wurden. Endlich konnte man mit ihnen Reden.

Nunja.. nun sind sie 3 und meine Nerven liegen so blank. Ich reagiere nur noch gereizt. Jede Nacht musste ich raus. Selten, dass ich durchschlafen konnte.
Kommt er von der Arbeit und hört, wie ich wieder schreie, ist er direkt mit auf dem Level der Genervtheit. Am Wochenende geht es. Mal mehr, mal weniger gut. Er verbringt auch schöne Stunden mit ihnen. Sie lieben uns, obwohl wir beide keine guten Eltern sind. Und es tut mir so weh, dass ich nicht anders kann. Ich versuche es jeden tag neu, aber dann kommt direkt der Schalter und ich bin nur noch genervt. Und diese beiden wundervollen Kinder können eigentlich gar nichts dafür.

Nach Absetzen der Pille damals, haben wir nicht mehr verhütet. Auch nicht nach der Geburt der Jungs. Und nach dem ersten bis zweiten Jahr der größten Anstrengung, merkte ich so langsam, dass man Lust auf Sex haben kann. Rückblickend wirklich enorm ärgerlich, dass jahrelang durch die Pille verpasst zu haben..
Aber ich muss dazu sagen, dass ich nicht durch vaginale Penetration kommen kann, also immer selber nachhelfen muss. Das ist soweit auch okay für mich. Oft habe ich dann einfach zurückgesteckt, weil es mir ja eh nichts "bringt". Also er konnte dann und ich fand es dann eben so schön. Manchmal wollte er auch, dass ich komme.
Durch seine Arbeit bedingt, hatte er immer mal kleine Wehwehchen. "Mir tut dies weh, mir tut das weh" ... es wurde immer mehr und ständig. Es nervte. Kein Tag, an dem ihm nicht irgendwas weh tat oder nervte.
Ich habe das nicht sofort bemerkt, aber schleichend fand ich ihn immer weniger attraktiv. Wir hatten zwar sporadisch Sex, aber Lust auf ihn habe ich nicht.

Vor etwas über einem Monat habe ich, durch ein anderes Hobby, jemanden kennen gelernt. (Jaja schon "wieder") Er ist Single, 2,5 Jahre jünger und einfach sehr attraktiv (damit meine ich nicht mal den Körperbau, der ist sogar recht ähnlich zu dem meines Mannes).
Ich war bei ihm alleine zuhause, da ich ihm was fürs Hobby vorbeibrachte und er ging vorsichtig auf Tuchfühlung. In mir explodierte es und ja.... ich fand es einfach toll, wie er mich küsste. All diese spontane Leidenschaft, die am Anfang so ist. Die ich nie kennen gelernt habe.
Wir trafen uns von da an jeden Tag. Irgendwie. Und hatten jeden Tag Sex... teilweise mehrfach. Mein Mann ließ mich zu ihm fahren. Er sagte mir jetzt, er hat natürlich seine Gedanken gehabt, wollte mir aber nicht im Weg stehen, falls ich wirklich nur jemanden zum Reden bräuchte.
Mir fiel es so leicht..... Das Gefühl, dass es falsch war, hat sich bis heute nicht eingestellt. Natürlich tut es mir leid, wie sehr ich meinen Mann verletze.
Es kam, wie es kommen muss. Letzte Woche war er bei mir (wirklich nur zum Reden..); ich hatte die Kinder zu Oma und Opa gebracht. Ich war total fertig, weil der andere mir vorwarf, ich würde mich nie ändern und immer bei Problemen zu einem anderen gehen. Natürlich hatte er für die Vergangenheit Recht gehabt. Aber es tat so weh, dass er mir an diesem Morgen keine Chance einräumte. Daher redeten wir.
Nun hat mein Mann genau an diesem Nachmittag früher Feierabend gemacht und kam rein. Es war nicht mal verfänglich, da der andere auf dem einen Teil des Sofas saß und ich so ca. 3 Meter weg auf dem anderen. Aber dass die Kinder nicht da waren und dieser andere Mann so mitten am Tag bei mir war. Eigentlich war es klar, dass das nicht normal war.
Mein Mann meinte nur "ich fahr dann mal wieder".. und war weg. Er fuhr zu meinem Vater.
Abends, nachdem die Kids im Bett waren, fragte er mich dann, was ich ihm zu sagen habe.

Da gestand ich dann alles. Dass ich eine Affäre habe. Dass ich nicht mehr weiß, ob ich ihn noch genug liebe. Er war außer sich vor Wut und Trauer. Und statt auf mich wirklich wütend zu sein, war er nur verletzt und wollte mich nicht verlieren. Unser Leben. Er sagte mir, wie sehr er mich liebte und das immer.
Eigentlich wollte er die Nacht bei meinem Papa verbringen, aber ich fuhr zu dem anderen.
Ich war einfach nur kaputt, nachdem ich bereits den ganzen Tag geheult habe, wie noch nie zuvor in meinem Leben. Bei dem anderen ruhte ich mich einfach nur auf dem Sofa aus. er hatte mich zuvor gefragt, ob es eine Chance für ein "uns" gibt. Ich gab ihm ein Ja als Antwort.
Ich hatte die Tage zuvor schon geschaut, wie es finanziell in etwa passen könnte.

Ich fuhr nach etwa zwei Stunden zurück nach Hause und ging schlafen. Am nächsten Morgen redeten mein Mann und ich noch ein wenig. Ich offenbarte ihm, dass ich ihn ebenfalls sexuell nicht mehr anziehend finde.. wegen all der Wehwehchen (was natürlich unfair ist, aber ich sah keinen Grund mehr zu lügen) und erzählte ihm auch das von dem anderen vor ein paar Jahren.
Mein Mann war wieder tief verletzt. Ich fragte ihn, ob er mich denn überhaupt noch will. Er sagte ja und ich sagte ihm, ich möchte unsere Familie. Entschied mich also für meinen Mann.
Dem anderen wollte ich es persönlich sagen.. aber er merkte natürlich auch sofort was los war. Abends fuhr ich zu ihm (Mein Mann lies mich fahren um es abschließend zu klären).
Er war ebenfalls am Boden zerstört und ich wusste nicht, was ich tun sollte. Wir weinten so viel. Wir hatten uns vorher schon gesagt, dass wir uns in einander verliebt haben. Es waren so intensive Gefühle - sowas hatte ich nie zuvor. Mit meinem Mann war ich einfach immer zusammen. Es war schön. Aber mit dem anderen ist es anders. Viel heftiger.

Seitdem ist mein Mann traurig. er versucht jetzt abzunehmen... alles für mich zu tun. Dabei will ich das nicht. Ich fühle mich schuldig.
Ich habe das Gefühl die "Entscheidung" war erstmal nur Schadensbegrenzung.
Es geht mir nicht darum, dass er abnehmen soll... Wie lernt man denn jemanden wieder zu lieben?
Wir machen im Alltag - natürlich auch wegen der Kinder - weiter wie zuvor. Es ist fast alles gleich. Ich bin nur aktuell sehr abweisend zu meinem Mann, weil ich keine falschen Hoffnungen wecken will. Das macht ihn fertig. Er weint nun jede Nacht. Will mich bei sich haben. Mich lieben. Geliebt werden.
Wären da nicht die Kinder.... ich wäre gegangen. Ich hätte das neue gewagt. Aber es gibt nicht mehr nur mich. Ich bin nun auch immer Mama. Und ich kann meinen Kindern doch nicht alles wegnehmen?
Den anderen verletze ich auch. Er liebt mich und ist total fertig, weil er so viel Hoffnung in uns gesetzt hatte. Ich sollte den Kontakt abbrechen, aber das will ich gar nicht... ich schreibe ihm weiter. Keine Liebesbotschaften, aber auch kein "lass mich in Ruhe"...


Wer bis hierhin gelesen hat, wird vermutlich sagen "Diese Schlampe" .... oder "sieh hat es verdient zu leiden" .. keine Ahnung. Habe ich vermutlich. Ich finde nur keine Lösung.
Mein Vater meinte, man wirft 15 Jahre nicht einfach so weg. Aber ich empfinde es nicht als "wegschmeißen" ... sie sind ja da. Die werden ja nicht gelöscht. Sie verschwinden ja nicht. Selbst wenn ich mich nun doch trennen würde.

Ich weiß nur nicht, wie wir diese Situation lösen können. Wie lerne ich wieder jemanden zu lieben? Wie lerne ich, ihn wieder anziehend zu finden? Geht das?
Sollte ich Glücklich sein mit einem besten Freund und sexuelle Lust vorspielen? Ich habe diese bisher nie vorgespielt, weil ich das dämlich finde...
Ist das so in einer langen Partnerschaft?
Ich weiß, dass der andere keine Garantie auf Glück ist. Aber sollte ich es nicht versuchen?
Er hat übrigens auch ein Kind aus seiner ersten Beziehung, also wäre das jetzt kein Neuland.
Darf ich meinen Kindern das antun? Sollte ich das? Muss ich zurückstecken?

Ich bin verzweifelt.

3

Ich habe mir den ganzen Text durchgelesen und dachte nur "hoffentlich wird mein Sohn nie so eine Frau Treffen."

Ich finde es total abwertend wie du über deinen Mann schreibst. Das zeigt mir, dass die Ehe keine Chance mehr hat und ihr euch trennen solltet. Das tut ihm sicherlich am Anfang furchtbar weh aber vielleicht merkt er dann bald, dass er etwas besseres verdient hat. Bitte quetsche ihn bei der Scheidung nicht aus wie eine Orange... Wenigstens das bist du ihm nach den 15 Jahren schuldig.

Zu dir: ja, manchmal sind Beziehungen nicht für die Ewigkeit gedacht. Man entwickelt sich auseinander und dann kann die liebe auf der Strecke bleiben. Deswegen würde ich nie jemanden verurteilen. Selbst eine offene Beziehung wäre ein möglicher Weg gewesen. Doch du hast den Weg des Fremdgehens gewählt und das ist einfach nur das Letzte! Es ist natürlich so viel aufregender wenn man etwas verbotenes macht... Armselig!
Man muss es echt knallhart so sagen: du hast es geschafft innerhalb von kurzer Zeit das Leben von drei Menschen zu zerstören (Kinder nicht eingerechnet). Und da bist du neben den zwei Männern auch mit gemeint!
Ich befürchte sogar, dass deine "Affäre" für dich nicht mehr interessant sein wird wenn du mit ihm eine normale Beziehung führst.

Mir tun neben deinem Mann vor allem die Kinder leid. Die werden jetzt am meisten leiden.

Du willst den Scherbenhaufen beseitigen: da hilft wohl nur noch eine Zeitmaschine.
Ich wünsche deinem Mann und deinen Kindern alles Gute!

5

Danke - passt! Genau meine Gedankengänge auch.
Arbeit gespart;-)

"Ich befürchte sogar, dass deine "Affäre" für dich nicht mehr interessant sein wird wenn du mit ihm eine normale Beziehung führst."
Auch damit hast Du vollkommen Recht. Habe ich im eigenen Bekanntenkreis zweimal erlebt. Nur das Verbotene war interessant - zwei Familien über den Haufen geschmissen, eine Weile verliebt gewesen - und dann festgestellt, dass der andere auch nur ein normaler Kerl ist mit allen Macken #cool Die Kinder waren die Dummen.
LG Moni

1

Hm, sehr schwierig.

Ich persönlich würde entweder zur Trennung raten - das klingt alles so nach Mitleids-/Gewohnheitsnummer, auch wenn da zwei Kinder sind, hört sich das einfach nicht nach Liebe, sondern Zweckgemeinschaft an und ich halte es gegenüber deinem Mann für unfair.

Oder ihr bleibt zusammen und du behältst deine Affäre. Ich bin der festen Überzeugung, Beziehungen können funktionieren, wenn man eine hat. Aber dann sollten sich irgendwie alle darüber klar sein, wie die Lage ist. Ob man Lust auf so ein hin und her hat, ist halt die Frage.

Ganz grundsätzlich bin ich schon der Meinung, dass man gut und gerne eine solide Basis im zusammen leben finden kann und zueinander finden kann, wenn man es wirklich will und man nicht ZU viele Abstriche machen muss. Das ist individuell und auch von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
🤷🏻‍♀️

2

Hallo,

ich versuche mal sachlich zu bleiben und spare mir meine persönliche Meinung zu der ganzen Geschichte.

Da meine Frau und ich auch lange zusammen sind, setze ich mich mit dieser Thematik ausführlich auseinander und treffe immer wieder auf einen Satz - "Oft sind die Gefühle nach so vielen Jahren nicht komplett weg, sondern unter ganz vielen alltäglichen Problemen begraben".

Mann sieht den anderen und alles was er macht als selbstverständlich an, denn er war ja all die Jahre da.

Das dein Mann bereit ist diese Beziehung trotz deines Fremdgehens weiter zu führen, finde ich bemerkenswert. Wobei man sich natürlich fragen sollte ob hier nicht nur die Gewohnheit und die Angst vor dem alleine sein eine Rolle spielt.

Für deinen Mann ist das ganze ein Schock und glaube mir, da werden noch ganz verschiedene Phasen diesbezüglich auf euch zukommen.

Meiner Meinung nach gibt es zwei verschiedene Beziehungstypen:

1. Diejenigen, die wirklich alle Probleme zusammen meistern, die zusammen durch dick und dünn gehen, in den Schlechten Zeiten sich auch an die Guten Zeiten erinnern können und einfach in allen Lebenssituationen füreinander da sind.

2. Diejenigen, die alles in Frage stellen, wenn es Probleme gibt. Immer nur an ihr eigenes Wohl denken, ohne Rücksicht auf die Gefühle des Partners und lieber "Trost" bei anderen suchen, als das wertzuschätzen was man gemeinsam in vielen Jahren aufgebaut hat.

Eins solltest du dich Fragen... möchtest du denn alle paar Jahre, wenn die Gefühle der Verliebtheit verschwinden, ein neues Abenteuer suchen oder möchtest du die wärme und Sicherheit einer Familie ? Beides geht nicht, denn daran geht immer mindestens einer kaputt !

4

Weißt du was am Fremdgehen für den Betrogenen so beschissen ist? Du traumatiesierst ihn für lange Zeit oder sogar fürs Leben. Selbst wenn du dich trennst und dein Mann sich "von dir erholt", wird er wohl nie wieder völlig unbeschwert in eine Beziehung gehen können, auch wenn eine neue Partnerin gar nichts für diese Zweifel kann, die du in deinem Mann gesät hast.
Es zerstört das Grundvertrauen in die Mitmenschen.
Deswegen werden Fremdgänger so verachtet in der Gesellschaft. Und dass sage ich dir, als jemand der es selbst einmal erlebt und angetan hat.

Mein Tipp: Trenne dich von beiden Männern, lerne alleine klar zu kommen, kümmere dich um deine Kinder. Es wird sehr viel Zeit brauchen, bis alle geheilt sind.

6

Ich finde deinen Text irgendwie ganz sonderbar emotionslos. Hast du deinen Mann überhaupt mal geliebt? Liebst du deine Kinder? Liebst du irgendjemanden? Also: Liebe im Sinne von "Das Wohl des anderen liegt mir am Herzen und es ist mein Anliegen, ihn besser zu stellen"?


Ich würde mal nach den Ursachen dieser Emotionslosigkeit forschen und mir mal Gedanken machen, was Liebe ist, wie sich diese im Alltag zeigt, wie du Liebe zeigst, wie du Liebe gezeigt bekommen möchtest...

Und dazu würde ich mich trennen, zumindest auf Zeit, so lange, bis du weißt, was du eigentlich willst. Und bitte, bitte findet für eure Kinder Bezugspersonen, die ihnen sichere Bindungen garantieren (wobei ich nicht weiß, wie dein Partner mit ihnen umgeht), die brauchen jemanden, der sie liebt, emotional zugänglich ist und sie nicht nur als Last erlebt. Wenn du das nicht kannst, ist es deine Verantwortung, Oma/Opa/Freunde an Bord zu holen.

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Hallo

Wenn du dich fragst, wie du deinen Mann wieder lieben lernen kannst, dann musst du Liebe korrekt für dich definieren. Für mich beinhaltet Liebe, den Alltag zusammen zu meistern, und nicht nur die wuchtigen Schmetterlinge und den geilsten Sex zu erleben. Irgendwann kommen auch in der Beziehung mit dem Sexgott Themen auf wie Finanzen, Wohnen, Patchwork, Freundeskreis, Arbeitsweg.. Wie stark sind dann noch diese wilden Gefühle, denkst du?

Leider musste bei uns etwas Ähnliches passieren, bis wir "es" merkten. Wir haben zum Glück die Kurve gekriegt. Rückblickend war es für uns besser, zusammen zu bleiben. In die Zukunft kann jedoch niemand blicken. Trefft eine Entscheidung und steht (vorerst) dazu.

Wahrscheinlich wirst du es aber schleifen lassen, bis irgendwas wieder eskaliert.

PS: Ihm die erste Sexgeschichte zu beichten war unnötig. Weshalb musstest du nur dermaßen offen sein? Wolltest du ihn eigentlich los werden?

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„Muss ich zurückstecken?“ Mir fehlen wirklich die Worte - in Deinem ganzen Text geht es immer nur um Dich, es ist keine Liebe für Deinen Mann oder Deine Kinder ablesbar - eher möchtest Du für Dein Dilemma bedauert werden.

Du hinterlässt einen Scherbenhaufen, und ich sehe nicht, wie das ohne Trennung ablaufen kann. Ja, Beziehungen lebendig zu gestalten, gerade auch mit Kindern, ist nicht leicht, und dass man in Versuchung gerät, kommt vor (ich weiß wovon ich schreibe), aber wenn man so weit geht wie Du (und sogar schon die Zukunft mit dem anderen finanziell durchrechnet), dann bist Du innerlich schon viel länger wirklich weg von Deiner Familie.

Komm mit Dir ins Reine, und zwar für Dich selbst.

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Du unterstellst der TE also wirklich, sie würde ihre Kinder nicht lieben? Ernsthaft??

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Ich habe geschrieben, dass die Liebe zu den Kindern im Text nicht ablesbar ist. Dass kleine Kinder extrem anstrengend sind, man mit dem Nerven am Ende ist: Das lese ich. Die Te bezeichnet sich und ihren Mann als schlechte Eltern, da ging es gar nicht um den anderen Mann.

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Uff....ich muss erstmal durchatmen.
Ich habe beim Lesen deines Textes ein immer beklemmenderes Gefühl bekommen.
Einfach nur traurig.


Ehrlichkeit deinerseits gegenüber Deinem Mann und Dir selbst wäre jetzt angebracht- wäre schon IMMER angebracht gewesen.
Dadurch, dass du bei ihm geblieben bist all die Jahre und ihn immer wieder betrogen hast, hast du nun einen Scherbenhaufen. Hast so viele Menschen verletzt. Dein Leben, das du Dir aufgebaut hast in Scherben. Nachhaltig....

Die einzige Möglichkeit, die ich sehe, wäre nun, Deinen Mann frei zu geben.
Ihm die Chance auf eine Frau, die ihn *wirklich liebt*, zu geben.
Er muss ein unglaublich guter Mensch sein und dich wirklich sehr lieben, wenn er nach all deinen Geständnissen immer noch zu dir steht.
Aber diese Liebe ist einseitig und wird es immer bleiben.
Du würdest ihn immer wieder verletzen, wenn du bei ihm bleibst! Tu ihm das bitte nicht an! Alleine schon, weil ihr so viele Jahre zusammen verbracht habt.
Trenne dich von ihm. Und trenne dich von diesem anderen Mann.
Konzentriere dich nur auf deine beiden Kinder! Sie brauchen Dich.
Arbeite als gutes Team mit dem Kindesvater zusammen, lege ihm keine Steine in den Weg, redet nicht schlecht vor den Kindern übereinander.
Sorge dafür, dass deine Kinder eine gute Kindheit haben- das ist deine Pflicht und das bist du Ihnen schuldig!
Das wäre mMn die beste mögliche Schadensbekämpfung, die dein Scherbenhaufen hergibt.
Und dann habe deine Affären- aber bitte OHNE, dass deine Kinder das mitbekommen. Ohne, dass Du Dich bindest an irgendeinen Mann. Dann lebe dich aus, aber verletze niemanden mehr.
Dein Post ist einfach unglaublich traurig.
Ich wünsche Deinem Mann, dass seine Schmerzen heilen und er nicht für immer traumatisiert ist.
Und Deinen Kindern, dass du die Kurve kriegst und Dich auf das Wesentliche konzentrierst.
Noch bekommen sie mit ihren 3 Jahren dieses Chaos gefiltert mit. Aber umso älter sie werden, umso prägender ist das Vorleben der Bezugspersonen.
Denke an deine Kinder- sie sind ein Teil von dir.
Bitte hinterlasse bei Ihnen nicht mehr Scherben, als nötig...Dein Post ist das Traurigste, dass ich in vielen Jahren hier gelesen habe 😔 wie kann man den nahestehensten Menschen nur solche Schmerzen antun😔

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Mir ging es ähnlich wie dir! Und wenn du mich fragst, nein, man kann den anderen nicht mehr lieben lernen. Vielleicht in 5 Jahren oder so, wenn ihr Abstand hattet.

Ich wollte unbedingt die Beziehubg mit meinem Mann retten, vor allem für unseren Sohn. Er ist sehr sensibel und hängt an uns beiden. Allerdings hat es einfach nicht geklappt, was mich störte wurde wenn überhaupt nur für ein paar Tage geändert. Sex oder küssen ging für mich gar nicht mehr. Obwohl mein ex nicht schlecht aussieht und ein toller Mann ist. Es war einfach weg. Ich habe oft überlegt, was ich mache. Bleibe ich unglücklich fürs Kind? Zeige ich meinem Kind, wie eine Partnerschaft falsch funktioniert oder zeige ich ihm mit einem neuen Partner, dass es auch Liebesbeziehungen gibt? Kinder lernen von uns. Hat mein Kind mehr von einer glücklichen Mutter und auch Vater (irgendwann) dafür aber getrennt? Oder bleib ich unglücklich? Ein Kind hat mehr davon, wenn die Eltern nicht streiten und glücklich sind. Ich bin gegangen, wir sind im guten auseinander und beide fürs Kind da. Wir verstehen uns. Und ich habe so auch meinem Mann die Chance gegeben, wieder mit einer anderen glücklich zu werden. Unser Sohn (5) packt das tatsächlich sehr gut. Natürlich ist er mal traurig, aber er mag meinen neuen Partner sehr uns möchte auch ohne ihn nicht mehr.

Zum Thema schlechte Mutter, denk nicht so über dich. Kinder sind anstrengend, vor allem Kleinkinder und du hast auch noch Zwillinge! Wenn du eh unglücklich bist, dann hast du ein hohes stresslevel. Ich arbeite in der Jugendhilfe, ich kann dir den Tipp geben, dich entweder an eine Erziehungsberatungsstelle zu wenden oder auch ans Jugendamt. Keine Angst, dass ist nicht nur dafür da Kinder weg zu nehmen. Sie können dir jemanden an die Seite stellen für Entlastung, Gespräche uns Hilfe im Umgang. Das ist quasi mein Job. Die Erziehungsberatungsstelle (Caritas zb) sind auch anonym und sie haben Schweigepflicht.