Verstopfung - Kind WILL einfach nicht

Hallo, liebe urbia-Gemeinde!

Verstopfung bei Kindern ist ja generell nicht ungewöhnlich, aber wir haben inzwischen ein echtes Problem, da unser Sohn (knapp 3) einfach nicht WILL.

Zur Info:

- wir machen kein Töpfchentraining
- noch nie wurde der Stuhl als "eklig" oder so bezeichnet
- Verlustängste oder Vernachlässigung können es auch nicht sein - Kind wurde nie allein gelassen und steht bei allem absolut an erster Stelle
- Nahrung ist ballaststoffreich etc.
- tägliche Flüssigkeitszufuhr (Kräutertee + naturtrüber Apfelsaft) liegt bei über einem Liter
- Bewegung gibt's reichlich
- Stuhl ist weich

Wir waren beim Arzt, der verschrieb Movicol junior. Nach ein paar Tagen ging es wieder, ich hab Movicol reduziert und schließlich ganz weggelassen, alles wunderbar, Stuhlgang sogar täglich. Jetzt seit einer Woche wieder derselbe Mist. Fidelius wehrt sich hartnäckig, wenn er merkt, dass er MUSS. Ihn schüttelt es, er hat Krämpfe, Bauchschmerzen, aber er weigert sich einfach zu drücken. Wie gesagt, der Stuhl ist weich und kann ihm eigentlich nicht weh tun.

Wir haben alles versucht: Das Thema gar nicht ansprechen, dann ihn zu motivieren und eine Belohnung in Aussicht stellen.

Inzwischen schränkt das Ganze wirklich unser Leben ein und das Leben des Kindes erst recht. Wenn wir fragen, warum er nicht will, kommt zur ANtwort: "Weil ich nicht mag." Wenn wir fragen, warum er nicht mag, sagt er: "Weil ich nicht will." oder "Ich kann nicht mehr kacken" (so, als habe er es "verlernt")

Aber es muss doch sein, wenn er muss. Und müssen muss er, das ist offensichtlich. Inzwischen ist er so voll, dass es ihm mehr oder weniger unten rauskommt. Windel ist ständig verschmiert, aber ohne dass das eigentliche Geschäft drin wäre.

Zweimal haben wir in den letzten vier Wochen einen Einlauf (Microklist) gemacht, weil Fidelius so starke Schmerzen hatte. Aber er hat es trotz Einlauf zurückgehalten!!!!

Kann uns irgendjemand helfen? Inzwischen denke ich echt darüber nach, zu einem Kinderpsychologen zu gehen, weil sich das Ganze jetzt schon über so lange Zeit hinzieht und wirklich zur Belastung wird.

Schon mal #danke für eure Antworten.

Barbara

1

Hi,

also so ein Problem habe ich noch nie gehört. Selbst bei einem Einlauf kann/will er nicht?

Vielleicht solltest Du nochmal einen Arzt aufsuchen.

Also mein Kleiner wollte nie auf dem Töpfchen, wir haben dann immer ein Spiel daraus gemacht zb, wer macht die längste Wurst , wer kann schneller usw.

Jetzt hat er keine Probleme mehr damit.

Gruß LUna

2

Ja, genau das meine ich. Ich hab das auch noch nie gehört, deshalb versteht ja keiner unser Problem.

Bei der Umstellung von Windel auf Toilette/Töpfchen ist das ja üblich, aber solange Fidelius auf seiner Windel besteht, lasse ich die ihm auch.

Und dieses Stuhl-Problem zieht sich mittlerweile manchmal über den ganzen Tag. Er hängt rum (obwohl er eigentlich sehr aktiv ist), krümmt sich und weint manchmal sogar, aber anstatt zu drücken zieht er den Stuhl dann irgendwie hoch. Dann ist er wieder munter und gut drauf bis der nächste kolikartige Anfall kommt.

Morgen gehen wir nochmal zum Arzt, denke ich. Aber, wie gesagt, der versteht unser Problem ja auch nicht.

3

Hallo Barbara, ich arbeite an der Patientenanmeldung in einer Kinderklinik und erlebe sowas oft. In solchen Fällen haben die meisten der Kinder einen Termin im SPZ (Sozialpädiatrisches Zentrum) , da wird der Sache auf den Grund gegangen. Das sind nicht wirklich Psychiologen (die gibt es zwar auch dort) , vielmehr Sozialpädagogen, Heilpädagogen...usw....

Lass dir dort mal einen Termin geben.

liebe Grüße

Sabrina

4

Hallo Barbera,
mich wundert, dass euer Kinderarzt noch nichts weiteres unternommen hat. Jule hatte einmal auch so eine ganz schlimme Verstopfung – sie hat vor Schmerzen geschrien. Als ich dann gesehen habe, was für dicke Brocken die Passage verstopft haben, hat mich das nicht mehr gewundert. Sie hatte dann auch richtig aufgeschwemmte Hämatome am Damm.

So, was ich seither aber weiß ist, dass es nicht ungewöhnlich ist, dass man die Verstopfung nicht erkennt. Der Enddarm ist dann zwar mit diesen Kotsteinen verstopft, aber die Nahrung gärt im Bauch weiter und wird flüssig. Diese flüssige stinkende Brühe läuft dann an den Kotsteinen vorbei, so dass man denkt, das Kind hat weichen Stuhl, oder gar Durchfall, dabei ist es eigentlich total verstopft. Unsere KiÄ meinte, dass wenn es noch einmal so schlimm wird bei Jule muss das im KH abgeklärt werden, denn es kann auch sein, dass sich Polypen im Darm gebildet haben, die die Passage erschweren. Hatte ein Kind einmal so eine schlimme Verstopfung wird das oft ein Teufelskreis, denn es hat dann Angst vor dem Stuhldrang und hält zurück. Vom zurückhalten wird der Stuhl wieder immer härter und es tut weh, usw. usf.

Wenn Dein Sohn also wirklich anhaltend diese Probleme hat, würde ich noch einmal zum KiA gehen und ihn bitten, Deinen Sohn einmal komplett auszuräumen (damit die Kotsteine wirklich komplett raus kommen) und dann die erste Zeit mit dem Movicol weitermachen. Nach einer Zeit kannst Du ja von dem Movicol auf Birnenmus umsteigen, das wirkt auch leicht abführend. Sollte die Verstopfung dann wieder kommen, würde ich mich an die Kinderklinik überweisen lassen, um anzuklären, dass nicht andere Gründe (Polypen, u.Ä.) dahinter stecken.

Grüße und gute Besserung an Deinen Kleinen!

Coli
Mit Jule und Lena (3j 7M)

5

Also keine Ahnung ob das bei solch massiven Problemen noch hilft, aber ich habe damals in den Saft bzw. Milch Milchzucker gegeben (in Supermärkten, Drogerien, Apotheke erhältlich). Längerfristig hat das super geholfen bei uns....

Wünsche Euch das Beste, denn sowas ist mehr als belastend....

6

Allen, die geantwortet haben, wirklich herzlichen Dank!

Wir waren heute Vormittag beim Kinderarzt und der meinte, so etwas sei gar nicht so selten bei Kindern, die einen sehr starken Willen und ein ausgeprägtes Kontrollbedürfnis hätten, man spräche in diesem Zusammenhang sogar von "machthungrig". Trifft alles zu, das stimmt...

Na ja, jetzt haben wir als letzte Möglichkeit was Homöopathisches verschrieben bekommen. Schaden kann's ja nix, so lange man daran glaubt.

Auf meine Frage, wie wir denn jetzt den ganzen "Sch...", der sich die ganze Woche im Bauch angesammelt hat, rausbekämen, meinte der Arzt nur, es sei letztendlich nicht schädlich, nur eben von massiven Schmerzen begleitet. Bevor was Dramatisches geschähe, würde sich der Körper mit dieser Vergärung helfen, die oben schon eine Userin erwähnt hatte.

Na ja, heute Nachmittag war die Windel dann auf einmal voll bis zum Überquillen: Ein dicker Klumpen und viel Halbflüssiges. Bis zum Abend kam dann weiterhin Durchfallähnliches raus.

Kindchen ist jetzt wieder mega-munter und ich bin auch erst mal erleichtert. Allerdings gehe ich davon aus, dass wir in 14 Tagen wieder genauso weit sind wie noch heute Morgen. Dann werde ich gerne den Hinweis auf das sozialpädiatrische Zentrum aufgreifen, weil ich davon ausgehe, dass das Problem nicht organischer Natur ist, sondern im Kopf (des kleinen willensstarken, machthungrigen Kontrollfreaks ;-)) besteht.

Schönen Abend und besinnliche Vorweihnachtszeit noch!
Barbara

7

Was hast du Hoömopatisches bekommen, würde mich dafür auch interessieren?

Danke und Gruß
BMWHanna