Er mag keine anderen Kinder!

Hallo, ins Forum!

Ich habe direkt ein Anliegen, mir ist klar das hier keine Fachleute sind, aber vielleicht kann mir jemand einen Rat geben, oder hat sogar ähnliche Erfahrungen mit seinem Kind durch. Am Besten fange ich mal an: es geht um meinen Sohn, er wurde im Nov. 3 j. alt und geht seitdem in den Kindergarten, eher gesagt ist er Kitakind. Es war schon immer so, das er nichts mit anderen Kindern anfangen konnte, sei es auf dem Spielplatz, in einer Spielgruppe, oder auch mit seinen Geschwisterkindern. Er spielte dann für sich allein, oder wenn Kinder auf ihn zu kamen, ging er weg oder schauhte sie böse an. Jedenfalls ist es im Kiga nun nicht anders, er ist nur bei den Erziehern, und wenn Kinder ihn zum Spiel auffordern, dann verneint er dies. Er spielt nur für sich, Gruppenspiele und Turnen macht er erst gar nicht mit, da setzt er sich auf die Bank und trotz animierungen der Erzieher verweigert er sich. Spielen die Erzieher mit, dann macht er einigermaßen mit, aber andere Kinder dürfen ihm bloß nicht zu nahe kommen. Er liebt z.B. Puzzle, meißt zieht er sich in eine Ecke zurück, und puzzelt lieber, anstatt mit Kindern zu spielen. So geht es Tag ein, tag aus. Wir waren auf Überweisung des Arztes auch bereits bei einem Fachmann, da wurde geschauht ob er gut hört das war völlig o.k. ( hörtestungen), und die Entwicklung überprüft, was sich Anfangs schwierig erwies da er sich auch dort viel verweigerte. Aber in der Entwicklung soll er normal sein. Wir sollten jetzt den Kigastart abwarten und dann erneut zum Facharzt, denn wenn sich das Sozialverhalten nicht bessert, soll er Therapygruppen besuchen. Hat vielleicht jemand ähnliches durch? Auch Zuhause kann man nicht so gut etwas mit ihm spielen, das meißte verweigert er, oder aber er schmeißt die Sachen umher. Das macht er auch im Kindergarten. Konsequenz bringt zwar etwas bei ihm, aber das ändert halt nichts am verweigern. Auch bei U- Untersuchungen schaltet er komplett stur, macht fast nichts mit, was verlangt wird. Es gibt Erzieher die zu mir sagen das könne alles noch kommen, und andere sagen wiederum das seine Geschwister halt ganz das gegenteil wären ( haben auch diese Kita besucht) und sind sehr Sozial. Das da evtl. schon was nicht stimmen könnte. Ja, ich frage mich halt was genau??? Der Kinderarzt sagt immer mit 3 könne man noch nichts sagen, und ich mache mir aber Sorgen. Ist meine Sorge denn so unberechtigt? Vielleicht könnt Ihr mich ja auch ein bißchen beruhigen, es macht aber schon Sorge wenn er halt andere Kinder überhaupt nicht mag und man halt auch ein wenig an die Schulzeit denkt.

Danke fürs lesen...

zwerggarnele

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du hast recht: ich bin absolut kein profi, aber gibt es nicht leichte formen von authismus, die sich so äussern könnten? google dich mal durchs thema.

ich meine, du hast ja andere kinder und weisst, dass alle anders sind. du wirst spüren, wenn er einfach ein einzelgänger ist, oder wenn mehr daran ist.


ich muss aber auch sagen, dass ich als kleinkind extrem introvertiert war. so sehr, dass ich bis vier nicht gesprochen habe, obwohl ich es wohl konnte - auf jedenfall legte ich dann fehlerfrei eines tages los. ich sass gerne in der ecke oder unter dem tisch und beobachtete alles um mich herum. und höre zu. so etwa mit der vorschule hörte das dann auf. ich war aber auch ein recht traumatisiertes kind (scheidung etc.) und brauchte viel zeit. richtig auseinandergesetzt mit anderen (auch der mutter) habe ich mich, als ich ein kaninchen bekam (ca. knapp vier, war ich da) das war ein total fieses kleines ding und hat mich ständig gebissen. trotzdem war es mir sehr viel wert und ich musste es immer vor den anderen familienmitgliedern beschützen. erst nur in dem ich es versteckte, mich drum kümmerte - und kurz darauf dann auch verbal.

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Hallo
hm, schwierig zu beurteilen!
Geht dein Sohn in eine "normale" Gruppe, oder gibt es bei euch auch eine Integrationsgruppe? Das wär so mein erster Ansatz...da sind weniger Kinder auf 2 Erzieher und eine Pflegerin. Bei uns kommen auch Therapeuten in diese Gruppe...
In der Gruppe meines Sohnes war letztes Jahr auch so ein Kind. der hat mit niemandem was anfangen können, ist mittlerweile in einem andern Kiga in der I-Gruppe. Ich weiss nicht genau, was mit dem Jungen war/ist, aber er ist auch sehr aggressiv gewesen, und sonst eben total in sich zurück gezogen...

alles Gute wünsch ich euch!
LG Anja mit Arian (5) und Adelina (27 Monate)

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Er geht in einen ganz normalen Regelkindergarten!

Das Problem ist einfach, das er nicht aggressiev ist, das nicht also er hat auch keine großen Wutanfälle oder sowas, ganz normales Trotzen aber wenn ich ihm etwas sage hört er auch gut. Und er haut zwar schonmal ein Kind, aber nur wenn er selber gehauen wurde, und das kommt eigentlich nie vor. Es ist nur so, das er sich immer verweigert, man kann ihm so auch schwer etwas bei bringen wie z.B. mit der Schere schneiden , weil er direkt verneint. Ihn interessieren nur Puzzle oder er zerfetzt Dinge. Ob das Tapete ist, seine Bettgarnitur er macht es machmal um 3:00 morgends wenn alles schläft das er dann alles auseinander nimmt. Er ist dabei ganz still und er macht es sogar ganz lieb wieder sauber mit mir zusammen. Jedoch fasziniert ihn wohl dieses zerschnippeln und zerfetzen egal wie. Ich denke auch oft an Autismus aber man sagte mir das sei zu früh um etwas zu sagen..

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sprich den kinderarzt direkt auf deine angst an. dann wird er schon was in die wege leiten können. und mach dich nicht verrückt.

so was du jetzt von der begabung und faszination von zerkleinerten sachen erzählst passt auch wieder in authismus und inselbegabung - kann aber auch einfach ausdruck auf ein sehr eigenes kind sein. eines, das akribisch genau alles untersuchen will, was an details fastziniert ist - und halt dadurch das grosse ganze nicht so einordnen kann. wie zB soziale gebilde und strukturen im kindergarten...
ich habe im kindergarten die iwc-uhr meiner mutter in alle schätzungsweise hundert einzelteile zerlegt... später machte ich fast die lehre bei iwc...

sprich den arzt drauf an. du hast ja eh schon die fixe idee imkopf, dass es das sein könnte... dann soll mans nochmals angucken. aber schiess dich nicht zu fest darauf ein. für dich und deine familie scheint er ja ein lieber kleiner kerl zu sein, keine grosse belastung. und wenn er im kindergarten zeit bekommt und dort auch keine last ist (und nicht zu belastet wird) dann kann sich viel auch noch ausleben. aber ich bin kein profi.

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Naja, ein Fachmensch bin ich auch nicht, aber Mama von 2 Autisten. Und mein Grosser ist genau so, wie du dein Kind beschrieben hast. Er ist jetzt 3,5 Jahre, geht ebenfalls in den Kiga, ist begeisteter Puzzlefan - und seinem Alter sehr, sehr weit voraus darin. Er schaut niemanden direkt an und bekommt eher Panik in zu grossen Gruppen, beteiligt sich nie an gemeinsamen Spielen, sondern schaut maximal vom Rand aus zu. Lasse deinen Sohn mal im SPZ ueberpruefen. Autismus ist keineswegs so, wie man das immer dargestellt bekommt im TV. Es gibt unglaublich verschiedene Formen. Die betroffenen Menschen sind auch nicht zwangsweise entwicklungsverzoegert. Sie sind eben nur anders. Wir haben das Glueck, dass in unserem Kiga 2 Erzieherinnen sind, die sich mit Autismus auskennen, da sie vorher in einem Heim fuer Autisten gearbeitet haben. Da unser Sohn den I-Status hat, ist er in der Gruppe dieser Erzieher. Sie sagen er entwickelt sich mit dieser Diagnose einfach super.