Kind (4) mit ins Krankenhaus? Uroma liegt im Sterben.....

Hallo,

wollte mal nachfragen wie eure Meinung dazu ist.
Mir bereitet diese Frage ewiges Kopfzerbrechen und ich komme zu keiner Lösung.
Folgendes: Meine Oma also die Uroma meines Sohnes (4 Jahre alt) liegt seit ca. 2 Woche im Krankenhaus...
Die ersten Tage hatten wir sie zusammen besucht da ging es Ihr aber auch noch relativ gut und sie hat sich wahnsinnig über unseren Besuch gefreut.
Vorallem hängt sie sooo sehr an meinem Kleinen das Ihr das die meiste Freude bereitet hat.
So: aktueller Stand ist das Oma immer weiter abbaut und mittlerweile nicht mehr sprechen kann, nur noch im Bett liegt mit Schläuchen und nur noch durch die Augen kommuniziert...
War die letzten Tage dann allein im KH weil ich nicht wusste wie mein Sohn dies auffässt und ob dies nicht zu viel für Ihn sein könnte (ist für mich ja schon wahnsinnig schwierig)
Leider mussten wir vor 4 Wochen meinen Schwager beerdigen (Selbstmord) und seit dem ist das Thema Tod sehr aktuell bei uns und mein Kleiner hat seit dem immer wieder unkontrollierte Weinatttacken und ich merke das ihn das noch sehr beschäftigt......
Soll oder kann ich ihn jetzt schon wieder mit dem nahen Tod konfrontieren???
Meine Oma würde sich so freuen.
Ich weiss einfach nicht was tun..... Hab ihr eine (aber bitte lieb gemeinte) Meinung???
LG

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hallo,

erstmal tut es mir sehr leid für dich und deine familie. zuerst dein schwager, demnächst die uroma ... :-(

ich hatte im juni selber die entscheidung getroffen, meine kinder nicht zu meiner oma ins kh zu lassen. die situation war ähnlich: meine oma wurde nach einem schweren herzinfarkt in künstlichen tiefschlaf versetzt, und es war abzusehen, dass das ende naht. :-(

obwohl ich täglich bei ihr war, um mich zu verabschieden, wollte ich meinen kindern diesen anblick ersparen.

es wäre etwas anderes gewesen, wenn sie bei sinnen gewesen wäre. dann hätte ich nicht gezögert...

meine kinder habe ich auf ihren tod vorbereitet, und habe ihnen gesagt, dass sie sehr tief schläft und sie sehr krank und alt ist.

ich wünsch dir alles gute!
liebe grüße

karin

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huhu

ertmal herzlichen beileid ich weis genau wie du dich fühlst habe meine mama letztes jahr oster sonntag verloren scheiss krebs

habe damals meine kids nicht mit ins kh genommen sie wollten oma unbedingt sehen was ich aber abgelehnt habe ich wollte und das war auch der wunsch von meiner mama das sie ihre oma so in erinnerung behalten wie sie sie kannten bevor sie krank wurde habe immer viel von den kids erzählt habe die kinder was aufnehemen lassen und das ihr dann vorgespielt

natürlich mußt du selber wissen ob du ihn mit nimmst oder nicht

ich würde das nicht machen ein kind verkraftet sowas immer ganz anders als wir erwachsene

gruß

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Hallo,
also meine Meinung ist:
Du fragst Deinen Sohn einfach, erklärst ihm die Lage.
Auch dass sich die Uroma sehr freuen würde, ihn noch mal zu sehen und sich auch zu verabschieden.
Das möchte Dein Sohn ja bestimmt auch...
Ich würde es wichtig finden, denn Dein Sohn sieht ja unter der Apparatur die Uroma...und darauf kommt es an.
Meine Kinder hätten sich so gern verabschiedet, aber das ging leider nicht, denn Oma verstarb ganz plötzlich.
Sie hätte so gern noch mal "Ich hab Dich lieb Oma!" gesagt, und das haben wir dann aufgeschrieben und in den Sarg getan.
Lass ihnen die Möglichkeit, sich zu verabschieden...
LG sternchen#stern

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Hallo,

zunächst mein herzliches Beileid. Ich wünsche euch viel Kraft.

Ich bin der Ansicht, dass Krankheit und Tod in unserer Gesellschaft viel zu sehr verschwiegen und versteckt wird. Es sind natürliche Vorgänge. Je weniger wir darüber wissen und erfahren, desto mehr erschrecken sie uns (man siehe sich mal an, wie erschreckt viele Frauen über die natürlichen Vorgänge einer Geburt sind).

Unser Sohn war gerade mal 2, als sein Uropa schwer krank wurde und starb. Wir waren froh, dass er ihn kurz noch einmal sehen konnte. Er ging ganz natürlich mit der Situation um. Uropa haben wir aber vorher noch fragen können, manchmal möchten es die älteren Leute selbst nicht, Opa war es aber wichtig, sich zu verabschieden. Uroma starb kurz darauf, weil sie auf dern Intensiv lag, konnte unser Sohn sich jedoch nicht verabschieden. Aber für uns alle war es einfach wichtig.

Wir haben unserem Sohn auch nicht erzählt, dass Uropa/Uroma im Himmel sind oder so, nein, wir haben durchaus gesagt, dass sie gestorben sind und dass wir sie wie bisher nicht wiedersehen können, aber viel an sie denken und sie in unserem Herzen behalten. Bis heute hat er es glaube ich nicht wirklich verstanden, aber ich möchte mir nicht vorwerfen lassen, wir hätten ihn belogen, wenn er die emotionale Reichweite tatsächlich begreift.

Viel Kraft wünsche ich euch.

Gruß, C.

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Hallo liebe TE,

zunächst einmal wünsche ich Dir und Deiner Familie alles Gute und viel Kraft für die bevorstehende Zeit. Ich würde meiner Tochter (4,5 Jahre) gern den Anblick eines Sterbenden ersparen wollen. Ich finde es schon richtig und auch wichtig, dass Dein Sohn die Uroma so in Erinnerung behält, wie sie war. Ich selbst habe meine sterbende Oma im Pflegeheim besucht (und da war ich wesentlich älter) und noch heute finde ich es wirklich schwer damit abzuschließen. Ich war und bin regelrecht geschockt, wie schnell ein Mensch abbauen kann. Ein Kind in diesem Alter wird wahrscheinlich erst recht nicht damit umgehen können. Ich glaube auch nicht, dass sie das "Verabschieden" auch so umreißen, dass es endgültig ist. Meines Erachtens nach hat das nichts damit zu tun das Thema Krankheit und Tod zu ignorieren. Mit 4 Jahren ist die Zeit dafür nicht reif. Und das der zweijährige Sohn von claerchen 81 mit dem Tod des Uropas normal umgegangen ist, liegt einfach daran, dass er noch nicht ansatzweise reif genug war ( und das ist nicht böse gemeint, habe auch eine fast Zweijährige zu Hause) um die Thematik zu verstehen.
Ganz liebe Grüße und viel Kraft!!!

Sonne

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Hi Sonne,

natürlich hast du Recht, ein 2jähriger begreift die Reichweite von "Tod" überhaupt nicht, daher hat er auch keine Alpträume o.ä.

Die Frage ist: ängstigen sich die Kinder in dem Alter tatsächlich vor den Apparaturen oder sind vielmehr wir es, die ihnen Angst einflößen, weil wir uns unwohl fühlen?

Die Veränderung der Körperlichkeit fällt ihnen auf jeden Fall auf, alles was anders ist als sonst lehnen kleine Kinder ab, das ist klar. Allerdings ist es unsere Aufgabe ihnen beizubringen, dass es dazu keinen Grund gibt.

In anderen Kulturen sind weit andere Totenkulte üblich, auch fröhlicher Natur für all jene, die an ein (besseres) Leben nach dem Tod glauben - ich bin mir fast sicher, dass wir unsere eigene Angst auf die Kinder übertragen, sie selbst würden lange Zeit eher Neugierde empfinden.

Mit 9/10 Jahren starb mein Onkel - Selbstmord. Das war tatsächlich traumatisch für mich, denn ich konnte in dem Alter begreifen, dass er nicht wieder kommt - zumal die Umstände sehr unschön waren. Aber meine Familie war für mich da und wir haben das zusammen durchgestanden. Denn auch den Umgang mit diesem endgültigen Verlust muss man lernen und man sollte auch wissen, dass das Gesicht von Leben und Tod nicht immer schön ist - das ist normal und man sollte sich nicht ängstigen.

Aber das ist halt MEINE Ansicht und es ist ja vollkommen korrekt, wenn andere es anders sehen. Mir persönlich liegt viel daran, dass meine Kinder lernen, dass das Leben viele Gesichter hat, aber dass es dazu gehört. Und dass das Leben vergänglich ist und man jeden Tag wirklich positiv nutzen sollte. Mir sind Menschen suspekt, die vor alten, kranken, sterbenden Menschen "Angst" haben, weil sie einfach diesen Aspekt des Lebens aus ihrem Gesichtsfeld verbannen. Ich finde das würdelos und wäre sehr enttäuscht, wenn man sich in so einer Situation von mir abwenden würde. Und noch schlimmer finde ich es, dass man sich so vor mir fürchten würde, dass man mich nicht mehr besucht vor meinem Tod.

Gruß, C.

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Hallo,

nein würde ich nicht machen. Hatten dasselbe Problem. Meine Oma also die Uroma von den Kindern 5 und fast 2 Jahre alt. Sie war seit März 2010 im Heim weil sie unter Demenz litt. Am Anfang war der Große auch mit zum Schluß ging es nicht mehr weil Sie auch nicht mehr sprechen konnte konnte kaum noch alleine essen und das hat meinem großen auch sehr beschäftigt und ihm auch weh getan. War halt alles nicht mehr so wie vorher. Sonst haben die beiden immer Bücher angeschaut.

Meine Oma hat sich auch immer gferut wenn die Kinder kamen und war zum Schluß auch manchmal traurig wenn nur der kleine da war und nicht der Große.

Sie ist Samstag gestorben heute ist die Beerdigung.

LG Sandra

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Hallo,

also ich würde meinen Sohn nicht mehr mit ins Krankenhaus nehmen!

Schon allein der Anblick der Schläuche, würden meinem Sohn angst bereiten. Ich fnde das ist nichts für Kinder in dem Alter!

Lg

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Hallo Franca,

das tut mir sehr leid für Euch und ich finde die Situation auch schwierig.

Als ich 4 Jahre alt war, ist mein Opa gestorben. Bis ich 18 war, hätte ich schwören können, daß ich an seinem Sterbebett saß. Als ich das meiner Mutter erzählte, daß ich noch weiß, wie Opa da lag und vor meinen Augen gestorben ist, war sie geschockt. Sie sagt, das kann auf gar keinen Fall sein, denn Opa ist nachts gestorben und ich war definitiv NICHT dabei.

Also muss ich das jahrelang geträumt haben, daß ich irgendwann dachte, es war Wirklichkeit. Vielleicht habe ich mal ein Gespräch darüber von meinen Eltern aufgeschnappt und dann davon geträumt. Ich weiß es nicht.

Als ich 16 war, ist der zweite Lebensgefährte meiner Oma gestorben, der eigentlich mehr mein richtiger Opa war, weil ich ihn länger und besser kannte und er sehr lieb war. Ich wollte ins Krankenhaus, um ihn ein letztes Mal zu sehen. Meine Eltern haben es verboten. Sie sagten, daß Opa ganz schlecht aussieht und ich ihn so in Erinnerung behalten soll, wie ich ihn kannte. Ich war sehr traurig darüber und weiß noch, daß ich einen Tag nach der Beerdigung alleine an seinem Grab war und so lange weinend davor hockte, daß eine Dorfbewohnerin meine Eltern anrief.

So oder so ist es schrecklich, ob man dabei war oder nicht. Aber ich denke, mit 16 habe ich das schon mehr verstanden als mit 4.

Wenn Dein Sohn sowieso oft weinen muss wegen Deinem Schwager, würde ich vielleicht eher zu NEIN tendieren. Aber es kommt vielleicht auch darauf an, wie Deine Oma aussieht, ob Du es "verantworten kannst", sie nochmal ihren Urenkel sehen zu lassen.

Ich denke, Du musst es alleine (oder mit Deinem Mann) entscheiden. Es tut mir sehr leid.

Liebe Grüße und viel Kraft!!

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Hallo,

oh das tut mir echt leid..
Es ist schwierig.Ich bin selbst mit alten Menschen groß geworden da wir sehr viele Generationen im haus hatten.Meinen Opa habe ichsterben gesehen,er hatte Parkinson,war kein schöner Anblick zu sehen wie ein Mensch langsam verfällt..und schließlich tot ist.
Aber da war ich auch schon älter (so 10 vielleicht)und ich bin gut damit klar gekommen und heute dankbar dass ich ihn bis zuletzt sehen durfte.
Alle anderen habe ich mir immer in der Leichenhalle mit angesehen.
Es war nie ein grausiger Anblick,eher ein schöner Abschied.
Wenn ich in deiner Situation wäre würde ich meinem Kind in diesem Alter den Anblick ersparen mit den ganzen Schläuchen..
Vielleicht könnt ihr euch gemeinsam verabschieden wenn sie friedlich eingeschlafen ist.So würde ich es jedenfalls machen.
Lg

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Laß deinen Sohn doch ein Bild malen - oder wenn er es kann - etwas schönes basteln. Das nehmt ihr dann mit zur Uroma. So kleine Kinder haben im Krankenhaus nichts verloren. Durch solche Eindrücke lernt man dann, Angst vor Krankenhäusern zu haben. Laß die Erinnerung deines Sohnes an seine Uroma rein und ohne Schläuche. Jetzt ist sie doch nur noch ein Schatten ihrer selbst. Wie soll denn ein kleines Kind verstehen, dass sie nicht mehr antworten kann? Was machst du denn, wenn sie nun genau in diesem Moment stirbt, wo dein Kleiner da ist?