Schlimme Kita-Probleme, bitte um Rat und Erfahrung, total verzweifelt.

Guten Abend zusammen,

ich hab schon seit Monaten keine Zeit mehr gehabt bei Urbia reinzuschauen, unsere Kleine ist jetzt nun schon einen Monat alt.

Aber nun hab ich wieder solchen Kummer wegen unseres Großen (im Mai ist er 3 Jahre alt geworden), dass ich Euch dringend brauche.

Unser Sohn ist wie gesagt drei Jahre alt. Mit 13 Monaten hatten wir den ersten Krippen-Eingewöhnungsversuch, das ging total daneben und auch mit 17 Monaten war es nicht besser. Er schrie und brüllte, wir brachen ab. Ich entschied dann, dass er erst mit 3 Jahren in den Kindergarten kommt.

Im Mai war es also soweit: Kleine, familiäre Kita, sehr liebe und engagierte Erzieherinnen. Wir waren 1,5 Wochen gemeinsam da, dann begannen wir mit kurzen Trennungsversuchen (ich ging nur zum Auto was holen). Aber auch das war sehr schwer für ihn, er weinte wieder sehr.

Nun kam auch noch die Geburt seiner Schwester "dazwischen", was sicherlich eine große emotionale Belastung und Umstellung für ihn ist.

Seit Anfang Mai waren wir nun immer wieder, aber auch mit mehrfachen Unterbrechungen: Krankheit, Geburt der Schwester wo er dann ein paar Tage zu Hause war und jetzt zuletzt 2 Wochen Urlaub.

Es ist so schlimm ihn jeden Tag weinen zu sehen. Er geht dann traurig und weinend mit den Erzieherinnen mit und das schlimmste ist, dass er extrem weint und schluchzt wenn ich ihn dann abhole. (Er geht jeden Tag nur von 9-11.30, also nicht wirklich lang). So als würde dann die ganze Last von ihm abfallen und er schluchzt und weint dann nochmals extrem.

Und heute Abend hat es mir dann schier das Herz zerrissen: Er liegt im Bett, kuschelt sich an, hat schon die Augen geschlossen als er plötzlich anfängt zu weinen und zu schluchzen und dann sagt: "Ich will nicht meinen Kompott im Kindergarten essen."

Also denkt er sogar noch darüber nach, wenn er einschläft. Wir haben eine sehr enge Bindung, auch insgesamt mit den Großeltern usw. Und sensibel und emotional war er schon immer.

Was soll ich nur tun? Ihn wieder rausnehmen? Aber dann wird es mit vier sicherlich auch nicht besser sein oder dann später in der Schule.

Er geht deshalb in den Kindergarten, weil ich ihn mit der Schwester nicht immer zurückweisen will und er seine Zeit für sich haben soll, die ihm eigentlich Spaß bringen sollte. Außerdem denke ich, dass es wichtig ist, dass er Kontakt zu gleichaltrigen Kindern hat - was ich ohne Kita nicht wirklich gewährleisten kann.

Verzweifelte Grüße,
Daniela

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Hi Daniela,

schwierig. So 100 %-ig weiß ich nicht, was ich dir raten soll, aber ich tendiere fast dazu zu sagen: da müsst ihr durch. Ab Sommer kommt meine kleine Tochter in den Kiga, zwei große habe ich schon "durch". Meine Mittlere hat auch immer sehr viel geweint, nicht am Anfang der Kiga-Zeit, aber es ging dann nach ein paar Wochen los und kommt zwischenzeitlich immer mal wieder.

Ich habe sie dann trotzdem immer wieder abgegeben. Es hört sich hart an, und im Auto habe ich teilweise geweint, aber es ist immer wieder besser geworden. Und außerdem: kaum war ich weg, war alles ok. Kein Geheule mehr oder sonstwas. Und das tagelang so. Da kommt man sich dann beim Abholen doch etwas veräppelt vor, wenn die Erzieherinnen dann erzählen, dass kaum dass man weg war, alles auf einmal toll war.

Was sagen denn die Erzieherinnen, was er macht, wenn du weg bist? Weint er noch lange, oder beruhigt er sich genauso schnell?

Was aber immer wichtig ist: schnell gehen! Nicht lange da bleiben und disuktieren. Einfach gehen! Ich habe den Fehler gemacht, ich bin immer zu lange geblieben, da hat sie sich so richtig ins Heulen reingesteigert. Heute sage ich noch tschüss, gebe ein Küsschen und bin weg. Wir hatten lange nicht mehr solche Phasen.

Ich würde ihn nicht mehr abmelden/zu Hause lassen.

Meine hat auch Abends teilweise schon gesagt, dass sie morgen nicht gehen will. Und morgens ging es dann hier gerade weiter. Teilweise gab es sogar Sitzstreik im Auto.

Aber es ist besser geworden, und das wird es auch bei euch!

LG,
Manu

P.S.: Mein Vater hat als Kind an seinem ersten Kindergarten-Tag alles zusammengeschrieen und geheult, daraufhin musste er nie wieder gehen - fällt mir nur so gerade ein.

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Hallo Daniela,
erstmal herzlichen Glückwunsch zum Nachwuchs.

Wenn ich Dich richtig verstanden habe, hat Dein Sohn bisher wenig Kontakt zu anderen Kindern gehabt und war auch immer mit Dir bzw. den Großeltern zusammen, nie alleine irgendwo.
Dann ist es nicht verwunderlich, das er sich mit der Eingewöhnung so schwer tut. Gib ihm Zeit. Er braucht einfach Zeit und Ruhe, um sich mit der für ihn so fremden Situation anzufreunden. Bleib konsequent und bringe ihn jeden Tag in den Kindergarten!!! Das ist ganz wichtig, damit er sich auch wirklich einlebt und sich optimal weiterentwickelt. Natürlich ist die Situation mit der kleinen "neuen" Schwester für ihn auch gewöhnungsbedürftig. Dennoch ist es wichtig, das er mit dem Kindergarten "etwas Eigenes" hat.

Halte durch, sprich mit ihm über den Kindergartentag. Lese ihm vor ( z.B. die "Conny" Bücherreihe), in vielen Büchern geht es um den Kindergartenstart. Halte einen engen Kontakt zu den Erzieherinnen. Rufe im Kindergarten an, wenn Du ein schlechtes Gefühl hast, bestehe darauf, das sie Dich anrufen ,wenn er zu sehr weint.
Du wirst sehen: in einem halben Jahr sagt er : "Tschüß Mama, Du kannst jetzt gehen!"


Viele Grüsse, Sissi:-)

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Ganz ehrlich bin ich der Meinung, was ihr gemacht hat, war eher hinderlich für ihn, als hilfreich. Seht zu, dass er wirklich JEDEN Tag pünktlich in den Kiga geht und pünktlich abgeholt wird. So, dass er sich darauf verlassen kann. Diese Zeiten, wo das Kind beim Abholen weint, kennen (glaube ich) alle Eltern. Das ist normal. Von allein wird er es nicht lernen, unter fremden Menschen nicht Mama und Papa zu vermissen. So hart es ist: DA MUSS ER DURCH.
Das mit dem Kompott kenne ich auch. Frage da nochmal im Kiga, ob die Kinder gezwungen werden, das Kompott zu essen, bzw. wie genau die Essensregelung ist. Bei uns ist die Regel auch so, dass alles, was auf dem Teller landet, gegessen werden MUSS, aber mein Sohn ißt nix Süßes als Nachtisch. Aber am Anfang wußten die Erzieher das ja nicht und mein Sohn war ja auch nicht so gesprächig.

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Hallo Daniela,

bin selbst Erzieherin ( arbeite jetzt fast 20 Jahre in dem Beruf ) - hab also ne Menge Erfahrung mit Eingewöhnungen...
Ich kann dir nur sagen, ein erneuter Abbruch bringt euch nicht weiter...

Dein Sohn muß spüren, daß DU es möchtest, daß er in den Kindergarten geht, weil DU dir sicher bist, daß er dort gut aufgehoben ist ....

Du hast sehr gute Gründe formuliert und nun versuch es auch deinem Sohn gegenüber auszustrahlen ... Ich weiss, das ist leichter gesagt, als getan...Frag mal, wer heulend nach Hause lief, als mein Kleiner das erste Mal in den Kindergarten ging und beim Abschied nach Mama weinte #schmoll

Gib euch Zeit ( manche Kinder brauchen mehrere Wochen, bis man Fortschritte bemerkt ) aber bring den Süßen konsequent !!! Verabschiede dich kurz und geh dann...Vertrau den Erzieherinnen, daß sie deinen Sohn ablenken und beruhigen können....

Bleib im Kontakt/ Gespräch mit den Erzieherinnen und zeig deinem Schatz so, daß du den Erzieherinnen vertraust und daß es ok ist, daß er dorthin geht ...

Es ist für euch alle jetzt ein schwerer Schritt, der aber für euch beide wichtig ist, denn dein Sohn braucht diese Autonomiephase...Er muß lernen, sich etwas von dir zu lösen....

Zeig ihm, daß du ihm vertraust, daß er den Schritt schafft ; sprich viel -positiv- über den Kiga / guckt gemeinsam Bücher an / erzähl ihm, was DU tolles im Kiga erlebt hast usw....

Und dann nimm dir regelmässig Zeit nur für IHN und kuschelt...

IHR schafft das !!!!! Haltet durch, es kann nur besser werden !!!

Grüßle vom engelshexle

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Hallo!

Ehrlich?
Du bist eh zuhause,er hat ein baby "vorgesetzt bekommen", er ist offensichtlich unglücklich trotz guter Rahmenbedingungen - ich würde mein Kind zuhause lassen.

Was mit 3 noch undenkbar scheint, kann mit 3,5 oder 4 GANZ anders sein.

Mein Ältester brauchte 6 Wochen MIT mir in der kita - er war da 3 - bis es einigermassen ging...noch mit 5 und fast 6 ging er ungern bis garnicht zu Freunden ohne mich.
Mit 6 hat er dann endlich die Kurve bekommen.
Er ging problemlos zur Schule, zu Freunden, besuchte Kurse am nahcmittag...

ich glaube, dass es ihm sehr, sehr gut getan hat, dass er nie bleiben mustse, wenn er wirklich nicht wollte.
Die Verlässlichkleit, nicht ausgeliefert zu sein, ernstgenommen zu werden, nicht zwangsweise von mir getrennt zu sein, DAS war es , was er brauchte.
Rückblickend hätte ich erst mit 4 angefangen mit kita..

Kinder sind verschieden..ein Kind, dass manipulativ heult oder trotzig, da mages sinnig sein, konsequent zu sein...aber einem unglücklichen Kind , dass einafch nicht soweit ist,würde ich das nie zumuten..

Und:
Nein, ICH habe sicher nicht geklamert, sondernwäre ganz froh gewesen über einige Stunden nur mit der Lütten..

Mein 2. Kind ging übrigens GANZ easy in die kita
Mein 3. Kind (3)geht auch waonders hin, wenn er die leute kennt.
mein 4. Kind (22 Monate) kann sich auch gut trennen

lg

melanie und die 4

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Hallo Melanie,

im Grunde sprichst du mir aus der Seele. Genau das waren die Gründe, weshalb ich dann nach den gescheiterten Versuchen mit 13 und 17 Monaten gesagt hatte, dass er nun erst mit 3 Jahren geht. Schon damals wollte mir alle erzählen, dass es normal sei, dass die Kinder weinen und dass das eben mit der Zeit weggehen würde.

Nun ist mein Sohn drei Jahre alt und für sein Alter was das sprachliche und intellektuelle betrifft sehr weit. Er ist sehr emotional und sensibel, zurückhaltend und gehört nicht zu den Draufgänger. Was Gruppenfähigkeit und Selbständigkeit anbelangt hat er jedoch deutliche Defizite.

Ich habe auch gemerkt, dass ich ihn zu Hause mit der Kleinen und dem ganzen Haushalt einfach nicht mehr adäquat und gerecht beschäftigen kann. Viel zu oft musster er dann hören: "Nein, ich hab jetzt keine Zeit.", "Nein, das geht jetzt nicht." Somit kam es auch vermehrt zu Konflikten, ich war genervt, hatte gleichzeitig ein schlechtes Gewissen ihn so oft abweisen zu müssen. Er langweilte sich sichtlich und war schlichtweg unterfordert.

Deshalb wollte ich dass er in die Kita geht. Er sollte eine Zeit für sich selbst haben, wo er spielen kann, wo er Abwechslung hat. Es sind ja de fakto nur 2,5 Stunden täglich.

Wenn ich die Möglichkeit hätte, dass wir 2-3 mal die Woche in eine kita-adäquate Einrichtung zusammen gehen könnten, dann würde ich ihn nie schicken. Aber so etwas gibt es hier nicht. Die Krabbelgruppen sind für Kleine, zur Musikschule geht er ein Mal die Woche für 45 Minuten mit uns gemeinsam. Wir treffen ca. 1x wöchentlich Bekannte mit gleichaltrigen Kindern. Aber das scheint mir zu wenig um wirklich eine soziale Interaktion mit Gleichaltrigen für ihn zu ermöglichen.

Ich habe Sorge, dass er zum Außenseiter wird, wenn er weiterhin nur mit mir und Erwachsenen zusammen ist. Wenn wir nicht die Kurve kriegen, dann geht das ganze in der Schule genauso weiter und da kann ich dann nicht mitkommen.

Ich bin einfach hin- und hergerissen. Ich bin wirklich der Überzeugung, dass er die Kontakte braucht, sich mit mir zu Hause langweilt und oft zurückstehen muss. Auf der anderen Seite kann ich es nicht ertragen ihn so zu sehen und habe auch festgestellt, dass er deutlich renitenter und bockiger geworden ist seit ich ihn in die Kita "zwinge".

Ich weiß mir keinen Rat.

Daniela


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>>Auf der anderen Seite kann ich es nicht ertragen ihn so zu sehen und habe auch festgestellt, dass er deutlich renitenter und bockiger geworden ist seit ich ihn in die Kita "zwinge".
<<

Und genau das weiß er: dass du es nicht ertragen kannst, ihn so zu sehen.

Ich weiß gar nicht, wie oft ich mit Tränen in den Augen den Kindergarten verlassen habe *seufz*. Aber ich habe es Moritz nie spüren lassen. Die Tränen kamen dann meist im Auto ;-). Beim Abgeben habe ich gelächelt, ihn gebeten, mir doch ein tolles Bild zu malen oder ähnliches.
Wie wäre es denn, wenn du ein anderes Kindergartenkind mal zu euch einladen würdest- auch 2 oder mal? Dann hätte er jemanden, der schon morgens im Kiga auf ihn wartet!?

Ich weiß, wie schwer es ist- ich glaub das weiß fast jede Mama...und wir alle mussten da durch ;-). Ihr schafft das!! Durchhalten, positv bestärken und bitte keine Leidensmiene ;-) wenn du ihn weg bringst.

lg
sparrow

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Hallo Daniela,

die ersten Tage gabs mit mir auch tränenreiche Abschiede. Was dann bei uns geholfen hat war: der Papa.
Das hatten wir schon mal in einer Krabbelgruppe festgestellt, dass er praktisch gar nicht geweint hat, wenn mein Mann ihn abgegeben hat. Also haben wirs im Kindergarten genauso gemacht. Er hat ihn auf dem Weg zur Arbeit hingebracht, im Vorraum umgezogen und zur Tür des Gruppenraums gebracht. Wo er bei mir in Tränen ausgebrochen war, sagte er jetzt nur: Tschüß Papa.
Ich weiß nicht, woran das liegt. Ob die emotionale Bindung zum Papa nicht so groß ist. Oder ob er weiß, dass Heulen beim Papa nicht die gewünschte Reaktion hervorruft. Egal.
Auf jeden Fall haben mir auch die Betreuerinnen beim Abholen bestätigt, dass er den ganzen Vormittag nicht geheult hat und gut drauf war.

LG

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Hi,

noch mal ich. Eins ist mir noch eingefallen. Der Sohn einer Freundin wollte auch nie gehen, hat teilweise tagelang Bauchschmerzen gehabt. Es ist jetzt erst besser geworden (5 Jahre ist er nun), seit sie den Kiga gewechselt haben.

Es kam raus, dass er dort geärgert wurde, und er hat sich sehr gelangweilt, weil wenig gemacht wurde.

Manchmal passt auch das Konzept des Kigas nicht zum Kind, bzw. andere Umstände ("fiese" Kinder in der Gruppe).

Beobachte es, aber behalte ihn nicht ganz daheim. Willst du ihn dann noch ein 4. mal eingewöhnen? Meinst du, dann wird es besser, bzw. anders?

Ich drücke dir die Daumen, dass alles gut wird.

LG und gute Nacht,
Manu