Opa kommt ins Hospitz, mit Kind besuchen?

Hallo,

leider ist es jetzt soweit am Montag kommt Opa ins Hospitz. Wenn er in den letzten Jahren im Krankenhaus war, haben wir die Kleine nie mitgenommen, da war ich immer dagegen. Zum einen wegen dem Ansteckungsrisiko im Krankenhaus aber auch weil ich nicht wollte das sie die schwer kranken Menschen dort sieht die an Maschienen hängen, schreien u.ä. Ich finde da haben kleine Kinder nichst zu suchen.

Nun bin ich unentschlossen ob sie mitkommen soll wenn wir Opa im Hospitz besuchen - ich habe keine Ahnung was uns dort erwartet und ob sie das überfordern würde oder nicht.... was ist Eure Meinung?

Vielen Dank!

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Es gibt in jedem Hospiz Betreuer ,die auch bzw. besonders für die Familienangehörigen da sind.
Vielleicht solltest du dich mal mit so jemand in Verbindung setzen.
Hospiz ist ja eher nicht wie Krankenhaus sondern mehr wie zu Hause eingerichtet.
Je nachdem wie es dem Opa geht , wie alt dein Kind ist und wie ihr Verhältnis zum Opa war / ist,würde ich sie eventuell mitnehmen.

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Sie ist grad 3 geworden und ist jede Woche bei Oma und Opa auch grade jetzt diese Wochenende. Sie weiß Opa ist schwer krank, auch das er immer wieder im Krankenhaus weg war. Diese Woche ist er nicht mehr aufgestanden und dämmert halt mehr so vor sich hin. Oma schafft es nun nicht mehr sich um ihn zu kümmern, aus dem Krankenhaus ist er zuletzt vor 10 Tagen entlassen worden mit der Aussage, sie können nichts mehr machen. Denke mal wenn die Schmerzmittel höher dosiert werden wird er gar nichts mehr mitbekommen.

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Hallo,

ein Hospiz ist ja meist etwas netter eingerichtet als ein Krankenhaus. Auch die anderen Kranken bekommt man nicht so schnell zu Gesicht, da jeder auf seinem Zimmer liegt.

Wenn der Opa also noch nicht ganz furchtbar aussieht würde ich die Kleine schon mitnehmen. Ich würde sie vorher auch nicht großartig daurauf vorbereiten. Ihr geht eben den Opa in seinem neuen Zuhause besuchen. Wenn sie danach Fragen hat, nimm Dir Zeit zum Beantworten. Kinder nehmen Dinge ganz anders wahr als wir. Vielleicht stört es sie gar nicht, dass Opa im bett liegt, schlecht aussieht usw.

Mein Vater lag damals auf einer Palliativstation, ähnlich einem Hospiz. Eigentlich wollte ich meine Kleine nicht mitnehmen (u.a. wg. 4 Stunden Fahrtzeit bis dahin), habe es dann aber doch gemacht. Welch ein Glück, mein Papa hat allen Schwestern erzählt, dass er so gern nochmal seine Enkelin sehen möchte. 7 Stunden nach unserem Besuch ist er gestorben! #schmoll
Er sah wirklich schrecklich aus, konnte sich nicht mehr gerade halten und hat wirr geredet. Meine Tochter hat sich dennoch auf seinen Schoß gesetzt und mit ihm gesprochen. Es hat ihr überhaupt nichts ausgemacht. Sie war allerdings erst 2.

Alles Gute,
Jessi

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beim ersten mal vermutlich nicht - ich würd mir erst mal nen überblick verschaffen #schwitz

ich war damals stinkesauer bei meinem opa - ich war arbeiten, der papa unterwegs und sollte in 1 stunde da sein. und statt zu warten hat sie sie mitgenommen :-[ er war zwar bewusstlos, aber er ist immer ne halbe minute wie tot da gelegen und dann im bett auf und nieder gehüpft ... gsd hatte meine schwester ihre große mit, die ist mit ihr sofort raus auf den spielplatz und hat auf den papa gewartet.

und dann eben wie gesagt, wie stand sie zu ihm. kannte sie ihn gut? wie gehts ihm jetzt? wie ist die umgebung da? das kannst du dann alles gut beurteilen wenn du es mal in augenschein genommen hast #pro

lg
me

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hi,

ich würde sagen, es kommt auf die Beziehung zwischen Kind und Opa an.
wenn sie sich immer gut verstanden haben würde ich hingehen.
Für ihn wäre es sicher schlimm, wenn er die Kleine nicht mehr sehen dürfte.
für deine Tochter wird es sicher auch leichter, wenn sie ihn dort sehen darf.

ich musste meine Kleine als sie 6 Monate war mitnehmen und ich fand es schön da.
die Leute, die da wohnten hatten alle ein eigenes Zimmer.
Maschinen habe ich da nicht gesehen.

lg
Sunny

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Hallo

>> Wenn er in den letzten Jahren im Krankenhaus war, haben wir die Kleine nie mitgenommen, da war ich immer dagegen. Zum einen wegen dem Ansteckungsrisiko im Krankenhaus aber auch weil ich nicht wollte das sie die schwer kranken Menschen dort sieht die an Maschienen hängen, schreien u.ä. Ich finde da haben kleine Kinder nichst zu suchen. <<

Ich finde, das klingt sehr nach einem falschen Bild... Ich habe jahrelang im Krankenhaus gearbeitet und da gab es eher selten Leute, die schreien, die Ansteckungsgefahr ist auch sehr gering.... Ein wenig überängstlich mit Vorurteilen behaftet bist du schon oder? Nicht böse gemeint, aber mein Eindruck...

So, zum Thema selbst....

Mein Vater (jahrelang Parkinsonpatient) hat letztes Jahr mehrfach wochenlang im Krankenhaus gelegen, es ging ihm anfangs teilweise gut, ab September lag er monatelang auf der Intensivstation, zwischendurch mal wieder auf der Zwischenintensiv, dann wieder Intensiv, je nach Zustand.... Er kam erst Anfang April aus dem Krankenhaus, starb drei Wochen später.... Niemals im Leben hätte ich meinem Vater dermaßen lange seine geliebten Enkelchen vorenthalten! Allerdings kenne ich im Krankenhaus die Hintergründe und weiß, dass ich mir keinerlei Sorgen machen muss....

Im Hospiz (auch da habe ich gearbeitet, 2 1/2 Jahre lang) ist es sogar noch deutlich angenehmer, die Zimmer sind freundlicher, es sind Einzelzimmer, man darf es sich persönlich einrichten... Was wir in dem Hospiz, in dem ich gearbeitet habe, teilweise für Zimmer hatten, besser hat man es häufig zuhause nicht....

Ich würde mir die Situation, wenn der Opa Montag im Hospiz angekommen ist, einfach mal anschauen, vielleicht 1-2 Tage beobachten und dann würde ich das Kind an einem guten Tag mitnehmen, auch wenn es vielleicht nur kurz ist! Es ist der Opa, eine sehr wichtige Person für´s Kind! Und eurem Opa kann es das restliche Leben/Sterben erleichtern, wenn er das Kind sieht.... Glaube mir! Ich habe in der Hinsicht wirklich schon einiges miterlebt....

Ich bin also klar dafür, dass ihr sie mitnehmen solltet, das ist für beide sicherlich sehr wichtig!

LG

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Hallo,

so haben wir es im Krankenhaus erlebt, er war meistens wg. Infektionen da und oft durfte man nur nach Desinfektion von Händen und Schuhen überhaupt in die Station rein weil eben alle hochansteckend waren. Mehrere Male gab es auch die schreienden Patienten - nicht vor Schmerzen, aber z.B. einmal eine alte Frau welche verwirrt war und die ganze Zeit nach der Polizei rief weil sie nach Hause wollte und der Meinung war man hätte sie entführt.

Ich glaube erst mal allein hingehen und mit den Betreuern sprechen ist eine gute Idee, das werden wir so machen.

Viele Grüße!

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Hallo,

ich finde es grundsätzlich nicht gut, Kinder vom Tod fern zu halten.
Für Kinder ist das weit weniger schrecklich als für uns und einen unverkrampften Umgang mit dem Tod und mit dem Sterben halte ich für sinnvoll.
Eine verabschiedung übrigens auch.

Was willst du deinem Kind sagen, wenn der Opa plötzlcih weg ist?
Fände ich schlimmer, als ihr jetzt zu erklären, dass der Opa sehr krank ist und bald nicht mehr da sein wird.

Ich würde mien Kind mitnehmen.

Grüße, Amory

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Keine Frage, ich würde sie mitnehemen.
Ich hätte sie wohl auch schon ins KH mitgenommen.

Kinder können mit Grenzsituationen wie schweren Krankheiten oder Tod meist besser umgehen als man denkt, oft sogar besser als viele Erwachsene.
Natürlich leiden sie auch, keine Frage, aber sie nehmen es eher hin, hinterfragen weniger und können so vieles schneller akzeptieren.

Letztendlich kann sie dann schließlich auch den Tod des Opas besser verarbeiten und verstehen (so war es jedenfalls bei uns).


Und für den Opa ist es sicher auch ein Gewinn, wenn ihm seine (Ur-) Enkelin aud dem letzten Weg nicht vorenthalten wird.

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Hallo,

mein Vater ist vor kurzem an Lungenkrebs gestorben. Wer die Krankeit kennt, wiess wie schrecklich der Tod ist. Ich habe Hanna mit ins Krankenhaus genommen, da ich wusste, wie sehr mein Vater sich immer freute sie zu sehen.

Ich war der Meinung sie muss da durch und für sie war es überhaupt nicht schlimm. WIr haben ihr erklärt, was das für Schläuche sind und so weiter. Sie hat mit ihm gelacht und ich denke, das hätte sie nicht getan, wenn sie angst gehabt hätte. Und er sah zum Schluss wirklich schlimm aus, aber er war mir in dem Moment sehr wichtig.

Liebe Grüße

Yvonne

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Dein Problem ist, dass DU nicht weiß, was auf dich zukommt. Kinder sind unkomplizierter. Die haben gar nicht solche Probleme mit Krankheit und Sterben.

Ich habe auf einer Palliativstatin gearbeitet und wir fanden es immer großartig, wenn Kinder zu Besuch kamen. die Patienten auch. Dann kam mal etwas (mehr) Leben in die bude. Zudem hatten wir ein Wohnzimmer, das von allen genutzt werden konnte. Spielzeug gab es da auch. Ich erinner mich an eine Frau, die sehr lange bei uns lag und ganz langsam, sehr zufrieden übrigens, starb. Kinder und Enkelkinder waren oft da. Den Kindern gefiel es gut bei uns und wenn es ihnen im Krankenzimmer zu öde wurde, gingen sie halt ins Wohnzimmer. Wir haben auch mitbekommen, wie sie allerfeinste Rollenspiele hinkriegten. Das letzte Enkelkind wurde während ihres Aufenthalt geboren und wurde selbstverständlich der Oma vorgestellt.

Kinder sind die beseten Sterbebegleiter überhaupt. Eher wird deine tochter dir helfen, mit der Situation klarzukommen, als umgekehrt.
An schreiende oder hochinfektiöse Pateinten kann ich mich nciht erinnern. Wir waren immer sehr offen.
Lass dich einfach mal darauf ein. Dein Opa wird vielleicht sehr schläfrig sein, aber mitbekommen wird er einiges.

Gruß
Susanne



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Vielleicht etwas blöd ausgedrück, es ist der Opa meiner Tochter, mein Schwiegervater... für micht ist das nicht so relevant, ich kenne ihn nur krank und er ist ein ziemlich verschlossener distanzierter Mensch dem ich in den Jahren seit ich meinen Mann kenne nicht sehr nah gekommen bin. Ich versuche meine Schwiegermutter zu unterstützen so gut es geht, für Sie ist es momentan sehr schwer zu wissen das er morgen das Haus verlassen und nicht wieder heim kommen wird. Er ist seit über 10 Jahren schwer krank und es hätte jederzeit schon zu Ende gehen können, aber jetzt zu wissen das es nun kein zurück mehr geben wird ist sehr schwer für sie.

Wir haben inzwischen mehr Informationen über das Hospitz bekommen, es ist ein ehemaliges Wohnhaus und hat 5 Bewohner, den Bildern nach ist es wie eine normale Wohnung eingerichtet mit Wohnzimmer und so... sieht sehr angenehm aus. Die Betreuer sagten auch das sie keine ansteckenden Patienten aufnehmen, die sind in anderen Einrichtungen. Ich werde es mir am Montag zusammen mit Schwiegermutter ansehen und denke dann ist es ok, wenn die Kleine Dienstag mit hingeht.