Abholung aus dem Kiga - Zeitfenster

Hallo zusammen,

ich würde gerne mal eure Meinung / Erfahrung hören aus aktuellem Anlass hören.

Freitag musste ich meinen Kleinen wegen V. a. Bindehautentzündung aus dem Kiga holen. Da ich ambulant tätig bin, habe ich mitunter längere Fahrzeiten. An dem Tag habe ich eine Stunde zur Abholung gebraucht. Es gab auch keine Betreuungsperson, die hätte schneller kommen können.

Die Kiga- Leitung zeigte sich unzufrieden mit der langen Anfahrtszeit und bat um Klärung, wie eine schnellere Abholung zu Gewährleisten sei. Im Bedarfsfall solle das Kind umgehend abgeholt werden können, z. B. bei hohem Fieber oder Erbrechen. Sollten die Eltern nicht sofort zur Stelle stehen können, sollen andere Betreuungspersonen informiert werden, die das Kind sofort abholen.

Es geht also um die Zeit bis zur Abholung. Eine Stunde oder länger seien nicht zumutbar.

Nun, ich verstehe das Anliegen der Leitung nach Absicherung.

Allerdings sehe ich keine Möglichkeit dies sicherzustellen. Ich denke, bei berufstätigen Eltern ist immer mit einer Zeitverzögerung zu rechnen. Wer kann schon seinen Arbeitsplatz sofort verlassen?! Auch ist im Stadtverkehr mit Stau etc. zu rechnen.

Wir sollen jetzt eine Lösung finden.

Wir wird das denn bei euch gehandhabt?

LG Aurora #danke

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Geht nicht. Fertig.
wir brauchen unsere Stellen, wir haben Anfahrtszeiten.
Ich wüsste nicht, warum ich unnötig "fliegen" sollte. Auf die paar Minuten kommts dann auch nicht mehr an. Wenns ein Notfall wäre, müsste der KiGa auch einen Arzt rufen - alles andere hat Zeit.

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Auch nicht anders.

Wenn ich arbeite, guck ich dann und wann mal auf s Handy.

Ich würde ne Nachricht nur zufällig sehen, und dann kann ich auch gar nicht sofort los.
Also eine Stunde ist schon gut, ich bräuchte evtl. sogar mehr.

Mein Mann hat ´nen längeren Weg, der schafft´s sicher auch nicht vor einer Stunde.
Und Ersatz haben wir nicht.

Aber wir sind auch oft unterwegs, wenn unsere Kind im KiGa ist. Und dann sind wir auch weiter weg als eine Autostunde.

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Da ist unser Kindergarten zum Glück anders, sie wissen das viele Eltern berufstätig sind (gerade von den ganztags Kindern) und das es da je nach Beruf & Arbeitsort einfach nicht möglich ist sofort auf der Matte zu stehe
Erwartet das jemand anderes die Kinder abholen kann wird zum Glück auch nicht

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Das wäre bei uns auch tagesabhängig, mein Mann kann recht kurzfristig von der Arbeit weg wenn was ist, wären ca. 20 min bis er da ist.

Solange ich gearbeitet habe hätte es bei mir auch mindestens eine Stunde gedauert, muß mit dem Bus fahren, bin jetzt im Mutterschutz, da dauerts 5 Minuten.

Ansonsten könnte noch Oma einspringen, wenn sie daheim ist auch so 20 min. Unterwegs ist sie nie erreichbar da sie das Handy zwar unbedingt haben wollte aber immer daheim liegen lässt ;-)

Zur Not könnte auch unsere Nachbarin einspringen, sie ist auch als Abholer eingetragen.

Unser Kiga ist aber eh ziemlich entspannt was das Anrufen bei Eltern angeht, in fast vier Jahren wurden wir einmal angerufen, da war die Maus 2,5 und hatte etwas Blut in der Windel. Zum Glück hatte ich Home Office und konnte sofort hin und zum Arzt, war ne bakterielle Infektion.

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Hallo

Ich arbeite ebenfalls in der ambulanten Pflege, habe aber das Glück, dass mein Arbeitgeber Träger des Krankenhauses ist, die Erzieherinnen wissen also in etwa, was dieser Beruf bedeutet, eben, dass ich nicht mal schnell alles stehen und liegen lassen kann, um sofort zu Abholung parat zu stehen....

Allgemein ist es bei uns aber so, dass "infektiöse" Kinder isoliert werden können.... Wir haben verschiedene Möglichkeiten dazu, entweder gehen das Kind/die Kinder mit einer Erzieherin in den Ruheraum, der für den Mittagsschlaf gedacht ist, oder die Gruppe geht in die Turnhalle und das Kind/die Kinder bleiben mit einer Erzieherin im Gruppenraum... So haben die Eltern dann die Möglichkeit, eine Abholung zu organisieren... Da wir offene Gruppen haben, sind die Erzieherinnen meist zu viert, so dass die anderen Kinder trotzdem noch ausreichend betreut sind.... Ist natürlich nicht das Nonplusultra, aber immerhin eine gute Lösung für beide Seiten...

LG

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Hallo,

so geht es uns auch.

Beide Großeltern wohnen 30 Minuten reine Fahrtzeit weg. Wir brauchen von der Arbeit mindestens 45 Minuten.

Aber man muss ja noch telefonisch organisieren, wer denn schnell fahren kann. Also vor 45 Minuten wird wohl keiner von uns am Kindergarten sein.

Alle anderen Bezigspersonen wären bei uns andere Eltern oder die frühere Tagesmutter unserer Tochter. Bei ansteckenden Krankheiten fällt das also aus, da die ja alle Kinder zu betreuuen haben.

Ich habe mit dem Kindergarten gesprochen und die waren zwar nicht glücklich drüber, haben aber eingeräumt, dass es vielen Eltern so geht und man das Kind dann halt so lange isoliert. Das sieht dann so aus, dass unserer Tochter sich im Büro der Kindergartenleitung auf die Couch legt, bis sie abgeholt wird. (Hatten wir schon mal, daher weiß ich das).

Letztlich kann der Kindergarten ja wohl kaum verlangen, dass die Großeltern oder sonstige, nicht arbeitende Verwandte oder Bekannte um die Ecke wohnen.

VG

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Hallo,

ich finde es toll, was von berufstätigen Eltern ständig erwartet wird. #aerger

Wir hätten z.B. niemanden hier, der außer uns das Kind abholen könnte. Die Großeltern wohnen 350 km entfernt. Die nächstgelegenen Verwandten wären der Cousin vom Schwiegervater und seine Frau, aber die sind kaum zu Hause (Rentner halt ;-)).
Nachbarn oder die Eltern von Freunden zu bitten, ein krankes Kind abzuholen, finde ich schon grenzwertig.

Wenn wir im Stau stehen, brauchen wir auch bis zu einer Stunde von der Arbeit aus zum Kindergarten. Das ist halt Pech für den Kindergarten.

Bei uns macht deswegen zum Glück auch niemand Theater. Dann ist das Kind eben so lange im Büro der Kindergarten-Leiterin auf dem Sofa.

Unser Kindergarten ist eine Elterninitiative, und die Leitung besteht aus berufstätigen Eltern. Die wissen, dass man sich weder von der Arbeit zum Kindergarten beamen kann, noch dass man sich Verwandtschaft in die Nähe hexen kann, die das Kind stattdessen abholt.

LG

Heike

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Naja und was erwartet man vom Kiga?
Ein krankes Kind betreuen bedeutet oftmals eine Erzieherin komplett abstellen.

Und das bei der heutigen Situationen, da es eh zu wenig Personal gibt, ist es verdammt schwierig.

In einem staatlichen Kiga arbeitet sogar die Leiterin normal in den Gruppen.

Wir hätten auch keine Verwandten, etc. in der Nähe am im Notfall wäre immer eine Nachbarin eingesprungen.

Lisa

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Dann Musst du aber auch erstmal das Glück mit den Nachbarn haben, unsere Nachbarn zb sind ebenfalls alle berufstätig

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Ich hoffe mal nicht, dass sie sich bei uns so anstellen würden. Klar ist es doof, wenn man so lange braucht, aber man kann ja deshalb nicht einfach irgendeinen Nachbarn schicken. Frag doch mal, welche Lösungsvorschläge die Erzieher für dich haben, wie das andere machen, denen es so geht wie dir.

Liebe Grüße
Ks

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Ich danke euch allen für eure Erfahrungen. Gut zu hören, dass es bei anderen auch ähnlich ist. Ja, ich werde mal die Leitung fragen, welche Vorschläge sie dbzgl. machen kann.

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ganz ehrlich, mir fallen gar keine vorschläge ein, die sie machen könnte. wenn man kaum kontakt zu den nachbarn über grüß gott/auf wiedersehen hat und keine verwandte in der nähe, gute Freunde arbeiten sowieso auch vollzeit und wohnen auch nicht in der nähe, was soll man da groß für kompromisse finden? Die Leitung sollte da schon verständnis haben und eine möglichkeit, das kind hinzulegen und einfühlsam zu behandeln, bis die Eltern da sind.

Ich komme aus den USA. Bei uns gab es in der Schule eine Schulkrankenschwester mit kleine Praxis. Da könnten sich kranke Kinder hinlegen und "behandelt" werden, bis sie abholt wurden.