Störenfriede werden einfach ausgelagert...

Hallo zusammen,

ich brauch mal ein paar neutrale Meinungen, weil mich dieses Thema irgendwie nicht loslässt!

Gleich vorweg, es geht nicht um mein Kind, aber ich hab jetzt schon mehrfach mitbekommen, dass im KiGa meines Sohnes unangenehme Kinder einfach ausgeschlossen werden.

Wenn ich meinen Sohn nach dem Mittagsschlaf abhole, stand schon oft ein Stuhl im Vorraum mit nem halbnackten Kind drauf, welches sich getrennt von der Gruppe anziehen musste. Oder ein Kind aus einer größeren Gruppe musste im Waschraum bei den Kleinen schlafen und wurde da richtig vorgeführt, wie böse er war und dass er deshalb da schlafen musste!

Am Freitag, als ich Sohnemann als Mittagskind holte, wurde gerade einem weinendem kleinen Mädchen angedroht, dass sie im Flur schlafen müsse, wenn .... Hab leider nicht mitbekommen worum es ging!

Ich weiß nicht was ich davon halten soll. Sicher ist es manchmal sinnvoll, störende Kinder aus der Situation rauszunehmen, aber so???

Wie findet ihr solch ein Handeln? Seh ich das nur so eng, weil ich mit dem Kiga allgemein unzufrieden bin, oder geht das wirklich nicht?

Bin auf Eure Meinungen gespannt, LG Juni!

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Ich halte überhaupt nichts von Strafen in der Erziehung. Solche Maßnahmen sehe ich mehr als kritisch! Sie sind für die Kinder demütigend. Zudem lernen die Kinder dabei nichts.

Im Kindergarten arbeiten Erzieher, die den Kindern beibringen sollten, wie sie in bestimmten Situationen reagieren und miteinander umgehen sollten. Durch Vorleben, Zeigen und Erklären. Durch Strafsitzen lernen die Kinder überhaupt nichts. Wenn sie wüssten, wie sie gewisse Situationen lösen sollten, würden sie es tun. Allein schon aus Angst vor der Strafe.

Solche Maßnahmen gibt es in unserem Kindergarten nicht. Ich kenne hier aber auch viele Kindergärten und weiß, dass es gravierende qualitative Unterschiede gibt. Das fängt schon bei der Eingewöhnung der neuen Kinder an ...

Für mich wäre das ein Grund, das Gespräch zu den Erziehern zu suchen. Auch wenn es mein Kind (noch) nicht betrifft. Wenn du generell unzufrieden bist, würde ich über einen Wechsel nachdenken. Je nachdem wie wohl sich dein Kind dort fühlt und wie viele Jahre ihr noch vor euch habt.

Bin da ganz bei dir ...

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Huhu!

Du weißt, ich bin ganz bei dir ;-)
Aber was würdest du tun?

Du hast 15 Kinder, die schlafen oder ausruhen oder sonst was machen sollen, oder lass es auch nur 10 sein.
Ein Kind stört die ganze zeit. Macht Quatsch.
Du tust dies: >>Durch Vorleben, Zeigen und Erklären.<<
Das Kind interessiert es nicht ;-)
Du hast allerdings noch noch einige Kinder mehr zu betreuen, die durch dieses eine Kind gestört werden ubd man mit bestimmten Dingen deshalb nicht fortfahren kann (sei es ein Angebot, schlafen, ausruhen....)

Und das Kind macht weiter, egal, wie du es erklärst, oder ihm vorlebst (es sieht es ja auch bei den anderen Kindern), oder ihm zeigst.

Wie reagierst du da?

Grüße
Alex

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In einer Gruppe muss ich natürlich auch zu Gunsten der Gruppe entscheiden. In einem Kindergarten arbeiten doch aber mehrere Erzieher. Wenn also ein Kind nicht schlafen möchte, schicke ich es zu den anderen - nicht schlafenden Kindern in die Gruppe zurück.

Wenn das Kind ein Angebot stört, dann macht es bei dem Angebot eben nicht mit. Aber es in irgendeiner Form zu demütigen ist für mich gar keine Option.

Erklären, vorleben und zeigen schließen ja nicht aus, dass ich das Kind - wenn gar nichts mehr geht - aus der Situation nehme. Im Waschraum schlafen lassen, das finde ich so dermaßen heftig und dafür gibt es für mich überhaupt keine Rechtfertigung. Aber das siehst du ja genauso.

Also aus der Situation nehmen halte ich durchaus für angebracht, wenn Erklärungen nicht fruchten. :-D

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also bei uns wurden Kinder die nach MEHRMALIGEN hinweisen, Ermahnungen usw

noch immer der Meinung waren das sie nicht mit machen wollen usw auch aus dem kreis gesetzt

waren halt im Zimmer verteilt also unter Aufsicht oder wenn sie dann immer noch der Meinung waren als ist ein witz waren sie für ein bisschen zeit bei der Leitung

dann ging es deutlich besser

wobei man sagen muß bei uns kommen Kinder waren viele kids die in den ersten 3 Jahren keinerlei Regeln usw erhalten haben und da muß man am Anfang streng sein sonst würden sie die anderen Kinder teilweise drangsalieren ( hatte die Kinder die fanden würgen usw ganz besonders lustig und die Mutter steht dabei daneben und sagt nichts usw )

aus der situation raus ja

ABER dann mit Aufsicht

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Ich danke Euch für eure Meinungen!

Ich kann mir das schon vorstellen, dass wenn die Kinder wirklich nicht zu beruhigen sind, man sie dann lieber aus der Sitation nimmt bis sie sich beruhigen!

Aber generell ( außer bei wirklich schlimmen Ausnahmen ) bin ich auch der Meinung, dass Erzieher da andere Lösungsansätze haben sollten!

Das Problem bei uns ist auch, dass wir aus einer wirklich ganz tollen privaten Krippe kommen, wo aber nur Kinder bis 3 Jahren betreut werden! Also mussten wir uns nun einen Kindergarten suchen und dieser ist nun staatlich mit miserablen Betreuungsschlüssel.

Eine Eingewöhnung für 3- jährige wird dort als vollkommen überflüssig bewertet und nich viele andere Dinge, die nicht so laufen, wie wir das gewohnt sind!
Eine Bezugsperson gibt es nur auf dem Papier, ständig sind da andere in der Gruppe, die mir keine Auskunft geben können! Ein "Guten Tag" kriegt da auch nicht jeder raus usw...

Komischerweise hat unser Kind das bis jetzt alles super weggesteckt und ist gerne gegangen, doch seit ca 2 Wochen sieht das anders aus! Er pullert nachts wieder so oft ein, dass wir gestern beschlossen haben, ihm wieder Windeln anzuziehen, obwohl er schon komplett trocken war! Und immer wieder sagt er, dass er jetzt lange genug im Kiga war und lieber wieder in die Krippe möchte!

Wir sind wirklich keine Mecker- Eltern, aber mein Mann bittet nächste Woche mal um einen Gesprächstermin, irgendwas muss ja sein!

Mit Alternativen sieht es hier sehr schlecht aus, aber probieren werden wir es auf jeden Fall!

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Oh man, das klingt wirklich nicht prickelnd. :-(
Ich arbeite selbst bei der Stadt und kenne einige städtische Kindergärten hier. Zwar gibt es hier auch wirklich gute, aber auch einige, die genau in deine Beschreibung passen.

Ich verstehe Dich wirklich gut und würde genauso handeln wie ihr.

Wir hatten das Glück, einen Platz in einem ganz tollen Kindergarten zu bekommen. Eingewöhnung: die Eltern konnten solange dabei bleiben (und auch selbst entscheiden, ob sie in der Gruppe bleiben oder sich in der Küche aufhalten), wie das Kind es brauchte. Dadurch habe ich schon viele Eltern und Kinder kennen gelernt und ich habe wirklich keines der neuen Kinder weinen und die Eingewöhnung dauerte bei den meisten Kindern auch nur ein paar Tage. Wir werden jeden Morgen persönlich von den Erzieherinnen aus der Gruppe in Empfang genommen. Manchmal nur von einer, manchmal von allen.

Bei Störungen habe ich bisher nur beobachtet, dass Kinder beim Essen auseinander gesetzt wurden (eben nicht am gleichen Tisch saßen). Strafen gehören da aber überhaupt nicht zur Einstellung des Kindergartens.

Zum Schlafen: Die Eltern wurden gefragt, ob ihr Kind Mittags schlafen sollte. Bei meinem Sohn klappt es wunderbar, ein anderes Kind schläft im KIGA einfach nicht und ist dann Nachmittags zu Hause sehr anstrengend. Da haben sich die Erzieher mit den Eltern zusammen gesetzt und gemeinsam besprochen, wie sie damit umgehen. So stelle ich mir einen guten Kindergarten auch vor.

Der Junge geht dann einfach in die Gruppe und spielt mit den anderen Eltern.

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Du hast uns deinen Eindruck beschrieben - um so eine Situation gut beurteilen zu können wäre noch schön zu wissen was der "Kindergarten" so dazu zu sagen hat.

Ich denke mir das so: Eine Erzieherin alleine soll mit den Kindern schlafen , damit alle anderen Pause machen können. Sie weiß ganz genau, dass ihr die Eltern auf´s Dach steigen wenn ihr Kind NICHT geschlafen hat, es sind aber Kinder oder ein Kind dabei, das keine Ruhe gibt und somit den anderen keine Chance zu schlafen.

Wenn sie den Raum verläßt, um eine Kollegin zu holen fangen die müden Kinder an zu weinen, dann ist schlafen für alle vorbei...

Und dieses Kind dann auf den Flur zu stellen ist eine Möglichkeit, um den anderen die Möglichkeit zu geben zu schlafen...

Was würdest Du tun?

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Danke für deine Antwort und den Denkanstoß!

Natürlich versteh ich, dass ein Kind nicht die ganze Gruppe durcheinander bringen darf, dass die Erzieher da handeln müssen ist schon richtig!

Ich bin nun keine Pädagogin, aber gibt es da keine andere Lösung, als im Waschraum bei den Kleinen schlafen zu müssen?

Wie gesagt, mein Kind betrifft es zum Glück ( noch ) nicht, der ist auch ein sehr guter Schläfer, aber gerade in den größeren Gruppen kann es doch vorkommen, das Kinder den Mittagsschlaf nicht mehr so brauchen und da hätte ich gedacht, dass man das Kind vielleicht irgendwie still beschäftigen könnte/ sollte!

Deswegen ist es gut, wenn man sich mal mit neutralen Personen austauscht, um mal verschiedene Meinungen zu bekommen!

LG

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"Was würdest Du tun? "
Dem Kind erlauben sich leise zu beschäftigen. Dieses Kind ist dann nicht das erste und nicht das letze welches keinen Schlaf mehr braucht.

Es gibt ja auch Kinder die müssen genau dann noch mal auf die Toilette. Ich erwarte das eine ausgebildete Erzieherin es schaft ihre Arbeit zu erledigen ohne eine Kind blos zu stellen. Und im Waschraum schlafen lassen ist blos stellen.

Ein Kind welches müde ist schläft, auch wenn direkt daneben der Bär steppt.
Eltern welche einer Erzieherin aufs Dach steigen weil ihr Kind nicht geschlafen hat, sollten ihre Erwartungshaltung ihrem Kind gegenüber ändern.

Gruß Karin

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Das was Karin auch vorschlägt.

Wenn ich ein Schlafkind habe das nicht schlafen kann/will dann darf es sich leise Bücher anschauen oder sich anziehen und zu den restlichen Kindern gehen.
Wir zwingen kein Kind zum schlafen wenn das Eltern nicht gefällt dann haben sie Pech gehabt.

Wir sehen aber dadurch das Kinder die wirklich müde sind sich freiwillig bei uns hinlegen.
Manchmal fragen sogar noch die großen Schulkinder ob sie sich auch mit hinlegen dürfen, meist wenn sie krank werden oder einfach mal groggi sind.

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Hallo,

bei uns landen auch schonmal Kinder im Flur, weil sie sich nachhaltig daneben benommen haben. Natürlich versuchen die Erzieherinnen das erstmal anders, aber bei einigen Kindern kommt man eben mit Säusel-Pädagogik oder auch mit etwas strengeren Ermahnungen nicht immer weiter.
Wer hier meint, das ginge immer anders, hatte es noch nie mit dickköpfigen und/oder nicht erzogenen Kindern zu tun.
Ein Kindergarten kann ja auch keine Maßnahmen, wie Fernsehverbot, Verabredungsverbot oder ähnliches verhängen.

Mit einer Krippe finde ich das nicht wirklich vergleichbar, weil die Krippenkinder jünger sind, und auch einen ganz anderen Personalschlüssel haben. Bei der Krippe, wo unsere Tochter war, ging eine Aufsicht mit dem Kind in den Flur oder in den Nebenraum, wenn es nachhaltig störte.

Unser Sohn ist auch schon ein- oder zweimal im Kindergarten im Flur gelandet, und der ist schon eine ganze Ecke besser erzogen, als einige andere Kandidaten im Kindergarten, denen zu Hause überhaupt keine Grenzen gesetzt werden.
Es ist für ihn übrigens schon ein Anreiz, sich zu benehmen, wenn ein Rauswurf droht.

Schlafen muss im Flur übrigens keiner. Das finde ich auch übertrieben.

Die Kinder müssen bei uns in der Mittagspause ruhig auf ihren Matratzen liegen. Sie dürfen sich Bücher anschauen, oder es wird eine ruhige CD leise angemacht.

In der Grundschule unserer Tochter (7) kann man übrigens auch raus fliegen. Wer sich nach zwei Ermahnungen immer noch nicht benimmt, fliegt raus. In ihrer Klasse hat das aber selbst von den Rabauken noch keiner geschafft.

LG

Heike

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Ich arbeite beruflich mit Kindern, die Schwierigkeiten in allen Bereichen haben und aus kritischen Familienverhältnissen kommen. Fernsehverbot, Verabredungsverbot und Co. sind überhaupt keine sinnvollen Erziehungsmaßnahmen. Weder privat, noch beruflich.

Kinder aus der Situation zu nehmen und im Waschraum schlafen lassen, da liegen Welten dazwischen.

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Ich halte davon überhaupt gar nix...hallo?!?!?Im Flur schlafen???!!!
Bei uns gibt es einen Ampelstuhl auf dem ein Kind sitzen muss wenn es wirklich "böse" war um darüber nachzudenken was er getan hat.Dabei wird das Kind aber nicht vorgeführt oder ähnliches....es soll einfach nur kurz sitzen und nachdenken.Ich finde es ganz schlimm wenn gerade der Mittagsschlaf dazu genutzt wird irgendeine Strafe auszuführen, schlafen soll doch was schönes sein.