schüchtern, redet gar nicht in Krippe

    • (1) 12.05.16 - 22:59

      Hallo Zusammen,

      vielleicht können mir Mamas von schüchternen Kindern etwas weiterhelfen?

      Mein Sohn geht seit knapp über einem Jahr in die Krippe. Nach langer Eingewöhnung und morgentlichem Trennungsschmerz ist er im Moment nicht abgeneigt da hin zu gehen. Schickt mich weg und geht alleine ins Gruppenzimmer bevor ich in der Garderobe alles verstaut hab..

      Wenn er abgeholt wird sagt er gleich zum Papa z.B. "Name heia derdig" soll heißen er hat ausgeschlafen...die Erziehrin dann total erstaunt, dass er 3 Worte am Stück sagt und hat auch verstanden was er sagte....das wären schon mal mehr Worte als den ganzen Tag...Er sagt also nix zwischen 8:30 und 14:30, nur grunzende Kenntnisnahme wenn er was machen soll.

      Er ist 2J 3M und redet zu Hause die ganze Zeit, allerdings nicht so gut wie andere gleichaltrige. Er verwendet 2 bis 3-Wort Sätze, ganz selten 4 oder 5 Worte aber kann sich mit uns verständigen und anrwortet meistens. Hat etwas spät angefangen aber macht sprachlich seine Fortschritte. soweit ok.

      Dass er lieber seine Ruhe hat und alleine spielen will, lieber draußen als drinn wo es laut ist ist für mich ok. Ist Typsache. Wenn ihn kinder nerven, lässt er sie einfach stehen. Er macht keinen Stress und ist immer brav. Lässt sich aber auch alles wegnehmen. Aber wenn er nicht redet steht er doch immer hinten an. -oder wie sehr ihr das?

      kann man schüchterne Kinder denn bestärken ohne zu drängen oder wie geht man damit um? Also hilft es ihm wenn ich immer mitkomme (was ich eigentlich tue wenn er was nicht alleine will) oder ist das eher hinderlich?

      Ist schon blöd mit anzusehen, dass er immer gleich zurücksteckt, eben das was er will nicht spielt wenn ein anderes Kind dort ist oder nicht zeigt dass er was möchte.

      Bin etwas ratlos, gibt sich das von alleine? Braucht er mehr Hilfe?
      LG Dabydarling

      • (2) 12.05.16 - 23:15

        Naja, aber so ist das Leben nun einmal: Wenn du dich nicht durchsetzen kannst, dann nimmt man dir Dinge weg und "überfährt" dich.

        Das wird er lernen. Das versteht er auch irgendwann.

        Ich kapiere ehrlich gesagt nicht so ganz wohin du mitkommen möchtest? Er schickt dich doch weg, das ist doch ein super Zeichen. Er will ja alleine sein und wofür willst du dich denn da einsetzen? Er wird noch früh genug kapieren, dass man auch "Nein" sagen kann. Und wenn nicht, dann ist es eben so. Du kannst seinen Typ und seinen Charakter nicht ändern und das solltest du auch nicht.

        Mein Sohn ist das Gegenteil. Frech, laut und immer vorne mit dabei und genauso alt wie deiner (2 Jahre, 3 Monate) und quatscht den ganzen Tag alle voll. Aber was soll ich denn tun, wenn mich das stört? Ich kann ihm jetzt 20 Mal am Tag sagen, dass er anders sein soll aber deshalb ändert er sich doch nicht einfach so. Ich kann sagen "Rede nicht so viel" oder "Spiele ruhiger und sei leiser"...Das wird ihn nicht interessieren. Dein Kind wird nicht anders sein.

        Es sind eben doch kleine Persönlichkeiten, mit einem eigenen Kopf. Wenn er dich morgens nicht da haben will, dann freue dich daran. Das ist wirklich ein gutes Zeichen. Er traut es sich zu alleine zu sein und das solltest du keinesfalls kaputt machen, indem du ihm das Gefühl gibst, du musst dabei sein oder für ihn kämpfen oder so etwas. Damit schwächst du ihn eher noch.

        • (3) 12.05.16 - 23:50

          nee sorry war blöd von mir beschrieben/ geschrieben...im Kiga ja, da geht er und schickt mich weg. Aber im Allgemeinen, spielplatz oder so muss ich natürlich immer mit, also das sprechen ist die eine Sache, sich generell nichts trauen ist die andere Sache.

          Im Kiga kann ich ihm ja nicht helfen, da muss er irgendwie klarkommen. Aber irgendwie schmerzt es wenn du dann mitbekommst, er redet nicht und steht nur rum und guckt zu.

          Aber wenn ich da sein kann. soll man dem kind das sich nicht traut mut zusprechen a la probier mal das kannst du schaffen, oder einfach die hand halten und warten bis er soweit ist und von sich aus alleine versucht? ich hab auch kein Problem als einzige mutti mit auf die Rutsche zu gehen, wenn er nur mit mir rutschen will. Aber bringt es ihm was, wenn ich sofort wenn er mit mir losmöchte immer gleich mitkomme weil er sich nicht traut?

          und ja du hast recht "Wenn du dich nicht durchsetzen kannst, dann nimmt man dir Dinge weg und "überfährt" dich." ....aber wer will das schon für sein Kind? Die Frage ist doch, kann ich was dazu tun, dass er das schnell lernt nicht überfahren zu werden?

          • (4) 13.05.16 - 02:23

            Das Kinder U3 mehr nebeneinander anstatt miteinander spielen ist doch voll normal. Das hätten dir die Erzieherinnen eigentlich sagen können/müssen. Erst dann fängt das bei den meisten dann langsam an.

            Unser Sohn war auch immer ein kleiner Ängstlicher. Bei allem. Er wollte ua. auf Spielplatz uä. auch lange, dass wir mitkommen. Haben wir immer gemacht. Heute ist er 5,5 und ein durchsetzungsstarker, kontaktfreudiger kleiner Kerl, der bei jedem Spielplatzbesuch hinterher erzählt, dass er einen neuen Freund gefunden hat. Lt. Erziehern lässt er sich auch im Kiga nicht (mehr) "die Butter vom Brot" nehmen. Ich denke wir haben ihm durch unser Verhalten die Sicherheit gegeben, die er für diesen Entwicklungsschritt gebraucht hat.

            Komisch finde ich aber bei Euren, dass er anscheinend auch nicht mit den Erziehern redet. Ist das Verhältnis da ok? Er ist 2 3/4 und sollte eigentlich schon mehr wie 3-Wort-Sätze sagen. Ihr habt doch jetzt sicher bald die nächste U, oder? Da würde ich das mal ansprechen

          • (5) 13.05.16 - 08:50

            Was ich meinte: Es macht ihm ja scheinbar gar nichts aus, wenn andere Kinder ihm etwas wegnehmen. Weint er dann? Ich habe das so gelesen, dass er sich dann eben was anderes nimmt und damit weiter spielt. Es scheint ihn also kaum zu belasten. Vielleicht findet er es also wirklich nicht schlimm.

            Wie ist es denn im Alltag mit ihm? Ist er generell unkompliziert und leicht zufrieden zu stellen oder zickt er auch mal rum, wenn was nicht nach seinem Willen läuft?
            Mein Sohn rastet den kompletten Tag nur aus und hat zig Wutanfälle, wenn was nicht so läuft wie er möchte. Er lässt sich gar nichts sagen und mit ihm kann man derzeit nicht einmal mehr normal irgendwo in den Supermarkt oder so. Es ist eine halbe Katastrophe. In der Kita sagen sie, dass er schon früh einen starken eigenen Willen hatte. Als Baby war er schon dauernd nur am Weinen und hat sich kaum beruhigen lassen. Oft kommandiert er die anderen Kinder in der Kita rum und sagt denen, womit sie spielen dürfen und womit nicht. Mich nervt das extrem! Ich will nicht, dass er so dominant ist. Aber zu mir haben sie gesagt: Es wird sich legen. Denn er wird auch unter andere Kinder kommen (spätestens im Kindergarten), die größer sind als er, die ihn zurecht weisen, wo er eben seine Spielchen nicht machen kann. Das kommt automatisch so im Leben. Die Kinder lernen das. Die Wilden werden etwas weniger wild und die Ruhigen blühen etwas auf.

            Ich habe inzwischen gelernt, das auch als seinen Charakter anzunehmen. Er ist laut und dominant. Ich hab mir komischerweise mein Kind immer total anders vorgestellt, denn ich war als Kind ganz still und schüchtern, so wie dein Sohn. Ich musste anerkennen, dass er ist, wie er ist. Ich kann ihm die grundsätzlichen Regeln im Leben mitgeben. Wir behandeln andere mit Respekt, es wird nicht gehauen, und so weiter....Sein Charakter ist wie er ist.

            Bestärken kannst du ihn natürlich nur schwer, wenn es gar nichts zu bestärken gibt. Du kannst natürlich sagen "Lass dir das Spielzeug nicht wegnehmen, das gehört dir!", aber wenns ihm nix ausmacht und er sich denkt: Mir egal, stört mich gar nicht....Dann ist das schwer.

            Ich glaube, wenn du ihn verteidigst vor anderen Kindern oder für ihn seine Sachen zurück holst und so weiter, dann übernimmst du eigentlich das, was er sich nicht traut. Das macht es natürlich nicht besser. Er muss es wirklich selbst lernen. Oder er muss die Erfahrung machen, dass es ihn grundsätzlich mal stört, wenn man ihm etwas wegnimmt. Das ist ja scheinbar nicht so. Er klingt für mich eigentlich als sei er recht zufrieden und ich finde es ist schonmals super, dass er sich von dir so gut lösen kann am Morgen. Damit zeigt er ja: Ich komm schon ganz gut klar, ich traue mich was, ich kann auch alleine. Die Angst, den Alltag dort zu meistern, hat er ja offenbar nicht. Und das ist doch auch schon ein riesen Schritt für so ein kleines Kind.

            Vielleicht sieht es heute in einem Jahr schon ganz anders aus. Er redet besser, kann sich besser mitteilen und hat einen stärkeren eigenen Willen erlangt, den er auch bekräftigen kann. Ansonsten kann ich dir nur raten ein Gespräch mit seiner Erzieherin zu suchen, vielleicht kann sie noch Tipps geben.

      Hallo Du,
      ich würd ganz normal mit ihm reden,, auch die die in der Krippe sind.

      (Ich bin selbst Erzieherin ) Und hatte mal ein Kind, der nichts geredet hat , und da haben sie auch gesagt , wir sollen ganz normal mit ihm reden. Und vor ein paar Jahren machte dieses Kind Abitur.,...

      Andrea

    • meine kleine war ganz ähnlich. die grosse hat die erzieher/innen bei uns von morgens bis abends vollgesabbelt, die kleine hat so gut wie nie gesprochen. da haben die erzieherin auch manchmal vor der garderobe gestanden und gestaunt, wenn ich einen detaillierten tagesbericht bekam beim abholen.

      meine kleine ist jetzt 5 und redet immer noch nicht mit jedem. es gibt ein paar erzieherinnen mit denen sie redet, wenn sie einen grund dazu sieht. von den männlichen kollegen gibts nur einen, mit dem sie spricht, bei den anderen sagt sie ganz klar, mit denen redet sie nicht. wenn sie sich weh tut, lässt sie sich von ihren freundinnen trösten. wenn es was ernstes scheint, rufen die anderen kindern die erzieher. offenbar kommt sie gut damit durchs leben. sie wird aber von jahr zu jahr selbstbewusster. so offenherzig wie die grosse schwester wird sie vielleicht nie, aber meine güte, jeder jeck ist anders.

      ich hab sie nie gross gedrängt. wenn sie nicht reden will, lässt sie es eben bleiben. wenn es wichtig genug ist, kann sie es ja. mittlerweile bezahlt sie auch selbst, wenn sie sich eine zeitschrift kaufen möchte, selbst wenn der verkäufer männlich ist.

      ich hatte aber auch nie das gefühl, dass sie darunter leiden würde. wenn du denkst, dein sohn leidet, dann würde ich handlungsbedarf sehen, wenn er nur nicht gerne mit anderen redet, dann ist es ihm vielleicht nicht so wichtig...

      Hallo Dabydarling!

      Meine Tochter war früher auch so. Zuhause hat sie uns tot geredet und in der Kita kaum ein Wort gesagt. Sie hat sich auch alles gefallen lassen und wenn die Erzieher gesagt haben das und das ist jetzt los, hat sie alles stoisch mitgemacht. In der Kita ist sie das liebste Kind und dadurch natürlich der Liebling. ;-) Mit fremden Menschen wurde nie geredet bzw. vor fremden Menschen, im speziellen Männern, hätte sie nie etwas gesagt.

      Die große Wende kam mit 3 1/2 Jahren, da taute sie richtig auf und redete plötzlich auch in der Kita. Ließ sich von anderen Kindern nicht mehr alles gefallen, ist aber immer noch sehr angepasst und lieb. Keiner der Erzieher kann glauben, dass sie zuhause so anders ist. Sie hat einfach zwei Gesichter. Zuhause weiß sie das sie über alles geliebt wird, egal was sie macht und wie sie auch manchmal am Rad dreht. #rofl#verliebt In der Kita ist das nicht selbstverständlich, dort möchte sie allen gefallen und ist deshalb so lieb.

      Jetzt mit 4 1/2 redet sie auch mit Fremden wenn ich dabei bin, sie ist viel offener geworden. Gebe deinem Kleinen einfach die Zeit. Bestärke ihn mit anderen zu reden, mache es aber nicht groß zum Thema. Irgendwann kommt das von allein.

      Liebe Grüße Francie

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