Unfall im Kindergarten

    • (1) 30.06.16 - 22:39

      Hallo zusammen!

      Ich muss mal etwas Positives schreiben, einfach weil ich die Vorgehensweise unseres Kindergartens so richtig finde :-)

      Unser Großer (knapp 4,5) hatte kürzlich einen kleinen Unfall im Kindergarten. Er fiel unglücklich und hatte eine stark blutende Platzwunde über dem Auge. Sie riefen mich sofort an, erreichten mich aber leider weder zuhause noch auf dem Handy oder bei der Arbeit (ich war auswärts unterwegs und musste das Handy vorübergehend ausschalten). Sie versuchten es dann bei meiner Mutter (mein Mann arbeitet relativ weit weg), die natürlich sofort kommen wollte, aber etwa 45min brauchen würde.

      Weil also niemand sofort vor Ort sein würde, mussten sie entscheiden, ob warten oder Krankenwagen. Ersteres ging nicht, weil es so stark blutete, letzteres erschien ihnen aber doch nicht nötig, weil die Wunde nicht groß war. Also ging eine Erzieherin kurzerhand mit meinem Sohn ins nahegelegene Ärztehaus. Naja, sie trug ihn sogar, obwohl es ihm eigentlich gut ging, aber sie wollte kein Risiko eingehen ;-) Die Wunde wurde dort vom Arzt gesäubert und geklammert, und bis ich ca. eine dreiviertel Stunde nach dem Vorfall endlich kommen konnte, waren sie schon wieder zurück und mein Sohn bester Laune.

      Ich bin wirklich froh, dass die Erzieherinnen so gehandelt haben. Es war der Situation angemessen, unbürokratisch und einfach genau richtig, zumal er bei dem Wort "Krankenwagen" wohl schon leichte Panik bekam. Die Klinik wäre außerdem etwa eine halbe Stunde entfernt gewesen und es hätte noch viel länger gedauert, bis ich hätte bei ihm sein können.

      Ich bin dann nachmittags nochmal in die Praxis gegangen, um seine Daten zu nennen und mich zu bedanken, und die beteiligten Erzieherinnen bekamen am nächsten Tag eine kleine Anerkennung in Form von Nervennahrung auf den Schrecken ;-)

      Wie würde das bei euch in so einem Fall laufen? Auf jeden Fall Krankenwagen? Oder ähnlich wie bei uns? (Wobei die Nähe des Arztes natürlich auch ein Glücksfall ist.) Hättet ihr die Entscheidung auch richtig gefunden?

      Sorry, ist ein bisschen silopo, aber es darf ja auch mal Beiträge geben, in denen nicht gemeckert wird :-)

      LG
      bluemerle

      • (2) 30.06.16 - 22:44

        Hey
        Ich finde die reaktion des kiga klasse!!!

        Krankenwagen bei sowas und der nähe eines arztes unnötig.
        Klasse...
        Leider kann ich das von unserem kiga nicht erwarten. Bin heil froh das in 4 wochen dür uns schluss ist und wir einen neustart in der schule haben.

        Hallo
        Schön für Deine Sohn! :-) Aber ich hätte auch verstanden wenn die Erzieherinnen das anders gelöst hätte, also mit Krankenwagen. Ich kenne die rechtliche Lage da nicht und könnte mir durchaus vorstellen das es da Stress geben könnte.
        Deshalb hätte ich es wie gesagt verstanden wenn aus Eigenschutz eine andere Entscheidung gefallen wäre. Zu dem ( wie du selbst gesagt hast) nicht überall die Nähe gegeben ist und vielleicht ist es auch nicht überall ohne weiteres möglich das eine Erzieherin einfach geht. Also wegen dem betreuungsschlüssel.

        LG

        • Ja, das hätte ich auch verstanden, war aber trotzdem sehr froh, um das Prozedere herumgekommen zu sein, vor allem für meinen Sohn. Es passierte in der Mittagszeit wenn schon einige Kinder abgeholt worden sind, aber meines Wissens noch alle Erzieherinnen anwesend sind, so dass es mit der Aufsicht wohl keine Probleme gab.

      Finde ich auch super und im Sinne des Kindes bir allen.

      Aber ich kenne ein paar Eltern bei denen das aber mal so richtig Ärger gegeben hätte. So auf die Art: "Wie kann man nur etwas was MEIN Kind betrifft einfach so entscheiden!!!!"

      Nee Bekannte hatte mal ihre Oma angefahren weil diese mit ihrer Tochter wegen Zahnschmerzen zum Zahnarzt gefahren ist und dort zugelassen hat, dass ihr ein Milchzahn gezogen wurde, der einen Bleibenden behindert und die Schmerzen verursacht hat.

      Also ich als Erzieherin wäre mit solchen Aktionen immer vorsichtig. Aber meistens kennen die ja wie die Eltern so drauf sind.

      • Das ist wohl richtig. Sie kennen uns ganz gut und haben es vielleicht auch deswegen so entschieden ;-) Es könnte auch sein, dass sie meine Mutter am Telefon gefragt haben, das weiß ich gar nicht... Muss sie mal fragen, ob über den möglichen Arztbesuch gesprochen wurde.

    (7) 01.07.16 - 06:49

    Hallo, bei uns wäre es nicht gegangen. Die Kita ist dann aus rechtlichen Gründen gezwungen einen Krankenwagen zu rufen.

    Das ist immer nicht ganz einfach. Jetzt machen sie gerade eine Waldwoche für die Kinder. Beißt mein Kind eine Zecke, so dürfen sie die Zecke nicht entfernen ("chirurgischer Eingriff"). Sie müssen mich dann anrufen und ich muss entscheiden ob ich ihn abhole, Zecke dort vor Ort selbst entferne oder er den ganzen Tag mit der Zecke am Körper rumlaufen soll.

    VG B

    • (8) 03.07.16 - 17:12

      Finde ich fahrlässig. Je schneller die Zecke weg ist, desto besser! Borreliose...

      • (9) 03.07.16 - 22:02

        Gemäß Versicherung ist es aber leider ein chirurgischer Eingriff (was ist wenn Kopf drin bleibt usw.), den sie nicht vornehmen dürfen ...

        Nun ja, er war in der Waldwoche mit Anti-Brumm-Zeckenschutz gut geschützt (das dürfen sie mittags auch nochmal nachsprühen) und ich habe ihn natürlich nach dem Abholen auch direkt abgesucht.

        Wir wohnen auch nicht in einem Risikogebiet - aber unschön ist es trotzdem.

        VG
        B

      (11) 03.07.16 - 22:29

      Jup, wir dürfen es aber trotzdem nicht. Zumindest ist es in den meisten Kitas so, dass du entweder ne Einverständniserklärung brauchst oder es erst garnicht machen darfst.

      Wir dürfen auch nur zB. einen Stachel entfernen, wenn er gut von der Haut wegsteht. Müssten wir dazu die Haut berühren *zack* chirurgischer Eingriff- verboten. Infektionsgefahr? Tja, dann müsste ein Pflaster drübergeklebt werden....was wir dann wiederum, wenn man es ganz genau nimmt, in ein Unfallheft eintragen müssten...könnte sich ja entzünden und dann kann man jemanden haftbar machen...
      Ich würde lachen, wenn es nicht eigentlich so traurig wär.

      In unseren Einrichtungen gelten dahingehend strenge Regeln...alles regeln, die von der Unfallkasse und dem Gesundheitsamt auferlegt wurden...

      • (12) 04.07.16 - 09:37

        Nicht alles war früher schlechter...

        • (13) 04.07.16 - 11:01

          Jup...wenn man aber überlegt, das vor jeder dieser Regeln ein Elternteil steht, dass uns deswegen Steine in den Weg legt...ist es einfach nur traurig.
          Irgendwann brauchen wir noch ein Einverständnis, um den Kindern den Po zu wischen oder ihnen die Windeln zu wechseln :-(

(16) 01.07.16 - 07:16

Finde ich sehr gut, aber viele würden wahrscheinlich gleich losschreien. Meiner Meinung nach gehört zur ersten Hilfe auch sofort einen Arzt aufzusuchen.
Unser Kindergarten ist mit nur einer Gruppe sehr klein, unsere Tochter geht ab August hin. Ich weiß nicht wie sie so etwas regeln, der Haupterzieher (Leitung) ist aber Rettungsassistent und Krankenpfleger.

(17) 01.07.16 - 07:48

Naja, das ist die normale Vorgehensweise würde ich sagen.

Nicht jeder Kindergarten hat ein nahegelegenes Ärztehaus, bei uns gäbe es in der Situation gar keine Alternative zu Krankenwagen und KH.
Wobei ich ehrlich gesagt bei fremden Kindern und Kopfverletzung auch keinerlei Risiko eingehen würde und definitiv den Krankenwagen rufen würde, wenn die Eltern nicht sofort da sind.
Es ist ja schön, dass das bei euch geklappt hat, aber stell dir mal vor du übersiehst was...

  • (18) 01.07.16 - 19:01

    Da habe ich mir eigentlich keine Gedanken gemacht. Besser als 10min nach dem Sturz von einem Arzt angeschaut zu werden, konnte es rein medizinisch gesehen ja gar nicht laufen. Warum hätte der etwas übersehen sollen? Bei Verdacht auf weitere Verletzungen hätte er ihn ja immer noch ins Krankenhaus schicken können.

    Die Sanitäter wären später vor Ort gewesen als mein Sohn versorgt gewesen war...

    • (19) 01.07.16 - 19:15

      Naja, eben zB bei Verdacht auf eine weitere Verletzung hätte man ihm den ersten Besuch beim Arzt nebst dem ganzen hin und her ersparen können oder bei Verdacht auf Gehirnerschütterung... Oft ist ein Transport mit dem Rettungswagen ja auch sicherer.

      Was weiß ich, ich selbst würde es vermutlich genauso relaxt sehen wie du, aber ich kann auch absolut verstehen, wenn der Kiga da auf Nummer sicher gehen. Es ist eben eine heikle Situation.

      • (20) 01.07.16 - 19:18

        Stimmt. Aber gerade die sichere und richtige Einschätzung der Situation und die daraus resultierende unkomplizierte Vorgehensweise sind ja das, was ich hier so gut finde. Natürlich machen die das nicht prinzipiell so, sondern es war genau an die Situation angepasst.

        • (21) 01.07.16 - 19:25

          Aber manchmal schätzt man Situationen eben auch falsch ein.

          Deshalb ist es doch im Zweifelsfall besser etwas überzureagieren, jedenfalls besser als etwas zu übersehen oder von den Eltern eins auf den Deckel zu bekommen, weil man nicht angemessen reagiert hat.

(22) 01.07.16 - 08:29

Hallo,

schön das es so unkompliziert abgelaufen ist und es für euch ok war....

Wir dürften das allerdings nicht.Wir müssen bei so einem Unfall immer einen Krankenwagen rufen....nicht nur bei einem Kind......sondern auch wenn einer Erzieherin etwas ähnliches passieren würde.

Wir hatten einmal ein Kind mit Atemnot .....da haben wir den Rettungswagen gerufen.... gleichzeitig ist eine Kollegin mit dem Kind auf dem Arm ins Nebenhaus (dort war ein Allgemein Arzt) und der Zivi hat auf der Strasse den Krankenwagen angefangen.Es landete sogar der Rettungshubschrauber.....was für eine Aufregung.....aber zum Glück haben alle Kollegen Hand in Hand gearbeitet...und es war richtig.....

Ich bin immer froh das es trotz 20jähriger Berufserfahrung im Kindergarten doch recht wenig solcher Unfälle passiert sind.

Aber toll.... das es auch viele unkomplizierte Eltern gibt....:-)

LG Kerstin

(23) 01.07.16 - 09:28

Hallo,

etwas ähnliches gab es auch mal bei meiner Tochter im Kindergarten.

Sie stürzte mit einem Stuhl um und auf den Hinterkopf. Blut lief natürlich, geht ja schnell bei Kopfwunden.

Ich war auch nicht erreichbar.

Eine Erzieherin hat sie dann um die Ecke in eine kleine private Tagesklinik gebracht, die eigentlich auf Erwachsene spezialisiert ist.

Die haben sie sich angeschaut. War aber Gott sei Dank nicht so tragisch. Geld haben sie auch nicht verlangt.

Auf alle Fälle besser, als ewig auf einen Krankenwagen zu warten.

GLG

(24) 01.07.16 - 11:21

Hallo!

Rein menschlich gesehen, war das Vorgehen der Erzieherin Klasse - die Wunde musste versorgt werden, ihr wart nicht greifbar, also ab zum nächsten Arzt.
Allerdings hätte das auch ungünstiger ausgehen können: Normalerweise müssen alle BG-Fälle von einem Durchgangsarzt behandelt werden - und dazu zählen Kindergartenunfälle nun einmal. Wenn der Arzt im Ärztehaus ein D-Arzt war - gut, dann war alles richtig. Aber es gibt in den meisten Städten nur wenig niedergelassene Durchgangsärzte, somit ist mit mit dem Krankenhaus sicher an der richtigen Adresse.

Da dein Sohn in der Praxis behandelt wurde, bin ich mir ziemlich sicher, dass es einen Durchgangsarzt dort gab - sonst wäre er weiter verwiesen worden. Aber hat das die Erzieherin gewußt? Wenn nicht, war es reines Glück, und wenn es anders gewesen wäre, hätte der Arzt sie weiter schicken müssen bzw. es wäre dann dort ein RTW gerufen worden. Dann hätte sie zumindest einiges an Zeit verloren.

Hast du denn bei dem Arzt die Versicherungskarte abgeben müssen? Die Wundversorgung darf nämlich gar nicht über die Krankenkasse abgerechnet werden. Wenn das jetzt doch gemacht wird, kann es sein, dass sich die Unfallversicherung bei notwendigen Folgebehandlungen (die u.U. nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkasse enthalten sind) quer stellt.
Du sieht also: alles nicht so einfach. Sicherer wäre es gewesen, den Krankenwagen zu rufen. Außerdem hat der Krankenwagen noch einen weiteren Vorteil: Patienten, die damit in die Notaufnahme kommen, werden bevorzugt behandelt. Wenn du einfach so mit dem Kind hin fährst, kann es passieren, dass du - auch mit einem kleinen Kind, hab das alles durch... - ewig wartest.

LG

  • (25) 01.07.16 - 13:09

    Hallo,

    kleine Verletzungen dürfen auch vom Haus- oder Kinderarzt versorgt werden. Wenn nötig, kann der dann eine D-Arzt-Überweisung austellen, aber Erstversorgung darf er immer machen. Muss aber als BG-Fall aufgenommen werden.

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