Unzufrieden mit Logopädie, kann man wechseln?

    • (1) 13.07.16 - 20:43

      Hallo liebe Mamis,

      mein Sohn wird im September 5 Jahre und hat vor ca 2-3 Monaten Logopädie verschrieben bekommen da er das R nicht richtig ausspricht.
      Jetzt sind wir mit der Logopädie "fertig" und Sie wird dem Arzt einen Bericht schicken und darin auch schreiben das eine Weiterbehandlung sinnvoll ist.
      Jetzt bin ich eigentlich nicht sehr zufrieden mit ihr. Es ist schon ca 4-5 mal vorgekommen das 5-10 min später angefangen wird obwohl kein Patient vorher dran war oder die Behandlung 5-10 min vorher beendet wird.

      Mein Sohn spielt auch nur Spiele da ( ehrlich gesagt weiß ich nicht ob das "normal" ist ) da kann ich zu Hause auch mit ihm Gesellschaftspiele spielen und ihm verbessern. Mein Sohn sagt auch immer nur die haben gespielt, aber keine Bilder angeschaut um die Aussprache zu lernen etc. Vielleicht sehe ich das auch falsch und man geht so vor.
      Ich merke auch noch keinen großen Fortschritt, er macht es zwar schon besser aber ob es davon kommt?! Wir verbessern ihm diesbezüglich auch und er verbessert sich dann und es klappt dann.

      Wir haben noch nieee Hausaufgaben bekommen damit wir zu Hause weiter üben können.
      Jetzt würde ich gerne zu einer anderen Logopädien und mit einem Folgerezept wird es wohl kaum gehen. Muss ich dann wieder eine Erstverordnung vom Arzt holen oder kann ich eigentlich gar nicht wechseln?
      Vielleicht kennt sich hier jemand aus und kann mir helfen auch obbezüglich die vorgehensweise mit Logopädie =)

      Lieben Gruß

      • (2) 13.07.16 - 21:08

        Hallo

        Bei uns läuft es auch ähnlich ab. Bei der Logopädie wird aber eben viel / überwiegend spielerisch gemacht. "Hausaufgaben" wurden meinem Sohn auch nie aufgegeben, aber ich habe den Hinweis am Anfang bekommen, dass man die Spiele/Übungsblätter (die wir im Ordner mit nach HAuse bekommen) eben in der Woche wiederholen sollte.

        Ich würde jetzt erstmal abwarten. Wir sind jetzt bei der 14./15. Logo-Stunde und es hat sich jetzt erst vor 2-3 Wochen etwas geändert. Unser Kinderarzt meinte auch, dass oft erst nach 20-30 Stunden ein hörbarer Erfolg eintritt.

        Ich würde der Logopädin vielleicht noch eine Chance geben, wenn dein Sohn sie mag und mit Spaß dort hin geht.

      (4) 13.07.16 - 21:55

      Mein Sohn hatte heute seine 8. Sitzung und kann schon das t aussprechen. Vorher kam immer ein k statt nem
      T.

      Sie spielen auch immer und er bekommt Hausaufgaben. Ich bin sehr zufrieden. Bekommt ihr keine Übungsblätter für zuhause?

      • (5) 13.07.16 - 22:16

        Nein, es gibt auch keinen Übungsordner :-(

        • (6) 13.07.16 - 22:33

          Oh, okay, das ist strange. Du kannst den Logopäden definitiv wechseln. Lass dir vom Arzt eine neue Verordnung ausstellen und los geht's. Wenn es gar keine Verbesserung gibt und ihr Zuhause nicht mal was zum üben habt, würde ich wechseln. Alles Gute.

    (7) 13.07.16 - 23:09

    Hi,
    ich war mit 2 Kindern bei unterschiedlichen Logopäden und bei beiden haben wir keine Hausaufgaben, oder Übungsblätter gehabt.

    Auch verbessert das Kind bitte nicht.

    Falls ihr den Satz umdreht und richtig wiederholt, OK, aber nicht: "Tobias, das heißt K A T Z E", jetzt Du nochmal, und Tobias sagt dann wieder Tatze, anstatt Katze, und muss es noch paar mal wiederholen, bis es endlich geklappt hat.

    Nach 10x ist meistens erst der Diagnose Bogen ausgefüllt, und das Kind ist mit dem Therapeuten warm geworden.

    In der Tat wird hauptsächlich gespielt, und das Kind am reden gehalten. Zusammen Bücher geschaut, und jede Person usw. benannt usw.

    Auch wird empfohlen, Logo-Kindern, so lange wie möglich jeden Tag im Kindergarten zu lassen. Damit es in Sprache "schwimmt".

    Wie habt Ihr denn den Logopäden ausgesucht? Man hört sich doch um, fragt den HNO-Arzt, die Erzieherinnen, andere Eltern............... Was sagen sie, waren sie zufrieden?

    Alles Gute
    claudia

    (8) 14.07.16 - 08:31

    Also gut:
    Wenn die Chemie zwischen euch nicht stimmt, hat es wenig Sinn.

    Aber zur Arbeit einer Logopädin kann ich dir aus Sicht einer Mutter, deren Kinder seit 7 bzw. 5 Jahren durchgängig Logo erhalten, einiges erzählen. Wir hatten schwangerschaftsbedingt einige Wechsel ;-).
    Geh doch mal von dir aus. Wie bringst du deinem Kind etwas bei? Setzt du dich an den Tisch und "paukst" mit ihm oder machst du das spielerisch? Wie hast du deinem Kind die Sprache beigebracht? Ging das nicht "nebenbei" beim Spiel am allerbesten? Nichts anderes macht die Logopädin. Dein Kind würde sich völlig verweigern in jedem anderen Fall. Kinder wollen spielend die Welt entdecken und nicht pauken. Die Logopädin nutzt ganz unbemerkt noch kleine Tricks zur positiven Verstärkung. Sie macht nicht den Fehler und verbessert ihn, oder zwingt ihn gar das korrekte Wort zu wiederholen. Das schädigt sein Selbstbewusstsein und könnte dazu führen, dass er irgendwann gar nicht mehr redet.
    Die Gesellschafts-Spiele der Logopädin sind nicht "irgendwelche" Spiele, sondern ganz speziell ausgesuchte Spiele, bei denen man gezwungenermaßen genau das ganz übt, was beim Kind noch nicht sitzt. Es kommen also in diesem Spiel dann ganz besonders viele Wörter mit "r" vor, an allen möglichen Stellen des Wortes. Aber für dich und das Kind ist das einfach nur ein Spiel und genau so soll es auch sein ;-). Es gibt verschiedene Unternehmen, die sowas anbieten - schau dir das z.B. mal bei Trialogo an.

    Hausaufgaben - ein 4-jähriges Kind? Mmh...es gibt Sachen, die kann man machen und verantworten bei Hausaufgaben und es gibt Sachen, die kann man getrost sein lassen. Mein Ältester hat erst kurz vor der Einschulung die ersten Hausaufgaben überhaupt bekommen. Vorher hätte er das auch nicht geschafft. Therapie ist wie eine Schulstunde. Das ist wahnsinnig anstrengend für die Kids. Wichtig ist, dass dir gesagt wurde, auf was du im Alltag achten musst, was du darfst und was du nicht darfst.

    Die Länge der Behandlungsdauer steht auf dem Rezept. Allerdings beinhaltet das auch das Gespräch mit den Eltern. Steht bei euch also z.B. 45 Minuten drauf, heißt das, dass die Therapie ungefähr 35 Minuten geht und die restlichen 10 Minuten für das Elterngespräch/Unterschrift draufgehen. Das muss passen. Wenn die Therapie. Sich nun etwas nach hinten verschiebt, aber trotzdem den kompletten Umfang hat, sehe ich darin kein Problem. Auch eine Therapeutin darf mal auf Toilette gehen, wird mal angerufen/muss zurückrufen, will mal einen Schluck trinken/vom Brot abbeißen,... und lieber das Ganze ZWISCHEN den Therapien, als in der Therapiezeit.

    (9) 14.07.16 - 09:05

    Hi,

    klar kannst mit jedem Rezept wechseln, warum auch nicht?
    Besonders wenn Du das Gefühl hast, nicht glücklich dort zu sein. Es gibt leider sehr viele unfähige Logopäden.

    ABER eine gute Logopädin setzt sich nicht mit Deinem Kind hin und "übt" Buchstaben, außer das Krankheitsbild setzt dieses voraus.
    Wichtig sind Spiele, damit das Kind motiviert ist, das die Logopädin "nebenher" eingreifen kann, das sie erkennt, wann der Buchstabe falsch kommt.

    Sollst Du Dein Kind verbessern? Was sagt die Logopädin?

    Wir haben immer viele Spiele mit nach Hause genommen, die gerade für das Thema oder Mundmotorik gepasst haben aber bei uns war es auch schwerwiegender, als nur ein Buchstabe. Besonders beim "r" gibt es einige Spiele für den Mund (Wasser gurgeln nach dem Zähneputzen, Trillerpfeife, etc. etc. )

    lg
    lisa

    (10) 14.07.16 - 14:53

    Hallo,

    also bei meiner Tochter (sie war damals 4 Jahre) war es so, dass ich die 1. Stunde dabei war, dann ging sie alleine rein, aber am Ende war ich immer 5-10 Min. noch dabei, da hat mir die Logopädin gesagt, was sie alles gemacht haben (auch nur Spiele, aber eben mit einem bestimmten Zweck) und was ich daheim mit ihr machen kann, oft war es was ausmalen oder auch was "spielen" (eben um die Laute zu üben). Aber ich glaube mich zu erinnern, dass nach 1 Rezept (es ging um k und t) sich auch noch nicht sooo viel getan hatte ... Bespricht die Logopädin denn mit dir, was sie mit deinem Kind gemacht hat? Frag sie doch mal, was ihr üben könnt usw. Aber wenn du einfach ein schlechtes Gefühl hast, dann ist es wohl einfach besser zu wechseln, oder?

    LG

    (11) 15.07.16 - 17:37

    Hallo,
    zu den Methoden kann ich nichts sagen, bin da völlig offtopic.

    Ich kann Dir aber sagen, dass Du natürlich jederzeit den Logopäden wechseln kannst, auch mit dem Folgerezept. Da zählt eigentlich nur, wieviele Verordnungen dieses eine Kind schon hatte und nicht, bei welchem Logopäden ihr wart/seid,

    Schöne Grüße

    Obwohl es ja schon ewig her ist, kann ich mich noch an meine eigene Zeit beim Logopäden erinnern: Ich war damals 5 Jahre alt und konnte kein "k" und kein "g" sprechen. Wir haben immer gespielt, ich bin gerne hingegangen, und Hausaufgaben gab es keine. Meine Mutter hat nur später erzählt, dass der Logopäde ihr empfohlen hat, mich njcht ständig ihre Sorge spüren zu lassen, dass ich mit einem Sorachfehler vielleicht nicht eingeschult werden würde - sie hatte vorher immer mit mir geübt, was ich aber gar nicht mochte ... Nach vier Monaten war meine Zeit beim Logopäden vorbei, weil der Sprachfehler weg war - und eine Zeitlang habe ich den netten Logopäden (außerhalb der Familie eine der ersten männlichen Bezugspersonen in meinem Leben) echt vermisst.

    Wenn die Chemie zwischen Logopäden und Kind nicht stimmt, sollte man schon wechseln, aber mir klingt es eher danach, als hättest Du Zweifel, ob diese spielerische Methode etwas bringt. Dem Sprechenden kann geholfen werden: Sprich doch mit der Logopädin über Deine Zweifel!

    Liebe Grüße
    Anja

    (13) 21.07.16 - 00:34

    Huhuuuu :-)

    Ich bin Logopädin :-D

    Mir kribbelt es natürlich in den Fingern, hier ganz ausführlich auf alles mögliche einzugehen, aber ich versuche mich mal kurz zu halten ;)

    Also: Erstens kannst Du natürlich jederzeit die Logopädin wechseln, wichtig ist einfach, wieviele Gesamtverordnungen es bis jetzt gab und noch geben darf. Du hast freie Therapeutenwahl und das jederzeit. Besprich es einfach mit dem verordnenden Arzt.

    Zweitens ist es tatsächlich so, dass die Übungsinhalte für Kinder in der Regel spielerisch verpackt werden. Je älter die Patienten, desto mehr werden die Inhalte über reines Erklären, Vor- und Nachmachen und Intensivtraining vermittelt.
    ABER ja, leider gibt es auch in unserer Berufsgruppe die sogenannten "Spieltanten", die wenig bis garnichts vermitteln. Wichtig ist, dass Du wirklich nach JEDER Therapie Stunde über den Inhalt und Zweck der Stunde aufgeklärt und vor allem angeleitet (!) wirst. Adäquate Hausaufgaben gibt es übrigens auch für kleine Kinder ganz viele tolle. Und das muss nicht immer in Form eines Arbeitsblattes sein, sondern können auch alltägliche Aufgaben sein (z.B. Aus einer Zeitschrift Bilder rausschneiden die mit bestimmtem Laut beginnen; im Wald nach lauter Sachen suchen, die man dann mit einem passenden Wort reimen lässt; nach dem Zähneputzen gemeinsam ein Mundmotorik Wettstreit starten etc etc etc je nachdem welches Störungsbild) Ich finde immer man kann überall spontan "üben" :-) und man braucht nicht extra Logopädie Spiele dafür.

    Dass ihr jetzt noch keine großen Erfolge seht, kann vielleicht wirklich daran liegen, dass es noch zu früh ist. Gerade bei Lautfehlbildungen muss man ganz basal damit anfangen, dass das Kind eine gewisse Hörwahrnehmung entwickelt für den Laut selbst und in Bezug zu anderen Lauten. Dieser "auditive" Teil braucht einige Stunden. Erst dann kann man anfangen, das Kind an die korrekte Artikulation ranzuführen. Erst der einzelne Laut, dann in Silben, dann am Anfang eines Wortes, Ende eines Wortes etc pp bis man irgendwann dahin gelangt, dass der laut wirklich fest in die Spontansprache übernommen wird. Das kann schnell gehen, dauert aber oft etwas.

    Stell Dir mal vor, wie lange Du / Dein Kind gebraucht hat, um schwimmen zu lernen, Fahrrad fahren, trocken werden, Schnuller weg u.s.w. Alles Gewohnheiten und alte Muster, die man erstmal ablegen muss, um Platz für neue Muster zu schaffen. Und Gewohnheiten ablegen ist nie einfach, für Groß und Klein ;)

    Mein Tipp : Sprich mal in Ruhe mit der Therapeutin, erkläre ihr, dass Du Dich nicht ausreichend "versorgt" fühlst und fordere ruhig ein, dass Du angeleitet und über die Inhalte der Stunde aufgeklärt wirst. Wenn sie 35 min therapiert und Dich in den verbleibenden 10 min anleitet, ist das ein gutes Zeitmanagement. Und das steht Dir zu! Elternarbeit/-Anleitung ist das A und O zum Erfolg. Und natürlich die Patient - Therapeut - Beziehung: wenn die nicht passt..wechseln ;)

    Ich hoffe, ich konnte ein wenig helfen :)
    Viel Erfolg und weiterhin alles Gute!
    - Ella

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