KiTa ohne Außenbereich (3 Tage ganztags / Woche) - welche Erfahrungen habt Ihr damit gemacht?

    • (1) 02.08.16 - 14:27

      Hallo zusammen,

      ich hatte die Tage bereits grundsätzlich wegen unserer KiTa-Entscheidung gefragt. Da ging es jedoch hauptsächlich um die Wahl zwischen zwei Einrichtungen hinsichtlich der Frage, ob ein Wechsel nach einem Jahr (weil eine der KiTas nur von 0-3 Jahren ist) kritisch zu sehen ist.

      Ein weiterer Punkt ist jedoch, dass eine der KiTas keinen Außenbereich hat - lediglich eine recht kleine Dachterrasse. Auch sonst ist die KiTa leider nicht sehr weitläufig, da sie in einem ehemaligen Bürogebäude untergebracht ist. Die Räume an sich sind denke ich schon ausreichend groß, doch durch die engen Flure wirkt (auf mich) alles sehr beengt. Das kann aber natürlich auch der subjektive Eindruck einer Erwachsenen sein und Kindern ist das schnurz #schein Ich kenne eben auch KiTas, in denen auf dem Flur Bobby-Car gefahren werden kann usw. was ich als kleinen Ausgleich zum fehlenden Außengelände in Sachen Bewegung wenigstens "beruhigend" gefunden hätte.

      Die KiTa selbst sagt, dass sie den fehlenden Außenbereich kompensieren durch:
      - zweimal wöchentlich Bewegungsangebot im Bewegungsraum
      - da es zwei Krippen-Gruppen gibt und eine nachmittags immer unterwegs ist, kann der zweite Gruppenraum mit genutzt werden
      - es wird sehr oft in den nahegelegenen Stadpark gegangen oder zum Wochenmarkt, in den Zoo usw.
      - auf der Dachterrasse wird im Sommer ein Planschbecken gefüllt (hab ich selbst bei der Besichtigung gesehen) und es steht auch ein Sandkasten

      Eigentlich war für mich die ideale Kita immer mit schönem Außenbereich...und nun ist bei dieser KiTa eigentlich vergleichsweise alles perfekt (nette Erzieher, Lage, Öffnungszeiten....) nur kein Außenbereich.... Es gäbe nur EINE Alternative zu dieser KiTa und in die könnte die Kleine lediglich ein Jahr gehen, dann müsste sie in eine andere Einrichtung wechseln, was ich vermeiden möchte.

      Da ich "nur" drei Tage in der Wochen arbeiten werde, wir die anderen Tage sicherlich wie bisher auch täglich draußen sein werden, ist das sicherlich ein Ausgleich. Trotzdem frage ich mich, wie sich die Kinder (sie wird ganztags dort sein) da wohl fühlen...

      Deshalb würden mich mal Eure Erfahrungen interessieren bitte.

      Lieben Dank
      Martina

      • éntscheidend ist doch nicht, ob und wie gross ein aussenbereich ist, sondern ob und wie mit den kindern rausgegangen wird.

        unsere kita hat keinen eigenen spielplatz, aber die kinder sind jeden tag draussen.

        für mich ist das kein kriterium, das ich entscheidend finde, da habe ich ganz andere sachen, auf die ich schaue.

        • Danke Dir!

          Klar mein Hauptkriterium ist erstmal der Umgang mit den Kindern. Da habe ich leider schon viel gesehen und auch deshalb war die Suche nach einer Kita lang. Der Außenbereich ist da eher etwas, was ich mir einfach wünschen würde...weil es mir wichtig ist, dass die Kinder täglich draußen sind, sich in der Natur beschäftigen und toben können.

          Andererseits braucht es dazu natürlich keinen eigenen Garten - ich frage mich tatsächlich nur, ob man wirklich täglich die Knirpse einpackt und dann rausgeht, wenn man dazu etwas "weiter weg" muss. Ich stelle mir das so aufwändig vor irgendwie...alle anziehen, einpacken...ich brauch ja mit einem Kind manchmal schon lang #schein

          Mich würde mal interessieren, worauf Du noch so geachtet hast. Hatte dazu vor einiger Zeit mal eine Umfrage gemacht, weil ich mir schon sehr wählerisch vorkam ;-) Klar Öffnungzeiten und Erreichbarkeit muss natürlich passen. Aber auch sonst...

          LG
          Martina

          • wie gesagt: bei uns gehen die kinder täglich raus. auch bei regen. notfalls eben spazieren und nicht unbedingt auf den spielplatz. längere spaziergänge gehören ohnehin zum konzept.

            worauf ich so geachtet habe: als allererstes natürlich auf den umgang mit den kindern: werden sie auf augenhöhe angesprochen? wie wird kritisiert? was fällt den erziehern als erstes ein, wenn ich frage, worauf sie wert legen? welche sanktionen sind üblich? wenn man mal eine stunde daneben sitzt, sieht man ja, ob die kinder respekt- und liebevoll behandelt werden oder nicht.

            dann ist mir persönlich sowohl bei kita als auch schule später wichtig, dass es keine "verkommenen" räumlichkeiten sind, also dass schäden sofort repariert werden, dass die einrichtung kindgerecht ist, dass die kinder jederzeit an ihre sprachlerntagebücher kommen usw.

            nicht zuletzt muss die einrichtung (und da am meisten die leitung, wenn diese lenkende funktion hat) auf meiner "wellenlänge" sein. ich hätte meine kinder nicht in eine einrichtung gegeben, wenn dort z.b. töpfchentraining praktiziert worden wäre oder zucker hysterisch verteufelt (oder nur zucker gegeben) usw.
            natürlich liest man sich das konzept durch, aber papier ist ja geduldig, deshalb frage ich lieber im gespräch ab, wie die leute hinter dem konzept denken, wo ihre schwerpunkte liegen.

            bei den öffnungszeiten war mir wichtig, dass sie nicht zu lang sind. lange öffnungszeiten scheinen zwar erst mal praktisch, ziehen aber das personal auseinander, so dass in der kernzeit weniger personal zur verfügung steht, da ja die früh- und spätstunden auch abgedeckt werden müssen und sich der betreuungsschlüssel durch öffnungszeiten nicht verändert. dazu kommt, dass es von vortei ist, wenn man eine einrichtung nimmt, bei der personalausfälle durch ersatz abgedeckt werden. ist zwar nicht das gleiche, aber zumindest sind dann hilfskräfte da, die eine überlastung der anderen kollegen vermindern.

            bestimmt hab ich noch irgendetwas vergessen, das ist es nur, was mir spontan dazu einfällt. bei uns ist ja die kitasuche schon etwas länger her. :-)

            • Danke Dir für Deine ausführliche Antwort!

              Ja so in der Art habe ich die Auswahl auch getroffen. Wobei mir das mit den Sprachlerntagebüchern neu ist (kenne ich gar nicht sowas - die Kleine war bislang nie fremd betreut und wird erst 2) #schein

              Ja der Umgang ist mir super wichtig - wobei ich in vielen KiTas ehrlich gesagt den Eindruck hatte, dass den Erzieherinnen ihr Job nicht soooo furchtbar wichtig ist...sie machen ihn halt. Nicht böse gemeint, doch es ist eben ein Beruf, der keine allzu hohen Eingangshürden hat und (zumindest früher) auch keine große Anforderungen an Ausbildung & Co stellte. Ich will jetzt nicht alle in einen Topf werfen - es gibt ganz bestimmt viele sehr engangierte Erzieherinnen, die sich weiterbilden und auch einiges auf dem Kasten haben. Nur leider findet man die nicht überall.

              Es ist einfach super schwer - grade hier, wo sehr viele Kinder gar keinen Platz finden und man nicht wirklich wählen kann. Ich habe extra ein zweites EZ-Jahr dran gehängt, weil ich mir absolut nicht vorstellen konnte meine Tochter mit 1 Jahr in eine KiTa zu geben. Bevor die Kleine da war dachte ich da noch anders bzw. kannte die Tatsachen nicht. Jetzt geht es leider nicht mehr anders.

              Danke nochmals und LG
              Martina

              • keine allzu hohen eingangshürden ist gut. mit abi und 5 jahren ausbildung kann man genausogut studieren, da muss man schon ziemlich idealistisch sein, um erzieher zu werden ;-)

                hier in berlin gibts auch etliche kitas, in die ich mein kind nicht geben würde. aber zum glück gibts hier auch viele, so dass man auswahl hat, wenn man sich zeitig kümmert.
                stadt hat halt auch vorteile.

                ich drück euch die daumen, dass ihr eine schöne und entspannte kitazeit habt!

          Unsere Krippe hat zwar ein eigenes Aussengelände, trotzdem gehen sie oft raus. Es wird also schon gemacht.

          Für mich ist übrigens der Umgang der Erzieherinnen mit den Kindern ausschlaggebend. Unser Sohn wurde oft schon an der Tür von seiner Erzieherin mit einem: "Guten morgen Felix, komm wir gehen jetzt das und das machen" eingesammelt.
          Super fand ich auch, dass mir die Erzieherin nicht nur gesagt hat, wenn mal etwas nicht rund lief, sondern auch, wenn es toll war. Bspw., wenn er besonders einfühlsam oder besonders hilfsbereit war.
          Wichtig fand ich also, dass man mein Kind sieht.

    (8) 02.08.16 - 15:57

    Bei uns im Umkreis haben alle Kindergärten einen Außenbereich, aber liegt wohl daran, dass wir auf dem Land wohnen.
    Für mich wäre ein KiGa ohne Außenbereich nicht die erste Wahl, aber vielleicht bin ich ja auch einfach verwöhnt. Bei uns gibt es einen riesigen großen Hof (alter Baumbestand und alles sehr naturnah und jede der 4 Gruppen hat noch einen kleinen Hof vor ihrem Gruppenraum. Sie haben auch turnen im KiGa. Zoo-Ausflüge gibt eher selten, da sie dann in die nächst größere Stadt müssen und das ist nicht soo einfach, dafür gibt es regelmäßig Ausflüge ins Feld oder den Wald, oder zu Tieren in der Umgebung. Meine beiden finden es draußen einfach toll, wenn es nicht gerade aus Kübeln schüttet, sind sie mind. einmal am Tag draußen. Im Sommer haben Sie auch ein Planschbecken und so eine Spritzblume, allerdings ist ein Planschbecken im Kindergarten eigentlich gar nicht erlaubt.

    Wenn es nur die 2 Möglichkeiten gibt, dann würde ich den nehmen, in dem alles passt....

    • (9) 02.08.16 - 16:09

      Danke Dir!

      Ja in der Stadt ist das einfach alles schwierig in Sachen Außenbereich leider. Ich würde es mir auch anders wünschen.

      Blöde Frage: Planschbecken ist in KiTas nicht erlaubt? Echt? Wusste ich gar nicht. Weißt Du warum?

      Lg
      Martina

      • das ist mir auch neu. ich kenne keine kita, in der im sommer nicht geplanscht wird. das sind doch ganz wichtige erfahrungen für die kinder, mit dem wasser zu spielen.

        (11) 04.08.16 - 17:37

        Das hat uns die Leiterin im Elternbeirat gesagt. Ich weiß es nicht mehr ganz genau, aber es ging darum, dass das Wasser in dem Planschbecken ja ein stehendes "Gewässer" ist und auch nicht gefiltert wird. So etwas in der Art. In so einem Planschbecken können sich bei so vielen Kindern Keime etc. wunderbar verteilen.

        Bei uns wird es auch gemacht, aber eigentlich nicht erlaubt. Ist vielleich tauch von Bundesland zu Bundesland verschieden.

        • (12) 04.08.16 - 18:57

          Au weia....klingt logisch und typisch heutiger Bürokratie. Vermutlich hat ein Kind mal einen Schnupfen bekommen und irgendwelche Eltern haben die KiTa daraufhin verklagt #rofl Das ist fast so gut, wie dass heute keine Pflaster mehr geklebt werden dürfen oder gar mit WC-Rollen gebastelt werden darf....gruselig.

          LG
          Martina

          • das kann man ja alles ganz leicht umgehen, indem man sich bei der eingewöhnung pauschal die erlaubnis für alles "verbotene" holt.

            bei uns wird geplanscht, gebastelt, eingeschmiert, pflaster geklebt und was den kindern sonst noch so gut tut. bei allergikern wird natürlich drauf geachtet, aber alle kinder, deren eltern sie normal behandelt wissen wollen, werden auch ganz normal behandelt.

hallo,
zoo, stadt, wochenmarkt mit vielen kleinkindern bedeutet gehen in paaren oder hocken in der karre. von "bewegung und toben an der frischen luft" ist das für mich meilenweit entfernt!
als mutter zweier waldkindergartenkinder wäre das für mich ein absolutes no go!
vg

  • klassischer fall von vorurteil.

    ja, in der stadt lernen die kinder auch, sich vernünftig im strassenverkehr zu bewegen. aber zumindest in berlin gibt es überall ecken, wo die kinder sich richtig austoben können. sogar im zoo. :-D

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