Ängste bestätigen ?!?

    • (1) 17.08.16 - 10:26

      Hallo zusammen,

      ich möchte etwa mit euch teilen, was mir kürzlich widerfahren ist.

      Wir waren mit unserem Hund ( junger Rüde, mittelgroß, braun, Schlappohren, wild aber freundlich) letztens bei Bekannten im Garten eingeladen. Es waren einige Leute da, die ich nicht kannte und ich habe spontan so in die Runde gefragt, ob hier jemand ist, der Angst vor Hunden hat, damit ich mich darauf einstellen kann und unseren Hund entsprechend an der Leine und bei mir lasse. Es hat sich ein Elternpaar gemeldet und gemeint" Ja, unsere Kinder". Die Kinder waren nicht dabei, die waren weiter weg spielen. Gut. Dann bin ich mit dem Hund ausreten an den Rand der Wiese und plötzlich kommen 4 Kinder angerannt. Ich denke, so zwischen 4 und 5. Ein Mädchen, dass ich auch kannte und das unseren Hund auch kennt war besonders forsch und fragte gleich, ob es streicheln darf usw. es hat mir dann auch alles erzählt, was es über Hunde weiß. (viel !) die anderen Kinder, drei kleine Jungs kamen auch, zwar etwas zögerlicher, aber alle haben gestreichelt und waren interessiert. Ich habe natürlich aufgepasst und den Hund festgehalten, so dass ich jederzeit hätte eingreifen können.... im nachhinein hat sich dann heraus gestellt, dass dies die Kinder waren, die Angst vor Hunden haben.... allerdings nur, wenn die Eltern dabei waren, die scheinbar selber ängstlich waren.

      Kennt ihr das? Dass Eltern den Kindern Ängste "einreden" bzw. die Kinder in den Ängsten bestätigt werden, obwohl vielleicht auch mal die Möglichkeit bestehen würde, diese Ängste zu überwinden, überdenken?

      Ich kenne das z.B. von meiner Mama, die sagte immer in großer Runde "mein Kind ißt, das und das nicht" und dabei wußte sie das ja gar nicht so genau. Und ab und zu möchte man vielleicht als Kind auch probieren und mit solchen Aussagen von Eltern wird man doch total liminiert und eingeschränkt in seinem natürlichen Entdeckerdrang.

      Wie denkt ihr darüber und wie haltet ihr das? redet und handelt ihr "für" eure Kinder? Also so, wie ihr das erwartet, wie ihr eure Kinder kennt?

      Ich finde das Thema spannend.

      • (2) 17.08.16 - 10:40

        Hallo,

        ich kenne weder die Eltern, noch die Kinder und kann deshalb dazu nichts sagen.

        Allerdings kann ich Dir von uns berichten. Ich selbst habe überhaupt keine Angst vor Hunden, auf Deine Frage hätte ich auch mit " Ja, mein Sohn reagiert". Er hat in 99% aller Fälle schreckliche Angst vor Hunden und reagiert eher panisch. Es gab aber bislang 2 Hunde, denen hat er vertraut bzw. sich genähert. Ich persönlich respektiere seine Angst und nehme ihn auf den Arm, wenn er Panik bekommt.

        LG

        • (3) 17.08.16 - 12:27

          Eine befreundete Familie hat diese Angst vor Hunden, die beide Kinder (eines war das besagte Mädchen aus dem Text oben) hatten, damit in den Griff bekommen, dass sie mit einem Hundetrainer auf einem Hundplatz waren. Da haben die Kinder alles erklärt bekommen, wie man sich Hunden nähert, was Hunde ausdrücken möchten, wenn sie bellen, wedeln, stubsen, knurren usw. Sie sind jetzt kleine "Hundeexperten" und haben dadurch und im Umgang mit einem Welpen und kindererfahrenen Hunden ihre Angst verloren. Weil sie aber auch wissen, wie man sich Verhalten sollte fremden Hunden gegenüber. Der Junge hat uns z.B. direkt einen vollen Wassernapf gebracht.

      Hallo :)

      Ich habe Angst vor Katzen und mein fast 4 jähriger auch?! Naja eigentlich hat er keine Angst aber ich habe meine Angst ihm übertragen. Unsere Nachbarn haben eine Katze - ich bleibe distanziert. Jedoch habe ich meinen Sohn jetzt vor kurzem gesagt das ich ihn auch ganz süß finde und er meinte ob er ihn streicheln dürfte. Die Nachbarn hielt die Katze fest und Sohnemann streichelte ihn. Witzig war das er dann sagte "Mama er ist sooo kuschelig - hab keine Angst" es war so süß. Er hat seine Angst überwunden :)

      Lg

    • So einen Fall haben wir in der Familie.
      Wir haben insgesamt 3 Hunde, weiblicher Labbi, weiblicher Mix knapp Kniehoch und unser Colli-Mix Rüde. Alle 3 sind mit Kindern aufgewachsen, lieben Kinder, sind nicht so empfindlich wenn ein Kind doch mal unvorsichtig ist (kennen sie eben von Welpe an das kleine Kinder tollpatschig sein können). Alle 3 hören gut, sind erzogen usw.

      Und ein Familienteil, egal welcher der Hunde anwesend ist sagt schon ehe der Hund nur in der Nähe ist zu seinen Kindern "Aber Vorsicht mit dem Hund. Ihr wisst ja, Hunde können beißen". Sind Papa und Mama nicht dabei gehen die Kinder ganz anders mit den Hunden um. Klar, sie kennen das nicht so und sind entsprechend etwas vorsichtiger als z.B. unsere Kinder die jeden Tag unseren Hund um sich haben. Aber nach ein bisschen Gewöhnungszeit spielen die Kinder dann auch mit den Hunden.

      (6) 17.08.16 - 11:36

      Hi!

      Ich kenne das Phänomen auch, allerdings nicht auf Hunde bezogen.

      Eine Bekannte von mir hat Angst vor Bienen. Was macht ihre Tochter also, wenn eine Biene in ihre Nähe kommt? Laut schreien und panisch um sich schlagen - wie Mama eben.

      Der Papa dieses Mädchens hat Angst vor Spritzen - Du darfst raten, was passiert, wenn die Kleine z. B. geimpft wird...!

      Klar habe ich auch Ängste oder Abneigungen, aber die versuche ich meinem Sohn nicht so zu zeigen:
      Bei z. B. Bienen bleibe ich ruhig und warte, bis sie weg geflogen ist. Spinnen finde ich ganz ekelig. Aber wenn ich eine im Haus entdecke, überwinde ich mich und bringe sie möglichst mit Becher und Pappe nach draußen (oder hole den Papa, damit er das erledigt ;-) )

      Wenn ich Angst vor Spritzen hätte, dann dürfte mein Sohn eben nicht mit ihns Behandlungszimmer, wenn mir eine gesetzt würde.

      Ich versuche, meinem Sohn einen gesunden Respekt beizubringen ("Hunde können beißen, wenn sie Angst haben oder sich angegriffen fühlen, deshalb darf man sich ihnen nur vorsichtig nähern und immer den Besitzer fragen, ob man streicheln darf" oder "Spinnen sind nützlich, sie essen Fliegen oder Mücken auf" oder "Spritzen pieksen nur am Anfang ein bisschen und dann hat man den Pieks schon vergessen" so als Beispiele).

    • (7) 17.08.16 - 12:02

      Hallo,

      ich würde das echt nicht überbewerten. Außerdem finde ich einen gesunden Respekt vor fremden Hunden gar nicht verkehrt.

      Bei uns ist es so, dass die Hunde, deren Halter wir gut kennenund denen ich vertraue, selbstverständlichgestreichelt/geschmust werden dürfen.

      Bei fremden Tieren, egal ob Hund oder Katze, gilt aber grundsätzlich, die darf sie nicht anfassen, "weil wir nicht wissen, ob das Tier das überhaupt möchte." (Und ich nicht weiß, ob die Tiere gesund sind, gut erzogen sind, bissig sind... aber das sag ich natürlich nicht laut ;-))

      Ich mache aber jedesmal, wirklich jedesmal (!), die Erfahrung, dass die Tierhalter dann meiner Tochter die Tiere richtig aufdrängen ("Der tut nix,.. bla bla"). Selbst bei einem Hund, der kurz vorher noch geschnappt hat kam "Der will nur spielen..."

      Was ich sagen will: Vielleicht erziehen diese Leute nicht Angst vor Hunden an, sondern wollten nicht, das ihr Kind mit dem fremden Tier spielt. Offenbar haben die Kinder ja auch gar keine Angst.

      LG

      • (8) 17.08.16 - 12:22

        Ja, dass kann ich verstehen, wenn Eltern nicht möchten, dass die Kinder mit einem fremden Hund spielen. Nur, dann kann man das ja auch einfach sagen und nicht eine "ominöse" Angst vorschieben. Mein Hund ist auch kein "Spielhund". Er kennt kleine Kinder nur von seltenen Begegnungen. Deswegen bin ich immer froh, wenn hundeerfahrene und hundebewußte Kinder den Umgang mit ihm suchen.

        Ich kenne es auch umgekehrt, dass Eltern den Kindern "Hunde" aufdrängen und ich finde beides unangebracht. Wenn sie von sich aus fragen und interessiert sind, dann ist die Situation meist viel entspannter, wie wenn Eltern/ und oder/ Hundehalter irgendwen bedrängen.

        Ich respektiere "Angst (oder Respekt) vor Hunden" und wenn ich es weiß, dann halte ich meinen Hund von den entsprechenden Personen fern.

        • (9) 17.08.16 - 12:31

          Ja, das ist super, das du es so machst.

          Ich habe leider schon sehr viele negative Erfahrungen mit Hunden bzw deren Haltern gemacht. Leute, die denken, jeder Hund wäre ein Spieltier für ihr Kind gehen mir auch auf den Keks, aber wie gesagt, ich habe noch nie von einem Hundehalter gehört, dass er es gut findet, wenn meine Tochter das fremde Tier nicht streicheln darf. Egal ob beim Einkauf, an der Bushaltestelle,...die sind immer beleidigt.

          Und letztlich habe ich ja auch Angst, dass etwas passieren könnte. Und als meine noch jünger war, so 1-2, hätte ich auch nicht dafür garantieren können, dass sie beim Streicheln nicht aus Versehen kneift oder zwickt. Selbst wenn ich das direkt gesagt habe, wurden ihr dann die Freigänger-Nachbarskatzen unter die Nase gehalten. #schwitz

          Die wollten vielleicht einfach nicht sagen, dass sie euch nicht kennen und deswegen dem Hund auch nicht trauen, oder hatten Angst, du lässt ihn sonst frei auf der Wiese,...

          LG

    Hallo,

    ich hätte wahrscheinlich auch etwas gesagt. Weil bei uns beide Kinder(3) panisch reagieren, wenn ein Hund direkt auf sie zu kommt oder noch schlimmer geschickt wird. Gerade Besitzer von kleineren Hunden sind oft der Meinung, kleine Kinder müssten kleine Hunde toll finden. Wenn ihnen die Zeit gegeben wird, einen Hund kennen zu lernen, er irgendwo ruhig liegt oder sie ihn zuerst mit Abstand betrachten können, kann es auch sein, dass sie ihn streicheln. Bei Spritzen ist es so, dass ich eine ausgeprägte Spritzenphobie (schreien, um mich schlagen, weinen) habe, die ich inzwischen zu 80% im Griff habe, beide Kinder aber ziemlich cool auf Spritzen (Sohn reagiert gar nicht, Tochter weint kurz nach dem Einstich) reagieren und mich immer etwas bedauern, wenn ich wieder eine Spritze bekomme und auch schon angeboten haben mit zum Arzt zu kommen und Händchen zu halten.

    Liebe Grüsse
    Rike

    Es nur auf die Angst der Eltern zu schieben, wäre viel zu einfach.

    Es kann gut sein, dass die Kinder grundsätzlich ängstlich sind bei fremden Hunden, sich aber durch die anderen Kinder angestachelt fühlten, das für einen Moment abzulegen.
    In einer Gruppe verhalten sich viele Kinder untypisch.

    Ich selbst habe keine Angst vor Hunden, und meine kleine Tochter hat panische Angst. (Die Große mag Hunde, aber würde sich nie fremden Hunden nähern)
    Da hilft es auch überhaupt nichts, wenn jeder Hundehalter sein Tier ohne Leine laufen oder am Kind schnuppern lässt mit der Begründung "der tut doch nichts" oder auch noch auf meine Tochter einredet, während sie Panik schiebt. Das macht alles nur noch schlimmer.

    Ich bin so abgegessen von den blöden Hundebesitzern hier, dass ich langsam nachvollziehen kann, warum es so viele Hundehasser in der Gegend gibt.

    Ja, wenn ich das Gefühl habe, dass es meinen Kindern gerade hilft, dann rede ich für sie. Es gibt eine Menge Situationen, in denen sie dankbar dafür sind. Genauso gibt es jede Menge Situationen, in denen sie ihre Sachen selbst klären. Für mich ist es aber ein Teil der Fürsorge, dass die Kinder sich auch ab und an mal hinter mir verstecken dürfen.

    Ich habe auch keine Angst, dass meine Kinder nicht genug von der Welt entdecken. Wenn sie etwas probieren wollen, dann werden sie es auch tun, egal was irgendwer gerade dazu gesagt hat.

    (12) 17.08.16 - 20:30

    Hallo!
    Also ganz ehrlich, ich hätte auch ja gesagt! Mein Sohn hat zwar keine "Angst" aber Respekt vor Hunden und kann schon auch mal panisch reagieren wenn da ein "wilder aber freundlicher" Hund auf ihn zugelaufen kommt. Kann ich auch verstehen...er ist noch keinen Meter groß und ein mittelgroßer Hund somit fast auf Augenhöhe. Ich hätte ohne dich zu kennen auch gefürchtet, dass du den Hund frei rumlaufen lassen willst und mein Sohn dann den Rest der Feier meinen Schoß nichtmehr verlässt. Das heißt aber nicht, dass er einen angeleinten Hund der ruhig da steht nicht auch mal streicheln würde. Ich habe da leider auch schon desöfteren schlechte Erfahrungen gemacht. Unser Sohn übrigens auch... Als er etwa 1,5 Jahre war, ist der Nachbarin als wir auf der Straße an deren Haus vorbei gelaufen sind mal der Hund entwischt und gradewegs auf den kleinen zu gestürmt. Ich könnte ihn grade noch greifen und hoch ziehen. Und was sagt die Nachbarin?.... "Keine Angst der tut nichts":D. Der Hund hat ihn damals wohlgemerkt um etwa 10cm überragt und war gerade im Begriff in über den haufen zu rennen.

    Man weiß halt leider nie wie die Leute ihre Hunde unter Kontrolle haben.

    Lg zumy

    (13) 17.08.16 - 20:30

    Hallo,

    ich kenne das auch und versuche selbst, meinem Kind anderes zu vermitteln.

    Wir haben selbst einen Hund-eine Seele von Tier und unser Sohn liebt ihn innig. Er lernt aber auch den richtigen Umgang und dass man fremde Tiere nicht ohne Erlaibnis des Besitzers anfassen darf. Es wird nicht auf die Tiere zu gerannt, man reißt nicht die Arme hoch und rennt auch nicht weg. Er lernt, dass man sich den Tieren mit Ruhe und bedacht nähert. Ich finde das wichtig.

    Unser Sohn liebt Tiere.

    Grundsätzlich nehme ich seine Ängste wahr und ernst, versuche aber bei "unbegründeten" Ängsten (zB vor Dunkelheit) ihm diese zu nehmen.

    LG cutu

    (14) 18.08.16 - 08:06

    Hallo!

    Wirklich ein spannendes Thema.

    Ich habe selbst Ängste, mir ist als Kind mal mit einem ausgestopften Krokodil Angst gemacht worden, seitdem habe ich Panik, auch vor Schlangen, warum auch immer. Ich möchte aber auf keinen Fall dass sich diese Angst auf meine Tochter überträgt. Bei uns im Baumarkt gibt es Terrarien mit Schlangen, die schauen wir uns zusammen an, im Zoo bin ich auch mit ihr zu den Aligatoren. Das kostet mich sehr viel Überwindung und ich stehe dann auch völlig verkrampft da, aber ich würde ihr diese Tiere niemals vorenthalten.

    Meine Kleine hat Angst vor Wespen/Bienen, keine Ahnung wo sie die her hat. Ich vermute Kindergarten.

    LG
    Sunny

    Moin.
    Also, was Hunde betrifft: Ich bin mit Hunden aufgewachsen, mein Mann und unsere Kinder nicht. Daher bin ich dafür "zuständig" , unseren Kindern den Umgang näher zu bringen.... Und ich halte es wie meine Eltern - Respekt vor dem Tier ist wichtig.

    Treffen wir einen Hund, stürzen sie sich nicht drauf, sondern lassen den Hund erstmal schnuppern, sie bleiben ruhig stehen (kein Arme-hochreissen oä) und wenn der Hund dann bleibt, dürfen sie ihn anfassen.
    Bis jetzt gab es noch nie Probleme und die Halter sind meistens froh, weil viele wohl auch ungefragt die Tiere anfassen...
    Was Ängste angeht: Als meine Kinder ins Alter kamen, wo sie zB alleine losziehen wollten, hatte ich furchtbares Kopfkino, was alles schiefgehen kann ;-)
    Ich habe ihnen erklärt, dass ich mir halt immer Sorgen mache, ich aber auch weiß, daß ich ihnen vertrauen kann.
    Nur ist das halt die Glucke in mir, die am liebsten immer dabei wäre....
    Meine Kinder haben das gelassen aufgenommen und grinsen sich einen, wenn ich zB meinem Großen bitte, sich doch zwischendurch mal zu melden. Er wird übrigens bald 17... Aber er ist so nett und meldet sich.

    Kleine Anekdote am Ende: Im Urlaub hat meine Tochter sich Blutegel eingefangen - einen großen, schwarzen und ca. 10 kleine, ungefähr 1cm lange.
    Sie saßen auf ihrem Fuß, hatten sich gsd noch nicht in die Haut gebohrt, aber ich gestehe, ein innerer Teil von mir ist ist kreischend den Waldweg zur Straße gelaufen... Ich HASSE Blutegel!
    Selbst Spinnen lösen nicht so einen Ekel aus...
    Tja, keine Chance, ich habe sie abgezupft...
    Hinterher brauchte ich ein paar Minuten für mich, um das Schütteln loszuwerden **gg**
    Meine Tochter fand es nach dem ersten Schreck übrigens ganz spannend und latscht wieder in jeden See auf ihrem Weg.
    Glg, Locke

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