Eingewöhnung - wieder zurück auf Anfang?

    • (1) 18.09.16 - 13:52

      Hallo,

      auch wir haben ein paar Fragen zum Thema Eingewöhnung und hoffen auf eure Erfahrungen.

      Vor ab vielleicht nur als Info:

      wir haben uns viele Gedanken zum Thema Kita/Tagesmutter etc. gemacht und sind eher Menschen die viel hinterfragen und auch mal auf den Bauch hören.

      Unser Sohn ist 2 Jahre und 3 Monate alt und wir sind vor 2,5 Wochen in die Kita gestartet.

      Unser Sohn ist ein offener und lebensfroher Kerl der mehr lacht als weint.

      Wir sind (sowohl Papa als auch Mama - abwechselnd und mal zusammen) gut gestartet. die ersten vier Tage waren wir 1-2 Stunden zusammen im Kindergarten... Dann bin ich mal kurz zur Toilette, dann mal ne halbe Stunde vor die Tür, dann eine Stunde, etc. alles mit den Worten: Tschüss Mami, bis gleich. Dazu hat er gewunken.

      vergangene Woche Donnerstag hat er morgens das erste mal beim abgeben gekämpft - nicht geweint. Ich habe ihm alles in Ruhe erklärt (was ich mache, das Papi arbeiten ist und das wir Ihn zusammen abholen, etc). Er hat nicht geweint aber auch nicht mehr freudig gewunken. Mir war klar dass das so kommt.... er war dann von 9-11:45 Uhr da und hatte es laut Erzieher etwas schwer (ohne Tränen).

      Am Freitag hat ihn dann der Papa gebracht... beide haben geweint (mein Mann erst zu Hause).

      Eine Mama die mit eingewöhnt hatte in der Kita etwas vergessen und schrieb mir, dass unser zwerg gut drauf war und auf dem Weg nach draussen mit in den Wald. Sie schrieb mir und wir waren erleichtert, wenn auch nicht beruhigt.

      Er sollte am Freitag das erste mal dort schlafen (laut Leiterin durch Personalprobleme wohl nur an dem Freitag möglich - Leiterin will beim ersten mal schlafen immer selbst dabei sein),

      Ich habe Ihn dann um 14:00 Uhr abgeholt. Die Erzieher sagten er habe sich morgens gleich gut ablenken lassen (er hatte ein "Ich- Buch" dabei wo Fotos von allem und jedem drin sind was ihm vertraut ist und womit er gerne spielt) - dieses Buch hat er dann jedem gezeigt und er war fröhlich. Zwischendurch hätte er jedoch so gewirkt als ob er darüber nachdenkt wo wir (Eltern) sind. Aber auch da konnte er durch Spiel und Ansprache gut abgelenkt werden. Essen und Schlafen lief auch prima.

      So weit so gut.

      Mein Gefühl ist gerade katastrophal. Junior hat seit gestern Abend Fieber (38,7°) und ist wirklich nicht entspannt - allerdings bekommt er auch 3 Backenzähne,

      Ich könnte gerade alles hinschmeißen , bei der Arbeit anrufen und das 3 Jahr Elternzeit dran hängen, schwanger werden und mein "Baby" wieder bei mir haben.

      Und ja ich weiß wie wichtig Sozialkontakte sind und das sein Verhalten eigentlich ein normales ist und nur ich gerade Probleme habe mich an die neue Situation zu gewöhnen.

      Ich denke gerade darüber nach noch einmal etwas an Tempo rauszunehmen und ihn morgen (vorausgesetzt es geht ihm gut und das Fieber ist weg) nicht da schlafen zu lassen und am Anfang etwas länger bei ihm zu bleiben.... Oder ist das kontraproduktiv? Also ich meine im Sinne von sanfter Ablösung und darauf warten bis das Kind einen "rausschickt" sozusagen?

      Ich muss am 17.10. wieder arbeiten. ein bisschen Luft ist also noch. Ich werde dann nur 2,5 Tage arbeiten gehen und er muss "nur an 2 Tagen in der Woche von 9-15:45 Uh gehen und hätte ansonsten "frei" oder er geht dann nur zum "spielen" von 9-11 Uhr?!

      Ach mensch... ich musste es mir gerade mal von der Seele schreiben. Keine Ahnung was ich von euch hören möchte....

      Vielleicht musste es nur mal raus! Wir möchten unserem Sohn Sicherheit und Stabilität und Vertrauen schenken - da währe es schon toll wenn die Eltern wissen was sie wollen.... aber gerade überwiegt irgendwie Herzschmerz!:-(

      #sorry und danke für´s raus schreiben dürfen. #winke

      • Hat er noch Fieber?

        Wenn ja, würde ich ihn zuhause lassen, bis er fit ist. Es bringt nichts ihn angeschlagen dorthin zu schicken. Das macht mehr kaputt. Vielleicht lag es ja auch an den Zähnen, dass er die letzten Tage nicht so "fröhlich" war.

        Zudem würde ich die Eingewöhnung auf einen begrenzen. Bei uns ist das auch ganz klar so verlangt.

        Ansonsten wäre es bei mir so gewesen, dass du sehr lange hättest warten müssen, bis ich dich "weggeschickt" hätte und auch ein "neues" Kind hilft ja nix. Dann stehst du bei diesem wieder vor dem Problem.

        Achte darauf, dass dein Kind wieder fit ist und dann geht mit neuer Tatkraft dran.

        • Danke!

          Er schläft gerade - vor dem Schlafengehen hatte er 37,2* :-)

          Sein Verhalten auch hier zu Hause war typisch für "Zähne"... Er bleibt zu Hause wenn er auf mich keinen fitten eindruck macht...

          Mache mir nur Gedanken weil er am Donnerstag schon nicht in die KITA kann (Wichtiger Arzt-Termin in der Uniklinik) und kommenden Monatg hat die KITA zu. Am kommenden Dienstag wechselt er in die andere Krippengruppe (es gibt zwei Krippengruppe - eine jüngere und eine etwas ältere! beide Gruppen sind nur bis 10:00 Uhr getrennt und ab dann zusammen) Das heißt er hat die anderen Kinder auch schon gesehen und kennt seine "neue Bezugserzieherin" schon (trotzdem finde ich diesen Wechsel organisatorisch nicht so gut gelegt in mitten der Eingewöhnung). Würde aber auch sagen, dass unser Zwerg offen ist und ihm dieser Wechsel nichts an haben wird - eigentlich!

          Alles zu viel??

          Der Papa wird zukünftig den Zwerg in die Kita bringen wenn ich arbeite, hatte aber während der Eingewöhnung bisher nicht an jedem Vormittag frei... daher der Wechsel. Eigentlich ist Papa der Bringer und ich die Abholerin...

          Denkst du, ich hätte länger mit bei Ihm bleiben sollen... :-( Oh weh...

          Ich danke dir für deine schnelle Antwort!

          • Ich kann dich verstehen. Das ist schon viel.

            Deshalb, wenn dein Kind nicht ganz fit ist, würde ich doch eher zuhause lassen, denn angeschlagen löst sich das Kind noch weniger.

            Bei uns war es auch so, dass der Papa Flix in die Krippe brachte und ich ihn abholte. Für die Eingewöhnung war es aber wichtig, dass nur eine Person da ist. Wechsel gibt es nicht.

            Ich denke schon, dass dein Sohn das schafft. Es ist einfach nur ein großer Schritt. Wichtig ist, dass ihr dahinter steht. Ihr müsst sicher sein.

      (5) 18.09.16 - 14:05

      Hallo, wenn er heute noch Fieber hat, dann kann er morgen NICHT in die Kita. Das steht sicherlich auch in den Richtlinien, die ihr bekommen habt.

      Ich verstehe gerade nicht dein Problem? Denkst du er hat Fieber wegen der Kita? Es wird ein ganz normaler Infekt sein, verstärkt durch das Zahnen vielleicht ....

      VG
      Bettina

        • (7) 18.09.16 - 14:46

          Hallo,

          ich glaube ganz viele Eltern machen sich darüber Gedanken. Man darf aber nicht völlig verkopfen dabei - das tut dir und auch eurem Sohn nicht gut.

          Ich persönlich finde Regelmäßigkeit für Kinder besser, also jeden Tag ein paar Stunden und nicht 2 Tage voll und den Rest nicht. Die Kinder müssen auch ankommen können, Spielkameraden finden, einen Rhythmus haben. Wenn sie mal da mal nicht da sind ist das in der Regel schwieriger - man fühlt sich dann eher wie zu "Besuch". Mit den Spielkameraden wird es so zwischen 3 und 4 Jahren losgehen ...

          Morgens lange da zu bleiben verlängert den Abschiedsschmerz unnötigerweise (bei dir und beim Sohn). Wenn es nichts gibt, dann halte das Verabschiedungsritual eher kurz - alles andere führt bei ganz vielen Kindern dazu, dass sie sich noch schlechter trennen können.

          Trau deinem Sohn etwas zu! Er ist toll und schafft das! Es wird dich sehr stolz machen :-)

          VG
          B

    Sorry - ich lese eher raus, dass DU ein Problem hast und nicht dein Sohn. Und dass der Papa dann auch noch heult... nun ja.

    Wenn er fieberfrei ist, würde ich ihn morgen ganz normal hinbringen. Abschied soll kurz die möglich. Zwerg hat sich auch erst ein bisschen schwer getan. Ich bringe ihn hin, ziehe Hausschuhe an, geb ihm einem Erzieher auf den Arm, sag "viel Spaß" oder "bis später" (nie "Tschüß"!) und bin wieder weg. Natürlich würde ich ihm gerne Tschüß sagen, mit Küsschen etc... aber das macht es ihm schwer. Ganz kurz und schmerzlos.

    Das wird dir jetzt nicht wirklich weiter helfen, aber du liest dich wie eine Helikopter- Mutter. Entweder du stehst hinter der Fremdbetreuung oder nicht. Ich kann dir nur aus Erfahrung sagen, dass Kinder die Unsicherheit der Eltern genau spüren.

    (10) 18.09.16 - 21:45

    Hallo,

    das hört sich doch sehr gut an, Dein Sohn scheint sich wohlzufühlen und gut einzugewöhnen. Ich denke, ehrlich gesagt, nicht Dein Sohn hat ein Problem mit der Eingewöhnung, sondern Du..

    M.E. solltet ihr erst einmal klären, was ihr wollt. Soll Euer Kind wirklich in die Kita, stehst Du hinter dieser Entscheidung oder überwiegen die Zweifel? Was wollt ihr und wäre es machbar, ihn länger zu Hause zu lassen?

    Wie auch immer Eure Entscheidung ausfällt, hinter dieser solltet ihr dann auch stehen und vor alllem vor Eurem Sohn. Solltet ihr Euch für die Kita entscheiden, ist es wichtig, dass ihr hinter dieser Entscheidung steht und Eurem Sohn vermittelt, wie toll die Kita ist. Kinder haben sehr feine Antennen und wenn er Eure Zweifel spürt oder mitbekommt, dann erschwert ihr ihm die Eingewöhnung.

    Und irgendwann muss man einfach Loslassen, zum Wohle des Kindes.

    LG

    (11) 19.09.16 - 07:46

    Guten Morgen!
    Als Mutter, deren Sohn sich mit der Eingewöhnung schon ein bisschen schwer getan hat, kann ich den Gedanken "ich höre auf zu arbeiten und bleibe einfach daheim" durchaus nachvollziehen. Was ich aber nicht recht verstehe ist, wo dein Problem ist. Dein Kleiner scheint das doch ganz gut zu machen. Wenn du ihn jetzt mit deinem Kopfkino belastest, machst du es ihm nur unnötig schwer - Kinder merken ganz genau, ob ihre Eltern mit der Betreuung im Reinen sind oder nicht.
    Wie müsste es denn aktuell laufen, damit du entspannt und zufrieden wärest?

    Hallo!

    Dass in Deutschland Kinder erst mit 3 Jahren in den Kindergarten kommen, ist ein vollkommen willkürlich gewähltes Alter, aber von der Entwicklung der Kinder her sogar eher ungünstig - ausgerechnet in einer schlimmen Trotzphase. Mit 1,5-2,5 Jahren klappt die erste Eingewöhnung in die Fremdbetreuung wesentlich besser, einfach von der ganzen Entwicklung des Kindes her.

    Daher tust Du Deinem Sohn echt keinen Gefallen, wenn Du die Eingewöhnung ein Jahr verschiebst und er dann auch noch in einer Kindergartengruppe starten muss mit Kindern bis 6,5 Jahren zusammen noch dazu doppelt so viele Kinder auf genauso viele Erzieherinnen, die dadurch natürlich schon weniger auf das einzelne Kind eingehen können. Kindergarten ist viel turbulenter und lauter, da gehen gerade etwas zurückhaltendere Kinder ein wenig unter zwische den vielen lauten Kindern.

    Die Krippe ist ein wesentlich schonenderer Start in einer geschützteren Umgebung, mit mehr Erwachsenen auf wenige Kinder und in einer Entwicklungsphase, die es dem Kind deutlich einfacher macht.

    Es ist normal, dass Dein Sohn jetzt nicht mehr so begeistert ist, weil es jetzt eben kein Ausflug zum spielen gehen mehr ist, sondern langsam "Alltag" daraus wird. Mal ehrlich: wir sind ja selber auch nicht immer voll motiviert und begeistert bei der Arbeit, wir haben auch mal Tage, wo wir keine Lust haben. Auch wenn wir insgesamt ganz gerne arbeiten.

    In Sachen mittelfristige Planung: einfacher ist es, wenn ein Kind Montag bis Freitag in die Kita geht oder wenigstens vier Tage. Dadurch klappt es besser als "ist halt Alltag" und das Kind verpasst auch nicht so viele tolle Sachen - viele Kitas haben ja dann auch ein Programm mit Ausflügen, Einkaufen gehen, Kinderturnen, musikalische Früherziehung und so weiter, und viele Kinder finden es eher doof, wenn sie da immer wieder was nicht mitmachen dürfen. Wenn er nur zwei Tage geht, dann reißt Du ihn da ja immer aus dem Alltag zu Hause raus, die Kita ist so nie "völlig normal" und er ist immer ein wenig fremd in der Gruppe.

    (13) 19.09.16 - 21:45

    Danke für alle Eure Antworten.

    Unser Zwerg hat Scharlach! Ging auch im Kindergarten rum. Allerdings eine milde Form ohne die typischen Anzeichen und er ist auch schon wieder fieberfrei.

    Selbstverständlich bleibt er eine Woche zu Hause.

    Wir starten dann nächsten Dienstag gleich mit dem Wechsel in die größere Gruppe.

    Wir haben heute alles mit der Erziehern besprochen was für uns wichtig war.

    Ich denke einfach, dass mich meine Emotionen überrollt haben und ich das Loslassen wohl erst lernen muss.

    Ich möchte mich trotzdem davon distanzieren als Helikoptermutter bezeichnet zu werden. Unser Sohn macht so vieles alleine und wir trauen ihm vieles zu und lassen ihn auch mutig sein Leben erkunden. Es war für mich einfach nach 2,5 Jahren mit ihm zusammen schwerer als gedacht ihn als"großen Jungen" in die Kita laufen zu sehen.

    Schade, dass man sich gleich rechtfertigen muss.

    In diesem Sinne danke für alle Reaktionen und auch Anregungen und mutmachenden Worten.

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