Wie sollen wir uns da verhalten?

    • (1) 22.09.16 - 08:35

      Hallo ihr Lieben,
      ich habe irgendwie ein Problem, also wir als Eltern.
      In der Gruppe meines Sohnes ist ein Kind mit "rechtsgesinnten" Eltern. Ich glaub schon das das überall bekannt ist. Also bei uns im Ort und im Neubaugebiet weiß das jeder. Und der Kiga ist bei uns im Neubaugebiet.

      Die beiden verstehen sich sehr, sehr gut und spielen im Kiga auch viel miteinander.
      Seit ein paar Wochen ist unser Sohn im Fussballverein und der Junge ist auch in seiner Mannschaft, die beiden kleben regelrecht aneinander.

      Bisher hat mein Sohn noch nicht gefragt ob er auch nach dem Kiga mit ihm spielen darf. Bis vor ein paar Tagen, ich hatte dann irgendwelche Ausreden gesucht.

      Nun sind die Eltern nicht einfach hohle Gröhler die vermummt über die Straße reden. Nein sie sind Fraktionsvorsitzende in einer rechten Partei und rede hier nicht von der AFD. Sondern einen eine wirklich deutliche und sich bekennende, ausländerfeindliche Partei. Das sind ja für mich die aller schlimmsten, weil die halt nicht doof sind.

      Ich weiß das Kind kann nichts dafür, aber mich ist so einen Gesinnung ein absolut rotes Tuch und ich bin damit auch nicht allein.

      Nahezu alle Eltern mit denen ich so aus dem Kiga und aus der Fussballmannschaft Kontakt hab, sehen das so. Die wollen alle keinen Kontakt zu denen. Ich habe auch nie andere Kinder dort reingehen sehen. Die wohnen auch noch schräg gegenüber von uns.

      Aber was soll ich nun tun wenn er tatsächlich öfter mal mit ihm spielen möchte? Ich kann meinen Sohn das ja nicht erklären?? Und er rennt ja dann auch hin und sagt Mama und Papa haben gesagt ich darf nicht mit dir spielen. Im Kiga ist mir das egal, da sind ja noch andere Kinder und da kann ich ihm das spielen auch schlecht verbieten.

      Würden die Eltern mich fragen wäre mir das egal, denen würde ich das dann so sagen. Aber wie soll ich denn einen 4 jährigen fernhalten???? Ohne ihm wehzutun. Das ist halt mein Problem? Ich weiß der Junge kann da nix für, aber bei dem Thema ist mir das egal. Er kann sich ja bei seinen Eltern dafür bedanken.

      • Hallo manucheer,
        Ich denke, ich würde den Kindern sagen, daß sie gerne miteinander spielen dürfen. Allerdings nur bei uns zu Hause. Begründung: Weil!
        Die Eltern werden dann schon wissen woran sie sind. Und diese kleine Ungeklärtheit, warum, werden zwei vierjährige wohl schon verkraften.
        Schwierig wenn die Freundschaft bestehen bleibt. Aber so weit würde ich im Augenblick noch nicht planen. Es kommt wie es kommt.

        hallo,
        ich würde mich freuen, dass mein sohn einen freund gefunden hat. das mal als allererstes. und selbstverständlich dürften die 2 auch spielen. gerne bei uns, da würde ich die mama zum kaffee reinbitten und erstmal kennenlernen, bevor ich dem dorfgeklatsche glauben schenke. auf der straße dürften sie spielen und ich würde ihn auch beim freund zuhause spielen lassen, sofern die eltern nicht missionarisch reden. sie dürfen ihre meinung haben, sollten aber mein kind dabei außen vor lassen, das bezieht sich aber auf viele dinge. das würde ich auch sehr schnell mitbekommen bei einem 4jährigen.
        von "denen da" und "das kind von ihr-wisst-schon" zu reden, lässt euch (nicht explizit dich, sondern euer neubaugebiet, so wie du es beschreibsr) nicht gut dastehen.
        vg

        • Das ist kein Tratsch, das stimmt. Wenn man auf die Homepage geht stehen die beiden da als GF und Fraktionsvorsitzende. Sind studierte Juristen, die brauche ich sicher nicht kennenlernen. Sie sind zwar immer freundlich, aber mit der Mutter rede ich nur Hallo und belanglose Plausch an der Seitenlinie. Mehr nicht, das reicht auch.

          Bei denen würde er nie rein dürfen. Auch mein Mann würde es verbieten, er hasst rechtsgesinnte Menschen wie die Pest.
          Das ist nicht sein einziger Freund. Er hat Freunde, es ist nicht mal sein bester Freund. Aber er mag ihn halt.

          • na dann ist doch alles in butter. dann sei konsequent und halte dein kind fern von der brut von "DENEN". ist doch ganz einfach. es gibt mehr als 1 kindergarten und 1 fußballverein.
            dann würde ich allerdings auch künftig das pseudo-freundliche geplänkel mit der mutter unterlassen.
            es hört sich so an als wolltest du eigentlich keine wirklichen meinungen zum umgang mit dem KIND, um das es hier geht (und nicht seine eltern oder deren einstellung), sondern nur einen segen zum schneiden der gesamten familie.
            ich mag rechtsgerichtete denkweisen auch nicht, schmeiße ein kindergartenkind allerdings nicht automatisch mit in einen topf und ziehe kleingeistig schwatzend mit nachbarn im neubaugebiet über "SOLCHE" her. furchtbar.
            vg & alles gute

            • Was interpretierst du denn alles in den kleinen Text?
              Wo steht denn, dass die TE mit dieser Mutter "pseudo-freundlich" rumplänkelt oder und das sie das Kind da "in einen Topf wirft"?
              Ich verstehe die TE. Sie dagt ja, das Kind kann nichts dafür. Und die Kids dürfen ja auch miteinander spielen.
              Sie will nur mit den Eltern nichts zu tun haben und ihr Kind auch nicht mit den anderen Eltern in Berührung bringen.

              Um mehr geht's nicht. Um die Eltern, nicht ums Kind.

            • Mir geht es eigentlich nur darum wie wir das mit dem Kind machen sollen und nicht mit den Eltern. Mich würde mal interessieren ob du mit allen Eltern die dir irgendwie schräg kommen, grad im Kiga, überhaupt nicht redest. Gehst du an denen mit gekreuzten Fingern vorbei? Na dann werfe den ersten Stein. Als wenn das keiner macht.
              Mir ging es um das Kind, hab ja auch geschrieben dass die im Kiga miteinander spielen können. Da ist mir das auch egal. Aber darüber hinaus, also mit dem Elternhaus sehe ich das kritisch. Das Kind nehm ich da raus, der rennt ja nicht mit erhobener Hand rum.

              Und wie gesagt, schwarz auf sehen dass es den Tatsachen entspricht ist was anderes wie Dorftratsch. Es wird ja nicht gemunkelt das die so sind, es ist ja tatsächlich so.

              Aber danke für die hilfreiche Antwort.

              Hallo, ich hätte mir gewünscht, dass es vor 83 Jahren mehr Menschen wie die TE gegeben hätte, die sich gegen so vehement gegen diese rechte Gesinnung gestellt hätten.

              Du interpretierst in ihren Text sehr viel rein, die TE verurteilt die rechte Gesinnung der Eltern, was ich wirklich verstehen kann. Sie schreibt selbst, dass das Kind nichts dafür kann. Und von kleingeistig kann ich bei der TE nichts erkennen, ich finde es gut, dass sie Stellung gegen rechts nehmen, solches Verhalten bräuchten wir gerade in der jetzigen Zeit viel mehr. Und die Einzige, die vorverurteilt , bist Du gegenüber der TE.

              LG Leah

      (9) 22.09.16 - 09:37

      Hallo,
      ich habe mir das Szenario gerade mal durch den Kopf gehen lassen. Mein erster Impuls ist genau wie deiner. Mein zweiter Gedanke hat mich zum Schmunzeln gebracht. Denn im Grunde sitzen ja beide Elternpaare im selben Boot. Und vielleicht überlegen sie auch gerade, wie sie ihr Kind von den "Gutmenschen" fernhalten können oder haben Angst, das es "versaut" werden könnte.

      Ich sehe es auch anders als du, denn eine Familie, im Sinne von gröhlenden Dumpfbacken mit Reichskriegsflagge an der Wand, wären für mich der Horror. Aber so ist es eigentlich einfacher. Ich kann nicht genau in Worte fassen warum. Eigentlich hat es etwas damit zu tun, das jeder hier frei seine Meinung äußern kann und auch haben kann. Auch wenn es sich absolut nicht mit meinem Denken vereinbaren lässt.
      So, jetzt hast du da zwei Kids sitzen, die gut miteinander klar kommen und Kontakt haben wollen. Und da würde ich einfach auf die anderen Eltern zugehen (ohne die Kinder) und ich würde genau eine Frage stellen: "Die Jungs mögen sich. Schaffen WIR es, die Politik nicht in den Sandkasten zu tragen?"
      Ich würde es zumindest probieren, aber definitiv ohne Hintergedanken (in Bezug auf politische "Umerziehung" des Jungen). Falls er die politischen Ansichten der Eltern in eurem Haus verbreiten will (ohne wirklich zu begreifen, was er da eigentlich sagt), kannst du ja trotzdem klar sagen: "Wir sehen das hier anders." ....ohne weitere Wertung.

      • Nein die gehen bewusst in die Offensive. In unserem Neubaugebiet wohnen einige Ausländer und sie sind bewusst freundlich zu ihnen. Grüßen immer nett, auch wenn sie nicht zurück gegrüßt werden. Die treten auch eher in Kontakt mir unseren deutschen Nachbarn mit sagen wir, niedriger Bildung. Die raffen echt nix.
        Der Fussballtrainer ist Türke da besteht auch normaler Umgang. Deswegen sehe ich die ja so als gefährlich an, weil da irgendwie eine Taktik hinter steckt. Man sagt ja auch immer dass die Strippenzieher im Hintergrund die wirklich gefährlichen sind, die gröhlenden Hohlbacken sind nur die Handlanger.
        Mit dem Kind an sich hätte ich nicht mal das Problem, er tut mir ja auch irgendwie leid. Er weiß ja sicherlich nicht mal was seine Eltern da für eine Einstellung haben. Ich meinte mal zu meinem Mann: wenn dann darf der Junge nur zu uns, aber das Haus betritt unser Junge niemals. Da hab ich keinen Einfluss auf das was da geschieht. Wenn es nach meinem Mann ginge würde es nicht mal das geben.
        Ich glaube halt dass demnächst auch so Wünsche wie Geburtstagseinladungen kommen und so. Das Alter ist ja da. Und ich glaub schon mein Sohn wäre traurig wenn der Kumpel nicht kommen dürfte.

        • (11) 22.09.16 - 11:39

          Dein Ernst? Du witterst eine Art psychologische Kriegsführung, nur weil sie "nett" sind? Wow. Strippen können nur gezogen werden, wenn man es zulässt....egal in welche (politische) Richtung.

          Du solltest evtl einfach mal überdenken, das Toleranz nicht nur ein Wort, eine Floskel oder eine Einbahnstraße ist. Toleranz leben bedeutet nichts anderes, als das man trotz unterschiedlichster Lebenseinstellungen in allen Bereichen, es schafft zusammen (ohne sich die Köpfe einzuhauen) an einem Tisch zu sitzen. Fanatismus und Ignoranz sind im Gegenteil dazu pures Gift im Umgang miteinander. Ich persönlich denke ganz klar, das ein fanatischer Vater niemals einen türkischen Trainer akzeptieren würde.
          Ich empfinde deinen ganzen ersten Absatz als sehr kleingeistig.

    Um ehrlich zu sein, bin ich dafür dass jeder seine eigene Meinung haben darf - auch wenn sie meiner nicht entspricht.
    Gerade weil sie keine hohlen Gröhler sind die auf dem Sofa sitzen und den vorbeilaufenden türkischen Nachbarn vor den "ohren" meines Kindes beleidigen oder blöde Kommentare machen würde ich mein Kind da schon hinlassen. Es sind gesittete Menschen, mit ihrer Meinung, die sich sicher vor meinem Kind auch neutral benehmen können.

    • Generell bin ich da auch für. Ich habe kein Problem mit Meinungsfreiheit. Aber bei Rechtsradikalen hab ich ne Grenze. Sowas kann ich nicht verstehen.

      • Ich muss ganz ehrlich sagen, ich könnte mich nicht entsinnen, dass ich irgendwas über die politische Einstellung der Eltern meiner Freunde mitbekommen habe, ausser sie haben sich für irgendwas zur Wahl gestellt, da war ich dann aber älter, so Teenie-Alter. Und es hat mich auch nicht interessiert.

        Für mich sind Rechtsgesinnte auch ein "rotes Tuch", aber ich wohne hier im Norden aufm Dorf. Und Bin doch immer wieder erschrocken, wie braun das Gedankengut hier ist. Und das sind eher die Stammtisch-Braunen... Soll ich meinen Sohn jetzt mit keinem Kind hier spielen lassen?

        Den Wladimir aus der Siedlung und den Ahmed vom Strassenbau - die meint ja auch keiner, DIE sind ja auch in Ordnung. "Die anderen" sind gemeint... #augen

        Ja, ich würde mein Kind wohl mit dem Kind spielen lassen, auch bei denen. Vielleicht kann die Mutter ganz besonders leckere Waffeln backen - oder toll basteln? Die politische Gesinnung ist das eine - der Umgang damit ein anderer und ich glaube nicht, dass die politische Gesinnung eine Rolle in der Freundschaft von zwei Kindern spielt. Ihr müsst ja nicht mit den Eltern befreundet sein...

        Ich denke man muss da unterschieden zwischen Rechtsradikal und Rechtsgesinnt.

        Rechtsradikale sind für mich Menschen die andere angreifen, verletzten, beldeidigen, niedermachen, hassen usw.
        Ich glaube nicht dass diese Leute als Parteivorsitzenden so sind. Sie vertreten halt die Meinung gegen Ausländer werden aber sicher nicht "radikal" aktiv sein sondern eben Politisch um ihre Einstellung kämpfen.

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