Anhänglich als Baby, auch als Kleinkind?

    • (1) 06.10.16 - 14:46

      Hallo liebe Mütter, ich schleiche mich mal aus dem Baby-Forum zu euch rüber, hab ein paar Fragen wegen dem Charakter/Persönlichkeit der Kids.

      Vorgeschichte:

      Mein Zwerg, jetzt 8,5 Monate alt ist zur Zeit extrem anhänglich. Früher habe ich mit ihm gespielt, und dann irgendwas gemacht (Kochen, Putzen, oder einfach mal auf der Couch liegen und lesen, hab viel genäht). Er hat weiter gespielt. Er konnte recht ausdauernd alleine spielen 30min waren ok. Manchmal hat er fast eine Stunde gespielt. Er konnte ewig Irgendwas in den Händen drehen, einem Ball hinterherkrabbeln, an irgendwas knabbern etc. Musikspiele waren der Hit. Rasseln auch toll. Kuscheltiere wurden langsam interessant...

      Seit einem Monat ist er aber wie angekettet. Egal was ich mache... in einem Zimmer zu sein reicht nicht. Er braucht Körperkontakt. Wenn ich Abwasch mache oder am Herd stehe, klammert er sich an mein Bein. Wenn ich staubsauge, anstatt mit zuzuschauen wie früher, krabbelt er mir hinterher. An ganz schlechten Tagen muss ich ihn ständig auf dem Arm halten bzw. in die Trage nehmen.

      Zuerst habe ich das aufs Zahnen geschoben. Dann auf die Trennungsangst/irgendein Schub. Früher hatte ich die Erfahrung, wenn ein Bedürfnis gestillt ist, lässt es schnell nach. Aber jetzt ist er schon seit gut einem Monat oder sogar länger so anhänglich und so ganz langsam werde ich wahnsinnig. Es steigert sich auch langsam: Spielzeuge werden interessant. Wenn ich ersuche mit ihm zu spielen, interessiert er sich für nichts, will einfach auf den Arm, auf mir, über mich krabbeln, klammert sich. Und er interessiert sich nur in die Dinge, die ich in der Hand habe. Sobald ich sie hinlege, dreht er sich zu mir um, krabbelt auf mich drauf und klammert sich fest. Bsp: Wir haben gestern mit Tupperdosen und Kochlöffel Schlagzeug gespielt. Er hat gequatscht und hatte irre viel Spaß. Sobald ich aufgehört habe, hat er sein Kochlöffel auch hingelegt. Ich wollte nur kurz aufs Klo und er ist mir hinterher. Danach war "Schlagzeug" uninteressant.

      Heute Vormittag:

      Ich war ehe zufällig bei der Kaffe&Kuchen-Runde meiner Schwägerin(sagen wir mal Marie) und ihrer Freundinnen, die ich alle nur flüchtig kenne, dabei. Marie hat eine Tochter, sagen wir mal Tina, 3,5 Jahre alt. Die anderen Mütter hatten ihre Kids auch dabei, alle auch so zw. 3 und 4,5 Jahre alt. Alle haben auf dem Boden gespielt/getobt, nur Tina saß bei Marie auf dem Schoß. Und mein Zwerg saß bei mir. Irgendwann fragte mich eine Mutter, warum Zwerg mit anderen nicht spielen mag. Ich meinte, er hätte grad irgendeine anhängliche phase. Er mag nicht ohne mich was machen. Trennungsangst oder so. Dann haben mich alle Mütter ganz ganz wissend angeschaut und meinten, ich soll bloß nicht den Fehler wie Marie machen und darauf eingehen. Marie zuckte mit den Schultern und meinte "Ja, im Nachhinein ist man immer schlauer, aber dann ist es zu spät"

      Die Tina von der Marie ist nämlich extrem anhänglich. Jetzt mit 3,5 geht immer noch nichts ohne Mama. Mit Oma oder Papa bleiben - nein. Mit der Tante bleiben - nein. Marie kann nicht länger als 30min weg sein. Sonst weint Tina. Und es ist kein Terror, kein Toben, kein Schmeißen von Gegenständen. Sie fragt einfach warum Mama so lange weg ist und die Antwort ist egal. Sie fängt an zu weinen und macht weiter, bis Marie da ist und sie tröstet. Tina ist nie in die KiTa gegangen, weil Marie nicht arbeitet. Sie haben nie ein Platz gekriegt. Tagesmutter hat nie funktioniert. Es hab tausende versuche, alle gescheitert. Tina wollte immer nur bei Mama sein. Der Kindergarten geht jetzt nur halbtags und die Eingewöhnung war ein absoluter Alptraum. Auch jetzt ist es oft so, dass Tina mitten im Spielen traurig wird und den Erzieherinnen sagt, sie will zu Mama. Auch zu Hause mit der Mama kann sich Tina nicht alleine beschäftigen. Mama muss immer mitmachen. Oder wenn Mama grad wirklich was zu tun hat, muss Tina zuschauen!!!!!

      Marie meinte dann zu mir, sie war früher genauso wie ich. Ist darauf eingegangen, dass Tina so anhänglich war, dachte es wird irgendwann besser. Aber es ist nur schlimmer geworden.

      Marie, und ihre Freundinnen haben mir geraten, Zwerg öfters meckern zu lassen. Ich solle ihn nicht bei jedem Pieps hochnehmen. Und es ist ok, wenn er weinend mir hinterher krabbelt. Wir sollen einfach zu alten Gewohnheiten zurück: ich spiele erst mit ihm. Aber dann mache ich wieder "mein Zeug". Ein paar Tage wird er klammern und mir weinend hinterher krabbeln. Aber dann wird er merken dass es "kein Spaß" macht und "lernen" sich wieder allein zu beschäftigen.

      Ganz ehrlich. Mir blutet das Herz. Jedes mal wenn ich ihn absetze und er weinend an mein Bein klammert, nehme ich ihn hoch. Mir fällt auch nicht ein, wie ich ihn dazu bringen kann, sich wieder mit seinem Spielzeug oder meinetwegen Alltagsgegenständen zu beschäftigen. Als wir wieder zu Hause waren wollte ich Abwasch machen. Sobald er bei mir war und sich geklammert hat, habe ich ihn genommen und vor eine Schublade voller Tupperware gesetzt. Dosen und Deckel, womit wir zusammen ruh mal spielen. Aber er ist trotzdem zu mir gekrabbelt und wollte alleine nichts machen.

      Jetzt macht er sein Mittagsschläfchen. Und ich komme aus dem Grübeln nicht mehr raus.

      Haben die Freundinnen von Marie recht? Wird mein Zwerg genauso anhänglich wie Tina, wenn ich weiterhin immer nachgebe?

      Wie ist eure Erfahrung?

      Als eure Babys so anhänglich waren, habt ihr immer nachgegeben?

      Habt ihr irgendwas geändert?

      Wie lange haben solche anhängliche Phasen gedauert? (Bei uns ist es ja schon seit mind. 1 Monat so, hab langsam wirklich Angst, dass es keine Phase ist, sondern zum Normalzustand wird)
      Wenn eure Babys anhänglich waren - sind sie als Kleinkinder immer noch so anhänglich?

      • Also erst mal:

        Ich habe zwei Kinder, keins von beiden habe ich unbeachtet weinend hinter mir herkrabbeln lassen. Wenn sie Mama brauch(t)en, dann haben sie sie auch bekommen.

        Meine Mädchen sind 5 und 8 Jahre alt, ja sie sind anhänglich im allerbesten Sinne, aber beide hatten keine Schwierigkeiten, in der Kita oder Schule anzukommen, und meine Große fing mit 5 Jahren an, auswärts zu übernachten und ist mit 7 Jahren eine Woche lang ohne mich verreist. Das war für mich viel härter als für sie. Offenbar bin ich mindestens genauso anhänglich.

        Meine Kleine fängt jetzt auch mit 5 an, dass sie mal bei einer Freundin schlafen möchte.
        (Wobei ihre erste Idee dazu war, dass Mama und Papa ja auch da schlafen könnten.)

        Was das hier angeht:
        "Marie, und ihre Freundinnen haben mir geraten, Zwerg öfters meckern zu lassen. Ich solle ihn nicht bei jedem Pieps hochnehmen. Und es ist ok, wenn er weinend mir hinterher krabbelt. Wir sollen einfach zu alten Gewohnheiten zurück: ich spiele erst mit ihm. Aber dann mache ich wieder "mein Zeug". Ein paar Tage wird er klammern und mir weinend hinterher krabbeln. Aber dann wird er merken dass es "kein Spaß" macht und "lernen" sich wieder allein zu beschäftigen."

        Meckern und weinen ist ja nicht eins.

        Nein, man muss nicht auf jeden Pups sofort reagieren und jedes ungute Gefühl sofort abstellen. Es ist durchaus wichtig für Kinder, dass sie lernen, dass sie nicht permanent bei jeder Lautäußerung intensiv betreut werden müssen.
        ABER: Die wirklichen Bedürfnisse eines Kindes zu ignorieren geht für mich gar nicht. Was lernt denn das Kind, wenn es ignoriert wird? Dass es Mama egal ist, wie es sich fühlt. Das übernehmen dann viele Kinder und wundern sich, warum sie später als Erwachsene Schwierigkeiten haben, ihre Bedürfnisse überhaupt zu erspüren bzw. ihnen Raum zu geben. Davon wird kein Mensch stärker!

        Ich habe übrigens in über 20 Jahren Erziehertätigkeit noch kein Kind oder keinen Jugendlichen erlebt, der "aus Spaß" geheult hätte. Das gibt es nicht. Und als Mutter sollte man schon in der Lage sein zu hören, ob dem Kind gerade nur etwas nicht passt und es sich mal Luft machen muss oder ob es ein Bedürfnis hat, das geäussert wird.

        Wenn Du da Schwierigkeiten mit der Unterscheidung hast, weil Du bisher auf jedes Geräusch reagiert hast, dann lerne erst mal, nicht SOFORT zu reagieren, sondern zähl bis 3 (oder 5 oder 10) und schau, wie es sich entwickelt. Dann merkst Du ja, ob Dein Kind sich wieder beruhigt, auf dem Level bleibt oder anfängt zu verzweifeln. Ausgenommen davon sind natürlich z.B. spitze, laute Schreie, die Schmerzen signalisieren. Da spring bitte nach wie vor sofort!
        Ansonsten ruhig erst mal einfach nur gucken oder auch etwas freundliches sagen, ohne das Kind sofort hochzunehmen. Wenn das nicht reicht, wirst Du es merken.

        Wie lange anhängliche Phasen gedauert haben, kann ich gar nicht sagen, weil die bei uns nie von Tag x bis Tag y gedauert haben, sondern langsam kamen und gingen.
        Die längste "anhängliche Phase" meiner Großen war zwischen 2 und 3 Jahren, da hatte sie sehr lange vor sehr vielem Angst und hat entsprechend meine Nähe gesucht. Auch das flaute dann langsam wieder ab.

        Wenn Du an Deine persönlichen Grenzen kommst, dann versuch nicht das Kind zu ändern, sondern Deinen Umgang damit: Nur reagieren, wenn Du wirklich gebraucht wirst, Dir Unterstützung holen vom Papa, von Familie, von Freunden, Dir Auszeiten nehmen, auch mal 5e gerade sein lassen...

      (4) 06.10.16 - 17:01

      Hör bloß nicht auf das Geschwätz. Meine Große war als Baby auch sehr anhänglich. Vom Charakter her ist sie eher schüchtern. Mit 1 Jahr kam sie in die Krippe und ist da richtig aufgeblüht. Ich denke halt es ist wichtig den Kontakt mit anderen Kindern früh zu fördern.
      Hör auf deinen Mutterinstinkt!

      • (5) 07.10.16 - 08:17

        Mein Mutterinstinkt ist nun komplett durcheinander. Ich habe Jahrelang beobachtet wie schwer es für meine Schwägerin ist und es hat mich einfach umgehauen, wie sie gestern zugegeben hat, dass sie es bereut, diese Anhänglichkeit damals unterstützt zu haben. Nun zweifele ich auch an mir.

        • Deine Schwägerin hat einfach einer Gruppe von Freundinnen, die offenbar alle derselben Meinung waren, Recht gegeben.

          Ich würde Worte in so einer Situation nicht auf die Goldwaage legen, denn offenbar war es eine der gern geführten Diskussionen mit dem Inhalt "was muß ich tun, damit mein Kind so und so wird".

          Es ist nicht einfach und manchmal auch nicht nett, so einen Smalltalk abzuwürgen, indem man sagt "mein Kind ist nunmal anders als eure / mir wäre auch lieber, es wäre selbständiger aber ich habe mir mein Kind nicht ausgesucht / ja, ich habe sie auch lieb wie sie ist, und ich hätte sie nie weggeschickt, wenn sie meine Nähe gebraucht hat/...Vieles davon hätte deine Schwägerin sagen können, aber damit hätte sie einen netten Smalltalk über Erziehung im Keim erstickt. Und dann muß man ja noch bedenken, daß bei so anhänglichen Kindern das Kind selbst ja auch mithört.

          Ich habe auch oft meine große Tochter (4) auf dem Schoß, während die Kleine (2) mit anderen Kindern spielt. Da ich die Große natürlich ermuntere, mit den anderen Kindern zu spielen, kann ich dann den anderen Müttern schlecht sagen, dass ich es völlig okay finde, wenn sie eben erstmal von meinem Schoß aus Umschau hält, wenn sie das braucht.

          Übringens war ein großer Unterschied zwischen meinen Mädels im Babyalter, dass die Große als Baby viel von Oma und Papa betreut und auch ins Bett gebracht wurde, weil ich gearbeitet habe. Die Kleine hatte ich bis weit über den ersten Geburtstag hinaus immer an mir dran, meist in Tragetuch oder Manduca. Ich habe extra eine Trageberatung gebucht, um sie mir ab 6/7 Monate auf den Rücken setzen zu können. Wenn ich mal kurz davon ausgehe, dass ihre Selbstständigkeit an der Sicherheit liegt, die sie im Babyalter mitbekommen hat, waren das gut investierte 30 Euro ;-) ;-)

          Aber Kinder sind verschieden und wir können sie uns nicht backen! Wenn andere Kinder mehr alleine spielen: wie schön für die Eltern. Mit deinem Kind mußt du dich arrangieren - da würde ich nicht versuchen, jetzt irgendwas übers Knie zu brechen. Wenn dein Kind schon allein spielen konnte, und sei es nur kurz, wird das sicher wieder kommen - spielen verlernt man nicht ;-)

          Meine Große hat schon als Baby eigentlich nie gespielt... (O-Ton der Oma: so ein Kind hab ich noch nie erlebt) Die Kleine kann sich prima alleine beschäftigen, allerdings hat sie auch längere und kürzere Phasen, wo sie anhänglicher ist oder viel Input braucht. Und auch das alleine spielen hat Nachteile: Wenn ich von der Großen etwas will, ist sie sofort da. Wenn ich die Kleine im Spiel unterbrechen muß, um eine Jacke anzuziehen... na danke!

          LG!

    (7) 06.10.16 - 17:53

    Hallo,

    lass dir doch keine Angst machen :-)

    Das Verhalten zeigen doch fast alle Kinder zwischen 7 und 18 Monaten irgendwann. Die einen eben ausgeprägter, die anderen weniger. Mein Kleiner bspw. hat sehr stark gefremdelt, der Große hat nie gefremdelt. Dafür saß der Große mir zwischen 10 Monaten und 1,5 Jahren auf dem Schoß, wenn ich aufs Klo musste :-)
    Der Große konnte mir 4 Jahren alleine einschlafen, der Kleine (4,5 Jahre) braucht mich noch immer bzw. Papa und schläft im Familienbett.

    Der Große liebt Tiere, der Kleine hat Angst vor Tieren, die größer als eine Maus sind ....
    Der Große liebte es über Kopfsteinpflaster mit dem Kinderwagen zu fahren, hasste dafür Autofahren umso mehr. Der Kleine war ein Tragling und liebte dafür Autofahren ....
    Der Große war anstrengend als Baby/Kleinkind, der Kleine lief einfach so mit.

    Der Große kann gut verlieren, der Kleine ist ein Wutzwerg. Der Große liebt das unaufgeräumte Chaos, der Kleine macht sogar offenstehende Schränke zu und dreht Flaschen zu, die rumstehen ....
    Der Große hat extrem früh gesprochen und ist nie gekrabbelt, der Kleine ist spät gelaufen, aber gekrabbelt. Der Große war mit 3 trocken durch mein Zutun, der Kleine von ganz alleine mit 2 Jahren ....

    Ich denke erziehungstechnisch habe ich eine Linie, trotzdem führen sie eben bei unterschiedlichen Kindern zu unterschiedlichen "Ergebnissen" - geprägt durch ihre Charakterzüge. Es ist toll diese Unterschiede zu erleben.

    Ob dein Kind mit 3,5 Jahren noch immer ausschließlich auf deinem Schoß sitzt - vielleicht, vielleicht aber auch nicht ....

    VG und viel Spaß weiterhin
    B

    (8) 07.10.16 - 06:24

    Mein Sohn ist jetzt 2 Jahre 4 Monate. Er ist extrem mamafixiert und lässt mich oft nicht mal allein aufs Klo.

    ABER

    Er geht Vollzeit in die Kita und liebt es dort. Allein mit Oma und Opa oder Babysitter ist auch kein Problem. Nur sobald ich "greifbar" bin, sind alle anderen abgemeldet.

    Lass dich von den anderen nicht verunsichern - versuche lediglich, dein Kind frühzeitig an stundenweise "Fremdbetreuung" zu gewöhnen, damit es es kennt, auch mal ne Stunde ohne dich klarzukommen.

    (9) 07.10.16 - 07:14

    Ach jeh... Der "Sonst wird er nieeeeeee..."-Spruch... Den hört man ja gern in sllen Varianten, langes Stillen, Familienbett, Tragen...

    Ich hatte auch so ein anhängliches Baby. Und ein anhängliches Kleinkind. Als er 2.5 war habe ich noch dieselben tollen Erziehungsratschläge bekommen wie du gerade.

    Jetzt ist er 4.5 und so unabhängig, selbstsicher und selbständig, dass mir teilweise der Mund offen bleibt vor Erstaunen. Gemacht habe ich nichts besonderes. Er ist einfach reifer geworden.

    Allerdings war er schon früh in der Krippe. Da hing er dann zwar nachmittags trotzdem wie eine Klette an mir, aber es hat ihn auf jeden Fall in seiner sozialen Entwicklung unterstützt.

    • (10) 07.10.16 - 08:16

      Meiner wird mit 1,5 in die Krippe kommen, da ich dann arbeiten muss. Jetzt gehen wir in eine Krabbelgruppe, damit er schon regelmäßig Kontakt zu anderen Babys hat.

      Dennoch mache ich mir nun Sorgen. Ich habe es schon seit Jahren vor Augen, wie schwer es für meine Schwägerin ist mit so einem anhänglichen Kind und war gestern einfach geschockt von ihrem Eingeständnis und den aussagen ihrer Freundinnen :(

      • (11) 07.10.16 - 09:47

        Das Kind deiner Schwägerin und dein Kind sind zwei komplett andere Individuen.
        Ich bin nicht der Meinung, dass deine Schwägerin falsch erzogen hat. Es ist nur eben der Charakter / das Wesen ihres Kindes. Es ist nun mal anhänglich. Egal ob sie sich viel oder wenig kümmert. Nur bei zweiterem verliert das Kind sein Vertrauen in die Mama. Wird dadurch dauerhaft gestresst und krank.
        Nicht alle Verhaltensweisen sind erziehungsbedingt.
        Manche Babys schlafen alleine ein und durch. Manche kletten nur an Mama. Sieht man ja bei vielen Geschwistern. Komplett gleiche Erziehung uns völlig anderes Wesen.
        Deine Schwägerin hat nunmal nur ein Kind. Beim zweiten könnte alles völlig anders sein.

        (12) 10.10.16 - 14:45

        Ich denke, die Anhaenglichkeit von Kleinkindern ist eine normaler Entwicklungsphase. Je nach Charakter und familiaeren Umstaenden ist die eben staerker oder schwaecher ausgepraegt.

        Mit zunehmender Reife erobern sich die allermeisten Kinder ganz automatisch immer mehr Freiraum. Das ist einfach ein natuerlicher Prozess. Kinder WOLLEN irgendwann ein bisschen mehr Autonomie, und meiner Erfahrung nach nehmen sie sich immer genau so viel Freiheit, wie sie bei ihrem momentanen Entwicklungsstand problemlos handhaben koennen. Mein Sohn spielt z.B. im Park mit seinen Freunden am liebsten hinter irgendwelchen Bueschen, wo wir Eltern sie nicht genau sehen koennen.

        Natuerlich gibt es auch Kinder, die ein Problem mit der Losloesung von den Eltern haben, genauso, wie es Kinder gibt, die Probleme mit der Motorik oder der Sprachentwicklung haben. Diese Kinder brauchen dann vielleicht wirklich spezielle Unterstuetzung, um ihre Aengste zu ueberwinden. Vielleicht brauchen sie auch einfach nur etwas Zeit, weil ihre Entwicklung auf diesem Gebiet langsamer verlaeuft als beim Durchschnitt.

        Ich wuerde aber an deiner Stelle nicht davon ausgehen, dass dein Kind ein Problem hat. Mit allerallergroester Wahrscheinlichkeit wird es, wie fast alle Kinder in den naechsten 2 Jahren anfangen, sich aus eigenem Antrieb immer haeufiger, laenger und weiter von dir zu entfernen. Ich wuerde versuchen, ihm so oft wie moeglich Gelegenheiten und Anreize zu bieten, sich allein etwas zu trauen (Spielplatz, Treffen mit anderen Kindern etc.), es unterstuetzen, aber niemals zwingen, sich von dir zu loesen, wenn es noch nicht bereit dazu ist.

(13) 07.10.16 - 13:44

Hallo,

unsere Kinder (6 und 9) waren als Babies beide anhänglich, besonders die Große.

Ich konnte sie häufig nicht einmal weglegen, wenn ich gegessen habe. Mein Mann musste mir immer alles klein schneiden, damit ich mit einer Hand essen konnte.
Einmal hatte sie Magen-Darm und hat zwei Tage komplett auf meinem Arm verbracht. #schwitz

Als die beiden älter wurden, gab es nur noch Phasen, wo sie sehr "klebten", also einem am Bein hingen, so wie Dein Sohn. Da war wiederum der Kleine extremer. Der schafft das teilweise heute noch, wenn er sich unsicher fühlt. #schwitz

Die Große kann sich bis heute schlecht alleine beschäftigen und hängt mir meist auf der Pelle, wenn sie alleine zu Hause ist. Ansonsten spielt sie viel mit ihrem Bruder.
Der spielt wiederum auch viel alleine in seinem Zimmer, wenn seine Schwester nicht da ist.
Ich habe das Gefühl, das ist eher charakterabhängig als anerzogen.

Dass die Kinder früher ständig nur auf meinem Schoss hingen, wenn andere Kinder da waren, kann ich aber nicht behaupten. Wenn sie nicht gut drauf waren, oder die anderen Kinder irgendwie doof waren, kam das schon mal vor, aber die Regel war es nicht.
Sie sind auch seit dem Kindergartenalter immer gerne zu anderen Kindern spielen gegangen.

Sie haben auch immer problemlos ein paar Nächte bei Oma verbracht.
Anderswo schlafen sie aber bis heute ungern ohne uns, bzw. erst wollen sie unbedingt und dann kommt kurz vorher das Gejammer, oder die Mütter ihrer Freunde werden nachts genervt. #aerger

Bei Kindern unter einem Jahr würde ich dem Bedürfnis nach Nähe auf jeden Fall nachgeben. Danach kann man mal probieren, das Kind dazu zu bewegen ein bißchen weniger zu "kleben", indem es zwar in der Nähe bleiben, aber nicht permanent an einem hängen darf. Aber wenn man das Gefühl hat, dass das Kind dann ernsthaft unglücklich ist, würde ich dem auch nachgeben.

Ich lebe damit, dass meine neunjährige Tochter meist in meiner Nähe bleibt, wenn sie alleine zu Hause ist. Es gibt eine Mittagspause, die die Kinder auf ihrem Zimmer verbringen müssen, aber ansonsten beschäftige ich mich dann eben mit ihr, wenn sie möchte.
Das hört garantiert auf, wenn sie ein Teenager ist. ;-)

LG

Heike

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