was würdet ihr tun?

    • (1) 09.10.16 - 23:23

      Zur Situation: Unser Großer geht nun knapp 1 Jahr in den Kindergarten (wird Mitte November 4)und seine Bezugserzieherin ist nun seit Sommer gleichzeitig auch Leitung.
      Er geht meist ohne meckern hin, ist aber auch nicht traurig wenn Wochenende ist.
      Er hat noch keine festen Freunde dort und ist eher schüchtern.

      Wir hatten leider von Anfang an einen schlechten Start mit der Erzieherin, die für ihn zuständig ist, da sie zum einen während der Eingewöhnung bis auf einen Tag fehlte (krank und Zeitausgleich) und zum anderen weil sie ständig etwas zu bemängeln hat.

      Dazu kommt noch, dass es sehr oft dieselbe Sache war (an-/ausziehen, später dann Ausdrücke usw.).

      Teilweise hat sie es mir an einem Tag gesagt und einen Tag später noch meinem Mann (so als würden wir nicht miteinander sprechen).

      Sie hat unserem Sohn eigentlich kaum Zeit gegeben um anzukommen (so ist unser Gefühl) und meldet fast ausschließlich negatives zurück.

      Einmal war ich echt genervt, nachdem sie das x-te mal dasselbe gesagt hat.
      Es wurde zur Kenntnis genommen und seitdem war zumindest bezüglich dieser Thematik Ruhe.

      Komischerweise kommt sie eigentlich immer nur auf uns zu.

      Im Abschlussgespräch der Eingewöhnung hat sie angesprochen, dass unser Sohn öfter mal etwas verträumt ist, viel beobachtet und für sie schwer zu "greifen".
      Dann aber ist sie auch wieder erstaunt, was er weiß und dass er doch aufpasst (war aber auch das einzig positive was sie zu sagen hatte).

      Sie wollte das weiter beobachten, was auch für uns ok war.
      Ich fand es auch nicht weiter aussergewöhnlich, zumal Kinder ja auch durch Beobachten lernen.

      Was sie außerdem noch sagte:
      Er vermeidet teilweise beim Begrüßen den Augenkontakt.
      Dann ist ihr noch aufgefallen, dass er noch wechselnde Händigkeit hat, den Stift nicht richtig hält und nicht richtig zählt.
      Außerdem "wehrt" er sich nicht gegen andere Kinder und holt sich auch keine Hilfe.

      Er hat Zuhause schon erzählt, dass ihn die Kinder nicht mitspielen lassen und sagen, dass er nicht ihr Freund ist. Da finde ich allerdings, dass es Aufgabe der Erzieherin wäre, dagegen anzusteuern und ihm zu helfen Kontakt aufzunehmen und mit den anderen Kindern zu reden.

      Emotionen zeigt er wohl auch keine im Kindergarten, was ich mir jedoch kaum vorstellen kann (Zuhause zeigt er uns die Ganze Bandbreite).

      Im Endeffekt eine riesen Bandbreite an Mängeln und Schwächen, weshalb sie auch gerne die Frühförderstelle kontaktieren möchte.
      Wir haben im Grunde nichts dagegen, aber ich denke viele der Probleme kann man im Alltag ganz gut lösen.
      Es fehlt uns die Wertschätzung und Annahme und vor allem auch ZEIT.
      Er kommt ja nicht morgen schon in die Schule, sodass ich nicht verstehe, warum sie die Dinge so negativ sieht.

      Ich bin wirklich gespannt was noch so auf uns zukommt.
      Mein Mann will unbedingt den Kindergarten wechseln, ich hab irgendwie noch die Hoffnung dass es sich bessert.

      Falls es wirklich nötig sein sollte, dass er zusätzliche Förderung bekommt (Logopädie/Ergo) hätte ich auf jedenfall kein Problem.

      Ich glaube aber, dass sie unseren Sohn nicht besonders mag und er aufgrund der fehlenden Eingewöhnung kein Vertrauensverhältnis aufbauen konnte.

      Bitte entschuldigt den langen Text.
      Ich würde mich über eure Meinungen freuen

      • Hallo,

        Also eine Einschätzung möchte ich allein anhand des Textes nicht geben, weil man ja schlecht urteilen kann wenn man das Kind nicht selber kennt.

        Ich kann dir jetzt nur von meinem Großen (mittlerweile 10 ) erzählen und hier wäre ich sehr froh gewesen über ehrliche und aufmerksamere Erzieherinnen.
        Er war auch immer eher Außenseiter, ruhig, mochte weder hallo noch Tschüss sagen, kaum Augenkontakt zu anderen, saß still und verträumt rum wenn Gruppenaktivitäten stattfanden.
        Von den Erziehern hörte man immer nur "Alles Gut und das gibt sich irgendwann".
        Zuhause war er ein relativ normales Kind, für und zumindest, wir hatten ja kein Vergleich weil er unser einziges Kind war. Jetzt so im Nachhinein fällt uns vieles auf, weil man jetzt einfach den Vergleich zu unseren anderen 3 Kindern sieht.

        So richtig haben dann die Probleme in der Vorschule begonnen. Er konnte sich auch hier. Ich gut einfügen und verweigert seit jeher den Unterricht.

        Therapien und Diagnostik laufen bis heute noch in der 4. klasse, es läuft aber wohl auf asperger hinaus.
        Wir haben leider sehr viel Zeit verloren, wo wir in der kitazeit hätten ansetzen können.

        Ich will dir weiß Gott nicht einreden, dass dein Kind so ist wie meiner...
        Nur manchmal sollte man doch hinterfragen ob an dem was die Erzieher sehen, nicht etwas dran sein könnte dem man nachgehen sollte.
        Wie verhält er sich anderen Leuten, außerhalb der engsten Familie?

        Fällt euch selber irgendwas auf oder macht er einfach nur einen unglücklichen Eindruck im Kindergarten?
        Wenn ein Kind nach einem ganzen Jahr immer noch gar keinen Anschluss gefunden hat, ist das eben doch ein wenig auffällig.
        Ich denke nicht das sie dir in der Kita sowas sagen, weil sie dein Kind nicht mögen, sondern weil sie eben aufmerksam sind und ihnen diese Dinge auffallen.
        Meine 2. ist z.B. das absolute Gegenteil , sehr offenes Kind, aufmerksam, sozial... aber eben ein Wirbelwind, laut und manchmal wirklich anstrengend.
        Auch hier fielen schon Anmerkungen wie "mal im Auge behalten von wegen ADHS..." im Kindergarten.
        Umso älter sie wird, desto mehr legt sich das bei ihr und ADHS wäre echt weit hergeholt.
        Aber zumindest weiß ich das die Erzieherinnen sie im Auge hatten und ich bin dankbar, wenn man mit die Dinge schildert, die mir als Mutter vielleicht schneller entgehen.
        Es ist halt so das man weder sich selbst, noch seinem Kind einen Gefallen tut, wenn man Probleme aufschiebt.

        Wenn man natürlich selbst kein Vertrauen zum Kindergarten bzw. Den Erzieherinnen hat, macht das ganze sowieso wenig Sinn und man sollte sich ernsthaft mit einem Wechsel befassen.

        Wie gesagt, ich erzähle nur aus meiner eigenen Erfahrung und völlig wertungsfrei zu deinem Kind, denn letztendlich kannst nur du selbst beurteilen ob die Beobachtungen der Erzieherin völlig daneben sind.

        LG

        • Hallo,

          Danke, dass du dir die Zeit genommen hast :)
          Grundsätzlich bin ich auch über Rückmeldung dankbar, aber ich verstehe die Häufigkeit nicht (beim Anziehen).Das mit den Ausdrücken halte ich auch für normal.
          Zum Thema Spiel (partner), er hatte einen aber der ist nun weg und mit den anderen Kindern sporadisch.
          Die Stifthaltung und wechseln der Hände behalte ich auf jeden Fall im Auge.
          Ich ffrage mich halt was die Erzieherinnen tun um ihn zu integrieren.
          wenn er Zuhause mit anderen Kindern spielt hat er keine Probleme.
          Er ist eben schüchtern und durfte laut seinen Erzählungen oft nicht mitspielen.
          Die Bezugserzieherin wollte es beobachten.
          Ich war neulich auch zum Hospitieren da und sie war teilweise sehr aufgesetzt und übertrieben freundlich zu manchen Kindern.
          Ich will mich beim Kinderarzt nochmal absichern, wie da der Eindruck ist und ggf. Dann Ergo.

          • Kein Problem, ich bin ohnehin grad schlaflos :-)

            Hast du denn direkt mal gefragt wie sie ihn integrieren?
            Ich habe das Thema grad mit meinem 3.
            2 Jahre ging er jetzt mit der großen Schwester in den Kindergarten und die ist nun weg in der Schule und nun hat er ziemliche Anpassungsschwierigkeiten, weil die 2 eben immer eine Einheit waren und er mit den älteren mehr zusammen war.
            Ich und die Gruppenleiterin kommunizieren das aber sehr regelmäßig und so bin ich mir sicher wie und ob sie es wirklich versuchen, dass er sich dort neu einbringt.
            Das meine ich eben mit dem Vertrauensverhältnis.

            Kinderärzte sind in der Hinsicht immer schwierige Ansprechpartner, die erleben das Kind nicht im Alltag. Laut unserer Kinderärztin hätte mein Kind auch nie in Therapie gemusst, wir allein haben uns da durchsetzen müssen, weil wir es für nötig erachtet haben.
            Für sie war er halt ein bockiges Kind was nicht mit fremden sprechen mag.
            Ergo halte ich jedenfalls nicht für verkehrt, wenn motorisch nicht alles so einwandfrei läuft.
            Mein Großer hat trotz 3 Jahren ergo zwar nicht umsetzen können einen Stift normal zu halten und hat auch grobmotorisch einige Defizite, aber immerhin haben wir es versucht und er kann das anders kompensieren.

            Zuhause ist meiner auch völlig anders, auch bei spieleverabredungen, da ist er sicher und fühlt sich wohler.

            Wie gesagt, es ist schwierig wenn das nötige Vertrauen fehlt, weil man sich als Eltern eben schnell angegriffen fühlt wenn einem so viel negatives über das eigene Kind entgegen fliegt.
            Dinge wie anziehen usw. halte ich dagegen auch für normal, da ist mein 4 jähriger nicht anders.

            • Huhu, ne das habe ich noch nicht gefragt.
              Ich war irgendwie echt erschlagen von der Nachricht, auch wenn es ansich nicht dramatisch wäre.
              Ich verstehe nur nicht, warum sie ihn so negativ wahrnimmt.
              Natürlich empfindet sie nicht diese Mutterliebe, aber trotzdem ist es einfach schwierig.

              Ich möchte vom Kinderarzt nur eine Einschätzung und ob es ausreicht für eine Überweisung zur Ergo/Rezept.

              Ich habe heute aber auch noch bei der Stadt angerufen und gefragt wer Ansprechpartner ist, bzw. wie ich vorgehen kann und soll.
              Das war auf jedenfall schonmal gut und ich hoffe, es gibt bald einen Termin.

              Danke dir :)

      Wechselnde Händigkeit völlig normal in dem Alter, nicht richtig zählen - völlig normal in dem Alter, Stift nicht richtig halten - völlig normal in dem Alter, zumal bei Jungs!
      Ich habe aber schon beobachtet, dass manche Erzieherinnen an Kindern, die sie nicht mögen, viel rummäkeln und auszusetzen haben, wobei das Gleiche bei Kindern, die gefälliger von der Art sind, nicht so schlimm ist. In der Gruppe von meinem Sohn ist auch ein Kind, das offenbar nichts richtig machen kann, ärgert mich, obwohl ich nicht betroffen bin. Manche Erzieherinnen möchten auch "das perfekte Kind ", da haben Jungs in dem Alter generell schlechte Chancen. ;-)

      Kinder spüren das und ziehen sich noch mehr zurück, schauen nicht in die Augen und werden tatsächlich immer wunderlicher.
      Ich würde 1. ein klärendes offenes Gespräch führen, 2. selbst aktiv werden und Spielfreunde aus dem Kindergarten zu euch nach Hause einladen. Dann weitersehen.

      • Sie stellt es halt als nicht normal und auffällig dar.
        Das schlimme ist eigentlich, dass ich selbst Erzieherin bin...
        Vielleicht analysiert sie deshalb jede Kleinigkeit und erwartet dass er mehr kann.
        Ich wüsste aber nicht, was ich noch machen kann/soll.
        Die Nachmittage verbringen wir entweder draußen, kneten/backen/malen oder spielen.
        Ca. 1 Mal die Woche treffen wir uns mit anderen Gleichaltrigen.

        Ich glaube, er braucht einfach noch etwas Zeit und er kommt ja auch noch nicht nächstes Jahr in die Schule, sodass er die nicht mehr hätte.

        Ich warte jetzt mal noch ein wenig ab (das Gespräch mit der Stadt und evtl. auch eines mit ihr).

        LG und Danke

    Hallo,

    ich finde die Zuständigkeiten der Erzieherinnen in Eurem Kindergarten etwas seltsam. #kratz
    Bei uns gab es in der Eingewöhnungszeit mal Kinder, die besonders an einer bestimmten Erzieherin hingen, also war das dann so eine Art Bezugs-Erzieherin für dieses Kind.

    Offiziell sind aber alle Erzieherinnen gleich für jedes Kind zuständig, und wenn mir eine Erzieherin komische Rückmeldungen gegeben hätte, hätte ich eine andere gefragt, wie sie das sieht, bevor ich zu zig Stellen renne, weil mein Kind möglicherweise eine Störung hat.
    Bei den Entwicklungsgesprächen haben die Erzieherinnen sich bei uns vorher im Team abgesprochen, wie sie bestimmte Verhaltensweisen sehen.

    Wenn mir als Kind Erwachsene unsympathisch waren, habe ich ähnlich reagiert, wie Dein Sohn und versucht, möglichst unauffällig und undurchschaubar zu sein. Denen habe ich auch nichts erzählt. Nicht einmal, wenn mich jemand geärgert hatte.
    Die fanden mich garantiert auch komisch. ;-)
    Aber mit anderen Erzieherinnen oder Lehrern, die ich mochte, war das ganz anders.

    "Er hat Zuhause schon erzählt, dass ihn die Kinder nicht mitspielen lassen und sagen, dass er nicht ihr Freund ist. Da finde ich allerdings, dass es Aufgabe der Erzieherin wäre, dagegen anzusteuern und ihm zu helfen Kontakt aufzunehmen und mit den anderen Kindern zu reden."

    Das sehe ich so wie Du, und in unserem Kindergarten wurde das auch so gehandhabt.

    Grundsätzlich würde ich in einer solchen Situation mit der Leitung oder anderen Erzieherinnen in der Gruppe sprechen. Da das bei Euch aber flach fällt, weil diese Dame auch die Leitung ist, würde ich tatsächlich einen anderen Kindergarten suchen.

    Ich glaube nicht, dass mit dieser Dame eine konstruktive Lösung des Problems möglich ist. Die hat Eurem Sohn schon den Stempel "anstrengend und förderbedürftig" verpasst und wird davon nicht mehr abrücken.

    LG

    Heike

    • Huhu,

      ja bei uns ist es so, dass man einer Erzieherin zugeteilt wird und diese dann in erster Linie für das Kind zuständig ist, Beobachtungen macht, Gespräche führt und normal auch die Eingewöhnung.

      Nur war das ja in diesem Fall auch schon schwierig (Krankheit und Zeitausgleich), sodass er gar keinen richtigen Bezug aufbauen konnte.
      Dazu kam wahrscheinlich die ständige Kritik und das sitzenlassen in der Garderobe, wenn er sich nicht anziehen wollte.
      Kinder spüren ja auch ob sie angenommen werden oder nicht.
      Wieso sollte er sich ihr dann anvertrauen?

      Ich hoffe auf ein gutes Gespräch mit der Stadt und dass sie vielleicht einsieht, dass sie es übertreibt und die Probleme eher im Alltag angegangen werden sollten, als von jemand externen.

      danke dir :)

Mir kommt das sehr bekannt vor, was du da schreibst!Ich bin auch Erzieherin und die Erzieherin, die mein Kind betreut hat/te auch eine sehr negative Sicht auf mein Kind.
Irgendwann hat es mir gereicht und ich habe um ein Gespräch gebeten und die Dinge genauso angesprochen, wie ich es empfunden habe. Das Gleiche würde ich dir raten! Rede mit ihr! Das was du über deinen Sohn schreibst, ist völlig normal! Du kannst Wertschätzung und angemessenes Verhalten der Betreuungspersonen einfordern. Frag genauer nach, wie sie das Zusammenspielen fördern.Gleichzeitig beobachte deinen Sohn genauer. Braucht er wirklich mehr Unterstützung? Lade Kinder aus seiner Gruppe ein. Gehe auf die Eltern zu. Nur Mut!

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