Ist das ein typischer Kindergartenstart?

    • (1) 14.10.16 - 21:21

      Meine Tochter (3 Jahre) war bisher immer ziemlich pflegeleicht. Kaum Trotzanfälle, ziemlich folgsam, zufrieden,...

      Vor vier Wochen kam sie in den Kindergarten. Und WOW! Ich erkenne mein Kind kaum wieder!
      Ein Trotzanfall nach dem anderen, extrem viel Widerstand, Nörgelei und Heulerei zuhause. Es ist wirkich eine sehr starke Veränderung!

      Sie geht halbtags (und das sehr, sehr gerne) und macht nach dem Mittagessen einen ausführlichen Mittagschlaf.

      Die Erzieherin und andere Mütter sagen, das sei normal. Aber ich habe noch NIE gehört, dass ein Kind so reagiert. Ich hoffe, es beruhigt sich wieder. Vorher war es viel schöner zuhause.

      Kennt das jemand?

      • Natürlich ist das normal und auch sehr wichtig. Ein Kind muss lernen, dass es eine eigene Meinung hat und es muss Widerstand leisten dürfen. Das gehört zur kindlichen Entwicklung dazu. Nur so wird aus einem Kind ein Kind mit eigener Meinung. Es muss sich behaupten lernen und lernen, nein sagen zu dürfen. Das geht nur durch Widerstand. Aber das ist gut und ein wichtiger und notwendiger Entwicklungsschritt.

        • Ja, das ist mir klar, dass das ein Entwicklungsschritt ist. Aber mich wundert der offensichtliche Zusammenhang mit dem Kindergarten. Warum jetzt so massiv?
          Im Kindergarten ist sie im übrigens wohl sehr lieb.

          Widerstand leisten und nein sagen ist ja schön und gut. Aber allzu oft geht es um Dinge, die einfach nicht zu ändern sind. Aktuelles Beispiel von heute:

          Wir fahren vom Einkaufen nach Hause. Meine Tochter will mit dem Zug heimfahren. JETZT! Mit dem ZUG und NICHT mit dem AUTO!!!!!!!!!!!!!!!

          Also....Wir wohnen auf dem Land. Ein Zug fährt nicht in unseren Ort und schon gar nicht zu uns nach Hause (und wir waren schon in unserem Ort). #augen Erklärungen waren natürlich völlig überflüssig.

          • Das ist die Autonomie Phase. Das wird dir ab jetzt fast jeden Tag 100 mal in verschiedenen Ausführungen bevor stehen. Und warum mit Kita Eintritt? Weil andere Kinder dein Kind natürlich beeinflussen, es guckt sich Dinge bei anderen ab und weil es erst bei 25 anderen Kindern um sich herum lernen muss, sich durchzusetzen. Bei nur Mama ist das nicht nötig gewesen.

      Glückwunsch. Dein Kind hat soeben erkannt, dass es eine eigene Persönlichkeit ist und durchaus eine andere Meinung haben darf. Das ist ein wichtiger Entwicklungsschritt. So "schön" wie früher wird es nie wieder. Allerdings wird dein Kind noch lernen, dass nicht all deine Vorschläge schlecht sind und erstmal mit einem Trotzanfall beantwortet werden müssen. Es wird wieder besser, keine Angst ;-).

      Hallo,

      vielen Dank für deinen Post - es beruhigt mich sehr, dass das nicht nur bei uns so ist!!
      Die Große (4,5) hat schon jetzt nach 6 Wochen wieder etwas beruhigt und ist wieder fast normal ;-) Die Kleine (2,5) schubst, haut, schreit, trotzt... Beide sind plötzlich wahnsinnig eifersüchtig aufeinander: wollen bei jeder Kleinigkeit (Hände waschen, aufs Klo gehen, Tür aufmachen...) die erste sein. Die zweite wirft sich dann auf den Boden und heult...

      Ich erkenne meine Kinder auch nicht wieder. Ach ja: sie sind am 1.September beide gleichzeitig in die KiTa gekommen, wenn auch in verschiedene Gruppen. Zunächst nur bis 12.00 Uhr.

      In den ersten 4 Wochen hätte ich sie am liebsten wieder abgemeldet. Und plötzlich verstehe ich Eltern, die ihre Kinder gar nicht in den Kindergarten geben.. (haben wir in der Nachbarschaft). Wie entspannt! Ich dachte, wenn Kindergarten anfängt, hab ich alle Zeit der Welt, mir in Ruhe einen Job zu suchen. Statt dessen mache ich Vormittags hektisch den Haushalt inkl. Einkauf, damit ich ab 12.00 zu 100% den Mädels zur Verfügung stehe, Streit schlichte, Fäuste festhalte, überrede, erkläre, durchsetze, Tränen trockne...

      Es beruhigt mich nur etwas, daß die Große schon fast wieder normal ist (allerdings immer noch beim Abgeben weint...:-0) ; während die Kleine gerne in den Kindergarten geht, aber nachmittags offenbar ganz viel verarbeiten und raus lassen muß... puh!

      Ich wünsche Euch und uns, dass es bald besser wird!!
      LG!

      • Hallo,

        "Und plötzlich verstehe ich Eltern, die ihre Kinder gar nicht in den Kindergarten geben.. (haben wir in der Nachbarschaft). Wie entspannt!"

        Also mit unseren Kindern wäre das überhaupt nicht entspannt gewesen. Die wären schon mit 3 ohne Kindergarten zu Hause vor Langeweile die Wände hoch gegangen, weil ich es nicht geschafft hätte, sie wirklich auszulasten.

        Das schaffen irgendwann nur noch andere Kinder.

        LG

        Heike

    Herzlichen Glückwunsch! Du hattest drei Jahre lang "Ruhe". Meine Jüngste (zugegeben, sie hat auch zwei ältere Geschwister) hat ihre erste Idee von Autonomie bereits mit 13/14 Monaten gehabt. Seit dem ist es fortschreitend. #rofl;-)

    Hallo,

    ja, das ist normal.

    Manche Kinder entdecken erst mit 3 ihren eigenen Willen. Unser Sohn zum Beispiel.
    Zurück zu dem lieben kleinen Sonnenschein, der er vorher war, hat er sich immer noch nicht wieder entwickelt, und er ist jetzt 6,5. So langsam geben wir diese Hoffnung auf. ;-)

    Dass das häufig mit dem Kindergartenstart zusammenfällt, liegt erstens an dem Alter, mit dem die meisten Kinder in den Kindergarten kommen und zweitens daran, dass sie dort mit älteren Kindern und vielen Kindern auf einmal zusammen kommen und die Ellenbogen ausfahren müssen, wenn sie nicht untergebuttert werden wollen.

    Unsere Tochter wusste übrigens schon als Baby ganz genau, was sie wollte. Sie wurde zum Kindergartenstart nicht anstrengender als vorher...

    Ehrlich gesagt, verstehe ich nicht, warum so viele Eltern hier immer aus allen Wolken fallen, wenn ihre Kinder in die Autonomie- bzw. Trotzphase kommen.
    Eigentlich ist das doch Allgemeinwissen. #kratz

    LG

    Heike

    • (10) 16.10.16 - 22:18

      Hey ich antworte mal auf deinen Post weil mich dein letzter Satz angesprochen hat.
      Auch meine Tochter (3) ist seit einem Monat im Kindergarten.
      Sie iat schon sehr lange in der Autonomiephase und hat schon immer einen ausgeprägten Willen.
      Trotzdem muss ich sagen, dass ich erstmal überrascht war von der nochmaligen Steigerung im Verhalten meiner Tochter. Ich dachte wir hätten die heiße Phase überstanden, aber jetzt geht sie erst richtig los fürchte ich.
      Und wir hatten im letzten Jahr nicht ein bisschen schimpfen und quengeln, sondern das volle Programm.
      Somit kann ich schon verstehen, wenn man trotz des Wissens um die Trotzphase etwas schockiert oder verunsichert ist ;-)
      LG

      Katici, die gerade Trotzphase Reloaded erlebt

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