Mit dem KiGa ins Altenheim

    • (1) 02.11.16 - 19:21

      Hallo!

      Unser Wunsch- KiGa geht wohl regelmäßig mit den Kindern in ein geriatrisches Altenheim mit Palliativpatienten.
      Ich bin mir nicht sicher, ob ich das gut finde...#gruebel

      Ich habe nichts gegen alte Menschen! Wir haben selbst Uromas und Uropas, die wir regelmäßig sehen.

      Aber in solchen Einrichtungen gehen doch auch immer wieder so Sachen wie der Noro-Virus rum... Und die Kinder sind dort wohl auch den ganzen Vormittag und haben engen Kontakt.

      Des Weiteren sind dort auch schwerkranke und sterbende Patienten. Müssen Kinder schon so früh und regelmäßig damit konfrontiert werden?

      Für manche Patienten ist es bestimmt schön, wenn da ein Horde Kinder (20-25 Stück) rumwuselt. Aber ich denke die Meisten brauchen doch Ruhe zum Genesen?

      Wie seht ihr das?
      Kennt ihr das auch von euren Kindergärten?

      LG!#winke

      • Hallo,
        wegen irgendwelchen Keimen würde ich mir im Kindergarten selbst mehr Sorgen machen als in einem Altersheim. Da sind die Hygienerichtlinien viel höher als im Kindergarten.
        Ich denke auch nicht, das die Kinder zu Bewohnern gelassen werden die im Sterben liegen.

        Ich finde es sogar super das der Kindergarten das macht, vielen Kinder haben keinen Kontakt zu sehr alten Menschen und dort können sie soviel lernen!

        Also von mir bekommt du ein Daumen hoch für diesen Kindergarten.

        Hallo,

        die Hände können sich die Hände waschen und sie sind eine größere Gefahr für die Patienten als umgekehrt. Noroviren und weitere Keime findest Du in den Kitas und Schulen. Vor allem wenn ich schon sehe, wenn sich die Kinder nicht nach dem Toilettengang die Hände waschen, aber Gruppenkuschel veranstalten.

        "Des Weiteren sind dort auch schwerkranke und sterbende Patienten. Müssen Kinder schon so früh und regelmäßig damit konfrontiert werden?"

        Ja, das müssen sie! Kinder eine heile Welt vorzuspielen bringt nichts. Kinder gehen oft unbedarfter und nicht so verkopft wie die Erwachsenen mit Krankheit und Tod rum.

        LG
        Lana

      Die Gefahr mit den Infektionen ist wohl eher andersrum. Eher schleppen die Kinder irgendwas ins Altenheim ein. Ansonsten war auch der kiga in den mein sohn ging gelegentlich im Altenheim. Fand ich super. Meine Kinder haben zwar noch über 90 jährige Urgroßeltern die auch noch sehr rüstig sind und sie kennen daher dem Umgang mit "alten Leuten", aber viele haben das nicht. Ich finde es für beide Seiten sehr bereichernd solche Besuche. Und die Kinder treffen sicher nicht auf Sterbende oder akut sehr kranke Menschen die ihre Ruhe wollen und brauchen.

      Unser Kindergarten macht das nicht. Aber der, in den ein freund meines Sohnes geht. Und ich finde das super. Alte Menschen freuen sich, wenn sie besuchen bekommen, gerade wenn sie in einem Altenheim leben und ihre Familie kaum oder gar nicht sehen. Beide Seiten profitieren davon; die alten freu4n sich über die Lebendigkeit und Unbeschwertheit von den Kindern, die Kinder lernen von den alten. Sie erklären sich gegenseitig die Welt, lachen mit einander und haben einfach eine unbeschwerte zeit zusammen. Das bringt Lebensqualität und die Kinder erlernen würdevoll und respektvollen Umgang mit älteren Menschen. Rücksichtnahme und Verständnis wird so von beiden Seiten gefördert und ein Verständnis für die jeweils anderen erlernt. Einfach toll und etwas, was man als Eltern definitiv unterstützen sollte.

    • wir gehen auch mit unserem Kingergarten einmal im Monat ins Altersheim.
      Die Kinder werden dementsprechend darauf vorbereitet, sehen aber keine "sterbenden" Menschen.

      Natürlich sehen sie Menschem, die nicht mehr alleine essen oder laufen können, aber da ist auch nichts schlimmes dabei.

      Die Besuche sind eine Bereicherung für die Kinder und die alten Menschen.

      Und wenn ein Norovirus rumgeht, dann geben die Mitarbeiter bestimmt dem Kindergarten Bescheid. Und ansteckende Menschen werden dann wohl in ihrem Zimmern sein,.....wie schon jemand schrieb, vor Krankheiten musst du im Kiga mehr Angst haben.........

      lg

      Wenn du Angst vor Viren hast, solltest du dein Kind zu hause lassen. Vor ca 3 Wochen war unser Kindergarten wegen Noro-Viren geschlossen. 39 Kinder und die Belegschaft hat es hinweg gerafft, ganz ohne Besuch im Altersheim in dieser Zeit.

      vg, m.

      (9) 02.11.16 - 20:34

      Ja, unsere gehen regelmäßig dorthin. Nicht die ganze Horde, aber wer mit will, der kann mit. Komisch, ich mache mir jedesmal mehr um die Heimbewohner Gedanken als um die Kinder, also was die Keime angeht.
      Ja, auch dort gibt es Sterbende, denkst du wirklich, das die Kids in die Zimmer zu ihnen gehen?

      Hier treffen sich alle Beteiligten, denn auch die Bewohner dürfen entscheiden ob sie auf die Minibazillenschleudern treffen wollen, in den Gemeinschaftsräumen. Basteln etwas, singen, backen Kuchen oder Kekse, Geschichten werden erzählt....immer etwas passendes zur Jahreszeit und was sonst noch so wichtig auf dem Dorf ist. Und ja, es entstehen "Freundschaften", wenn man das so nennen kann. Wie immer im Leben spielt halt die Sympathie eine große Rolle. Und ja, es kommt natürlich vor, das auch liebgewonnene Bewohner versterben. So ist halt das Leben.

      Meine persönliche Meinung: Eine Bereicherung für beide Seiten, denn es leben dort wirklich viele, die einfach zu fit sind um nur Ruhe zu haben. Die ihre Enkel viel zu selten sehen um sie zu erleben. Die sich dort zu Tode langweilen, aber vielleicht körperlich nicht mehr fit sind, um selber etwas zu unternehmen. Und für die Kids ist es auch toll, denn auch viele von ihnen haben kaum Kontakt zur älteren Generation. Die Kids freuen sich jedesmal wie Bolle und eine Pflegerin erzählte mal, das auch die Bewohner sich sehr auf den Trubel freuen. Ich denke du hast einfach ein falsches Bild von einem Altenheim und seinen Bewohnern (zumindest von einem großen Teil von ihnen).

      Ich habe im Altenwohnheim gearbeitet. Um die Infektionsgefahr brauchst du dir keine Gedanken machen, die ist an vielen anderen Orten genauso hoch. Infektiöse, hochansteckende Bewohner werden isoliert.
      Was schwer kranke oder sterbende Bewohner betrifft: da werden die Kinder in der Regel nicht hin gelassen (sollte jedenfalls so sein).
      Ansonsten finde ich es wichtig und richtig das Kinder Kontakt zu solchen Menschen haben.
      Alter, Krankheit, und Tod gehören zum Leben und aus der Tabu-Zone geholt!
      Kinder haben meist einen viel unbefangeneren Umgang damit wenn Erwachsene ihnen den nicht nehmen und nicht ihre eigenen Ängste diesbzgl. auf die Kinder übertragen.
      Früher haben die alten Menschen in der Familie gelebt und sind (meist) auch dort gestorben....
      und die Kinder haben dadurch auch kein Trauma davon getragen.

      VG Rudyline

      (11) 02.11.16 - 22:03

      Hallo,

      Ich selbst bin Altenpflegerin in einer stationären Einrichtung. Mein Sohn geht nebenan in den Kindergarten (10 Meter) über den Hof.

      Die Kinder haben regelmäßig Kontakt zu unseren alten Herrschaften, sei es draußen auf dem Hof oder direkt bei Besuchen in unserem Haus. Natürlich werden sie keine sterbenden Menschen sehen, auch von Infektionen werden sie versucht fern zu halten. Obwohl ich da einigen anderen Recht geben muss, dass wohl eher die Kinder mal eine Erkältung mit einschleppen was für ältere Leute einen ganz anderen Verlauf nehmen kann. Und wenn ein Norovirus umgeht werden doch ganz andere Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

      Wie wäre es wenn du mal mitgehst wenn sie das Heim besuchen und dir die strahlenden Augen der Bewohner anschaust? Ich glaube dann weißt du, was dieser Ausflug genau bezwecken soll ;-)

      Liebe grüße raserle

      Guten Morgen,

      unser Kindergarten ging jedes Jahr regelmäßig zur Vorweihnachtszeit in verschiedene Alten- und Pflegeheime um dort ein paar Weihnachtslieder zu singen und jedem Bewohner ein kleines Present zu geben.

      Ich bin bei unseren beiden Kinder früher mitgegangen und ich möchte das nicht missen!

      Ich empfand es jedesmal als einmalige Erfahrung - jedesmal mit Gänsehaut. Was Kinder für Freude, Wärme und Herzlichkeit ausstrahlen können - das ist wundervoll! Es war echt immer eine ganz, ganz warme Stimmung! Für die Bewohner war das sicherlich eine ganz, ganz tolle Abwechslung und haben wirklich eine große Freude, wenn Kinder kommen. Viele haben ein paar Tränen verdrückt.

      Natürlich würde ich meine Kinder regelmäßig Besuche dort abstatten lassen. Über Keime mache ich mir jetzt überhaupt keine Gedanken. Da sind öffentliche Toiletten, Busse und Bahnen nicht wenige betroffen als Altenheime.

      Nein, Kinder bekommen auch keinen Knacks weg, wenn sie gebrechliche, alte Menschen kennenlernen. Die gehen da wesentlich offener um als wir Erwachsene. Genauso wie mit Behinderten. Das ist für die wenigsten Kinder ein großes Thema. Die Erwachsenen machen da einen Kult drumherum. Warum eigentlich?!

      LG
      Caro

      (13) 03.11.16 - 07:42

      Ich würde erstmal abwarten. Vielleicht gibt es ja auf einem Elternabend noch mehr Infos, oder du fragst nochmal genauer nach, was der Besuch genau auf sich hat. Oder wie schon vorgeschlagen, du gehst einfach beim ersten Mal mit.

      Ich denke, das wird schon gut organisiert sein. Bewohner die krank sind (und wer als 90-jähriger Norovirus hat wird sich sicher sterbenskrank fühlen) bleibt wahrscheinlich sowieso im Bett. Auch sterbenskranke Leute sind wohl nicht mehr in der Lage, sich in den Gemeinschaftsräumen auufzuhalten.

      Ich kann mir vorstellen, dass die Kleinen den Kontakt sehr genießen, wenn sich soviele Leute zB beim Backen um sie kümmern.

      Ich finde das auch eine tolle Aktion.

      Hallo,

      unser Kindergarten ist direkt ans Gelände eines Seniorenheims angegliedert, und die Kinder gehen auch öfters gemeinsam dort hin. Im Sommer wird auch die Wiese des Heims für Aktivitäten mitgenutzt, für die der eigene Außenbereich des Kindergartens zu klein ist. Die größeren Kinder machen auch mal ein Projekt mit den Senioren zusammen.
      Ich finde das eigentlich ganz toll! Ich gehe selbstverständlich davon aus, dass die Kinder nicht zu schwer kranken oder sterbenden Patienten ins Zimmer gehen. Abgesehen davon finde ich es aber nicht schlimm, wenn sie auch mit offensichtlich nicht mehr so fitten Senioren in Kontakt sind, sei es dement oder körperlich stark eingeschränkt. Kinder gehen an so etwas ja viel unbefangener ran. Eigentlich ist es ja schade, dass in unserer Gesellschaft die Alten und Kranken so abgesondert werden und sich diesen Anblick viele nicht mehr zumuten wollen. Deshalb finde ich es gut, wenn schon Kinder lernen, dass so etwas zum Leben einfach dazugehört.

      Hallo!

      Bei solchen Texten kann ich kaum ruhig bleiben. Es ist deine Angst, nicht die deines Kindes.

      Dann überlege doch gleich mal, wie du das haben möchtest, wenn du alt, krank und/oder sterbend sein wirst? soll man dich abschotten von der Welt, bevor zu eine Zumutung wirst? Wann ist denn der Punkt, dass man seinen Mitmenschen und Kindern nicht mehr zumutbar ist?

      Was passiert, wenn du JETZT tödlich erkranken würdest? Schränkst du den Kontakt zu deinen Kindern sofort ein, weil du sie damit nicht konfrontieren möchtest? Sterbend sind wir doch eigentlich alle immer.....

      Jetzt bekommen deine Kinder die Chance, Alter und Krankheit völlig unbedarft kennen zu lernen. Jetzt sind sie doch gar nicht persönlich betroffen und müssen kein Familienmitglied "abgeben".

      Nein, man lässt die Kinder sicher nicht zu Sterbenden ins Zimmer. Was sollten sie da auch?

      Man wird die Alten, die wollen und können ins Wohnzimmer o.ä. bringen und dort trifft man sich eben und bespaßt sich gegenseitig. Die, die Kinder nicht leiden können, bleiben in der Regel in ihrem Zimmer. Die, die nicht mehr können, bleiben auch da. wo sie sind.

      In dem Altenheimkomplex, in dem ich arbeite, wird gerade ein Kindergarten auf dem Gelände eröffnet. Hier in meinem Wohnviertel hat man im Altenheimgarten Ziegen, Kaninchen und Schafe hingestellt, damit all die Mütter mit ihren kleinen Kindern kommen, um sich die anzusehen. Das ist seit Jahren der Renner. jede Familie kennt dieses Altenheim, jedes Kind war schon dort.

      Großfamilien gibt es leider kaum noch, aber dass man Kinder aus Angst vor den Facetten des Lebens abschirmen möchte, will ich nicht verstehen.

      Ich kann dir nur raten, die Gruppe bei ihrem Besuch dort zu begleiten. Du hast ein seltsames bild davon, was in Altenheimen u.ä, vor sich geht. Dein Kind hat die Chance es richtig zu lernen.

      LG

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