Sehr schüchternes Kind -Freunde finden

    • (1) 15.12.16 - 11:22

      Hallo... sorry, ich hoff der Text ist nicht zu wirr geschrieben.

      Mein sohn ist jetzt 3,5 Jahre. Er ist ein sehr höfliches, zuvorkommendes, nachdenkliches und mitdenkendes Kind und von beginn an sehr ruhig.
      Mit anderen gleichaltrigen Kindern hatte er mit nem halben jahr schon Probleme.

      Er geht in den Kindergarten und irgendwie kann er da nicht spielen. Bis vor kurzem hat er wohl nur die Kinder beobachtet. Mittlerweile spielt er auch mal was, vorallem wenn die Erzieherinnen ihn auffordern dazu. Von allein kommt da nichz viel. Kontakt zu anderen Kindern ist schwierig. Sobald ihn ein Kind anspricht, ist er sehr unsicher, weiß nicht wie er reagieren soll und blockt dann ab. Die anderen Kinder sind dann natürlich genervt und gehen.
      Aaaaber... er freut sich so, wenn ein anderes Kind ihn anspricht. Kann es aber einfach nicht zeigen und weiß nicht was er tun soll.

      Der Kindergarten hat ein offenes Konzept mit bis zu 75 Kindern.

      Mit seinen Cousins und Cousinen (7-9 Jahre alt) spielt er so toll, redet mit ihnen ganz normal, fordert sie auf zu spielen. Ist ganz ausgelassen und entspannt.

      Aber schon bei seiner gleichaltrigen Freundin, die er mindestens 1x die Woche auch privat sieht seit Babyalter gestaltet sich der Umgang schwierig. Mal kann er spielen, mal blockt er ab. Sie ist sehr aufgeschlossen ihm gegenüber.

      Er selber sagt er hat keine Freunde und spielt allein. Das bestätigen auch die Erzieherinnen (zu denne er alle ein tolles verhältnis hat)

      Kennt jemand von euch so ein verhalten? Legt sich das irgendwann mal? Wie kann ich ihn unterstützen?

      Ich möchte ihn gern in der musikalischen Früherziehung anmelden, weil er Musik hören und selber machen überalles liebt. Da geht er total drin auf. In Kleingruppen kommt er einfach besser zurecht. Vielleicht schenkt ihm das mehr selbstvertrauen.

      Lg youngmum

      • Naja also erstmal denke ich nicht, dass ein 3,5 Jahre altes Kind schon Freunde haben "muss".
        Das entwickelt sich bei dem einen früher, bei dem anderen später.
        Aber so wie Du ihn beschreibst, klingt es danach, als sei er mit diesem offenen Konzept eures Kindergartens schlicht überfordert. Das kann ich verstehen, das würde wohl viele schüchterne Kinder in diesem Alter überfordern.
        Gibt es nicht die Möglichkeit, ihn in einem anderen Kindergarten mit geschlossenen Gruppen anzumelden?

        • Ja, also ich muss sagen, wenn ich ihn morgens bringe, finde ich es auch nicht so doll. Es ist sehr viel trubel. Das geht bis 10 Uhr so und dann sind sie in ihren Kerngruppen zusammen mit zur Zeit 19 Kindern.

          Anderer Kindergarten gibt es leider nicht. Ist der einzie Dorfkindergarten und in der nächsten Stadt haben sie grad genug Plätze für die eigenen Kinder.

          Außerdem geht er mit den Kindern im jetzigen Kindergarten irgendwann in die schule.

          Ich hab immer das Gefühl, er ist der einzige, der noch nicht mit anderen Kindern spielt. :-( Es fällt ihm auch mamchmal schwer neben anderen Kindern zu spielen.

          • Also ich bin wirklich der Meinung, dass es einige Kinder gäbe, die sich mit diesem Konzept schwer tun würden. Ging er vorher in die Krippe?
            Wenn nicht, dann ist ein sehr schüchternes Kind mit auf einmal 75 fremden Kindern doch ganz klar überfordert!
            Meine Kinder gehen/gingen in eine Kita mit geschlossenen Gruppen. Auch dort gab es einen sehr schüchternen Jungen, den selbst die 18 Kinder in seiner festen Gruppe einfach überfordert haben, und dass, obwohl er zuvor in der selben Einrichtung 1 Jahr in der Krippe war. Es hat viel Geduld der Erzieher erfordert, aber nach ca. 3/4 Jahr war dann der Knoten dann endlich geplatzt und er hatte seine festen Freunde, mit denen er immer gespielt hat.

            Kannst Du denn einfach mal 1 oder 2 Kinder aus seiner "Kerngruppe" zu euch nach Hause einladen oder mit den Müttern eine Spielplatzverabredung treffen?
            Ich würde einfach versuchen, dass er durch solche Treffen außerhalb der Kita gezielt ein paar Kinder besser kennen lernt - und sie ihn natürlich ebenso.

      Ich habe auch eine schüchterne Tochter. Sie geht seit einem halben Jahr in den Kindergarten.
      Mittlerweile hat sie Freundinnen gefunden. Sie liebt Rollenspiele wie Kaufladen, Kochen etc.
      Und es gibt noch 2 andere Mädchen (auch eher ruhigere), die gerne mit ihr spielen.

      Ein offenes Konzept - selbst wenn es sehr gut umgesetzt wird, was sehr oft nicht der Fall ist - ist für extreme schüchterne Kinder suboptimal.

      Ich würde mir vermutlich an Deiner Stelle einen anderen Kindergarten suchen.

      Andrea

    • Hallo,

      ich glaube auch, dass Dein Sohn mit dem Offenen Konzept überfordert ist.
      Gerade schüchterne Kinder kommen besser mit einer übersichtlichen Anzahl von Kindern und wenigen Erzieherinnen klar.

      Mit 3,5 hat unsere Tochter aber auch nicht mit Gleichaltrigen gespielt und sie ist (und war damals) alles andere als schüchtern. ;-)
      Bei ihr war der Grund, dass die Gleichaltrigen ihr zu babyhaft waren. Vom Spielverhalten her war sie damals schon so weit, wie die Mittelkinder. Zum Teil hat sie sogar mit Vorschulkindern gespielt. Sie fing erst mit etwa 4 Jahren an, mit Gleichaltrigen zu spielen, weil die dann in der Entwicklung nachgezogen hatten.

      Vielleicht ist das bei Deinem Sohn auch der Fall, gepaart mit Schüchternheit, wegen der er sich selbst im Weg steht, wenn ältere Kinder Kontakt zu ihm suchen.
      Die Cousinen und Cousins kennt er ja schon immer. Da ist das etwas anderes.

      Aber ich denke, dass es auf jeden Fall einfacher wäre, wenn er in einem Kindergarten mit Gruppenkonzept wäre.

      LG

      Heike

      Ich denke er braucht einfach Zeit sich an die vielen Kinder zu gewöhnen. Einen guten Draht zu den Erziehern hat er, ich sehe es als deren Aufgabe ihn in Aktivitäten mit ein zu binden und den Kontakt mit anderen Kindern zu fördern. Wie sind denn die Kerngruppen von der Altersstruktur? Mein Sohn hat von Anfang an nur Kontakt zu älteren Kindern im Kindergarten. Vor allem mit den gleichaltrigen Jungs kann er gar nichts anfangen. Die Aussage beim letzten Entwicklungsgespräch war, dass er einfach weiter ist im Spielverhalten, sozialen und Sprache. Er ist jetzt nicht sonderlich schüchtern, aber doch eher ruhig, tat sich aber überhaupt nicht schwer mit den Großen in Kontakt zu kommen.

      Gibt es denn ein oder zwei Kinder die er nett findet? Vielleicht einfach mal privat einladen oder auf dem Spielplatz verabreden. Vielleicht kann er sich in der 1:1 Situation besser auf das andere Kind einlassen und wenn er das Kind besser kennt auch im Kindergarten mit ihm spielen.

      Aber ganz generell finde ich es mit 3,5 auch noch nicht tragisch wenn er keinen Freund hat. So lange er unter der Situation nicht leidet.

      • Ja, er fand ältere Kinder auch schon immer interessanter und angenehmer. Egal ob er diese kennt oder nicht. Bei den gleichaltrigen sind eben immer alle noch so "unkontrolliert" laut, hecktisch und unberechenbar in ihrem tun. (Aber das wird ja auch so langsam anders ab 3 Jahren) Er ist sprachlich auch sehr weit. Die Erzieherinnen staunen seit er da in die Krippe geht, wie er spricht und sich ausdrückt.
        Er ist einfach ein Kopfmemsch und denk zu viel nach, was den nun als nächstes passieren könnte.

        Wir gehen jetzt auch schon 1,5 Jahre zum Kinderturnen. Mit mir an der Seite fühlt er sich mittlerweile wohl und kann auch alleine in der Halle rennen mit den anderen Kindern.

        Wahrscheinlich mach ich mir nur wieder zu viele Gedanken. Ihn scheint die Situation nicht so zu stören. Er sagt zwar morgens oft er will bei mir bleiben, aber wenn ich ihn hol, will er auch nie mit sondern da bleiben.

        Als Adventswunsch hatte er der Erzieherin sogar gesagt, dass er gerne mal im Kindergarten übernachten würde.

        Ich werd ihn jetzt nochmal genauer fragen welche Kinder er denn mag und mit den Mamas etwas ausmachen zum spielen.

        Lg

    Hallo,

    ich kann Dir jetzt leider nicht aus eigenen Erfahrungen berichten. Was mir nur aufgefallen ist, Dein Sohn ist sehr schüchtern, fühlt sich in kleinen Gruppen wohler. Nicht böse gemeint, nur ein Denkanstoß, warum ist er dann in einem Kindergarten mit einem offenen Konzept und 75 Kindern?

    Meine Vermutung ist, dass er sich in einer geschlossenen Gruppe, in einem kleineren Kindergarten mit nicht zu vielen Kindern, wahrscheinlich wohler fühlen würde. Vielleicht gibt es solch einen Kindergarten bei Euch und Du denkst mal über einen Wechsel nach?

    Liebe Grüße

    • Ja so weit war ich mit meinem denken auch schon.
      Vielleicht hätte ich es in meinem anfangstext schreiben sollen.
      Wir haben hier genau diesen einen Kindergarten im Dorf, in den Umliegenden Ortschaften nehmen sie nur Einheimische, weil wie überall Platzmangel.

      Aber danke für deine Antwort

      • Sehr gerne. Das ist natürlich doof, bei uns ist das genauso, dass man nur im Ort selber einen Krippen- oder Kindergartenplatz bekommt. Wir haben das. Glück, dass es hier sehr viele Kinder gibt und deshalb auch einige Kigä.

        LG

Habt ihr körperliche Ursachen schonmal ausgeschlossen?
Mir kommt das nämlich von mir selbst sehr bekannt vor. Irgendwann kam dann durch Zufall heraus, das ich Hörprobleme habe, schon seit Geburt. Die sind gerade so, das es keine Verzögerung beim Sprechenlernen gab, aber doch so stark, das ich fremde Kinder nicht so gut verstanden habe und deswegen schnell überfordert war, bzw. unbewusst abgeblockt habe. Bei Kindern, die ich regelmäßig gesehen habe, gab es weniger Probleme, weil ich da mehr aus der Mimik und Gestik interpretieren konnte, bzw. die auch teilweise anders und deutlicher mit mir gesprochen haben.
Dasselbe bei Erwachsenen, die sind oft viel klarer in ihrer Aussprache und auch in ihrer Körpersprache, das Erleichtert das Verstehen.
Mir war dieses Problem auch nie wirklich bewusst, ist ja schon immer so gewesen, deswegen konnte ich das auch nie irgendjemanden gegenüber kommunizieren, sodass es eben fast 20 Jahre unentdeckt blieb, bis bei einem MRT wegen starker Kopfschmerzen der Arzt meinte, das meine Gehörgänge auffällig sind und das es ungewöhnlich ist, das ich gar keine Probleme mit dem Hören habe.

(14) 16.12.16 - 12:01

Also ich denke, Du solltest Dich entspanne. Ich kenne, das von meinem älteren Kind auch so - er ist mittlerweile acht und hat sich super entwickelt.
Ich kenne das Soielverhalten in dem Alter sehr ähnlich, er ist immer ein absoluter Beobachter gewesen, schon in der Krippe wurde mir bestätigt, er würde sich zwar nicht oft aktiv beteiliigen, aber man merke genau, dass er alles sehr genau wahrnimmt und am Ende des Tages mehr vom Tag wüsste, wie jeder andere....Das ist lange so geblieben, auch bei der Einschulung, bestätigte die Lehrerin, dass sie erst nach ein paar Woche wirklich begriffen hätte, was dieses Kind alles weiß und mitbekommt, weil er das nicht von vornherein so zeigt und gleich in die erste Reihe springt.
Klar, sind für solche Kinder kleine Gruppen oft besser, aber Du schriebst ja bereits, dass es keine Wahlmöglichkeit gibt und ich denke er wird sich auch gut einfinden.
Du schreibst mehrfach, dass er ja offensichtlich zufrieden und glücklich ist. Und das muss man als Mama ein Stück weit "aktzeptieren" lernen. Ich muss sagen, ich habe da auch lange gebraucht, aber es ist das Wichtigste, dass es dem Kind gut geht. Mein Sohn beispielsweise hat mittlerweile enge Freunde und spielt sehr viel (war im Alter Deines Kindes auch nicht so)...Er mag seine Mitschüler und hat den Tag über viel Spaß mit ihnen (sagt er und bestätigen auch die Lehrkräfte). Er ist in einer Ganztagesklasse, was ihm sehr gut gefällt und es ist ein gebundener Ganztag, die klare Struktur und feste Klasse kommen seinem Charakter entgegen....Trotzdem ist er ein Typ, der nicht dann in der Frreizeit noch ständig Kinder (er hat eh ne Schwester) um sich rum braucht.... Klar, lädt er mal seine besten Freunde ein und sie haben Spaß, aber sicher nicht noch jeden Tag nach der Schule. Er ist oft auch froh, einfach mal auf der Couch zu sitzen und zu lesen...Das ist einfach Charaktersache. Er hat da auch hobbymässig seine Grenzen klar gezogen. Alle spielen Fussball, mag er nicht, auch wenn ein Fussball Geburtstag ist, geht er nicht hin (haben ihn einmal letztes Jahr überredet und er fand es furchtbar) - klar anfangs denkt man da, oh je, schließt er sich dadurch nicht aus? In seinem Fall kann ich nur sagen, gar nicht, er kommt mit allen anderen aus, sie schätzen seine Authentizität und wissen er verbiegt sich nicht für sie.

Ich wünsche Dir einfach, dass Du es auch schaffst das so anzunehmen bei Deinem Kind. Denn solange es ihm gut geht und er glücklich ist, passt das schon und er wird seinen Weg gehen.
Alles Gute Julk

  • Danke für deine tolle Antwort... sie ging mir irgendwie Mitten ins Herz.

    Das passt alle sehr zu meinem Sohn. Er braucht auch die anderen Kinder nicht so wie andere. Er hat seine schwester, die braucht er sehr und die reicht anscheinend auch. Er saugt Situation in sich auf, kann mir jetzt noch sachen erzählen, die waren als er 1,5 Jahre war. Er erzählt auch viel was andere gemacht haben und immitiert zu Hause viel. Das merkt man sehr deutlich.

    Danke das du geantwortet hast, das hat mir wirklich sehr geholfen... ich versuch es so anzunehmen wie er ist und ihn in seinem tun zu bestärken.

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