Psychosomatische Schmerzen bei Kindern

    • (1) 12.01.17 - 13:32

      Ich glaube unser Sohn (4,5 Jahre) leidet unter psychosomatischen Schmerzen. Er klagte schon im Frühjahr immer wieder über Bauchschmerzen. Da er aber sich nicht so verhalten hat, wie wenn er sonst Schmerzen hatte, Stuhlgang normal war, er normal gegessen hat und auch der Bauch weich war, war ich erst nach ein paar Wochen beim Kinderarzt. Der hat dann auch geschaut und eine organische Ursache eigentlich ausgeschlossen.

      Dann war es im Sommer eine ganze zeitlang gut bzw. er hat zumindest nicht mehr darüber geklagt. Im Herbst hatte er zweimal ziemlich heftig und lange Magen-Darm. Ich selbst hatte es auch und hatte auch selber noch 3 wochenlang immer wieder Verdauungsprobleme, kann mir als schon vorstellen, dass es in diesem Zeitraum durch den Infekt bedingte Bauchschmerzen waren.

      Das ist nun aber auch schon wieder 6 Wochen her und er klagt immer noch ab und an über Bauchschmerzen (Bauch ist weich, Stuhlgang normal, er isst und trinkt normal und kann auch in einem Moment über Schmerzen klagen und im anderen ganz normal spielen). Dazu kommt noch, dass er immer wieder über Schmerzen in den Armen und in den Beinen klagt. Er sich aber ganz normal bewegt, spielt, verhält, ... Es ist nicht täglich, aber schon mehrmals die Woche. Es ist egal, ob es ein anstrengender Tag war (lange Kita, Verabredungen, Kinderturnen, ...) oder ob ich ihn früher abgeholt habe und wir gemütlich zu Hause waren.

      Habe mir nun überlegt, ob es psychisch bedingt ist?! Eigentlich hat sich nichts verändert bei uns. Großer Bruder ist er schon 1,5 Jahre, seit knapp 2 Jahren geht er in den Kindergarten. Er geht auch gerne hin, erzählt viel, ... Seine Erzählungen decken sich mit denen von Freunden und auch mit denen von den Erzieherinnen. Das einzige was momentan schwierig ist, ist dass er Zeit mit mir alleine hat. Seine kleine Schwester ist sehr auf mich fixiert und sehr eifersüchtig. Ich kann also kaum mal ihm ein Buch vorlesen ohne dass sie kommt und sich dazwischen drängt und wenn ich ihn abends ins Bett bringe, muss entweder sie zuerst schlafen, was nur sehr selten klappt oder sie brüllt während mein Mann sie versucht ins Bett zu bringen im Zimmer neben an. Wir versuchen immer mal am Wochenende, dass er mit mir alleine in die Stadtbibliothek geht oder auch einfach mal nur Einkaufen. Er ist seiner kleinen Schwester gegenüber total lieb und spricht auch gegenüber anderen total positiv von ihr. Zeigt er dann vielleicht doch durch diese Schmerzen, dass er mehr Zuwendung braucht? Wie gehe ich damit um? Ich will ja auch nicht, dass er glaubt es muss ihm schlecht gehen, dass er Zuwendung bekommt...

      Hat jemand von Euch ähnliche Erfahrungen? Habt ihr irgendwann mal rausgefunden woran es liegt? Hat es einfach so aufgehört oder war euer Kind in Behandlung?

      Danke!

      • Hallo,

        viel kann ich dazu nicht sagen.

        Unser Sohn hat schon seit Beginn immer wieder Verstopfung und daher auch öffter Bauchschmerzen. Allerdings ist es manchmal ähnlich wie bei euch. Er klagt über Bauchschmerzen, obwohl er "offensichtlich" keine hat.

        Bei uns hat sich die Bezeichnung "Kuschelbauchweh" etabliert. Er möchte dann meist sein Wärmkissen und kuscheln. Nach 5 Minuten ist es dann besser. Ob das nun psychosomatisch ist, darüber hab ich noch nicht nachgedacht. Wir thematisieren das nicht weiter.

        Beinschmerzen hat er auch öfter. Das sind wohl Wachstumsschmerzen. Mein Bruder hatte das als Kind auch ganz schlimm.

        LG cutu

        • Danke für Deine Antwort!

          Ich versuche es ihm gegenüber auch nicht weiter zu thematisieren. Nur nach dem es jetzt wieder öfter auftritt, habe ich letztens als ich mit der Kleinen zum Impfen war nochmal mit dem Kinderarzt gesprochen und da fiel der Ausdruck psychosomatisch. Der KiA findet es bisher nicht behandlungsbedürftig und wir sollen es liebvoll ignorieren bzw. ein Bauchweh-Programm mit einer Tasse Tee, Körnerkissen, etc haben. Aber irgendwie auch im Zusammenhang mit unserer gerade extrem auf mich fixierten Kleinen mache ich mir doch Gedanken ...

      Schreib doch mal ein Symptom-Tagebuch, dann kannst Du Zusammenhänge besser erkennen. Du schreibst also jeden Tag mit Uhrzeit auf, was er wann isst, macht und wann er über Bauchweh wie lange klagt. Am Besten machst Du da 3 Spalten. Es gibt auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien, Dazu muss er nicht unbedingt Durchfall haben.

    • Hallo!

      Also du spekulierst ja nun grade sehr viel.
      Ich denke Arm und Beinschmerzen sind wachstumsbedingt normal.
      Bauchweh kann auch kommen und gehen ohne dass etwas schlimmeres dahinterstecken muss. Auch die Organe müssen sich dem wachsenden Körper immer weiter anpassen!

      Ich würds nicht überbewerten, ihm eine Wärmflasche geben und ein wenig kuscheln bis es wieder gut ist so lange er nicht wahnsinnig zu leiden scheint.
      Und du wenn du Sorge hast, dass er zu kurz kommt: frag ihn doch einfach mal?
      Reden ist immer der sinnvollste Weg.

      Alles Liebe!

      Moin,

      ich kann nur sagen dass mein Bruder immer Bauchweh als "Wachstumsschmerzen" hatte.

      Ansonsten finde ich die Ideen mit Tagebuch falls es eine Allergie ist gut, ich reagiere manchmal auf aromatisierte Tees mit Magenschmerzen, die sich auch nur so manifestieren, keine Blähungen, kein Durchfall, nix. Und das "Kuschelbauchweh"-Konzept. Auch wenn er schon länger großer Bruder ist und so ... Es verändert sich in dem Alter ja immer wieder das Bewusstsein der Kleinen, sie nehmen Dinge auf einmal anders wahr als vorher, kann schon sein dass da was in ihm auf einmal anders fühlt als vorher. Denke auch Bauchwehprogramm mit Tasse Tee, schönes Körnerkissen, ernst genommen werden, ....

      Alles Gute Euch!
      LG
      Pikku

    • Bei unserer 4-jährigem Tochter ist es das gleiche mit dem Bauchweh. Seit Wochen hören wir fast täglich der Bauch tut weh, angefangen hat das ganze mehr oder weniger nach einer Magen-Darm-Geschichte. Da sie aber gut ißt, die Schmerzen nur kurz andauern und sie sonst auch topfit ist haben wir auch nicht wirklich was unternommen, da wir auch eher vermutet haben, sie nutzt das als Ausrede, wenn sie etwas nicht möchte. Die Kinderärztin sagte uns, das es nach Magen-Darm bei Kindern oft eine ganze Weile dauert, bis das komplett ausgestanden ist und hat uns empfohlen ein paar Tage auf laktosefreie Milchprodukte umzusteigen. Wir hatten jetzt aktuell einmal grünlichen Durchfall, also doch ein Indiz, das etwas im Argen liegt. Habe BiGaia Tropfen in der Apotheke geholt, die wir schon aus der Säuglingszeit kennen. Diese unterstützen die Darmflora und Bakterien entgegen. Pro Tag geben wir 5 Tropfen in kalter Flüssigkeit. Das werden wir jetzt 14-20 Tage durchziehen. Seit der ersten Gäbe habe ich von Bauchschmerzen nichts mehr gehört.

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