Das Essverhalten meines 5- Jährigen lässt mich verzweifeln

    • (1) 18.01.17 - 13:09

      Hallo,
      ich brauche dringend Hilfe bei dem oben genannten Problem.

      Seit einem Jahr ging es los mit "mag ich nicht", "ess ich nicht", etc. Jede Mahlzeit wird beinahe ein Krampf dabei versuche ich immer fair zu bleiben und Kompromisse zu finden. Eben waren es zum Beispiel die Möhren im Linseneintopf die gegessen werden mussten. Aber zufrieden bin ich damit nicht. Vor ein paar Wochen hat er diesen übrigens noch anstandslos gegessen. Wie handelt man in dieser Situation richtig? Wieviel Druck ist sinnvoll??

      Ich koche wirklich abwechslungsreich. Sprich es gibt immer wieder Gerichte die er gerne isst. Aber es kann nun mal nicht jeden Tag Hamburger, Milchreis und Co geben.

      Ich finde es auch nicht zufriedenstellend wenn er statt des Mittagessen ein Brot isst. Denn dann würde er diese Alternative wohl immer wählen. Von den fünf Möhren im Eintopf wird man natürlich auch nicht satt und dann kommt "ich habe Hunger".

      Es macht mich wahnsinnig. Wirklich.

      Dazu kommt dass wir mittags die Regel haben das er nach dem Essen etwas Schlickern darf - aber ich kann ihn doch nicht fürs "nicht -essen" belohnen???

      Auch Chips isst er abends gerne mal beim Sandmännchen gucken. Ich bin mir nur nicht sicher ob das richtig ist wenn tagsüber das Essen ein Krampf ist?

      Über Meinungen bin ich sehr dankbar!

      • Das Essen ist genau so viel Krampf wie du daraus machst. Es ist ein Machtkampf, ein austesten, nichts weiter.

        Was meinst du was passiert wenn er das über einen längeren Zeitraum durchzieht?

        Ich glaube Essen wird dann ein Kampf bleiben.

        Unser ältestes Kind macht das seit Jahren. Es darf nun alternativ Haferflocken oder Brot essen. Er ißt fast kein Gemüse, sehr wenig Obst und leider häufig Weißmehlprodukte. Ein bestehen auf bestimmte Nahrungsmittel führte zur Verweigerung. Wir haben vor ein paar Monaten ein Blutbild machen lassen. Alles top in Ordnung. Das Kind ist gesund und fit. Nur relativ leicht für seine Größe. Ich mache mich da jetzt locker und seitdem probiert er sporadisch wieder mal was.

        LG

        • Ich verstehe was du meinst und kann deinen Gedankengang nachvollziehen. Und sicherlich hast du auch Recht. Aber ich habe mir noch einen zwei Jährigen sitzen der sich das Verhalten seines Bruders abguckt und genau so anfängt.

          Ich kann mich nicht gut damit anfreunden dass es hier mittags für die Kids bald nur noch Brote gibt.

          • Wir haben auch 2 jüngere Geschwister. Teilweise boykottieren sie mit. Leider. Das ist tatsächlich nicht von der Hand zu weisen. Ich koche gerne und ärgere mich auch immer mal wieder wenn es 'mag ich nicht, probiere ich nicht' heißt.

            Meine Nichte hat das übrigens auch im Extrem ausgelebt. Sie hat sich überwiegend von trockenen Nudeln und Kartoffeln ernährt. Mittlerweile ist sie 14, besucht Kochkurse und probiert sogar richtig exotische Sachen. Meine Schwägerin war da total lässig. Die jüngere Schwester hatte solche Phasen nie.

      (5) 18.01.17 - 13:57

      Ich zwinge meine Kinder idR nichts zu essen wenn sie nicht wollen, es sei denn sie wollen einen Nachtisch und haben nur eine Gabel vom Hauptessen gegessen. Wenn sie etwas nicht mögen ist ok. Bei manchen Sachen koche ich für die Kinder extra, wenn es wirklich etwas ausergewöhnliches ist oder sehr scharf ist. Ansonsten haben sie Pech gehabt und es gibt erstmal nichts (klar nachmittags gibt es dann Obst oder ein Joghurt). Mein Kleiner ist so gut wie nichts, außer Nudeln, Reis, Pommes.... Aber er verzichtet lieber auf ein ganzes Essen und jammert auch nicht danach, dass er Hunger hat. Die Große hat mit etwa 5,5 Jahren angefangen mehr Sachen zumindest zu probieren, wobei sie schon viel gegessen hat (allerdings bevorzugt in Rohkostform). Nachteil: Sie ist beim Grillen von der Bratwurst auf Steak umgestiegen.....

      (6) 18.01.17 - 14:09

      Hallo,

      Wirklich helfen kann ich dir leider auch nicht.

      Unserer ist 3.5 Jahre alt und macht das leider auch. Er probiert selten was und wenn schon die Konsistenz nicht passt, wird ausgespuckt.

      Ich versuche schon, es passend zu machen, aber immer Pommes, Nuggets oder Nudeln mögen wir auch nicht. Also wenn er was nicht isst, hat er noch die Wahl zwischen Joghurt und/oder Brot ... Ich koche nichts extra. Wenn dann nix gegessen wird, ist es eben so. Er verhungert nicht vor dem vollen Teller ;-)

      Ich bin aber in der Hinsicht so entspannt, weil er eh sehr kräftig und groß für sein Alter ist und daher der Körper davon zehren kann.

      Es kommt aber oft vor, dass er dann Hunger hat, wenn grade keine Essenszeit ist. Auch da bekommt er nur Snacks. Obst / Joghurt isst er zum Glück gut und gern

      Grüssle

    • Hallo :)

      Meine Tochter ist 4 ein halb und auch gerade in dieser Phase. Es ist anstrengend und jedes Mal gibt man sich grosse Mühe und dann kommt ein verzogenes Gesicht. Ich wäge es immer ab. Sie muss auf jeden Fall immer probieren. Wenn sie etwas nicht mag isst sie nur Salat oder darf ein Jogurt oder ein beschmiertes Brot dazu essen. Sonst koche ich zum Schluss für jedes Kind ein einzelnes Menü. Wenn ich weiss sie mag es, aber sagt nun nein sie möchte es nicht essen, dann muss sie schon ein paar Gabeln essen. Wenn sie dann später kommt und sagt hab Hunger, dann gibts das gleiche nochmal. Süsses zum Nachtisch gibt es, nur wenn alles gegessen worden ist und auch nicht jeden Tag. Vielleicht 2 mal in der Woche oder so und auch mehr am Wochenende. Sie fragt aber jeden Tag, doch ich will einfach nicht, dass sie sich daran gewöhnt, jedes Mal noch was Süsses drauf zu Hauen. Chips gebe ich ihr auch selten, wenn mal Besuch kommt oder wir gerade einen Grosseinkauf gemacht haben und schon gar nicht, wenn sie sonst nichts isst. Wenn sie Hunger hat, soll sie was richtiges essen und kein Snack. Es ist zwar immer mit Diskussionen verbunden aber ich setzt es so durch. Sonst tanzen mir die Kinder irgendwann auf der Nase rum und bestehen jedes Mal auf ihr Leibgericht. So mach ich es und bis jetzt klappt es ganz gut. Manchmal gibt es sogar Tage, an denen sie nichts mehr sagt.

      Weiterhin Queerbeet kochen.

      Vorm Essen eine Menge vereinbaren, die gegessen werden muß um Süßigkeiten zu bekommen.

      Nach dem Essen schnell Hunger, Gemüse und Obst anbieten, Joguhrt ohne Geschmack.

      Chips am Abend NUR als Belohnung, wenn alles andere an Essen geklappt hat.

      Aber: Regeln zusammen aufstellen, deinem Kind immer das Gefühl geben mitreden und mitbestimmen zu dürfen (im Rahmen natürlich).

      Wenn er nicht essen will, ohne Gerede akzepieren.

      Eigentlich gibt es nur eine einzige Regel beim Essen: Du bestimmst was gegessen wird und er bestimmt die Menge.
      Süßigkeiten nach dem Essen würde ich direkt streichen. Da kann er sich ja sattessen. Kein Wunder, dass er keinen Hunger hat. Süßigkeiten darf er zur Teezeit haben, aber da auch "abgezählt" und von dir ausgesucht. Chips sollten eigentlich mal eine absolute Ausnahme sein.
      Wenn er satt ist bei der Mahlzeit kommt sein Essen weg. Das nächste mal gibt es etwas bei der nächsten Mahlzeit. Glaube mir, das Theater macht er keine 2 Tage. Du musst nur einmal konsequent sein.

      (10) 18.01.17 - 20:42

      Was ist an dem Brot so schlimm? Deinen Sohn scheint es nicht zu stören.

      Wie viele andere Kinder in dem Alter ist auch mein Sohn mäkelig beim Essen. Wehe es ist ein Zwiebelstückchen in seiner Tomatensoße oder auch ein grüner Krümel (Petersilie oä). Das hat hier schon Tobsuchtsanfälle ausgelöst. Tja er hat die Wahl. Entweder er isst das Essen wie es ist oder zumindest eine Komponente davon oder eben gar nichts. Eine Zeit hat er dann eben nur (in og. Beispiel) Nudeln mit Nix gegessen. Mittlerweile pickt er die Zwiebeln aus der Soße raus. Die Kräuter akzeptiert er seit wir sie nur pauschal als Gewürz bezeichnen.

      Ich koche mittlerweile so, daß immer was dabei ist, was er mag. Und dann darf er aussuchen was er davon isst. Z.B. bei Kartoffeln mit Quark isst er nur die Kartoffeln mit einem Stück Butter. Beim Eintopf geben wir ihm nur die Kartoffel- und Fleischstückchen mit Brühe auf den Teller, das Gemüse will er nicht, usw. Suppen und Soßen werden auch mal püriert. Das isst er dann. Für mich ist das kein Umstand, weil ich das auch gern so mag und er isst "sein Gemüse". Aber auch wenn er mal nur Nudeln isst. Es geht hier nur um ein Gericht am Tag. Den Rest vom Tag haut er Rohkost und alles rein. Er ist kerngesund, fit und hat Idealgewicht. Also was solls?!

      Ja es gibt Sachen die er gar nicht mag. Wie z.B. die von Dir genannte Linsensuppe oder auch Lasagne. Dann bekommt er Reste entweder von gestern oder aus dem TK. Oder auch mal "nur" Brot. Da wir Wochenessenspläne machen, kann ich das aber gut planen.

      Er bekommt nach dem Abendessen immer und ohne Bedingung was Süßes. Süßes als Belohnung für gutes Essen halte ich für falsch. Meiner Meinung nach erzieht man so Essstörungen an.

      • (11) 18.01.17 - 21:06

        Tja gute Frage, ich kann dir gar nicht so genau sagen was ich am Brot so schlimm fände - ich glaube ich hätte einfach Sorge dass er dann noch weniger isst bzw probiert.

        Bisher ist er ja immer noch irgendwie kompromissbereit und lässt sich dann darauf ein zumindest etwas zu Essen. So wie heute die Möhren im Linseneintopf. Nur wird er davon ja nicht satt.

        So wie eure Zeit zum Schlickern abends ist, ist es bei uns mittags. Es soll keine Belohnung sein. Aber wenn er nach zwei Gabeln sagt, ich bin satt, dann sage ich ihm schon das er noch etwas essen soll bevor er sich eine Süßigkeit holt. Vielleicht hast du Recht und es bekommt dann doch den Charakter von einer Belohnung was es ja eigentlich gar nicht sein soll.

    (12) 18.01.17 - 21:42

    Meine Tochter muss alles probieren. Wenn es ihr dann nicht schmeckt, muss sie es auch nicht essen. Brot als Alternative mag sie nicht so. Sie kriegt dann, wenn ich fertig gegessen habe, einen Obst und Gemüse Teller. Vielleicht noch ein paar Nüsse.

    Ich hätte als Kind niemals Linseneintoof gegessen. Auch nicht Nudeln, nicht Pizza. 0,0 Gemüse. ICH muss schrecklich gewesen sein.
    Mein Speiseplan bestand über Jahre aus: Butterbrot, 5 Sorten Obst, Fleisch und Kartoffeln, Süßigkeiten.
    Das war wirklich alles.
    Mit 11 traute ich mich dann nach und nach an vieles ran und heute esse ich ganz normal.
    Für meine Mutter war meine Alternative immer Butterbrot und Obst wenn ich nix vom Familienessen wollte.
    Sie hat mich einfach gelassen, obwohl sie sich bestimmt Sorgen machte.
    Entspann dich...

    (14) 19.01.17 - 08:58

    So ein Verhalten haben alle Kinder mal, das ist eine Phase, die mal mehr oder weniger lang anhält. Kinder verhungern normalerweise nicht am gedeckten Tisch. Ich zwinge kein Kind mehr zum Essen von irgendwelchen Nahrungsmitteln, seit mein 3. Kind schwerste Nahrungsmittelallergien hat!

    Wer etwas nicht essen kann oder mag, bekommt als Alternative Brot oder Naturjoghurt. Bei Allergien natürlich etwas extra-Gekochtes. Unsere Jüngste hat diese Phase schon sehr lang(sie ist auch 5), mittlerweile probiert sie im Kindergarten aber einiges aus, was sie dann auch zu Hause isst. Immer wieder anbieten, aber kein Zwang. Unsere Jugendlichen experimentieren mittlerweile so extrem mit dem Essen, dass auch ich manchmal bei dem von ihnen Gekochten sage, das mag ich nicht...

    (15) 19.01.17 - 09:03

    Hallo ,
    meine Tochter hatte auch mal so eine Phase .Ich hatte schon keine Lust mehr auf die nächste Mahlzeit weil ich wusste es gibt ärger .
    Mir hat der Kinderarzt gesagt 1 Goldene Regel
    Sie entscheiden was und wann es feste Mahlzeiten gibt .Das Kind entscheidet wieviel und wovon es essen möchte .
    Am Anfang schwer im Kopf umzusetzen aber siehe da allen geht es besser .inzwischen ist sie fast alles . Sie muss nie aufessen probiert fast alles und wenn auch mal nicht ist das okay .mit zwang macht man meiner Erfahrung nach Alles viel schlimmer .
    Alles Gute

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