Kündigung durch Kindergarten....

    • (1) 27.01.17 - 10:24

      Hallo zusammen

      Meine Frau und ich haben ein größeres Problem.
      Anfang 2016 haben wir ein Haus gekauft und mussten deswegen die STadt und damit auch den Kindergarten wechseln.
      Wir haben 2 Söhne, einen bald 6jährigen und einen 4,5 jährigen. Der jüngere Bub ist ein ausgemachter Dickkopf, der sich sehr ungern etwas sagen lässt. Da er dabei auch noch recht viel Temperament hat, sorgt das oftmals für, nennen wir es mal reichlich Diskussionsstoff.
      Bei ihm kommt dann noch erschwerend hinzu, dass er eher ein Einzelgänger ist und nur schwer Anschluss findet (interessanterweise ist sein Bruder komplett anders...).

      Im alten Kindergarten gab es Anfangs auch das ein oder andere Problem, die Kindergärtnerinnen haben dies (oder besser ihn) aber dann irgendwann in den Griff bekommen.

      Dann kam leider der Umzug... :-(
      Der neue Kindergarten ist mehr als doppelt so groß (größere Gruppen und mehr als doppelt so viele Gruppen insgesamt).
      Durch seine speziellen Eigenheiten ist unser Jüngster dort natürlich dann schnell angeeckt.
      Seine Wutanfälle haben sich (zumindest aus unserer Sicht) verstärkt, dies zeigt er leider auch recht deutlich, indem er Sachen/Spielzeuge etc. umwirft oder durch die Gegend wirft.
      Dies macht er zwar auch zu Hause, dort greifen wir aber immer rechtzeitig ein um ihn zu bändigen (Maßnahmen unsererseits sind idR: Spielzeug wegnehmen (darf er wiederbekommen, wenn er wieder lieb ist), Fernsehverbot (abends vor dem zu Bett gehen dürfen sie eine halbe Std.) oder Verweis auf das Zimmer für eine STd...etc).
      Im neuen Kindergarten scheint er sich auch sehr unwohl zu fühlen, er möchte morgens nicht loslassen und erst nach längeren Gesprächen bleibt er dann im Kindergarten.

      Wir hatten vor knapp 2 Monaten bereits auf unseren Wunsch hin ein Gespräch mit den beiden Kindergärtnerinnen, da man uns mehrfach angerufen hatte, damit wir unseren Sohn abholen kommen.
      Da meine Frau und ich beide berufstätig sind, ist dies natürlich nicht immer möglich (interessanterweise hist dies dem Kindergarten egal...).
      Bei dem Gespräch saß dann plötzlich auch die Kindergartenleitung mit am Tisch, was bei mir dann auch direkt alle Alarmglocken klingeln ließ.
      Dort kam dann auch schon der böse Hinweis, dass unser Kind den Kindergartenfrieden und auch die Gesundheit der anderen Kinder gefährden würde und man im schlimmsten Fall eine Kündigung des Vertrages in Betracht ziehen würde.
      Weiterhin hätten die Kindergärtnerinnen keine Zeit um sich verstärkt um unser Kind kümmern zu können.
      Wir haben Ihnen dann einige Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt, zB unseren Sohn auch gegen seinen Willen in den ARm zu nehmen und festzuhalten wenn er gerade mal wieder "austickt". Denn so ein Wutanfall lässt meist nach 1 oder 2 Minuten bei ihm nach und er beruhigt sich wieder.
      Weiterhin haben wir aufgezeigt, dass der "alte" Kindergarten nicht solche Probleme mit ihm hatte. Dies wurde offenbar als Beleidigung aufgeschnappt :-/

      Gestern war es dann mal wieder soweit. Der Jüngste hatte berits zu Hause gezeigt, dass er heute wieder einen "bockigen" Tag haben wird.
      Als meine Frau heute im Kindergarten war, wurde ihr (mal wieder) aufgezeigt, was unser Jüngster wieder veranstaltet hat. Er hatte mal plötzlich wieder seine 2 Minuten und begann zu "randalieren" (anders kann ich es nicht sagen). Die Kindergärtnerinnen verließen daraufhin mit den anderen Kindern des Raum...#kratz
      Nachdem er sich wieder beruhigt hatte, wurde dann wieder gemeinsam weitergespielt.

      Meiner Frau wurde auch direkt gesagt, dass man ein sofortiges Gespräch mit uns und der Kindergartenleitung wünscht. Auch der Satz "...so geht es nicht weiter..." fiel dabei.
      Ich kann mir vorstellen, worauf das Gespräch hinauslaufen wird.#aerger

      Ich gehe erstmal vom Schlimmsten, nämlich der Kündigung aus.
      Das wäre der halbe Weltuntergang für unsere Familie. Wir haben wie gesagt gerade ein Haus gekauft und sind beide berufstätig. Die nächsten Verwandten sind 120 km entfernt...Sollte plötzlich einer zu Hause bleiben müssen, wäre dies finanziell eine Katastrophe #zitter

      Nach dem ersten Gespräch haben wir bereits einige Dinge unternommen. Über den Kinderarzt haben wir gerade eine aktive Ergotherapie laufen.
      Der Antrag für einen Platz in einem Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ) läuft bereits, aber die Wartefristen liegen bei einem knappen 3/4 Jahr mindestens.

      Zur Zeit wissen wir einfach nicht weiter und bangen vor dem Gesprächstermin.

      Vielleicht hat ja jemand etwas ähnliches hier erlebt und kann uns einige Tipps #danke geben.
      Zur Not suche ich auch den stressigen und unfreundlichen Weg mit dem Kindergarten, nämlich über den Rechtsanwalt.#wolke

      Da wir ja wie oben geschrieben schon gesehen haben, dass unser Jüngster seine Probleme mit den beiden Kindergärtnerinnen seiner Gruppe hat, haben wir bereits vor 3 Monaten schon eine Bewerbung für einen anderen Kindergarten verschickt. Dieser beginnt halt leider erst im rechnerisch neuen Schuljahr, also in 6 Monaten :-(

      • Hallo Scramer,
        ich habe auch so einen Burschen, der ausstickt und sich nicht einbekommt. Es wird besser, aber er ist jetzt auch schon sechs. Mit drei war es schlimmer, die Kinder lernen also, sich auch selbst zu regulieren, wenn man Ihnen die Möglichkeit gibt.

        Zu Eurem Kindergarten kann ich Dir leider nichts sagen, da haben wir das große Glück, dass unser Sohn einen tollen Kindergarten erwischt hat, die Kindergärtnerinnen nehmen ihn so, wie er ist, erkennen, wann er eine Auszeit braucht, schon bevor er es selber merkt. Diese wird dann individuell gestaltet, indem er abgelenkt und beruhigt wird, ohne das an die große Glocke zu hängen… (Z.B.: Wollen wir mal in der Küche für alle Kinder was zu trinken holen? Dann gießt er 20 Becher voll Wasser und kommt runter und dann geht es ohne Probleme weiter. Er ist beruhigt, fühlt sich darüber hinaus anerkannt und als große Hilfe… )
        Aber was mir bei Deinem Beitrag aufgefallen ist: Dein Sohn ist ein „ausgemachter Dickkopf“, der wieder seinen „bockigen Tag“ habe wird. Nach Strafen darf er seine Spielsachen wiederhaben, wenn „er wieder lieb ist“….
        Ihr seht Euren Sohn sehr negativ. Glaub mir, ich weiß wie schwer einem das manchmal fällt, aber Eurer Sohn ist nicht böse! Ihr erkennt nur nicht, was er eigentlich ausdrücken will. Wenn die Sachen kaputtzumachen in dem Moment das einzige Mittel ist, um an Euch heranzukommen, weil Ihr dann reagiert, was soll er tun? Beide Eltern arbeiten, um das Schöne Zuhause zu finanzieren. Ob es schöner ist als das alte, das kann er doch nicht wirklich einschätzen. Aber damals hatte er nen besseren Kindergarten, vielleicht hatten seine Eltern auch mehr Zeit. Nun soll er funktionieren und lieb sein,…

        Das kann nicht klappen.

        Ihr müsst Euch für ihn die Zeit nehmen und auf ihn zugehen, auch in den Momenten, wenn er ausstickt…. Vielleicht liegt es einfach an der fehllaufenden Kommunikation zwischen Euch und Eurem Jüngsten, weil ihr mit dem Großen ganz anders kommunizieren könnt?
        Ich sag es mal platt: Euer Kind verhält sich wie Godzilla und spricht dessen Sprache. Ihr habt aber bislang mit dem Großen Dalai Lama gelebt und kommuniziert. Ja, auch Euer Sohn muss Regeln lernen, Ihr solltet aber erst mal seine Sprache verstehen lernen (Ihr müsst sie ja nicht als Fremdsprache mitsprechen ?)

        Liebe Grüße
        Vom Punkt

        • (3) 27.01.17 - 14:58

          Ich denke, eine positive Verstärkung von allem, was gut läuft, hilft Euch wohl schon weiter. Je mehr man auf die Probleme der Kinder sieht, desto größer werden sie. Was kann Euer Sohn denn gut? Sport? Musik? Dann soll er das ruhig auch mal im Kindergarten zeigen können, damit die Anderen ihn nicht immer nur negativ sehen. Versucht doch auch, dass er sich tagsüber viel auspowern kann, damit er körperlich müde wird. Kann er denn im Kindergarten jederzeit raus, wenn ihm danach ist?

          (4) 27.01.17 - 16:00

          Wow! Ganz toll geschrieben!

      Hallo,

      habt Ihr denn mal ärztlich abklären lassen, ob alles in Ordnung ist mit Eurem Sohn?
      Ich kann Dich verstehen, aber auch den Kiga. Wir hatten auch so ein Kind in der Gruppe und alle haben sich gewünscht, daß es enlich verschwinden würde, weil es auch den anderen Kindern weh tat, sich selbst verletzt hat. Eine Kündigung wäre aber nie in Frage gekommen, die Erzieher haben sich immer bemüht und die Eltern, die sich beschwert haben auch aufgeklärt.
      Ich finde es immer schwer zu sagen, man habe doch einen Dickkopf, irgendwas muss das Ganze ja auslösen und die Eltern sind dafür verantwortlich, daß das Kind erkennt, daß es falsch ist, sich so zu verhalten und wenn das nicht möglich ist, würde ich mir Gedanken machen, was nicht stimmt.
      Aber das kann man so aus der Ferne natürlich nicht sagen, darum ist es auch schwer, etwas zu raten.

      LG

      In welche Stadt seit ihr denn gezogen? Überall herrschen ja andere Gesetze.

      Ich würde mich an eurer Stelle an den Träger der Einrichtung wenden und dort euer Problem schildern.

      Gleichzeitig um ein Gespräch mit der Leitung bitten.
      Dein Sohn hat Frust und ist wütend und weiß nicht, wie er damit umgehen soll. Da braucht er Erwachsene, die ihn unterstützen. Leider findet er das in dem neuen Kindergarten nicht vor.
      Durch eure Maßnahmen tragt ihr unbewusst auch dazu bei, dass seine Wut keinen Raum findet.
      Fernsehverbot und in das Zimmer schicken sind die klassischen Dinge, die Eltern immer wieder anbringen.
      In dieser Phase braucht er liebevolle Unterstützung. Durch das Rebellieren zeigt er euch deutlich, dass er unglücklich ist. Also raus aus dem Negativkreislauf und gucken, was kann er gut?
      Positives Verstärken, ihn immer wieder loben, wenn was gut geklappt hat.
      Im Kindergarten gezielt nachfragen, was gut geklappt habt.
      Lasst euch nicht so schnell entmutigen. So schnell kann ein Kindergarten euch nicht kündigen.

      Um Unterstützung bei den Erzieherinnen bitten...etc.pp.

    • (7) 27.01.17 - 12:40

      Hallo,

      Eure Strafen für das wütende Verhalten des Jüngsten sind gruselig. Auszeit im Zimmer? Fernsehverbot? Wieder lieb sein? Und dann gegen seinen Willen umarmen? Das grenzt für mich schon an Mißhandlung und ist gruselig. Ein Kind muss nicht ständig lieb sein, aber Ihr als Eltern müsst Eurem Sohn zeigen, wie er in entsprechenden Situationen reagieren kann. Er kann in ein Kissen schlagen, einen Rückzugsort bekommen, aber nicht als Strafe, sondern um die Möglichkeit zu haben die Wut auszuhalten und abzubauen.
      Wie reagierst Du, wenn Du wütend bist? Du schimpfst oder erzählst es jemanden, gehst vielleicht auf und ab oder spazieren, aber stell Dir vor, Dein Chef würde Dich gewaltsam umarmen! Soll Dein Kind dann auch andere wütenden Kinder gewaltsam festhalten? Das ist absolut übergriffig, überschreitet persönliche Grenzen und ist keine Lösung.
      Warum ist Euer Kind wütend? Kann es schlecht mit heftigen Gefühlen umgehen? Hat er eine niedrige Frustrationstoleranzgrenze? Kann er die Gefühle andere Kinder nachvollziehen?
      Euer Sohn ist ein Fall (und Ihr auch) für eine psychische Beratung.

      LG
      Yoha

      • (8) 27.01.17 - 14:54

        Bei unseren 2 ADHS-Kindern half genau das sehr gut: Festhalten und dadruch Halt geben oder in eine Reizarme Umgebung schicken, meist auf's Zimmer. Uns half aber auch Massage mit einem Igelball, Schaukeln, Einwickeln in eine Decke und kräftig duschen.

        Wenn er in erster Linie überreizt ist, hilftreden nicht, sondern macht alles nur schlimmer. Unser Sohn fühlte sich auch draußen viel wohler als drinnen, musste sich täglich körperlich auspowern, um nicht so überdreht zu sein.

        • (9) 27.01.17 - 17:45

          Gewaltsames Festhalten soll beruhigen? Eine Art Ersatz für die Watschentherapie oder wie? Die Festhaltetherapie ist keineswegs geeignet um Kinder zu beruhigen, es ist eine Gewaltausübung ohne Schläge. Im Gegenteil - dadurch riskiert man, daß das Kind Furcht vor Berühung und körperlicher Nähe hat.

          • (10) 27.01.17 - 21:04

            Die Festhalte-Therape ist kein gewaltsames Festhalten, informiere dich mal genauer. Es geht nur darum, dem Kind enge Grenzen zu setzen und Halt zu geben...
            Hatte uns übrigens die Kinergartenleitung empfohlen. Und ADHS-lern tut Enge gut. Manche kriechen auch in was Enges rein oder wollen eng in eine Decke gewickelt werden.

            • Sein Kind hat aber kein ads, das hätte er wohl gesagt.
              Nicht alles hilft bei allen Kindern.

              • Weist Du es? Es scheint ja noch nicht genauer abgeklärt zu sein...

                • Grade deshalb, von daher kann dieser Tipp das Gegenteil bewirken.
                  Und wie er an die Sache rangeht usw. solche Eltern machen es Kindergarten und Schule unendlich schwer, da sie die Fehler nie bei sich suchen.:-(

                  • Andererseits belastet es die Eltern sehr, wenn es immer nur heißt, "Die Mutter ist unfähig, ihr Kind zu erziehen", dabei steckt ein ADHS dahinter, was aber normalerweise erst im Schulalter getestet wird. Im Kindergarten sind es oft einfach Rabauken, die sich mit den Regeln schwer tun...Aber es ist schon wichtig, das Kind in erster Linie positiv zu sehen und die Fähigkeiten zu unterstützen, damit es ein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln kann. Solche Kinder werden ja sehr schnell von allen abgelehnt und abgestempelt und leiden darunter sehr, da sie ja auch sehr empfindsam sind.

    (15) 27.01.17 - 13:15

    Hi,

    wir haben ja auch so ein kleines Rumpelstilzchen und stehen auch rege im Kontakt mit dem Kindergarten.

    Zumindest bei uns wird aber auf enge Zusammenarbeit wert gelegt. Allerdings erfordert das nunmal auch Zeit durch die Eltern, die bei euch nunmal nicht da ist.

    Wie lange besucht euer Kind denn am Tag die Einrichtung? Könnte man da eventuell was tun, damit ihr einfach mehr Zeit mit ihm verbringt? Die Erzieherinnen können sich bemühen, aber es ist nunmal keine eins zu eins Betreuung.

    Und vergesst bitte nicht das es nicht nur um den Kindergarten geht. Wahrscheinlich haben ja auch schon andere Kinder etwas ab bekommen und da üben die Eltern vielleicht auch Druck auf den Kindergarten aus.

    Gruss

    Ornella

Top Diskussionen anzeigen