Frage an Erzieher: Wie viele Stunden im Kindergarten sind optimal?

    • (1) 03.02.17 - 14:36

      Hallo,
      ich hätte gerne "professionelle" Meinungen.
      Wenn man es sich aussuchen kann: Wie viele Stunden Fremdbetreuung sind für ein Kind das Beste?
      Also ab welchem Alter und für wie viele Stunden?

      Eine Erzieherin hat mir mal folgende Ansicht gesagt: Sie findet Kinder (aus normalen bis guten Verhältnissen) sollten erst ab 3 in den Kindergarten und frühestens ab 4 Jahre ganztags.
      Mein Sohn geht jetzt mit 3 in den Kindergarten. Da ich aber noch mit dem Kleinen zu Hause bin, hab ich den Großen auch gerne bei uns. Ich möchte aber natürlich dass er Sozialverhalten mit anderen Kindern lernt und auch langfristig sanft auf die Schule und das Leben vorbereitet wird.
      Wie viele Stunden sind also das Minimum das die Kinder in euren Augen gehen sollten? Und findet ihr dass es 5 Tage die Woche sein müssen oder auch nur 4 möglich sind?

      LG

      • Hallo Topfpflanze,

        ich persönlich denke, wenn man es sich wirklich aussuchen KANN, würde ich einen Platz von 8-14 Uhr oder 8-15 Uhr buchen und 5 Tage die Woche, wobei nichts gegen ein verlängertes Wochenende spricht und das Kind gerne auch mal Freitag oder Montag zu Hause bleiben kann. Allerdings nicht jede Woche. Das würde ich nicht empfehlen. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass Kinder, die häufig fehlen manchmal nicht so in der Kindergruppe integriert sind, bzw. schon mal besser integriert waren, aber die Freunde sich aufgrund häufiger Fehlzeiten des Kindes natürlich anderweitig orientieren.

        Die allermeisten Kinder kommen auch gerne in unseren Kindergarten, einige weinen sogar, wenn sie ihrer Meinung nach "zu früh" abgeholt werden. Aber manchmal stehen halt einfach Arzttermine oder so an. Ich empfinde das das immer als Kompliment des Kindes, wenn es noch nicht gehen will *gg*.

        Die allermeisten pädagogischen Angebote für die Kleinen finden auch vormittags statt, nachmittags gibts das allerseits sehr beliebte Freispiel und nochmal Gartenzeit, die auch die meisten gern mögen.
        Nur die Vorschulkinder haben nachmittags noch öfter spezielle Vorschulaufgaben.

        Ich kann dir halt nur sagen, dass unsere Eltern in der Regel berufstätig sind und es sich nicht aussuchen können, ob und wie lange die Kinder in den Kindergarten "müssen", aber aufgrund dieser Tatsache sind die meisten Kinder bis 15 Uhr einfach da. Vielleicht ist es ja dort wo du wohnst so, dass das Gros der Mütter eh nicht arbeitet und sie deswegen alle ihre Kinder früher abholen. Wenn das so ist, würde ich dann auch früher abholen. Es bringt dem Kind ja nichts als "einziger" die letzten Stunden dort alleine rumzugammeln, ich hoffe du weißt wie ich das meine.

        Übrigens, es dauert mitunter ein ganzes Kindergartenjahr, besonders bei den 3-Jährigen, bis sie den besten Freund oder die beste Freundin auserkoren haben. Da wundert man sich dann im zweiten Kindergartenjahr, dass das Kind auf einmal nur noch mit XY spielt.

        Ich hoffe ich konnte ein bisschen weiterhelfen:)

        • Danke für deine Antwort. Nach meiner Einschätzung werden wir wohl die einzigen sein mit dem Luxus es sich aussuchen zu können.
          Mein Plan war mal so von halb 10 bis halb 2/ 2 (zumindest bis September wo ich dann auch wieder anfangen werde zu arbeiten)
          Vom kiga aus sollen sie bis 10 da sein, also das "Programm" fängt da erst an.
          Aber die Sache mit dem "Freunde finden" ist ein guter Punkt.
          Denkst du es wirkt sich negativ auf Freundschaften aus wenn er immer der einzige ist der schon um 2 abgeholt wird?
          LG

          • Oh, tatsächlich Bringzeiten bis 10?

            Das ist aber echt lang. Bei uns endet die Bringzeit schon um 9 und zwar, damit jedes Kind noch die Chance hat am Freispiel teilzunehmen und sogar noch Frühstücken kann, wenn es will. Zwischen 7:30 Uhr und 9 Uhr ist nämlich bei uns Freispiel und gleitende Brotzeit. (Da finden sich auch gerne Grüppchen zusammen).

            Mit dem darauffolgenden Morgenkreis starten wir dann auch in die pädagogischen Angebote.

            Um auf deine Frage zu kommen: Nein. Wie ich dich verstanden habe, ist er eh erst 3, wenn er in den Kindergarten kommt. 3 Jährige haben in den allermeisten Fällen sowieso keine intensiven Freundschaften. Die schauen oft noch zu, was andere so machen, oder beschäftigen sich alleine mit einem Spiel oder spielen z.B. In der Puppenecke eher für sich alleine.

            Ich glaube das, was man von einem 3-Jährigen erwarten kann ist (und das soll als Ziel formuliert sein, nicht als Ausgangssiguation): Das Kind weint nicht, wenn es in den Kindergarten kommt (soll bedeuten, das Kind kommt gerne. Es weiß, dass es keine Strafe ist, hierher kommen zu müssen, sondern etwas schönes. Es hat das Vertrauen in Erzieher und weiß, dass die Mutter immer wieder kommt zum abholen), das Kind kann seine Bedürfnisse verbal mitteilen (Z.B. Ich muss auf die Toilette, oder meine Hose/ Socken etc. sind nass), das Kind nimm am Gruppengeschehen teil (Das Kind fängt nach und nach an, mit anderen zu spielen)

            Also ich glaube tatsächlich, dass diese kurze Betreuungszeit im ersten Kindergartenjahr überhaupt keine Nachteile für deinen Sohn hat. Im zweiten und dritten Jahr wirst du sicher selber am besten im Gefühl haben, ob ihm eine längere Betreuungszeit gut täte.

            Ich muss ehrlich sagen, Hut ab vor dir! Ich habe bislang eher die Erfahrung mit Eltern gemacht, die ihre Kinder gar nicht lang genug fremdbetreuen lassen können. Da erscheint das Kindeswohl oftmals zweitrangig bis tatsächlich hin zu egal. Und ich verstehe wirklich, wenn jemand berufstätig ist. Aber berufstätig und dazu noch Alleinerziehend haben wir tatsächlich nur eine Mutter. Aber dieses Kind ist nicht das einzige, das bei uns auf Biegen und Brechen von Anfang bis Schluss abgegeben wird, am besten noch, wenn's krank ist.

            • Vielen dank, das hilft mir schon sehr weiter!
              ja dort ist Zeit für Freispiel und frühstücken von 7 bis 10. um halb 12 wird dann aber auch schon Mittag gegessen. Ich will mich nicht beschweren denn wir sind Langschläfer aber Mittagessen um halb 1 fände ich dann passender. Naja mal sehen wie es wird.

              • Ich würde einfach mal gucken wann die anderen Kinder so kommen.
                Bei uns in der kita hatten wir auch ein Mädchen die kam jeden morgen erst um 9:30 Uhr rum.
                Die anderen Kinder waren aber alle bis 8/8:30 Uhr dort. Sie hatte so kaum die Möglichkeit ins Spiel mit den anderen Kinder zu kommen, diese waren schon am spielen, hatten sich ihre Freunde gesucht, sie kam dann nirgends mehr so richtig rein und mit den anderen Kindern ins Spiel.

          Moin,

          puh, vor der selben Frage stehen wir auch gerade, wobei ich nur die ersten 2 Monate den Luxus habe dann muss ich auch wieder mehr arbeiten, 4 Stunden sind dann das Minimum.

          Ich denke für die ersten Monate ist das vermutlich genug, wie lange dauert denn das "Programm"? Ich würde schauen dass er danach noch genug Zeit wieder im Freispiel hat, denn eigentlich (zumindest finde ich das) ist das im Kindergarten das Wichtigste.
          Ich würde es einfach beobachten, steht er schon in der Türe ist es genug, musst Du ihn jedesmal überreden sich von seinen Freunden zu trennen zu wenig ;-) Das Wohlergehen Deines Kindes ist doch erst mal im Vordergrund, und wenn er die letzten 2 Stunden weinerlich an der Erzieherin hängt schließt er auch keine Freundschaften.

          LG
          Pikku

    Jede/r Pädagog/in wird Dir sagen, dass das individuell verschieden ist. Es gibt keine Stundenzahl, die für alle Kinder gleich gut ist.

    Ich fand die Betreuung zwischen 9 und 14 Uhr optimal, aber meine Kinder sehen das ganz anders. Die Kleine hat mich schon oft angemault, dass ich zu früh da sei.

    Und nur weil EINE Erzieherin denkt, Kinder sollten erst ab 3 in die Kita macht es das doch nicht zu einer allgemeingültig richtigen Aussage. Kinder sollten in eine GUTE Kita, dann ist das Alter gar nicht so wichtig, weil auf jede Altersgruppe richtig eingegangen wird. Leider gibt es nur viel zu wenig wirkich gute Kitas. In eine schlechte oder weniger gute Kita würde ich mein Kind aber auch mit drei nicht geben wollen.

    Für die Eingewöhnung sind 5 Tage die Woche leichter als 4, danach sind 4 Tage völlig ausreichend, wenn sie Deinem Kind ausreichen.

    • Wenn mein Sohn mir vermittelt das er länger bleiben will darf er das auch. Ich habe aber eher den Eindruck dass es zu viel für ihn sein wird. Er mag es nicht so laut und wuselig. Naja ich warte jetzt erst mal ab bis er eingewöhnt ist. Wollte eher auch nur ne Mindestzahl an Stunden wissen die das Kind "aushalten" sollte. Ich will ihn auch nicht zu sehr in Watte packen weil die Schule ja auch irgendwann kommt.

      • Na von drei bis zur Einschulung, da fliesst noch viel Wasser die Flüsse hinunter und Dein Kind wird noch einige Entwicklungen durchmachen. Über die Schule kannst Du Dir im Vorschuljahr einen Kopf machen, aber noch nicht jetzt. :-)

        • Ja das ist schon klar. Wir könnten ihn theoretisch auch bis 5 zu Hause lassen aber das finde ich nicht gut weil der Kindergarten ja im gesamten schon Vorbereitung auf das Leben ist. Damit meine ich sich an Regeln halten, Zeit mit Menschen verbringen die einem vielleicht nicht so sympathisch sind und einen von anderen vorgegeben Ablauf mitmachen.
          Daher möchte ich es eben sanft machen mit nur 3-4 Stunden am Tag. Ich will aber nicht dass er darunter leidet weil er dann zB nicht in der Gruppe richtig ankommt oder sowas.

          • Ich glaub auch, dass du ihm keinen Gefallen damit tun würdest, ihn bis 5 zu Hause zu lassen.

            Er müsste dann im Vorschulalter ganz neu einsteigen, kannte vorher nie die Trennung von dir, hat keine Freunde usw.

            Wenn er schon mit 3 geht, sind die Erzieherinnen und die Kinder für ihn schon Alltag wenn er ins Vorschulalter kommt, er hat sich schon seine Freundschaften aufgebaut und muss sich nichtmehr emotional mit der Trennung von der Mutter auseinandersetzen, sondern kann sich dann ganz darauf konzentrieren ein tolles Vorschulkind zu sein. :)

            • Ja genau das meinte ich damit.
              Und ich meinte mit dem "ich will nicht dass er darunter leidet" dass er nicht darunter leiden soll dass er eben NUR 3-4 Stunden geht die ersten Monate.

              • Ich find nicht, dass dein Kind sich jetzt schon daran gewöhnen muss und ich hab mein Kind mit 1 in die Kita gegeben. Wenn es für euch am schönsten ist, dann lass ihn noch ein Jahr zu Hause. Ich kenn z.B ein Kind, das mit drei noch nicht mit der Kita zurecht kam und mit vier gerne gegangen ist.

Ich sehe es auch so: ab drei.
Jeden Tag morgens 8/9- 12.30

Mittags finde ich es schön, wenn die Kinder auch mal daheim spielen können, sich verabreden k oder mit den Eltern was unternehmen.

Von Ganztagesbetreuung (sei es Kindergarten oder Schule) halte ich persönlich gar nichts.

lg

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