Hauen, Dinge werfen, sich fallen lassen

    • (1) 06.02.17 - 07:11

      Hallo!

      Unser Kleiner ist leider ein sehr anstrengendes Kind. Er hat auch eine leichte Behinderung. Daher möchte ich euch fragen, ob sein Verhalten noch "normal" ist bzw. ob gesunde Kinder auch so drauf sind.

      Er ist 2 Jahre und 7 Monate alt.

      Das Neueste ist jetzt, daß er zuhaut, wenn ihm etwas nicht passt, er ein "Nein" bekommt oder etwas nicht schnell genug geht.
      Das ganze wird dann gerne noch damit unterstrichen, daß einem Dinge (Spielzeug, oder was gerade in seiner Hand ist) um die Ohren fliegen.:-[

      Dazu kommt, daß er sich, vor allem draußen, ständig wie ein nasser Sack fallen läßt, wenn etwas nicht nach seinem Willen geht. Und dann liegt er auch mal 15 min. im Dreck.#schock
      Wenn ich versuche ihn aufzuheben, ist er wie Gummi.
      Ich hab schon massive Kreuzschmerzen!

      Ich sage ihm immer, daß hier nicht gehaut wird und ich das nicht will, weil es weh tut. Aber das kommt nicht an!
      Es ist auch nicht so, daß er sich nicht mehr kennt und dann zuhaut. Nein, er kündigt an, daß er jetzt "Hauen" und "schneißen" wird.#aerger

      Nach solchen Geschichten will er immer ganz viel kuscheln. Ich versuche dann auch, mit ihm über die Situation zu reden, aber da schaltet er total auf Durchzug.

      Kennt ihr das von euren Kindern?
      Wie reagiere ich am Besten?

      Danke und liebe Grüße!
      Schniefnase

      • Hallo Schniefnase,

        meiner ist jetzt 4 Jahre und seit etwa 1 Jahr auch etwas "aggressiv". Langsam wird's besser, und zwar je besser er sich verbal ausdrücken kann. Inzwischen (vermutlich dank Kindergarten) streckt er mir öfter die Zunge raus, als mich zu hauen.

        Er hat nur mich gehauen, weder den Papa noch andere Kinder. Ich denke, das liegt daran, dass er sich bei mir sicher genug fühlt. Das scheint mir bei Deinem auch der Fall zu sein, der Kuschelbedarf deutet darauf hin.

        Wenn meiner mich haut/gehauen hat (insbesondere wenn er es angekündigt), dann kommt ein Spielzeug von ihm weg. Wenn er etwas durch die Gegend wirft, kommt es weg, er braucht es ja offensichtlich nicht mehr. (Später (nach ein paar Tagen) kriegt er die Sachen dann ggf. wieder). Wobei ich halt auch sage: "Wenn du mich haust / etwas wirfst, kommt xy weg".
        In einer Situation habe ich ihn einmal sehr überrascht. Er hat gemotzt, ich habe geschimpft, dann habe ich ihn umarmt. Er schaute mich ganz groß an und sagt: "Aber du hast mich ja noch lieb!" Und ich sagte, dass ich ihn doch immer lieb habe, auch wenn wir uns streiten und miteinander schimpfen. Das sage ich ihm auch zwischendurch immer mal wieder, dass ich als Mama auch schon mal schimpfen muss, dass ich verstehe, dass er manchmal böse und frustriert ist, und dass ich ihn auf jeden Fall immer lieb habe.

        Im nachhinein über die eigentliche Situation brauchst Du jetzt noch nicht mit ihm zu reden, da ist er meiner Meinung nach noch zu jung für, um das wirklich reflektieren zu können.

        Gib ihm einfach zwei Dinge: Grenzen bzw. Konsequenzen für sein Handeln. Und die Sicherheit, dass Du ihn bedingungslos liebst. (Nicht das Kind selber ist "böse", sondern nur sein aktuelles Verhalten ist unerwünscht).

        Ich hoffe, das hilft Dir ein wenig, aber aus Erfahrung kann ich Dir sagen, dass das ein sehr langer Prozess (mehrere Monate) sein kann.

        Schöne Grüße
        Jolly

        • P.S.: Zu dem draußen fallen lassen: Hast Du schon mal angedroht (und evtl. ausgeführt), einfach ohne ihn weiterzugehen? Je nach Umgebung natürlich, im Dorf leichter als in der Stadt an der Hauptstraße. Manchmal reichen schon wenige Schritte, um das Kind wieder mobil zu kriegen.

          Und ansonsten, falls Du Zeit hast und er warm genug angezogen ist, nimmst Du Dir in Zukunft einen Klappstuhl und ein Buch mit und machst es Dir gemütlich. Irgendwann wird ihm langweilig.

          Oder, falls Ihr noch etwas vorhabt, was ihm wichtig ist, könnt Ihr das jetzt leider nicht mehr machen, weil er so rumgetrödelt hat.

          • Hallo!

            Danke für deine Antwort!

            Ich sage ihm im Nachgang immer nochmal, daß wir uns nicht hauen. Daß ich weiß, daß er sooo sauer/wütend/ungeduldig war. Aber ich kuschle natürlich mit ihm. Und sage auch nicht, daß ich ihn nicht gut finde, sondern das Hauen/Werfen.

            Bei meiner Großen hat es geklappt, mit dem weitergehen. Sie kam sofort hinterher. Und hat das auch nur 2-3 Mal gemacht.

            Der Kleine ist da schon die Marke "bayrischer Dickschädl".#augen
            Ich nehem ihn nur hoch, wenn es gefährlich ist (er läßt sich auch beim Überqueren der Straße fallen!). Ich habe es jetzt 5 Mal ausprobiert, er bleibt einfach liegen!:-[ Auch, wenn ich weiter gehe! Momentan ist es einfach noch zu kalt, um ewig im Schnee(matsch) zu liegen. Aber 10 - 15 min. liegt er aus...#aerger

            Die blöden Kommentare der Mitmenschen kann ich mittlerweile ignorieren.

            Ich versuch´s einfach mal mit "ohhhhhmmmmm"#schein und hoffe auf eine PHASE...

            Liebe Grüße!#winke

      Hallo,

      das klingt nach einer recht nervigen Phase.

      Hatten alle meine drei auch:-p

      Ich bin meistens so vorgegangen:
      Dinge die geworfen werden verschwinden für ein paar Tage. Wenn ich es aufgehoben habe sage ich es auch so: Du hast es geworfen das mag ich nicht und nun kommt es in die Kiste.

      Jemand der wie Kaugummi am Boden liegt kann da auch liegen bleiben. Je nach Umgebung bin ich weiter gegangen oder ich habe mich auf eine Bank gesetzt und gewartet bis das Monster fertig war. Dabei habe ich meinen "Kaugummi" natürlich nicht groß beachtet.

      Das geht natürlich nur wenn man viel Zeit hat. Wobei meine Kinder das nicht lange ausgehalten haben weil ich sehr konsequent sein kann und das was ich tu auch so meine. Das haben sie gespürt.

      Ja und wenn meine Nerven nicht so toll waren, da war ich halt auch mal wütend und nicht so pädagogisch wertvoll sondern einfach menschlich und auch laut.

      LG
      Corinna

      • Hallo!

        Danke für deine Antwort!

        Juhu, ich bin nicht allein!!

        Es kam auch schon vor, daß ich pädagogisch wenig wertvoll geschimpft hab und mir das schreiende Bündel unter den Arm geklemmt und weggetragen habe...#schein

        Dann hoffe ich mal, daß auch mein kleiner Dickkopf irgendwann mal aufgibt!:-p

        Liebe Grüße!#winke

    Hallo Schniefhase.

    so etwas hätte ich nicht eine Sekunde bei meinen Kindern akzeptiert. Dazu gehören in der Regel auch zwei - Kind und das betroffene Elternteil.

    Beruflich aber kenne ich eine Gruppe von Kindern, die in der Sprache enteicklungsverzögert sind.Dann drücken solche Kindern mit dem Hauen, was andere mit der Sprache schon äußern können.

    Fraglich wär, ob euch eine Frühförderung helfen könnte ? dazu schreibst du aber zu wenig.

    Wenn mein Kind mich hauen würde, weiß dass Kind, dass ich im nächsten Moment zurückhaben würde.

    Wenn dich auf der Straße jemand reinhaut, sagst du ihm - also, wir hauen nicht ? Du haust weg oder verteidigst dich.

    Worte bringen in bestimmten Fällen nichts. Ist eine Enteicklungsverzögerung der Grund, helfe ich dann fachlich nach, je nachdem wo der Schuh am meisten drückt, Dann erledigt dich irgendwann das Problem von alleine.

    #winke

    • Hallo!

      Tja, so habe ich früher (als ich nur meine Große hatte) auch gedacht! Und dann kam unser Kleiner, der anscheinend völlig resistent gegen Erziehung ist.#aerger

      Sag mal, wie würdest DU in der Situation reagieren:
      Kind pritschelt mit Wasser am angesagten Ort (Badewannenrand). Schüttet dann Wasser daneben. Ansage Mama: "Wasser bleibt IN der Wanne. Schüttest du raus, ist der Becher weg."
      Kind schüttet raus, Mama nimmt Becher weg. Kind schreit und haut nach Mama.
      Meine Reaktion: Kind schnappen und raus aus dem Bad und strenge Ansage, daß hier nicht gehaut wird.
      Dann gibt es 1-2 Tage keine Wasserspiele mehr. Beim nächsten Versuch: selbes Spiel siehe oben.
      Damit will ich sagen, daß er sehr wohl Konsequenzen zu spüren bekommt und auch immer die selben.

      Mein Bub bekommt ab Frühjahr Frühförderung. Sprachlich kann er sich auch noch nicht so gut ausdrücken.

      Wir erziehen unser Kind gewaltfrei. Hauen und klappsen gibt es von uns Erwachsenen nicht. Kind gegen seinen Willen schnappen und wegtragen schon (wenn es gefährlich werden könnte z.B).

      Das heißt aber nicht, daß ich so eine Säusel-Mama bin a la "Kevin-Justin, mein Liebling, würdest du bitte aufhören die Mami zu hauen, auch wenn es dir so Spaß macht. Ja? Bitte? Nein?, Ach, du süßer Schlingel!"

      LG!#winke

      • Hallo,

        Ich rede jetzt von den normalen Kindern. Du sagst , ihr erzieht gewaltfrei, dein Kind ist aber ein Gewalttäter.

        Ich erziehe, dass man keinem in gar keiner Situation hauen darf - es begegnet mir dann sehr oft, dass Kinder, die gewaltfrei erzogen werden, dann selber eher zuhauen.

        Da meine Minder so streng bezogen auf das Thema erzogen werden, haben sie noch nie zugehauen. Dies ist so großes Tabu.

        Ja, bis zu dem Zwitpunkt, an dem ich erkannt habe, dass selbst das ein Schwachsinn ist.

        Meine Kinder nehmen jetzt den gesunden Weg und wenn sie angegriffen werden, sollten sie auch zuhauen, wenn es anders nicht geht. S hwierig an der Erziehung ist solche Situation zu erkennen.

        Das war alles off topic.

        Du hast du mir die Situwtion geschildert, Wenn man bereits Babys unmissverständlich klar macht, dass man jegliche Art von Bei.en und hauen nicht akzeptiert, dann hauen und bei.en sie nicht. Erlebter einmaliger Biss prägt sich im Gedächtnis des Kinder anders als eben deine ,,Schwätzerei". (Ist nicht böse gemeint).
        Wenn es passiert, dann werde ich so laut schreien, dass ein Kind dermaßen schockiert wird, dass es nächste Mal sein läßt.

        Wie gesagt.... bis auf die Kids, die ich erwähnt habe. Bei denen ist es total schwierig. Wenn z.B. Bei.en eine gelernte Reaktion einer fehlenden Ausdrucksfähigkeit ist, sind würden vorher von mir gebissen und ich habe einmal deutlich ,,zugehauen", dann hilft meiner Meinung nach nichts anderes als gewaltloses lautes Schreien und anschließend verbalisieren, was mit dem Kind vorgeht. Und hält das Beheben der Ursache.

        Tut mir leid, wahrscheinlich quatsche ich dir zu viel. Ich habe aber gesehen, dass es zwar solche Kinder gibt, sie sind aber in der absoluten Minderheit. Normal beißen Kinder heutzutage, weil man es so akzeptiert als einen Sntwicklungschritt.

        #winke

Als mein Sohn so alt war wie Deiner jetzt, hatten wir auch eine Zeit, in der immer wieder gehauen wurde, Dinge durch die Luft flogen und er auch mal in der Pfütze lag. Ersteres und letzteres hat komplett aufgehört, Dinge fliegen manchmal noch durch die Luft, wenn etwas nicht so schnell geht, wie er sich das vorstellt (wenn sich das Auto nicht sofort reparieren lässt, fliegt dann manchmal der Schraubenzieher).

Also ja, ich kenne das und ja, es wird besser.
LG!

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