Keine Vorschule im Kindergarten

    • (1) 11.02.17 - 18:01

      Hallo,

      Wir haben einen ganz tollen Kindergarten gefunden, der mir vom Konzept richtig gut gefällt und wo ich auch glaube dass es meinem Sohn gut gehen wird.

      Der einzige Haken, sie machen mit den Kindern keine Vorschule.

      Wie sind da so eure Erfahrungen?

      Ich habe ein bisschen Sorge, dass er dann, wenn er in die Schule kommt, den anderen Kindern hinterher ist.

      Liebe Grüße und danke schon mal für euren Input

      • Hallo,

        Wir hatten zum Glück auch keine Vorschule, weil die Kinder alles dann lernen konnten, wann es sie wirklich interessiert hat

        Zum Glueck. Meine Kinder liebten mit fast drei Jahren Buchstaben, Anlaute und Silbenklatschen - mit vier das Lesen - auch Schreibschrift. Sie haben spielend leicht Lesen gelernt, weil sie es dann lernen konnten, wann es in ihr Zeitfenster passte, nicht, wann die Vorschule der Ansicht war, dass die Kinder sich dafür interessieren sollten.

        Wenn das Gesamtkonzept gut ist, braucht es keine Vorschule.

        LG
        Delfinchen

        • Hallo,

          und was ist mit den Kindern, die im Vorschulalter lieber durch die Gegend toben oder mit Lego spielen, anstatt sich mit Buchstaben und Zahlen zu befassen?
          Sollen die auch machen, was sie wollen?

          Schön, dass Deine Kinder zur passenden Zeit Interesse an schulischen Dingen entwickelt haben.

          Nur ist das nicht bei allen Kindern so. Entweder werden diese Kinder dann zu Hause an solche Sachen heran geführt, oder sie kommen ohne diese Grundlagen zur Schule.

          Häufig sind das dann die Kinder aus sozial benachteiligten Familien. Und wenn da schon die Grundlagen fehlen und noch Sachen oben drauf kommen, die auch keiner mit ihnen übt, ist das Scheitern in der Schule vorprogrammiert.

          Keine Vorschule im Kindergarten heißt, noch mehr Abhängigkeit des schulischen Werdegangs vom Elternhaus, als es sowieso schon der Fall ist.

          LG

          Heike

          • Jedes Kind interessiert sich irgendwann in den ersten 6 Lebensjahren fuer Zahlen und Buchstaben.

            Malen/Basteln und Allgemeinwissen ebenso wie Sozialkompetenz wird "nebenher" vermittelt, dafuer braucht man keine Vorschule.

      Nein, durch die Vorschule hatte meine Tochter keine "Vorteile" in der Schulzeit.

    • Hier gibts offiziell gar keine Vorschule mehr.

      Grund: Es hat einfach keinen Sinn gemacht.

      Was die Kinder wirklich können müssen vor der Einschulung, das lernen sie sicher in der Kita oder zu Hause auch ohne extra Vorschulunterricht:

      - sich zügig an- und auszuziehen (Sportunterricht)
      - selbständig auf der Toilette zurechtkommen, den Po sauber wischen
      - rechtzeitig melden, wenn es nötig ist, zur Toilette zu gehen
      - sich in Gruppen zu bewegen ohne anzuecken, kleinere Konflikte auszuhalten, ohne zu brüllen oder gewalttätig zu werden, sich auch mal unterzuordnen und etwas mitzumachen, zu dem man gerade keine Lust hat
      - ein bisschen Feinmotorik, etwas ausmalen, ein bißchen schneiden, den eigenen Namen malen usw.
      - prinzipiell in der Lage zu sein, sich Hilfe zu holen, wenn nötig

      Eher schädlich als förderlich ist es, wenn unqualifizierte Leute versuchen, dem Kind einen Vorsprung im Lesen/Schreiben/Rechnen zu verschaffen. Meist haben diese Kinder es dann schwerer, weil sie nicht einfach neu lernen können, sondern umlernen müssen, was viel mühsamer ist.

      Vorschule brauchen die Kinder eigentlich auch nicht. Das einzige, was von Vorteil ist (was Kinder an schulischen Können "drauf" haben sollten) ist den eigenen Namen zu schreiben.
      Und das ist auch kein MUSS !!!

      Erheblich wichtiger:
      Guten Tag und Auf Wiedersehen sagen
      Beim sprechen dem Gesprächspartner in die Augen schauen
      Auf einen Erwachsenen hören und dem nachkommen
      Andere ausreden lassen
      Konzentrationsfähigkeit (Würfelspiele)
      ein Maß an Selbstorganisation
      Warten können

      (9) 12.02.17 - 14:32

      Hallo,

      hier in der Grundschule (NRW) werden schon einige schulische Dinge im voraus verlangt, z.B. bis 10 zählen können, Zahlen bis 9 schreiben können, Silben klatschen, Reime bilden, seinen Namen schreiben (je nach Name ist das auch nicht ganz trivial), ein Bild beschreiben können...
      Kinder, die das nicht können, müssen es nachholen, während im Unterricht schon darauf aufgebaut wird.

      Ich finde die Vorschule daher schon wichtig, denn entweder findet diese Vorbereitung im Kindergarten statt oder zu Hause. Da man letzteres nicht voraussetzen kann, braucht man die Vorschule, um Chancengleichheit zu gewährleisten.
      Aber das ist vor allem ein gesellschaftliches Problem.

      Wenn Euch der Kindergarten ansonsten zusagt, müsst Ihr die Vorschul-Sachen eben zu Hause mit Eurem Kind üben. Es gibt ja genug Vorschulhefte oder LÜK oder ähnliches, womit man das machen kann.

      Der Haken daran ist, dass man unter Umständen Rumpelstilzchen zu Hause hat, wenn man mit den Kindern üben will und die eigentlich keine große Lust auf Zahlen und Buchstaben haben. Mit fremden Leuten klappt das in der Regel besser, als mit den Eltern. ;-)

      Bei uns war es so, dass der Kindergarten eine sehr gute Vorschularbeit gemacht hat. Unsere Tochter hat sich auch aus Spaß zu Hause mit solchen Sachen beschäftigt, aber bei unserem Sohn kam das vielleicht alle drei Wochen mit ganz bestimmten Aufgabentypen mal vor.
      Bei ihm war ich sehr froh, dass es die Vorschule im Kindergarten gab.
      Jetzt ist er in der 1. Klasse und auch da klappt es weit besser, wenn er in der Schule oder in der OGS Aufgaben macht, als hier zu Hause.

      LG

      Heike

      • Hey,
        was du da im ersten Absatz beschreibst sind Dinge, die Kinder mit 5 oder 6 auch tatsächlich können sollten, nicht nur im Hinblick auf die Schule... Und - alle zu Hause machbar.... letztendlich

        Das sie Zahlen bis 9 schreiben könne sollten halte ich für sehr übertrieben, denn genau dafür gehen sie ja zur Schule....

        lg Tanja

    Hallo
    Wenn der Kindergarten ein gutes Konzept hat, wird die Förderung auf anderem Wege stattfinden... sei dir gewiss... ;-)
    Es ist auch keine "Vorschule" im Sinne von "wir lernen jetzt mal was wichtiges für die Schule", sondern das Jahr vor der Schule wird von vielen Einrichtungen genutzt, um die Kinder emotional darauf vorzubereiten, sie bewusst damit zu konfrontieren, das sie die Großen sind.
    Denn alle anderen Kompetenzen müssen da schon virhanden und geschult sein...

    Und auch du kannst viel zu Hause machen, wenn es du meinst, da wird zu wenig getan...
    Zahlenland, Phonologie, Experimente geht auch zu Hause... :-)

    Ansonsten frag doch einfach mal nach

    lg Tanja

    • der ganze lebenspraktische Teil ist natürlich absolut wichtig...

      Ist eh alles zu verkopft gerade..............

      Das sagte die Leiterin auch zu mir, dass es quasi im Alltag integriert wird!

      Ich habe auch kein Problem damit mit ihm Zuhause was zu machen.

      Meine Tochter war in einer Einrichtung mit Vorschule, nur da möchten wir ihn nicht anmelden weil das zwischenmenschliche fehlt.

      Dankeschön, es hat mir sehr geholfen!

(14) 12.02.17 - 21:12

Hi,
hier gibt es eine Vorschule und ich denke, dass das Konzept recht gut umgesetzt ist. Aktuell gehen sie alle zwei Wochen in die Schule und lernen sie kennen. Das ist schön, ich bin mir aber sicher, dass es bei einem Kind aus einem fördernden Elternhaus eigentlich nicht nötig ist. Für Zahlen und Buchstaben interessieren sie die Kinder von alleine und wenn nicht, dann ist das wahrscheinlich auch kein Weltuntergang. Alle anderen Kompetenzen sollte im Laufe der KiGa-Jahre erlangt werden und das gelingt mit einem guten Konzept auch so.
Meinem Sohn ist es wichtig den Status "Ältester" zu haben, ansonsten nervt ihn der frühe Beginn des Vorschulkurses. Die Schule kennt er vom großen Bruder, bei dem ich mir sicher bin, dass er auch ohne Vorschulkurs einen guten Start gehabt hätte. Vlg tina

Hallo!

Unser Kleiner geht in den Waldkindergarten, und da gibt es (wie auch?) natürlich keine spezielle Vorschule.
Übungen für Vorschulkinder werden in den Alltag integriert, da können alle Kinder mitmachen, die Lust haben. So kann unser Sohn schon seit ein paar Monaten perfekt Silben zählen, obwohl er erst 2018 eingeschult wird. Seinen Namen schreibt er auch, und bis 10 zählen konnte er schon, bevor er in den Kindergarten kam (gut, er hat von Natur aus ein super Mengenverständnis, als er 2 war, haben wir einmal Traktoren in der Scheune gesehen. Der Kleine brüllt "Mama, ein Traktor!", und gleich darauf "Mama, da sind sogar 4 Traktoren!" Ich hab ihn daraufhin getestet und ihm Finger hingehalten - bis 4 konnte er sie problemlos erfassen.)
Ansonsten werden bei uns im Kindergarten jeden Morgen alle anwesenden Kinder / Erwachsenen gezählt, die Werte zusammengerechnet, durch zählen das Ergebnis überprüft....
Außerdem ist nach dem Mittagessen eine Ruhezeit, in denen die Kinder im Bauwagen (oder bei entsprechendem Wetter auch draußen) Geschichten hören und dabei malen können. Aber die Feinmotorik wird auch anderweitig gut geschult.
Ach, und ein Vorschulprogramm gibt es tatsächlich, das hat aber nichts mit dem späteren Schulalltag zu tun: Die Kinder holen jedes Jahr im Frühjahr Wolle vom Schäfer, diese Wollen wird gewaschen, dann gesponnen und letztlich weben sich die Kids einen kleinen Teppich daraus (das Waschen wird für die Vorschüler im nächsten Jahr gemacht, dafür spinnen die Kids die Wolle aus dem Vorjahr, sonst würde es mit der Zeit nicht passen). So wird dann an der Ausdauer der Kids gearbeitet, denn stillsitzen müssen Waldkinder ja selten ;-).

Darüber hinaus habe ich allerdings meinen Sohn noch in einem externen Vorschulprogramm angemeldet, das wird hier von vielen Bildungseinrichtungen angeboten. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich ihn da nicht wieder abmelde, auch wenn alle, deren Kinder das gemacht haben, begeistert waren. Ich bin mir aber nicht sicher, ob unser Sohn sich da nicht sogar schon langweilt. Er malt nicht gerne, spurt aber gerne nach. Darum habe ich ihm einen Block mit Schwungübungen gekauft, um seine Feinmotorik zu schulen. Darin kann er gut und gerne einmal eine halbe Stunde "arbeiten", und seine große Schwester spielt Lehrerin. Das macht dem Kleinen auch Spaß, und so denke ich, dass ich mit solchen Blöcken wahrscheinlich sogar mehr hinbekomme als ein Vorschulprogramm, weil ich einfach individueller reagieren kann.

LG

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