Nicht hören usw:)

    • (1) 20.02.17 - 13:01

      Hallo!
      Ich hoffe auf ein paar Tipps:)
      Mein Großer ist 3 Jahre alt. Er ist gerade in einer Phase, in der er den ganzen Tag nur rumhampelt und sooo rumtrödelt (wenn wir loswollen, er eine neue Windel braucht, beim anziehen usw) und tw gar nicht reagiert, wenn ich etwas von ihm möchte. Ich habe schon einiges versucht. Natürlich plane ich genug Zeit ein, wir machen ein spiel draus (wer wohl als erster angezogen ist z.b. ) hocke mich vor ihm hin und schaue ihn an, wenn ich mit ihm rede und und und. Aber wirklich helfen tut nichts davon. Außer bis drei zählen und eine Konsequenz androhen, dann klappt es meistens.

      Nun bin ich aber grundsätzlich der Meinung, dass er nicht nur auf Drohungen anspringen soll und den ganzen Tag schimpfen möchte ich auch nicht. Ich versuche, ihm möglichst wenig zu verbieten, um ihm nicht den ganzen Tag "nein" hinterherzurufen. Aber mal ehrlich, ihm fällt doch trotzdem ständig irgendein neuer Blödsinn ein und irgendwann müssen wir dann ja doch mal los oder wickeln.

      Wie macht ihr das? Wie bleibt ihr ruhig, wenn das Kind einfach mal alles überhört, was ihr sagt? Seit ihr der Meinung, Kinder müssen (jedenfalls meistens) auf euch hören oder dürfen sie eher ihr eigenes Tempo haben und größtenteils ihre eigene Meinung haben? Also natürlich abgesehen von selbstverständlichen Dingen wie z.b. zähne putzen, im Straßenverkehr...

      • Ich bleib da nicht ruhig. Ich sag es einmal, gern noch ein weiteres und ein drittes Mal und dann mach ich selber. Entweder ich schnapp mir das Kind und ziehe es an, oder aber mein Sohn bekommt sein Spieleverbot (Playstation ;das weiß er aber im Vorhinein), oder, oder. Wichtig ist aber, dass man glaubwürdig bleibt. Sag doch deinem Kind (wobei ich gerade überlege, ob es mit 3 nicht vielleicht noch zu jung dafür ist...), dass wenn es jetzt nicht herkommt zum Anziehen, es dann so mit muss (die anzuziehenden Sachen steckst du natürlich vorher in deine Tasche). Ich musste das nie machen, meine Kollegin jedoch schon, ihrem Sohn war es sooooo peinlich, im Schlafanzug in die Kita gebracht zu werden, dass er sich fortan brav anziehen ließ.

        • Danke! Ja, mein Sohn wird sicher irgendwann mal ohne Schuhe zur tagesmutter gehen :) Mit "Gewalt" wickeln z.B. klappt aber z.B. ja absolut nicht. Und mit voller Windel rumlaufen lassen ist ja auch irgendwie keine Option, zumal ihn das mal gar nicht stört.
          Und das mit den Verboten..tja, natürlich komme ich oft in die Situation zu sagen "wenn du nicht... dann...". Problem hierbei ist, dass die Strafe häufig ja gar keinen Zusammenhang mit der Situation hat (fernseh- Verbot wg. Nicht wickeln lassen z.B.; anders als wenn ich ihn ohne Schuhe wegbringen oder so) und das finde ich dann unsinnig. Wobei ich natürlich auch manchmal hierzu greife :( Abgesehen davon würde ich ja gerne ingegesamt mit weniger Drohungen zum Ziel kommen. Ach, doof die Phase gerade.

          • Es gibt einfach Sachen, die ohne wenn und aber gemacht werden. Ich diskutiere weder über die Notwendigkeit, Zähne zu putzen, noch gab es je Diskussionen über Windeln etc. Es gibt auch keinen Ermessenspielraum beim Wegräumen von Bonbonpapier, dann gibt es halt keine Süßigkeiten mehr.

            Solche Diskussionen sind in meinen Augen auch viel zu komplex für 3jährige. In diesem Fall ist es einfach so: "Es wird gemacht, wenn ich es sage. Punkt!"

            Wichtig ist nur, dass du authentisch und glaubwürdig bleibst, dann hast du einen Rahmen für dein Kind geschaffen, in dessen Grenzen er sich 100%ig auf dich verlassen kann, auch wenn es etwas ist, das ihm zuwider ist.

            • Beim Zähne putzen stimme ich dir voll zu, haben wir auch schon mit festhalten gemacht an schlechten Tagen.
              Aber wie in aller Welt wickelst du ein Kind, das sich mir Händen und Füßen dagegen wehrt :)))?

              Na ja, die angedrohte Konsequenz ziehe ich natürlich durch. Ob ihn das beeindruckt, lasse ich mal dahingestellt:)

              Danke dir.

              • Genauso... ich halt sie fest so lange bis sie ruhig ist (das klingt jetzt als würde ich ihr ein Kissen aufs gesicht drücken #nanana).

                Es wird nicht getreten, von daher halte ich ihre Beine fest. Und ich sage ihr klar und deutlich, dass jetzt gewickelt wird, egal ob sie das jetzt gut findet oder nicht. Wenn sie mithilft geht es ganz schnell und wenn nicht dann dauert es halt länger.

                Wenn sie merken, dass du nicht nachgibst wird es besser. Sobald sie sich "fügt" mach ich dann auch Spaß mit ihr, Prustebussi, Kitzeln und kleine Fingerspiele.

                • Hm, ich weiß nicht. Festhalten bis sich das Kind fügt... für mich irgendwie zu sehr unterdrückend und herablassend.
                  Wobei ich dich dafür absolut nicht kritisiere und es an ganz schlechten Tagen natürlich auch probiert habe. Absolut ohne Erfolg übrigens :)

                  • Festhalten bis sie sich fügt, war vielleicht etwas krass ausgedrückt.
                    Ich halte ihre Beine fest, damit sie mich nicht treten kann. Lasse wieder los und wenn sie weiter tritt, halte ich wieder fest / verhindere damit dass sie mich erwischt. Das machen wir so lange bis sie aufhört zu treten oder zu strampeln.

      Huhu,

      Helfen kann ich dir nicht wirklich :-(

      Aber wenn es hier Tipps gibt, würde mich das auch Interessieren :-) mein Großer ist auch drei, und wohl in der gleichen Phase... An manchen Tagen würde ich ihn echt am liebsten in den Schrank sperren, und erst abends wieder rauslassen :-)

      Wenn ich los möchte, und er sich nicht anzieht, gehe ich eben schonmal raus, und sage, ich gehe jetzt ohne ihn, das wirkt meistens recht schnell, und Kind steht nach zwei Minuten fertig vor der Tür :-)

      Ansonsten bin ich recht viel am schimpfen und drohen, ich ziehe das dann auch durch, aber so richtig beeindrucken tut es ihn nicht immer.... Hören sollte er definitiv... Also über "wir laufen auf dem Gehweg und nicht auf der Straße" diskutiere ich nicht... Zähneputzen und Co auch nicht... Ein bischen Höflichkeit, so grüßen und bitte und danke, sollte auch funktionieren....

      Letztens haben wir meine Schwiegereltern besucht, und als wir gegangen sind, wollte er sich nicht verabschieden... Er sollte nur winken oder "pfiat di" sagen oder was weiß ich... Nichts zu machen :-[ erst als ich gesagt habe, wenn er sich nicht verabschiedet, kann er nicht mit heimfahren, gings...

      Ansonsten lasse ich ihm schon freie Hand.... Trotzdem bin ich irgendwann am brüllen und er am heulen... Danach gehts wieder ne Weile... Hoffentlich gibt sich das bald :-)
      Alles Gute
      Lg

      • Wie jetzt? Hättest du ihn dagelassen? Das ist es ja, was ich mit Glaubwürdigkeit meine. Ich kann doch nix androhen, was ich dann nicht auch durchziehen kann. Ich würde mich auch nicht an Kleinigkeiten aufhängen oder dem Kind Angst machen ("dann wird die Oma aber traurig"), wenn es halt nicht tschüß sagt, dann ist es halt so. Man sollte sich je nach Alter wirklich nur auf ein paar wenige Verhaltensregeln beschränken, die auch konsequent durchgesetzt werden.

        • Da stimme ich dir zu. Wobei man manchmal ja erst im Nachhinein merkt, dass die Androhung falsch war. Aber dann erkläre ich meinem Kleinen auch schon mal, dass ich falsch gehandelt habe. Finde ich auch wichtig, dass sie lernen, dass Mama auch mal die nerven durchgehen :)

          Sich nicht an Kleinigkeiten aufzuhängen und nur wenige regeln aufzustellen... tja, genau da liegt gerade mein Problem. Dann artet es nämlich in Dauer-Schimpfen und Drohen aus. Totsl doof und kontraproduktiv. Aber um einer Phase, wo die Kleinen wirklich durchgehend Unsinn machen oder sich verweigern, irgendwie kaum zu vermeiden.

          Klar hätte ich ihn dagelassen :-) hätten sie ihn halt abend heimgefahren...

    (13) 20.02.17 - 14:58

    Hallo,

    das nennt man Autonomiephase (früher auch Trotzphase).
    Diese Phase heißt so, weil die Kinder entdecken, dass sie einen eigenen Willen haben.
    Das ist normal und richtig so, auch wenn es für die Eltern natürlich anstrengend ist.

    Man kriegt die Kinder jetzt nicht mehr mit Spielchen und Ablenkung, bzw. nur noch, wenn das Kind sowieso nicht ernsthaft Widerstand leisten möchte, sondern muss sich durchsetzen und Konsequenzen ziehen, wenn das Kind nicht hört. Das ist das, was Du als Drohen bezeichnest.

    Es gibt ein paar wenige Kinder, die sich leicht lenken lassen. Ich kenne drei von der Sorte, alles Mädchen. Da macht man einen netten Vorschlag und spätestens, wenn der Vorschlag etwas strenger gemacht wird, klappt es.
    Die meisten Kinder versuchen aber schon mehr oder weniger nachdrücklich, ihren Willen durchzusetzen. Wenn man da keine Grenzen setzt, kriegt man irgendwann richtig "Späßchen".

    Natürlich kannst Du ausprobieren, wie Dein Sohn reagiert, wenn Du ihm ständig entgegen kommst. Ich denke aber, er wird sich dann nur noch mehr Mühe geben, Grenzen zu finden. Das heißt, auf Dauer, wird es schlimmer und nicht besser.

    LG

    Heike

    • (14) 20.02.17 - 15:36

      Danke für deine Antwort. Kennst du jesper juul? Der ist grundsätzlich ja der Meinung, dass man den Kindern in dem alter möglichst wenig Grenzen setzen soll (von den selbstverständlichen Dingen jetzt mal abgesehen). So gebe es weniger Machtkämpfe. Man soll das Kind also nicht brechen und lieb und gefügig machen, sondern so annehmen, wie es ist.

      Finde ich grundsätzlich total richtig, nur im Alltag läuft es dann natürlich nicht immer (oder eher selten) so.

      Na ja, da muss wohl jeder einen gesunden Mittelweg finden. Wobei ich im Moment entgegen meiner Überzeugung eher zu viele Grenzen setze :(

Läuft bei uns oft genauso, meine Tochter ist 3,5 Jahre alt. Ich erinnere sie x mal, ermahne, biete Hilfe an, schimpfe... Madame trödelt hartnäckig weiter :-[Was zieht ist die Androhung, dass ich (meistens fertig angezogen im Flur stehend) jetzt ohne sie los gehe. Das habe ich 2 mal wirklich gemacht, seitdem weiß sie, dass es spätestens dann ernst wird und zieht sich dann auch an.

Mich nervt es auch, aber ich glaube, dieses Verhalten der Kinder ist ziemlich normal und deine Reaktion darauf auch. Dein Sohn testet seine Grenzen. Ich bin vom Trödeln meiner Tochter dann genervt und werde auch schneller streng und sauer, wenn wir dringend los müssen, weil wir sonst irgendwohin zu spät kommen würden, es also wichtig ist, dass sie "mitspielt".

Mit 3 sind sie ja auch langsam in dem Alter, in dem man von ihnen erwarten kann, dass sie für gewisse Dinge ein Verständnis entwickeln und sich dann kooperativer verhalten. Wenn ich ihr also erkläre, dass ich zur Arbeit muss und nicht zu spät kommen darf und sie trotzdem rumbockt wie verrückt, muss sie damit leben, dass ich sauer werde und sie zur Not schnappe und gegen ihren Willen anziehe oder ohne sie gehe. Wenn wir einfach nur zum Spielplatz wollen, bin ich geduldiger.

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