Kranke Kinder im Kindergarten- Vorsicht, lang

    • (1) 22.02.17 - 18:50

      Hallo,

      angeregt durch die Diskussion etwas weiter unten: Ich weiß, es ist ein heißes Eisen, aber meint ihr wirklich, dass an allen Dauerinfekten,... nur die Eltern Schuld sind? Meinungen von Erzieherinnen interessieren mich besonders.

      Ich selber glaube das mittlerweile so extrem nicht mehr bzw nur bei bestimmten Erkrankungen. Und ich kann dieses Dauergekeife ehrlichgesagt nicht mehr hören. #zitter In unserem Chaoskindergarten hält sich fast jeder Infekt monatelang. Ist super ärgerlich.

      Und die Schuldigen sind schnell gefunden: Einige Mütter können hellsehen und wissen genau, das nur böse andere Eltern daran Schuld sind. Merkwürdigerweise keifen genau die Mütter am lautesten, bei denen ich mich persönlich oft etwas wundere, wie schnell deren Kinder wieder im Kindergarten sind. (Wir kenne uns hier fast alle und ich weiß oft über App welches Kind wann Fieber hatte,..).

      Wenn ich bei diesen Gift-Spritz-Attacken dann mal vorsichtig einwende, dass in unserem Kindergarten nicht auf Handhygiene nach dem Toillettengang geachtet wird, verhallt das. Hand-Fuß-Mund z.B. wird noch wochenlang über den Stuhl ausgeschieden. Das das dann im Kindergarten ewig unterwegs ist, wundert mich jetzt nicht. Aber ´ne, die anderen bösen Eltern sind ganz sicher Schuld. :-(

      Außerdem, auch heißes Eisen, denke ich, dass es auch auf das Immunsystem ankommt. Und Freizeitstress, Umgang mit Krankheiten,... reinspielen können,. Meine hat außer Magen-Darm und Bindehaut noch nie was größeres als einen Tag Fieber angeschleppt (toi toi toi). Ich denke, das liegt auch mit an unserer Lebensweise:

      Sieht das hier kein anderer so? Was sagen die Erzieherinnen?

      Ich weiß, das Eisen ist heiß und klar, kranke Kinder gehören nach Hause. Allein schon um gesund zu werden. Aber sind denn wirklich immer nur die anderen Schuld?

      LG

      • (2) 22.02.17 - 18:59

        Ich bin Erzieherin und kann Dir sagen, dass viel von der Kita abhängt.

        Nicht so sehr wegen des Händewaschens nach der Toilette (was natürlich alle tun sollten), das hat aber wenig Einfluss, so lange die Kleinsten ihre Spielsachen in den Mund nehmen, die Großen sich Küsschen geben und alle die gleiche Scheibe abknutschen, wenn sie ihre Mutter verabschieden.

        Was wirklich Einfluss hat ist der Umgang der Erzieher mit Krankheiten. Wenn die Kollegen wirklich konsequent kranke Kinder nach Hause schieben und nicht nur lästern, sondern die Eltern auch mal abmahnen, wenn wiederholt beim Wickeln zu sehen ist, dass das Fieberzäpfchen wieder rausgekommen ist usw., dann halten sich die Infekte in der Regel nicht so lange.

        Kinder, die abgeholt werden mussten, werden bei uns nur mit Attest wieder aufgenommen.

        Klar ist jedes Immunsystem anders, die einen können mehr ab als die anderen. Aber das beste Immunsystem nützt Dir nichts, wenn morgens Kinder angenommen werden, die die ganze Nacht gespuckt haben. Ich hab tatsächlich eine Kitaleitung erlebt, die bewusst solche Kinder angenommen hat, weil die arme Mama sich ja nicht darauf einstellen und Betreuung finden konnte! Na da war klar, warum die Zwerge monatelang mit Magen-Darm zu tun hatten...

        (3) 22.02.17 - 19:34

        Hallo!
        Ich bin keine Erzieherin, hatte aber zwei Kinder im Kiga (jetzt nur noch eins).

        Bei uns gab es einen Wechsel der Leitung und ich habe eine Veränderung bemerkt.

        Vorher wurden offensichtlich kranke Kinder angenommen bzw nicht abgeholt, es wurden überhaupt keine Atteste verlangt, die Hygiene war auch mehr oder weniger Nebensache...Folge war, dass Krankheiten wie MD oder Scharlach oder Läuse wirklich MONATE umgingen.
        Unter der neuen Leitung braucht man außer bei ner banalen Erkältung immer ein Attest und kranke Kinder werden postwendend wieder mit nach Hause geschickt oder müssen sofort abgeholt werden. Normale Hygienemaßnahmen werden umgesetzt.

        Jetzt gibt es zwar auch diese Krankheitswellen, aber die dauern nur noch 1-2 Wochen.

        Es gibt allerdings immer noch (und immer die gleichen) Eltern, die ihr offensichtlich krankes oder sogar brechendes Kind (gestern erst, ich verstehe das nicht) versuchen abzugeben.

        Also ich denke, es hängt sehr von der Einrichtung und deren Umgang mit Krankheiten und mit rücksichtslosen (unter Druck stehenden?) Eltern an.

        LG #winke

        • (4) 22.02.17 - 19:39

          Achso: zum Immunsystem und Lebensweise..mein Sohn war/ist selten krank, meine Tochter wesentlich öfter (aber weniger als manch andere). Obwohl sie ja beide gleich leben.
          Sicher ist eine gesunde Lebensweise wichtig und gut fürs Immunsystem, aber kein Garant für ewige Gesundheit. ;-)
          LG #winke

      (6) 22.02.17 - 19:47

      Ich bin selbst Leitung und Erzieherin und in unserem Kindergarten gibt es diese Krankheitswellen nicht. Wir haben strenge Hygienevorschriften, die von allen penibel eingehalten werden und wir haben sehr verantwortungsbewusste Eltern.

      Auch die Fachkräfte sind selten krank. Gründe gibt es viele: Gesunde Ernährung, viel frische Luft und ein gutes Arbeitsklima.

      Bei den Kindern ist es die fürsorgliche und liebevolle Betreuung, viel frische Luft und gutes Essen.

    • (7) 23.02.17 - 05:54

      Mein Sohn hat vor ca. 18 Monaten die Einrichtung gewechselt und ich bin inzwischen der Ansicht, dass es zumindest auch damit zusammenhängt, wie Hygienevorschriften umgesetzt werden.

      In der alten Einrichtung haben sich Krankheitswellen oft superschnell ausgebreitet und ewig gehalten. Die Leitung dort hat auch offensiv die Einstellung vertreten "Dreck macht Speck" - Wickelunterlagen wurden nicht regelmäßig gewechselt, Hände nicht regelmäßig gewaschen/desinfiziert und auch die Kinder wurden dazu nicht angehalten. Als ich das mal angesprochen habe wurde mir allen Ernstes und mit ahnungslosen Blick die Gegenfrage gestellt: "Glaubst Du wirklich dass das was bringt...? Glaube ich nicht..." Das war in einer Phase, in der von 30 Kindern noch 6 gesund waren. Alle anderen hatten Magen-Darm.

      Das war in einer privaten Elternini, die leider ausgesprochen unprofessionell geleitet wurde.

      In der neuen Einrichtung sind natürlich auch immer mal mehr und mal weniger Kinder krank. Gerade zum Beispiel wieder mehr. Aber aktuell ist ja auch wirklich jeder krank, da finde ich das normal. Magen-Darm-Epidemien, die sich über Wochen weitergereicht werden oder ähnliche Geschichten, gibt es dort einfach nicht.

      (8) 23.02.17 - 09:10

      Hallo,

      ich denke auch, dass die Hygiene im Kindergarten sicherlich eine Rolle spielt, und auch, ob kranke Kinder in der Einrichtung sind.
      Aber das ist trotzdem alles nicht so einfach, wie manche Leute glauben.
      Viele Krankheiten sind schon ansteckend, bevor sie ausbrechen, und das Verhalten kleiner Kinder untereinander ist auch nicht gerade hygienisch. Soviel kann man im Kindergarten gar nicht reinigen, um da hinterher zu kommen.

      Zum Freizeitverhalten kann ich nur sagen, dass wir eine befreundete Familie haben, die sich viel draußen bewegen, ein sauberes Haus haben, darauf achten, sich und ihre Tochter möglichst nicht zu stressen und sich gesund ernähren (meistens bio). Trotzdem sind alle drei dauernd krank. Das ist bestimmt ungefähr das Doppelte der Tage, die wir im Jahr flach liegen.
      Manche Leute haben offenbar einfach Pech.

      Andere Leute verhalten sich nicht sonderlich gesundheitsbewußt und sind trotzdem selten krank.

      Dass Stress ein großer Faktor für Krankheiten ist, glaube ich übrigens auch. Das sieht man in der Abteilung bei mir auf der Arbeit.

      LG

      Heike

      • (9) 23.02.17 - 09:12

        Ja, du hast recht, oft ist es einfach Pech. Trotzdem glaube ich schon, dass der Umgang mit Krankheiten eine Rolle spielt.

        Die Familien, die ich so kenne, in denen die Kinder sehr auffallend dauerkrank sind, senken z.B. alle ganz früh Fieber und haben meist sehr viel Freizeitstress.

        LG

        • (10) 25.02.17 - 18:40

          Nun, ich denke eher, dass es wirklich persönliche Veranlagung ist, wie oft man krank ist!

          Wir haben 3 Kinder. Beim Ältesten habe ich sehr auf gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf, viel frische Luft etc. geachtet. Tja, der Rhythmus in den ersten 2 Kindergartenwintern war: 3 Tage Kindergarten, 10 Tage krank.....

          Mittlerweile habe ich 3 Kinder. Mit jeden Kind habe ich meine heeren Ansprüche runtergeschraubt, bin mehr arbeiteten gegangen, die Kinder wurden länger fremdbetreut, hatten mehr Stress.

          Und was soll ich sagen: die zwei kleineren sind zusammen nicht so viel krank wie der Große gewesen ist!

          Also es hängt sicher nicht immer mit der Lebensweise zusammen!

    (11) 23.02.17 - 09:45

    Meiner Meinung nach sind nicht die anderen Eltern daran schuld, dass Infekte durch die KiTa gehen und sich lange halten. Ich halte das in Gemeinschaftseinrichtungen für normal. Das "Problem" haben ja nicht nur KiTas, sondern auch Schulen, Pflegeeinrichtungen und Altenheime. Wo viele Menschen zusammen kommen, übertragen sich Erreger eben recht einfach. Sie finden immer wieder einen neuen Wirt und da Kinder insgesamt nicht so ein hohes Hygienebewusstsein haben wie wir Erwachsenen (Händewaschen, Finger in und an div. Körperöffnungen, speicheln, niesen, husten, Arm vor den Mund, etc.) verteilen sich Erreger eben auch schnell und hartnäckig.

    Dass man Kinder mit HMF z.B. aber auch keine sechs Wochen zu Hause lassen kann, ist auch allen klar, sowas ist nicht praktikabel, das kann sich jeder denken.

    Auch glaube ich nicht, dass das Immunsystem eines einzelnen Menschen zwingend etwas mit der Lebensweise zu tun hat. Mein Mann und ich leben logischerweise eine sehr ähnliche Lebensweise, er sogar "gesünder" als ich. Trotzdem habe ich ein Immunsystem wie ein Stier, während er immer wieder kränkelt ohne Ende...

    (12) 23.02.17 - 10:53

    Grundsätzlich denke ich sind Infekte in Kitas normal. Viele Kindern auf engem Raum, der Umfang der Kinder miteinander ist nun mal nicht hygienisch, oft sind Krankheiten ansteckend bevor sie Symptome machen... trotzdem finde ich müssen gewissen Hygiene Grundregeln absolut eingehalten werden. Dazu gehört Handhygiene nach der Toilette oder auch dem wickeln! Das sollte wirklich selbstverständlich sein und auch den Kindern so vermittelt werden. Ich habe die Hoffnung mittlerweile aufgegeben dass das alle Kinder schon zu Hause lernen.

    Ich denke durchaus auch dass man mit seiner eigenen Lebensweise sein immunsystem stärken kann. Aber vieles ist halt auch einfach Pech. Mein Sohn war während seiner Kita Zeit nicht oft krank. Einmal Bindehautentzündung, einmal Angina, einmal Magen Darm. Im Vorschuljahr erwischte es ihn mit einer mykoplasmen pneumonie, das zog sich ewig. Die kleine geht seit Oktober in die Kita, ist jetzt 16 Monate und neigt leider zu mittelohrentzündungen. Jeder winzige Schnupfen geht sofort aufs Ohr. Das ist denke ich einfach Pech. Wir leben am Land, sind jeden Tag draußen, ernähren uns ausgewogen. Besonders Stress haben wir auch nicht. Trotzdem gibt's Infekte. Mein Mann und ich werden allerdings tatsächlich seltenst krank. Nur der noro Virus letzte Jahr und uns alle flachgelegt.

    Ich finde ein leicht erkältetes Kind das sich wohl fühlt, kann auch in die Kita. Bei Magen Darm und ähnlichem sollten die Kinder aber bitte auch ausreichende alnge zuhause bleiben. Verhindern kann man Infektionen in der Kita dadurch nicht. Aber vielleicht etwas eindämmen. Sinnvoll wäre gute Hygiene und vernünftige Eltern.

    • (13) 23.02.17 - 11:06

      Hallo,

      danke dir für die Antwort, du bist ja Ärztin :-)

      Mir ist mittlerweile dieses Dauerrumgekeife einiger Mütter so unangenehm. Manchmal denke ich, andere Eltern erwarten auch zu viel. Ich meine, ich finde es normal, dass Kinder auch Kinderkrankheiten durchmachen und mal krank sind. Ich hatte keine einzige und kriege heute als Erwachsene alles, was nicht impfbar ist. Das ist echt nicht schön.

      Deswegen kann ich mich auch nicht darüber aufregen, wenn HFM oder Ringelröteln unterwegs sind. Lieber wäre mir, meine kriegt das ganze Zeug jetzt als später.

      Aber es gibt Mütter, die reagieren schon bei Fieber panisch. Vielleicht sind die Kinder im Kindergarten oft gar nicht kränker, sondern das Kranksein wird anders empfunden? Vielleicht aufgrund des beruflichen Drucks?

      LG

      • (14) 23.02.17 - 11:34

        Ja genau ich bin Ärztin. Und immer wieder erstaunt mit welchen Wehwehchen die Leute bei mir in der Praxis stehen. Also ich denke schon dass Kranksein heute anders empfunden wird. Ich renne mit meinen kranken Kindern nicht sofort zum Arzt, gebe auch nicht ständig Medikamente. Natürlich schon wenn es nötig ist, dann auch antibiose etc. Der Körper muss keime kennenlernen um das Immunsystems auszubilden. Und wie du schon sagst, lieber macht man diese Sachen als Kind durch und nicht als erwachsener. Klar der berufliche Druck ist groß, der Arbeitgeber meines Mannes ist sicher auch nicht glücklich wenn der kurzfristig ausfällt weil die Kinder krank sind. Wir haben immer auch noch einen Plan B (sprich Großeltern, die auch mal kranke Kinder beaufsichtigen) ohne das ist man natürlich unter Druck möglichst schnell wieder im Job zu sein. Für dieses Problem gibt's keine einfache Lösung.

        • (15) 23.02.17 - 11:52

          Hallo, das passt jetzt: Meine Ä meinte neulich zu mir, dass die Patienten irgendwie immer dööfer (schreibt man das so?) werden, was Krankheiten angeht. Beispiel war bei ihr,dass kaum einer so schlau ist, bei akut Magen-Darm 3 Tage Diät zu halten.

          Sehe ich auch her bei Urbia: Da hat ein Kind über eine Woche am Stück Magen-Darm. Ich schreibe ihr die Info von meinem KA: Diät halten. Also erst Tee, dann Zwieback, Reisschleim, dann velleicht Stampfkartoffeln mit Möhren, Banane,.. aber Milchprodukte und Fette erst, wenn auch der Durchfall komplett vorbei ist. Sonst fängt es oft wieder von vorn an. (Kann ich aus Erfahrung auch bestätigen #schein)

          Was ist die Reaktion: Etwa 3 Antworten, dass das Quatsch sei. Keine Empfehlung, kein "danke".

          Aber sich bitter beklagen, dass es ja nicht "normales" Magen-Darm sein kann.

          Geht dir das auch so?

          • (16) 23.02.17 - 12:17

            Ich fürchte, Du bist da wirklich nicht up to date:

            Normalerweise kann man auf seinen Körper vertrauen. Wenn man Lust hat, nach Magen-Darm etwas bestimmtes zu essen, dann verträgt man das meist auch.

            Die drei Tage Diät hält man im Bedarfsfall von selbst ein, weil man spürt, dass es einem nicht bekommt, z.B. durch leichte Übelkeit.

            Wichtiger als überlieferte Meinungen finde ich, dass man selbst möglichst gut auf die Signale des eigenen Körpers achtet und das möglichst auch den Kindern beibringt.
            Für uns ist das oft schwer, weil unsere Eltern noch so Blödsinn gemacht haben wie verlangen dass man aufisst oder nur Nachtisch geben, wenn der Rosenkohl gegessen wurde oder so etwas. Das versaut natürlich das Körpergefühl, und dann ist es schwer, wieder zurückzufinden.

            • (17) 23.02.17 - 12:20

              Ja, kann ja sein, dass ich nicht up to ndate bin, aber wenn mein Kind eine Woche am Stück kotzen würde und es ihm mit Bauchschmerzen und durchfall echt schlecht gehen würde, dann würde ich tatsächlich eine Siät ausprobieren.

              Und ob du Recht hast, sei jetzt mal dahingestellt. Ich habe mit dem Rat unseres KA und meiner HÄ sehr gute Erfahrungen gemacht.

              LG

              • (18) 23.02.17 - 12:24

                Na ich würd auch nicht spontan auf die Idee kommen, ein Eisbein anzubieten, aber wenn mein Kind da sitzt und nach etwas bestimmten verlangt, dann würde ich erst mal davon ausgehen, dass da irgendetwas drin ist, was es gerade braucht.

                Manchmal ist es auch besser, etwas gegessen und wieder ausgespuckt zu haben als gar nicht erst gegessen zu haben. Wie gesagt: Ich vertraue da ganz aufs Körpergefühl und hab damit nur gute Erfahrungen gemacht. Von Ärzten hab ich schon so manch seltsamen Rat bekommen, den man wirklich nicht befolgen muss. Ich will nicht sagen, dass man Ärzten nicht vertrauen kann, aber es ist wie in jedem Beruf: Der Eine weiß, was er tut (und rät), der andere hat offenbar hier und da nicht so gut aufgepasst...

                • (19) 23.02.17 - 12:29

                  Ja, ich vergaß, jedes Kind, dass nicht so reagiert wie deine Kinder ist ja "beeinträchtigt".#schein

                  Mein Kind möchte durchaus Schokolade, Gummibärchen,.. auch wenn ihm das gerade nicht bekommt. Das ist dann wahrscheinlich einfach abnormal...

                  • (20) 23.02.17 - 12:32

                    Weißt Du denn, ob ihm das nicht bekommt?

                    Meine Kinder essen tatsächlich nur selten Schokolade. Gummibärchen mögen sie schon.
                    Sie würden aber einen Teller Obst nie unbeachtet lassen.

                    Ja, ich glaube wirklich daran, dass der Umgang mit Nahrung und Ernährung sehr vom Elternhaus geprägt ist. Es gibt natürlich Kinder, die natürliche Stoffwechselstörungen oder irgendwelche Einschränkungen haben, aber davon gehe ich natürlich in allgemein gehaltenen Beiträgen erst mal nicht aus.
                    Jedes GESUNDE Kind kommt auch mit einem GESUNDEN Gefühl für seinen Körper zur Welt. Es weiß z.B. genau wann es stillen möchte. Und auch da gibt es Ärzte, die das gleich zerstören wollen, indem sie sagen, man soll genau alle 4 Stunden stillen oder so ein Unsinn.

            Haben heute noch viele Menschen ein gesundes Gefühl für den eigenen Körper? Beim dem Dreck, den es zu essen gibt und der (leider) gut schmeckt?

            Ich kenne es auch so, dass "fettes" Essen belastet und man damit nach Magen-Darm-Problemen abwarten sollte.

            Und dass es nur dann Nachtisch, der ja nun meist süß und eher ungesund ist, gibt, wenn man sein Gemüse aufgegessen hat, finde ich gut. Es muss nun kein Rosenkohl sein, welches Kind isst denn das schon gerne. Aber das Gemüse, eben ein kindertaugliches, wenigstens probieren, bevor es den Ramsch gibt, das scheint mir doch vernünftig.

            • Gut schmecken ist ja auch relativ.

              Der Geschmackssinn ist sehr von Gewöhnung geprägt. Menschen, die überwiegend natürlich essen, empfinden Fertigprodukte mit Geschmacksverstärkern in der Regel nicht als lecker.

              Bei mir wurde da auch viel versaut. Ich hab z.B. als Kind nie Wasser getrunken und tu mich da bis heute schwer. Die Umstellung vom Essen hab ich hinbekommen (weitgehend, ich bin nicht so extrem, dass ich jede ungesunde Nahrung verbieten würde), aber ich kriegs einfach nciht hin, Wasser zu trinken.

              Magen-Darm äußerst sich ja nun mal jedesmal anders. Der eine übergibt sich einmal und kann danach Pommes und Hamburger essen, der nächste fühlt sich flau und isst eine Woche lang nur Zwieback und Bananen, der dritte hat Durchfall und isst, was er will, der vierte kriegt gar nicht mit, was er hatte, der fünfte geht ins Krankenhaus, weil gar nichts mehr geht...

              Deshalb halte ich es für keine gute Idee, alles über einen Kamm zu scheren und zu sagen "so und so viele Tage Diät und alles ist wieder gut". Ich halte es für eine bessere Idee, einfach auf die Signale zu achten, die wir bekommen.

              Mir scheint es gar nicht vernünftig, ein Kind zu nötigen, etwas zu essen, das es nicht essen will, egal wofür. Ob es das nun macht, damit es morgen nicht regnet, damit es ungesunden Nachtisch bekommt (bei uns gibts gar keinen Nachtisch) oder damit Mama nicht meckert, ist doch völlig egal. In jedem Fall sagt der Körper nein und das Kind lernt, das zu ignorieren.

              Für mich ist es logischer, dass ich dem Kind gar nicht erst beibringe, dass es nach jeder Mahlzeit Süßkram zum Abschluss gibt.

              Meine Kinder hatten beide Phasen, in denen sie extrem mäkelig waren, und beide haben sich wunderbar entwickelt und hatten keinerlei Mangelerscheinungen bis die Phase rum war. Es ist nicht so, dass das Kind automatisch so und so viele Einheiten Gemüse essen MUSS, um gesund zu leben. Wenn es eben eine Weile nur Gurke abends will, dann bekommt es eben nur Gurke. Ein andermal möchte es vielleicht Möhre oder Paprika.

              Oft sind es doch unsere Vorstellungen von Ernährung, die wir den Kindern weitergeben möchten und nicht das, was sie wirklich brauchen. Natürlich mit besten Absichten, gar keine Frage. Aber für mich ist wichtiger, dass ich meinen Kindern beibringe, auf sich zu achten.

        (24) 23.02.17 - 13:00

        Ja geht mir genauso. Habe auch die weitere Unterhaltung unten gelesen und ich muss sagen, ich bin da ganz bei dir. Mein Kinderarzt empfiehlt bei Magen Darm auch Diät. Ich und auch meine Kinder halten das auch so ein. Bei uns in der Familie trifft das nämlich leider nicht zu dass wir automatisch das essen was wir grade brauchen. Ich habe auch quasi sobald die akute kotzerei vorbei ist sofort Appetit auf schweinebraten mit Knödel. Und nein, das braucht mein Körper in dem Moment nicht und icb würde es sehr bereuen wenn ich dem nachgeben würde. Meine Kinder sind da genauso. Es mag Menschen geben bei denen das "mein Körper weiß was er braucht" Prinzip funktioniert, aber die Regel ist das nicht. Zumindest ist das meine Erfahrung aus der Praxis.

        Es hat sich einfach die Erwartungshaltung geändert. Krank sein passt nicht mehr, und wenn's denn dann mal passiert ist, soll es eine Pille möglichst innerhalb von einem Tag wieder richten. Ich kenne Eltern, die ihrem Kind wenn es 38 Temperatur hat sofort ein Zäpfchen geben oder die Nurofen Saft am Spielplatz dabeihaben falls sich das Kind wehtut.

        Manchnal fehlt es einfach an gesundem Menschenverstand und einem gangbaren Mittelweg. Dieser sieht sicher für jede Familie ein bisschen anders aus.

        • (25) 23.02.17 - 13:07

          Ha ha, danke :-D

          Ich denke, dass heutzutage mehr Leute in prekären Beschäftigungsverhältnissen arbeiten und oft sofort eine Krankschreibung brauchen. (Bei Noro frage ich mich immer, wie man es überhaupt dann zum Arzt schaffen kann. Mir reicht es, zum Klo zu kriechen und die nervenzerfetzende Entscheidung zu treffen, ob ich mich auf oder vor´s Klo setzen soll, die nächsten 6-10 Stunden).

          Bist du vielleicht meine Ä? De hatte ich nämlich neulich gefragt, warum der Arztberuf (besodners Notdiesnt + KH) immer schwieriger wird und sie meinte halt, weil die Leute echt dämlicher werden.

          Folgender Dialog:

          Patient ist bei ihr mit Magen-Darm. Ärztlicher Rat: "Diät halten".

          2 Tage später beim vollen Notdienst:

          Selber Patient, immer noch mit Magen-Darm.

          Sie: "Was haben Sie denn gegessen?"

          Patient: "Lasagne."

          Ganz liebe Grüße und dir eine schöne Sprechstunde!

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