Brauche dringend Rat

    • (1) 06.03.17 - 23:33

      Hallo liebe Mamas!
      Ich habe mich hier angemeldet um mir mal meinen Frust von der Seele zu schreiben und euch nach euren Meinungen zu fragen...

      Ich bin Mama von einer 3,5 Jahre alten Tochter und einem 8 Monate altem Sohn. Von Beruf bin ich Kinderpflegerin. Und da wären wir auch schon beim Thema. Irgendwie habe ich ständig das Gefühl ich müsste perfekte Kinder haben, nur weil ich selber im Kindergarten arbeite und es ja wissen müsste wie man Kinder am Besten erzieht...Vorallem im Bekanntenkreis und in der Nachbarschaft scheint es mir so, als ob ich mit Adlersaugen beobachtet werde. Meine Tochter ist ein offenes, liebes Mädchen, dass aber auch Charakterstark und ab und an mal zickig ist. Was in dem Alter aber auch durchaus normal ist. Bei den einen mehr, bei Anderen Kindern weniger. Aber muss ich mir das ständig unter die Nase reiben lassen, "dass ich ja Kinderpflegerin bin", nur weil meine Tochter gerade weint und bockt aus welchen Gründen auch immer...Seit ein paar Monaten geht sie in den gleichen Kindergarten indem ich nach der Elternzeit wieder arbeiten werde und auch eine Kollegin dort macht ständig Bemerkungen wenn meine Tochter ihr nicht Tschüss sagen möcht, oder sie lieb anlächelt beim Reinkommen. Ich fühle mich so unwohl. Habe ständig das Gefühl ich muss mich schämen wenn mein Kind sich nicht perfekt benimmt und mega freundlich zu Allen ist. Ich möchte nicht als schlechte Erzieherin abgestempelt werden, nur weil mein Kindem sich grad am Ausprobieren ist. Denn ich mache meinen Beruf aus vollem Herzen und Kinder die mittlerweile in die 3 Klasse gehen, kommen immernoch hergerannt wenn sie mich sehen...Ach, ich weiß auch nicht warum ich deswegen so deprimiert bin...Gibt es hier Erzieherinnen unter Euch denen es vielleicht genauso geht wie mir? Bin für jede Mama-Antwort dankbar!

      • Guten Morgen,

        Hat deine Kollegin die diese Bemerkungen macht selbst Kinder? Ich kann es mir nicht vorstellen, denn dann müsste sie es eigentlich besser wissen.
        Ich bin keine Erzieherin, aber eine Freundin von mir ist Sozialpädagogin und hat auch eine Zeitlang als Erzieherin und später als Elternberaterin gearbeitet, hat auch Kurse geleitet zum Thema "Erziehung". Sie sagt, dass Sie in der Theorie eigentlich meist weiß wie Sie in bestimmten Erziehungsfragen reagieren muss (was sie früher eben anderen Eltern geraten hat), aber seit sie selbst Mutter ist hat sie gemerkt dass es in der Praxis eben oft nicht so funktioniert. Die eigenen Kinder hören teilweise auf alle anderen nur nicht auf sie und sie sagt, dass sie jetzt erst die Geschichten einiger Eltern von früher versteht die sagten das Kind wäre sooo schwierig und anstrengend und in der Kita waren es die liebsten Kinder. Sie sagt dass sie auch oft mal die Kontrolle verliert weil die Kinder einfach nicht hören, obwohl sie es eigentlich besser weiß und sie meinte letztens zu mir wenn manche ihrer früheren Kollegen wüssten wie sie teilweise mit ihren Kindern umgeht in gewissen stresssituationen würden Sie wahrscheinlich den Kopf schütteln. Aber so ist es eben: Praxis und Theorie sind zwei paar Schuhe. Ich denke es geht vielen Erzieherinnen so wie dir.

        Ein Kindercharakter besteht aus eigenen Charakter, mit 3,5 J. gerade die erste Pubertät ( Trotzalter) und Erziehung der Eltern.
        Im Trotzalter werden Grenzen ausgetestet, sich selbst entdecken und probieren , sowie anderen Kinder gegenüber seine Stellung finden. Das eine Kind ist selbstbewußter und zeigt es stärker, andere sind schüchtener und zeigen testen es eher Zuhause aus.
        Erzieherkinder bleiben die erste Pubertät auch nicht erspart ;) #gruebel
        Wenn ein Kind nicht aus Trotzigkeit grüßt, heißt es ja nicht, dass es dies nicht gelernt hat.
        Nur darauf achten, dass das Kind nicht ihre eigenen Grenzen absteckt.

        Zu mir hat mal jemand gesagt, die besten Erzieherinnen sind diejenigen die selbst schon Kinder hatten, da sie beiden Seiten kennen. Erzieherinnen oder Frauen ohne Kinder, sehen natürliche Trotzphasen, oftmals als mangelnde Erziehung.
        Und andere Mütter schmieren gerne negativen Erscheinungen auf das Brot...

        Hallo,

        ich bin Erzieherin und bei meinem eigenen Kind aber auch "nur"Mutter ....
        Ansonsten wären ja alle Erzieherinnen "bessere" Mütter. ????

        Ich oute mich auch oft unter anderen Müttern nicht als Erzieherin.... ????

        Du machst als Mutter genauso viel richtig oder falsch wie andere....und auch deine Kids sind nicht besser oder schlechter erzogen..... Du hast halt einfach ein Fachwissen im Hintergrund.....

        LG Kerstin

        • Aber was bringt einem dann das Fachwissen?

          Ich will jetzt nicht sagen das Erzieherinnen nichts falsch machen und mir ist auch klar, dass "diese" Kinder tortzdem Trotzphasen haben und sich nicht immer perfekt benehmen usw. - aber als Erzieherin muss man doch eher wissen, wie man mit gewissen Situationen umzugehen hat, wo man als "Laie" halt nur nach Bauchgefühl reagiert.

          Ich erwarte auch von einer Erzieherin, dass sie ihr Kind besser im Griff hat als ein anderer.

          Was nicht heißt (wie die Beispiele der TE), dass es immer lächeln muss, immer tschüss sagen und nie wütend sein darf.

          • Naja, Fachwissen ist ja ganz nett und in der arbeit und auch zuhause manchmal ganz nützlich... aber bei den eigenen Kindern kommen ganz andere Gefühle mit ins Spiel. Bei anderen Kindern ist die Distanz eine andere, was sie tun trifft dich nicht persönlich und du kannst mit kühlem Kopf reagieren. Bei den eigenen Kindern trifft dich alles persönlich und die Kinder gehen auch anders mit dir um, da sie wissen - egal was ich tue, Mama liebt mich- und da wird ganz anders ausgetestet!;-) ... Bei den eigenen Kindern stehst du genauso da wie alle anderen auch (vor allem nach Nächten mit vier Stunden Schlaf und dem dreißigsten Wutanfall)#schein!
            Und die Erwartungshaltung von anderen (und die von sich selbst), die einen wirklich unter Druck setzt, kommt auch noch dazu!

            Es ist auch einfach Blödsinn... Kinder von Lehrern schreiben auch nicht nur gute Noten, obwohl sie theoretisch jemanden zu lernen hätten. Kinder von Psychologen haben auch Probleme und nur weil jemand im IT Bereich arbeitet erwartet man auch nicht automatisch das sich das Kind super mit dem PC auskennt oder das Kind vom Koch immer super ernährt wird!...Die Realität zeigt oft das genau das Gegenteil der Fall ist... haben nicht Erzieher, Lehrer und Psychologen die verkorkstesten Kinder:-p#schwitz

            Ich bin übrigens auch Erzieherin!;-)

      (7) 07.03.17 - 09:00

      Hallo,

      ich bin zwar keine Erzieherin, aber eine Freundin von uns ist eine und zudem noch Familienhilfe, und sie sagt auch, dass das mit den eigenen Kindern vollkommen anders ist.
      Man ist da eben emotional sehr involviert, was bei den fremden Kindern nicht so der Fall ist. Die fremden Kinder sehen einen auch anders, als die eigenen. Bei Fremden sind die meisten Kinder nicht so aufsässig. Die Eltern sind eben die Bezugspersonen, die sie immer lieb haben, auch wenn sie sich unmöglich benehmen.
      Dann spielt natürlich der Charakter eine Rolle. Manche Kind sind einfach leichter lenkbar.
      Und perfekte Kinder hat sowieso keiner. ;-)

      Eine Bekannte von uns ist Lehrerin im Förderbereich einer Grundschule. Ihr Sohn ist auch in dieser Schule und dort ziemlich problematisch. Deswegen hat sie jetzt ihre Stunden reduziert.
      Natürlich wird da auch geredet.
      Aber wenn der Junge mal hier zum Spielen, ist er ganz lieb. Er kann sich also durchaus benehmen. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass er sich in der Schule so unmöglich verhält. Von daher kann seine Erziehung im Prinzip nicht so schlecht sein.
      Ich zweifle auch nicht an der Kompetenz seiner Mutter.

      Deinen Kolleginnen unterstelle ich mal, dass sie selbst keine Kinder haben, sonst wüssten sie, wie das ist.

      Ich selbst bin Softwareentwicklerin, und wenn Du in der IT bist, denken die Leute, Du kannst MS Office in jeglichen Facetten und jedes andere Programm auf der Welt zumindest grundlegend, kriegst jede zickige Hardwarekomponente und jedes Handy unter Kontrolle, kennst jedes Netzwerk in und auswendig und durchschaust sofort, ob ein Fehler an einem Virus liegt, den Du selbstverständlich auch gleich löschen kannst. #schwitz

      In der Ausbildung für Anwendungsentwickler gibt es aber kein MS Office, keine Handys und Hardware und Netzwerke nur am Rand (Dafür gibt es eigene Ausbildungszweige.).
      Viren sind sowieso ein Spezialgebiet, weil sich deren Programmierer ständig was neues ausdenken.

      Ich weiß nicht, ich habe das Gefühl, manchen Berufszweigen werden magische Kräfte zugeschrieben. #schwitz
      Wir sind auch nur Menschen, die sich besser mit IT oder bei Dir, mit Erziehung, auskennen als andere, aber hexen können wir nicht.

      Du kannst nicht das perfekte Kind formen, und wir können nicht jegliche Soft- oder Hardware durchschauen und in höchstens 5 Minuten zur Kooperation bewegen.

      LG

      Heike

      Ach mensch, was für eine blöde Situation...

      Wirklich helfen kann ich dir nicht, ich bin keine Erzieherin. Allerdings denke ich, dass mindestens deine Kolleginnen wissen müssten, dass dein Kind eben auch ein Kind ist. Dein Kind ist genauso wenig ein perfekt funktionierender Roboter wie alle anderen auch, das sollte deinem Umfeld eigentlich bewusst sein. Wenn es dich wirklich arg stört, würde ich dem Betreffenden das vielleicht auch mal so sagen. Aber nur einmal und lass dich nicht auf Diskussionen ein.

      Vielleicht fühlst du dich auch nur besonders beobachtet oder nimmst dir Kommentare zu sehr zu Herzen, weil du selbst einen sehr hohen Anspruch an dich hast?

      • Als aller Erstes möchte ich mich für eure Beiträge bedanken. Mit dem Wissen, dass ich nicht alleine bin der es so geht, stärkt mich schon etwas. Zudem möchte ich noch kurz ergänzen, dass sich meine Tochter trotz ihren "Zickereien" an unsere Regeln hält auch wenn sie dass widerwillig tut. Natürlich handele ich in solchen Momenten nach meinem Hintergrundwissen als Kinderpflegerin. Und die besagte Kollegin hat selbst zwei Erwachsene Töchter. Die Eine denkt die Spülmaschine ist nach drei Tassen voll und man kann sie laufen lassen und die zweite kann mit 27 Jahren Einkäufe und Wohnung nicht selber Bezahlung weil sie sich noch überlegt was sie werden möchte wenn sie einmal "groß" ist.;-) Nach euren Beiträgen, versuche ich mir einfach ein dickeres Fell zuzulegen und die Ansprüche an mich selber runterzuschrauben. Ich möchte nämlich dass meine KInder ihre Kindheit leben und nicht nach den Vorstellungen Anderer funktionieren.

        Ich Grüße euch Alle ganz lieb!#winke

        • Wenn sich jeder in seine eigene Kindheit zurückdenkt, merkt selbst, das man nicht nur das befolgt hat, was Eltern gelehrt haben und erwartet haben, das man selbst stets versucht hat Grenzen auszutesten oder in Launen (Trotz, Überdreht, beleidigt) reagiert hat.Vorallem bei den eigenen Eltern und bei fremden Personen es sich doch nicht so traute....irgendwo müssen Emotionen raus.

    (11) 07.03.17 - 09:08

    Hallo,
    ich denke einfach jeder Berufszweig hat sein Päckchen zu tragen. Ich selber arbeite im Gesundheitswesen....glaub mir, jeder erwartet von mir den totalen Durchblick. Mir werden Bilder von Ausschlägen geschickt mit der Frage was das den nun sei. Ständig will man von mir Arztempfehlungen haben und noch schlimmer, jeder kotzt sich bei mir über angeblich miserable Behandlungen aus. Ganz ehrlich, mich juckt das mittlerweile so überhaupt nicht mehr. Entweder ersticke ich solche Gespräche gleich im Keim oder ich sage dazu, was ich denke....das kommt meistens nicht gut an, aber ich habe dann meine Ruhe;-).
    Würde mir (wie in deinem Fall) eine Arbeitskollegin auf die Tour kommen, dann könnte ich mir einen Kommentar über ihre berufliche Qualifkation echt nicht verkneifen....sie muß es doch nun wirklich besser wissen.
    Ja, vielleicht wirst du genauer beobachtet. Aber mal ehrlich (zumindest ich) würde einfach denken: "Puh, wenn das ein "Profi" auch nicht besser auf die Kette bekommt, dann kann ich mich mit meiner Brut ja ganz entspannt zurücklehnen."
    Oder andersrum, Kopf hoch und entspannen....nur weil du so einen Beruf ausübst, heißt das doch noch lange nicht, das du die "geheime Zauberformel" kennst. Im Grunde arbeitest du doch auch nach Vorgaben, bzw Konzept des Kindergartens....wie du das Privat händelst ist doch ein ganz anderes Thema.

    Hallo, ich habe auch immer diese Ansprüche an mich, dass sich meine Kinder doch benehmen müssen. Ich habe beruflich nichts mit Kindern zu tun, aber trotzdem immer das Gefühl für das Verhalten der Kinder verantwortlich zu sein. Das hat mich nur immer unter Druck gesetzt und hat die Situation noch schlimmer gemacht. Ich denke sie merken diesen Druck in einem drin.Man muss sich vielleicht immer wieder vor Augen halten, dass es Kinder sind und sich das Verhalten auch nach der Trotzphase verändern kann.Lange habe ich mich nicht mal getraut mich mit anderen Müttern zu treffen aus Angst meine Zwillinge Zicken nur rum und ich stehe als schlechte Mutter dar.Aber du musst wissen es sind deine wunderbaren Kindern und Trotz gehört dazu.Setze die Erwartungen an deine Kinder nicht zu hoch.Meine Schwester ist auch Erzieherin und hat mir immer erzählt was ich theoretisch falsch mache, bis sie selbst ein Kind hatte.Es ist was ganz anderes, ob man eigene Kinder hat oder ob man andere Kinder betreut.Ein Trotzanfall von einem anderen Kind kann man einfach anders betrachten.Lass dich nicht von Außen beeinflussen.Das macht dich nur fertig und glaub mir ich spreche aus Erfahrung, da ich das gleiche was du beschreibst schon so oft erlebt hab mit zwei Kindern gleichzeitig.Das macht dich nur verwundbar und raubt die Kraft weiter zu machen und die Zeit der Trotzphase zu überstehen.

    • Danke dir für deine lieben Worte! Du hast in ein paar Sätzen alles zusammengefasst was mir auf dem Herzen lag#danke

      Außerdem frage ich mich, warum die Kollegin so reagiert.Als Erzieherin muss man doch wissen, dass Kinder eine Trotzphase haben und nicht immer perfekt funktionieren.Wir Erwachsene sind es auch nicht und ich denke es ist auch gut so, sonst wären wir nicht authentisch für unsere Kinder . Natürlich bemüht sich jeder theoretisch richtig zu handeln, aber manchmal schafft man es nicht.und das ist normal, weil wir authentisch und menschlich sind.???? Und jeder der meint er würde alles richtig machen , den gibt es nicht.

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