Kindergartenalter

    • (1) 19.03.17 - 11:36

      Ist man mit einem ruhigen und zurückhaltenden Kind wirklich so ein Einzelfall???

      Hallo ihr Lieben,

      ich war jetzt schon lange nicht mehr im Forum hier aktiv.

      Momentan beschäftigt mich aber die Frage siehe oben etwas.

      Mein Sohn ist jetzt 3 Jahre und 3 Monate alt und war schon immer der ruhige Typ. Er geht seit er 2 ist in die Kita und es hat relativ lange gedauert bis er richtig eingewöhnt war, er hat zwar nie groß Theater gemacht, aber die Umgewöhnung mit dem ganzen Trubel war schon viel für ihn. Inzwischen ging er bis vor kurzem aber eigentlich recht gern in den Kindergarten. Er ist unser einziges Kind und demnach ist es bei uns daheim eigentlich auch immer sehr ruhig und wir, also Mama und Papa, sind auch eher ruhigere Typen.

      Zur Frage siehe oben kam ich, weil mein Sohn momentan nicht so recht in den Kindergarten möchte. Ich denke, er wurde dort mal von anderen Kindern geärgert und das hat er sich gemerkt. Bei ihm braucht es da auch nicht viel, damit er gleich verängstigt ist, da reicht es, wenn ihn ein Kind vielleicht mal stärker geschubst oder etwas blödes gesagt hat. Den Kindergärtnerinnen ist aber nicht so direkt was aufgefallen.

      Die Kindergärtnerinnen sagen nun, dass unser Sohn eben so ruhig und zurückhaltend und sensibel ist und dass das vielleicht anders wäre, wenn er Geschwister hätte.

      Ich möchte den Kindergarten nicht in ein schlechtes Licht rücken, denn wir sind mit dem Kindergarten absolut zufrieden - trotzdem hat mich diese Aussage etwas geärgert.

      Ist es denn wirklich so ungewöhnlich, dass ein Kind eher schüchtern und ruhig ist?? Sind (fast) alle Kinder kleine Rebellen die vor nichts Angst haben und sofort auf andere zugehen?!

      Mein Sohn ist einfach keiner der gleich auf andere Menschen oder Kinder zugeht und braucht seine Zeit bis er auftaut. EXTREM schüchtern ist er aber auch nicht würde ich sagen.

      Wenn viele Kinder auf einen Haufen sind, ist ihm das auch schnell zu viel und zu wild. Da schaut er dann lieber zu oder sucht den Schutz von den Erzieherinnen.

      Er braucht bei neuen Sachen auch immer etwas, bevor er sich traut. Z.B. bei irgendwelchen Spielen im Kindergarten oder auf dem Spielplatz mit neuen Geräten, da könnte ich die Liste noch länger fortsetzen.

      Hat von euch auch so ein eher ruhiges und ängstliches Kind daheim???

      Mir ist klar, dass man dagegen wenig machen kann außer das Kind immer wieder zu ermutigen und zu Loben wenn es sich etwas traut.

      Ich persönlich habe auch überhaupt kein Problem damit, dass unser Sohn eher der ruhige Typ ist. Zu Hause ist das sogar sehr von Vorteil, wenn nicht den ganzen Tag das totale Chaos herrscht :-p :-p :-p.

      Irgendwie habe ich aber aktuell etwas Angst, dass mein Sohn dadurch auch Nachteile haben könnte und dadurch z.B. zum Außenseiter mutiert und keine richtigen Freunde findet :-(.

      Hat von euch wer dazu Erfahrung wo die schüchternen Kinder vielleicht schon etwas älter sind?

      Danke fürs Lesen und einen schönen Sonntag #winke #winke #winke

      • Hallo!

        Jedes Kind ist anders und so wie es ist genau richtig.
        Natürlich gibt es eine Menge anderer schüchterner, ängstlicher Kinder auf dieser Welt. ;)
        Wichtig ist nur, seine Ängtlichkeit nicht noch zu bestärken. Alles andere ist eben die Persönlichkeit eines Menschen. Die macht einen ja nunmal auch einzigartig.
        Mich nervt immer, dass Leute versuchen, Kinder alle in eine Schablone zu drücken. Als ob wir Erwachsenen alle gleich wären?!
        Schau, dass du ihn aufbaust und seine Ängstlichkeit nicht überbewertest oder ihn gar in Watte packst und der Rest kommt mit der Zeit von selbst. Alles kann man eben nicht anerziehen!

        Alles Liebe!

        Hallo,

        natürlich hat man es einfacher, wenn man offen und selbstbewußt ist.

        Aber auch ruhige, zurückhaltende Kinder finden Freunde und sind nicht automatisch Außenseiter.
        Ich war auch ein ruhiges, schüchternes Kind (Einzelkind), dem Gruppen von wild tobenden Kindern schnell zuviel wurden und das sich sehr schwer tat, neue Kinder kennen zu lernen.
        Ich hatte aber trotzdem immer zwei oder drei sehr gute Freundinnen, ein paar, mit denen ich mich in der Schule unterhalten habe, und zu den meisten Klassenkameraden ein neutrales Verhältnis.
        Meistens war es so, dass die anderen Kinder zuerst auf mich zukamen.
        In der Oberstufe wurde das es dann etwas besser mit dem ruhig und schüchtern. Aber die Gesellschaftsgranate oder diejenige, die im Job alles an sich reisst, bin ich immer noch nicht.

        Interessant finde ich, dass unser Sohn (7) mir grundsätzlich vom Charakter her recht ähnlich ist, aber doch selbstbewußter als ich damals und auch besser mit Kindern klar kommt, die ihn ärgern. Alleine ist er auch meist ruhig und friedlich und kann sich super alleine beschäftigen. Auch alleine mit einem Freund spielt er meist ruhige Sachen. In Gruppen von Jungs kann er aber richtig aufdrehen und wild sein.
        Der Unterschied ist, dass er ab 1 Jahr schon zu einer Tagesmutter ging, während ich selbst erst mit 4 in den Kindergarten kam und dass er eine große Schwester hat, mit der er sich auseinander setzen muss.
        An der Sache mit den Geschwistern ist offenbar schon etwas dran.

        LG

        Heike

        Moin,

        man kann jertzt schwer beurteilen was wirklich ist, Eltern denken meistens dass es "noch im Rahmen" oder "nicht schlimm" ist. Ich bin da ehrlich zwiegespalten, wir schlagen uns gerade auch mit der Frage rum wieviel man therapieren sollte und wieviel nicht aber auf einem anderen Gebiet. Es steht da ja immer das "jedes Kind ist wie es ist" gegen "es sollte aber auch gut mit seinem Leben zurechtkommen". Und in meinem Job hatte ich mit der Auszubildendenbetreuung zu tun, und da ist es oft so dass man sich im insgeheimen denkt "Deine Eltern hätten bei Dir auch besser mal was unternommen". Klingt jetzt sehr hart, eigentlich bin ich der Meinung man sollte Kinder weitestgehend laufen lassen, aber wenn ich dann sehe wie manche sich dann in Ausbildung oder Studium schwer tun weil kleine Basics fehlen die man im Kindergartenalter gut hätte bessern können ... Wir leben nun mal leider in einer leistungsbezogenen Gesellschaft und wenn unsere Kinder nicht in alternativen Dorfgemeinschaften leben sollen müssen wir auch daran denken - was du ja auch tust :-)

        Auch die Emotionale Entwicklung eines Kindes findet ja statt und auch da können Entwicklungsverzögerungen oder Probleme auftreten, genauso wie bei Zahlenverständnis oder was auch immer.

        Ich hab mir folgende Frage gestellt:
        Wir er mir wenn er groß ist vorwerfen dass er z.B. Ergo bekommen hat ... Nein, ich kenne viele Erwachsene die Ergo oder Logo oder sowas bekommen haben und keiner hat je sowas angedeutet.
        Wird er wenn er groß ist und Probleme in der Schule hatte vorwerfen dass wir nix getan haben - japp, ich kenne einige die ihren Eltern sowas vorwerfen.

        Doch man kann sehr viel dagegen machen wenn es wirklich auffällig ist und ich würde mir schon Gedanken machen wenn er im Kindergarten nach 1 1/2 Jahren fast nicht zurechtkommt. Ich kann Deine Bedenken sehr gut verstehen, jeder kennt ja fast das schüchterne Mauerblümchen in der Klasse das immer am Rand stand und untergebuttert wurde. Und wenn es dann in der Schule um die Wurst geht und er an der Tafel immer verkackt ... Gerade für solche Fälle gibt es therapeutische Spielgruppen, tiergestützte Therapien, ... eine Freundin von mir macht sowas deswegen haben wir da viel Kontakt zu sowas. Für die Kinder ist es meist ein Happening und etwas wo sie gerne hingehen.

        Wenn es Dich umtreibt, mach einen Termin bei einem SPZ, einem Sozial-Pädiatrischen Zentrum. Das sind zwar meist ein paar Termine, aber man erfährt vieles, was ist normal, was verwächst sich, was kann man alles tun, kann man es selber oder sollte er in eine Therapie. Therapie klingt jetzt fast zu hart, im Prinzip sind es geführte Spielgruppen in denen halt mehr auf die Kleinen eingegangen wird und ihnen gezeigt wird wie sie mit solchen Situationen umgehen als im Kindergarten. Oder sie lernen in Sport- oder Tiergruppen einfach mehr Selbstbewusstsein. Meist ist es so dass wenn die Mütter schon "ein blödes Gefühl" haben dass man wirklich was machen kann. Ich kenne das, mir sagen auch viele was wir denn haben der Lütte wäre doch so toll entwickelt, aber es gibt da immer dies und das was er eben nicht kann. Geh der Sache nach, dann weißt Du Bescheid :-) Ich finde es immer schlimm wenn man so Zweifel hat und dann immer nur das gutgemeinte "jedes Kind ist anders, das ist doch bei gaaanz vieeelen so" hört. Nimm Deine Sorgen ernst und wenn die im SPZ sagen dass alles gut ist ist es so, oder ihr bekommt noch ein paar Tipps wie ihr ihm helfen könnt.

        LG
        Pikku


        • Hallo Pikku,

          danke für Deine Nachricht.

          Ja, wahrscheinlich hast du damit schon Recht dass man als Eltern oft meint, dass das schon noch alles im Rahmen ist.

          Ich bin da eher anders herum und denke mir oft, ob noch alles im normalen Bereich liegt und hole mir lieber andere Meinungen ein.

          Es ist als Außenstehender wahrscheinlich auch schwer zu beurteilen, ist eh klar.

          Generell ist mein Sohn seitdem er in den Kindergarten geht schon sehr viel offener geworden und vom Können her denke ich absolut ganz normal auf dem Stand eines 3-Jährigen.

          Ich denke mir nur manchmal, dass er sich mit seiner Sensibilität und Ängstlichkeit selber etwas im Weg steht.

          Er geht eigentlich gern in den Kindergarten und war bzw. ist auch gut integriert, sagen mir die Kindergärtnerinnen. Er ist eben nur von der ruhigeren Sorte und meidet Außeinandersetzungen und den größten Trubel. Es ist aber nicht so, dass er den ganzen Tag allein in einer Ecke sitzt.

          Nur momentan hat er einen "Durchhänger" und tut sich schwer. Die Erzieherinnen sagen, dass er sich schon mal mehr getraut hat und mehr mitgespielt hat, nur momentan hat er sich wieder mehr zurückgezogen.

          Sie meinen, dass es evtl. ein neuer Entwicklungsschub sein könnte. Es wurde aber auch von Tag zu Tag wieder besser letzte Woche.

          Ich denke ich werde es erstmal beobachten wie sich das im Kindergarten entwickelt und wenn es nicht bald wieder besser wird, wirklich versuchen ihn in der Hinsicht professionell zu fördern. Sowas kann ja nie schaden denke ich mir. Nur werden solche voreiligen "Entwicklunsverzögerungen" heutzutage wohl auch oft zu früh festgestellt und manchmal brauchen Kinder einfach noch Zeit.

          Die Frage ist wohl einfach, wo man da die Grenze zieht und es dann wirklich sinnvoll ist.

          Aktuell sehe ich es noch nicht so, dass es behandlungsbedürftig wäre. Aber es ist auf alle Fälle gut zu wissen, dass es in der Hinsicht auch Förderung gibt. Danke für den Tipp!!!

          • Moin,

            ""Entwicklunsverzögerungen" heutzutage wohl auch oft zu früh festgestellt und manchmal brauchen Kinder einfach noch Zeit."

            Äh, genau das heißt doch Entwicklungsverzögerung, dass das Kind etwas (mehr) Zeit braucht. Das andere heißt Entwicklungsstörung und das wird nicht so schnell diagnostiziert. Es geht doch eigentlich darum dass man feststellt dass sich ein Kind in einer gewissen Sache schwer tut. Um ihm gegebenenfalls einen "kleinen Schubs" zu geben. Die Frage ist ab wann es behandlungsbefürftig ist. Und da gibt es ja die Grauzone zwischen "ist nötig", "täte ihm gut" und "braucht er nicht". Ich denke nötig ist es bei Euch nicht, aber vielleicht "täte es ihm gut". Vielleicht täte es ihm gut weil er dann in der 6. Klasse beim ersten Referat nicht eine Woche lang schlaflosse Nächte hat sondern nur 3, oder nur die halbe Nächte ;-). Sein Referat wird er machen, er wird auch eine gute Note bekommen, die Frage ist wie schwer wird es ihm fallen, wieviel Bauchweh macht es ihm vorher.

            Ich finde es gut dass man da heute so darauf achtet, dass man das schlimm findet liegt doch nur im "Vergleichsdenken" von uns Eltern, dass der Begriff vielleicht ungeschickt gewählt ist und gleich zum Vergleich wird. Dass es uns schwerfällt zu akzeptieren dass unser Kind eben hier und da eine Schwäche hat. Das ist unsere Befindlichkeit die uns da im Wege steht. Ich hab genau wegen diesen Gedanken die letzten Tage schlechte Nächte gehabt und mit mir gerungen wie ich das sehen soll. Aber im Prinzip ist es so: Ein Kind tut sich in etwas schwer, man hilft ihm. Ob nun zu Hause oder ob man zu einem Profi geht ...Das ist doch nix Schlimmes?! Das Schlimme ist die Werterei in den Köpfen der Erwachsenen in denen sowas gleich als "nicht normal" abgestempelt wird. Wir sollten sogar noch weiter gehen und es als NORMAL empfinden dass jedes Kind sein eigenes Tempo hat und die einen oder anderen eben zur Physio oder Ergo oder so gehen damit ihnen gewisse Dinge mit denen sie sich schwer tun leichter fallen! Es geht nicht darum dass sie in eine Norm gepresst werden sollen sondern darum ihnen etwas zu erleichtern!!! Man hilft seinem Kind doch auch dabei die Schleife zu lernen, man legt ihm den Löffel richtig in die Hand, das ist nix Anderes! Und wenn Du ein Pony hättest und wüsstest dass der Umgang gut für sein Selbstbewusstsein ist würdest Du das ja auch tun. Wo ist denn da jetzt der Unterschied? Der Unterschied ist im Kopf dass es "Therapie" heißt!

            LG
            Pikku

          • Wie wäre es mit einem Teamsport? Viele Team-Sportaren nehmen die Kinder bereits ab 4. Ich würde mich da evt. erkündigen. Vielleicht würde es ihn gut tun. Auch eine Kampfsportart kann helfen, Selbstbewusstsein zu entwickeln. Da können aber in der Regel die Kinder erst ab 6 oder gar 8 anfangen.

            • Das ist definitiv ein Versuch wert!!!

              Bei einigen hilft es vielleicht?

              Bei meinem heute 13 jährigen hat es nichts ausser am Ende Tränen gebracht.
              Ist aber eine sehr gute Möglichkeit um es zu probieren.

      Hallo! Meine beiden Kinder sind auch so, ziemlich genauso, wie du deinen Sohn beschreibst. Und sie sind nur 23 Monate auseinander, am fehlenden Geschwister kanns hier nicht liegen.
      Die Große wird jetzt fünf, und es wird langsam weniger. Sie traut sich viel mehr, und ist selbstbewusster. Trotzdem muss die bei neuen Situationen oder Kindern erstmal auftauen.
      Hier zu Hause genieße ich es schon, die beiden Malen ewig ruhig zusammen, ich musste nie was wegräumen, weil sie auch als Kleinkind nicht an meine Sachen gegangen sind. Natürlich vergleicht man schnell und ist dann besorgter, aber ruhige Kinder sind nichts schlechtes und haben es auch nicht automatisch schwerer im.leben

      Hallo
      Ich habe über die Jahre auch oft das Gefühl gehabt "geselltschaftlich" wird es schnell als negativ gesehen wenn ein Kind kein "Wirbelwind der keine Ruhe kennt" ist. Da wird dann eher alles schön geredet ("ist halt sehr aktiv", "sehr willensstark",..) und ein Kind dass schon im jüngeren Alter sehr aufmerksam & bedacht ist und erstmal überlegt, nicht sofort losbrüllt, wird als zu still angesehen.
      Genau so wie ich bei einem ach so "willensstarken" Kind muss eben auch bei solch einem ruhigen Kind geschaut werden, kommt es zB. in einer Gruppe mit unterschiedlichen Kinder klar auch wenn es sowas nicht so toll findet oder bekommt es ernsthafte Probleme, kann nicht an einem Stuhlkreis teilnehmen,.. ?
      Die von dir angesprochene Angst ist zB. ein Punkt an dem ihr arbeiten solltet. Es ist völlig ok dass er es sich merkt wer ihn (grundlos?) geschubst hat, das ist ja auch doof, wichtig ist eben dass er sich lernt wie er sich in solch eine Situation verhalten sollte. Laut Nein sagen, zu einer Erzieherin gehen,...

      Meine älteste Tochter (19) war schon immer schüchtern und ruhig. Auch heute ist das noch so. Sie hat ihre guten Freunde, brauchte noch nie riesen Feiern mit jedem den sie auch nur annähernd mal gesehen hat, hat sich noch nie in dem Mittelpunkt gestellt und es auch gemieden,..
      Dennoch hat sie es immer geschafft den Mund aufzumachen wenn etwas ist, vorallem später in der Schule.
      Es gab Lehrer/Erzieher die ihren Charakter kritisiert haben, wieder andere sagten offen sie wünschten sich mehr Schüler wie sie, Schüler die zuhören und beobachten, nachdenken, nicht rausrufen sondern durchdachte Aussagen brachten wenn sie angemessen sind,...

      LG

      Halllo!
      Unser Sohn ist auch so ein ruhiges Kind, genauso wie Du es beschreibst. Vielleicht sogar noch etwas extremer... Er ist jetzt fast 4,5 und jetzt seit ein paar Wochen hat er sich geändert. Er bekommt schon sehr lange Frühförderung, seit ein paar Wochen aber wirklich nur im Kindergarten mit dem Schwerpunkt auf dem Umgang mit anderen Kindern. Ob es jetzt diese Förderung ist oder einfach die Zeit da sein Werk getan hat... ich weiß es nicht.

      Jedenfalls hat er jetzt Freunde, mit denen er spielt und hatte jetzt die letzten Tage tatsächlich mal über längere Zeit mit dem Nachbarsjungen gespielt! Das war vor einem halben Jahr noch undenkbar das er da ohne mich bleibt. Ich freue mich sehr für ihn und bin gespannt, wie es sich noch so entwickelt!
      LG
      asira

      Hallo,

      meine Große war auch lange Zeit so, richtig aufgetaut ist sie eigentlich erst so im letzten KiGa Jahr, wir haben sie bewusst erst mit knapp 7 eingeschult und das war auch gut so, da war sie dann die Große im KiGa und das hat ihr total gut getan. Jetzt in der Schule ist das eigentlich kein Thema mehr, sie ist nach wie vor ruhig, aber mal ehrlich, ich glaube den meisten Lehrern fällt das sehr postitiv auf ;-) Aber an Freunden mangelt es ihr nicht, schon im Kiga haben die Kinder gerne mit ihr gespielt, sie hat auch lange Zeit bei fast allem mitgemacht und ihre Sachen auch immer hergegeben, aber da wurde sie auch immer selbstbewusster. Ich glaube, bei manchen braucht es einfach etwas. WIe gesagt bei ihr ist es im letzten KiGa Jahr (also mit fast 6) wirklich merklich besser geworden.

      Inzwischen ist es bei uns aber auch etwas lauter geworden, als unsere Große fast 5 war, kam ihre Schwester und dann 2 Jahre später noch ein kleiner Bruder, nun sind die Kinder 8, 4 und 2 und es ist gut was los :-p

      Mach dir nicht zu viele Sorgen. Es wird sich bestimmt wieder geben mit dem KiGa, beobachte es einfach weiter, wenn es natürlich "schlimmer" wird, genauer nachfragen nochmal ein Gespräch oder so. Aber bestimmt gibt es sich wieder und er geht wieder lieber!

      LG

      Hallo!

      Meine Söhne sind 11 und 13 und besonders der Große war und ist "viel zu ruhig". Er war mehrer Jahre total mutistisch, was natürlich nicht "normal" war, aber ich kann im Nachhinein sagen, dass die Kindergartenzeit das Anstrengenste war. Genau wie bei dir wurde das Kind permanent eingeschätzt und eingeordnet und mir gesagt, was anders werden müsse. Sohn 2 war dann ebenfalls eher ruhig und damit wurden sie auch nicht so fertig.

      Ich habe mich damals sehr einschüchtern lassen, war oft hilflos und hatte furchtbare Angst vor der Schule.

      Heute kann ich sagen: meine Kinder sind so. Sie haben nichts von anderen, sondern sind wie ihre Eltern. Mein Großer hat sich trotz seiner Ängste und "Macken" immer wieder seinen Platz erarbeitet und kommt gut zurecht. Er ist immer wieder an Lehrer und Kinder geraten, die seine stillen Stärken ziemlich schnell erkannt und gefördert haben. Seit der Einschulung habe ich nie wieder gehört, dass er anders sein müsste. Im Gegenteil.

      Sohn 2 war und ist weniger extrem ist seiner Zurückhaltung. Ist er einmal aufgetaut, wird er auch schon mal zur Rampensau. Auch zu ihm habe ich mir zu Kiga-Zeiten viele seltsame Dinge anhören müssen. Der Kindergarten war schon in Ordnung, die Erzieherinnen auch, aber mir fehlte oft der differenzierte Blick aufs Kind. Ich glaube, wenn mir jemand ein Geschwisterkind ans Herz gelegt hätte, hätte ich doch lachen müssen. Die Anzahl meiner Kinder bestimme ich dann doch allein. Du hoffentlich auch.

      Abschließend kann ich dir nur raten, dich zu entspannen. Meine Kinder verhalten sich auch nicht wie der Mainstream (wie immer das sein soll), kommen trotzdem klar und sind beliebt. Der Große hasst es in Gruppen zu agieren, ist gern für sich allein und hat trotzdem Freunde, die ihn schätzen. Bestärke deine Sohn. Solltest du dir doch mal Sorgen machen, frag nicht unbedingt im Kiga nach, was und ob du was machen sollst. Frag Freunde, frag Familie, frag in der Erziehungsberatung. Es gibt mehrere Möglichkeiten.

      LG

      Hi,
      jedes Kind ist anders. Also als meine Tochter noch alleine war, da war sie auch schon lebhaft. Im Kindergarten ist sie mit 2 und hat dort nur mit Jungs gespielt am Anfang. Auf Nachfrage bei den Erziehern, meinten sie, dass die Mädchen ihr zu langweilig waren, da die Mädchen in ihrer Gruppe (Nestgruppe 2-3 Jahre) meist ruhig am Tisch saßen und malten. Meine hat lieber mit den Jungs getobt. Mein Kleiner ist in eine lebhafte Bude geboren. Wir Eltern sind jetzt nicht sooo lebhaft, dafür seine Schwester. Er ist von klein auf mit im Kindergartentrubel gewesen (Abholen und Bringen), zu Hause war auch viel Trubel. Er hat seinen Mittagsschlaf in der ruhigen Vormittagszeit gemacht. Er hat mit Trubel kein Problem. Er war auch ruckzuck im KiGa. beim ersten Tag war ich schon nicht mehr sooo wichtig. Allerdings kannte er ja den KiGa ja schon von Klein auf und auch die Erzieher. Sie waren nicht komplett fremd. Mein Patenkind war eher von der schüchternen Sorte. Wenn wir zu Besuch waren, da war sie oft komplett überfordert mit meinen beiden Rabauken und hat sich irgendwie in eine Ecke drängen lassen (war von meinen unbeabsichtigt) und ist nicht mehr rausgekommen. Sie hat sich nicht getraut einfach durchzugehen. Als sie dann in den KiGa kam hat sich das wesentlich geändert. Jetzt spielen alle 3 hervorragend miteinander. Sie sagt ihre Meinung und versucht auch sich durchzusetzen. Allerdings ist sie trotzdem eher zurückhaltend. Noch ist er in der Gruppe bei den Kleineren. Warte mal noch etwas ab, bald ist er bei den Großen. Vielleicht trefft euch doch mal mit anderen Kindern aus der Gruppe separat. Vielleicht kann er sich so mit anderen im kleinen ruhigen Kreis sich anfreunden und das dann in den KiGa mitnehmen.

      Hallo Du,

      unser großer Sohn ist auch zurückhaltend. Mittlerweile ist er 5 Jahre alt. Er ist mit 14 Monaten in die Betreuung gegangen (9 Kinder unter 3 Jahre). Wir haben schon sehr früh seinen Charakter "erkannt". Das letzte halbe Jahr in der U3 hatte er auch einen Durchhänger, wollte nicht mehr so gern dahin gehen. Mit dem Wechsel in den Kiga war er aber wie ausgewechselt... Weil er nämlich sehr schnell einen Freund in seinem Alter fand, der ihm sehr ähnelt :). Überhaupt ist er immer selbstbewusster geworden in den letzten 2 Jahren. Und ich habe noch nie Nachteile gesehen aufgrund seines Verhaltens. Natürlich hat er häufig auf dem Spielplatz lautere Kinder auf der Rutsche vorgelassen. Wenn ihn jetzt jemand drängelt, sagt er sofort "Drängle nicht so!" Er behauptet sich immer mehr. Das lernen die Kinder ja auch im Kiga. Ich weiß noch, wie er im letzten Jahr noch fast an meinem imaginären Rockzipfel auf einem Kindergeburtstag hing. Und dieses Jahr fragte mich die Schwester der Mutter: "Was ist mit Deinem Sohn los?" Weil er einfach mit den anderen Kids durch den Garten rannte.
      Ich erlebe eher Vorteile als Nachteile durch sein Verhalten. Ich stelle immer wieder fest, dass unser Sohn sehr gemocht wird. Sei es von gleichaltrigen Kindern oder von Erziehern/Kursleitern. Eben weil er kein Draufgänger ist. Er ist eher beliebt. Und ich hab mir vor 2 Jahren dieselben Gedanken gemacht wie Du was das Thema Außenseiter angeht.
      Die Erzieherinnen im Kiga ermutigen ihn aber auch sich durchzusetzen.

      Als ich mit Sohn 2 schwanger war, meinte die Kigaleiterin zu mir "Das wird ihrem Sohn gut tun. Er macht nämlich immer so den Eindruck, dass er jemanden braucht, der ihn beschützt". Geärgert habe ich mich nicht über diese Aussage, sondern habe ihr Recht gegeben. Und unser Großer geht wundervoll mit seinem kleinen Bruder um und ist ein stolzer großer Bruder. Ich glaube schon, dass es seinem Selbstbewusstsein gut getan hat. Aber aus diesem Grund sollte man kein 2. Kind bekommen.

      Was Du machen kannst: ihn in seinem Tun bestärken. Bestärken, nicht immer anderen Kindern den Vortritt zu geben, in welcher Situation auch immer. Unser Sohn braucht(e) immer so einen kleinen Schubs von uns. Loben, wenn er was gut macht (nicht übertrieben, dass er das tollste Kind auf dieser Welt ist, sondern einfach mal sagen "das kannst Du schon gut!"). Ich handel oft mit ihm einen Kompromiss aus, wenn er sich noch nicht traut etwas komplett allein zu machen. Und wenn er es dann tatsächlich allein schafft, ist er erstens stolz wie Oskar und zweitens lobe ich ihn dann auch. Übung macht den Meister.

      Und ich würde so was wie Sport mit ihm machen, etwas, wodurch die Körperhaltung (was auch mit dem Selbstbewusstsein zusammen hängt) von ihm gestärkt wird. Turnen/Schwimmen... Hat bei ihm auch geholfen, eben weil er da ja auch Erfolge hat ("Ich kann schon allein da runter springen/tauchen/balancieren etc.pp,). Wenn er sich was traut, es aber noch nicht geklappt hat, zur Wiederholung auffordern, bis er es allein kann. Letztens hatte er z.B. eine Kante beim Radfahren übersehen und ist gestürzt. Geheule war groß. Direkt wieder aufs Fahrrad gesetzt und ihn die Stelle noch mal abfahren lassen. Nix passiert und er war glücklich. Solche Kinder brauchen eben direkt Erfolgserlebnisse. Damit sie sich nachhaltig was zutrauen.

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