Brauche Ratschläge

    • (1) 24.04.17 - 17:51

      Hallo ihr Lieben,

      ich brauche mal einen Rat von euch.
      Mein ältester Sohn ist jetzt 3 und wird Ende Mai 4.
      Er kam ohne Hörfähigkeit zur Welt (beide Seiten waren betroffen).
      Er hat uns das erste Mal mit 6 Monaten gehört, nachdem er eine OP hatte.
      Leider muss er alle halbe Jahre operiert werden, da sein Hörvermögen immer wieder abnimmt. Zeitweise waren wir wieder bei 20 und 40 Prozent Hörvermögen.
      Die letzte OP hatte er im Januar diesen Jahres.
      Seit Mitte letzten Jahres geht er in die KiTa. Er muss sehr viel nachholen was das Sprechen angeht. Das wissen wir. Er spricht auch nur wenige volle Sätze, die aber perfekt sind.
      Heute hatten wir wieder ein Gespräch in der KiTa und jetzt wollen sie ihn einfach in einen Förderkindergarten abschieben.

      Er hat seit Februar Logopädie, wodurch er echt viel aufgeholt hat. Das reicht den Damen aus der KiTa aber nicht. Wir setzen uns jeden Tag hin und lernen Vokabeln, versuchen Sätze aus ihm heraus zu kitzeln und und und.
      Ich bin echt am Ende, weil diese Förder-KiTa 30-50 Kilometer von hier entfernt ist und sie ihm einfach keine Chance geben in der jetzigen KiTa.
      Sie wissen, dass er von den älteren geärgert wird, aber keiner unternimmt etwas. Sie schauen nur zu.
      Er braucht laut HNO, Kinderarzt und Logopädin keinen anderen Kindergarten. Jeder sagt man soll ihm Zeit geben, der Meinung sind wir natürlich auch.

      Wisst ihr was ich nicht verstehe, sie verlangen von meinem Sohn perfekt Deutsch zu sprechen und dabei arbeiten größten Teil nur ausländische Mitbürger da, die sehr schlecht Deutsch sprechen. Wo ist das fair???

      Was soll ich tun? Die KiTa wechseln ist so gut wie unmöglich, da es in unserer Region über das Jugendamt läuft und von denen habe ich mal zur Antwort bekommen, als ich gefragt hatte, ob wir nach der KiTa eine Tagesmutter bekommen (mein Mann und ich arbeiten beide Vollzeit und Teilweise bis 20 Uhr): "Das müssen Sie sich vorher überlegen, bevor Sie sich Kinder anschaffen!"

      Ein Hoch auf das Jugendamt. :-[

      Ging es euch vielleicht schon einmal so? Oder habt ihr noch Ideen was ich tun könnte?

      Liebe Grüße
      Timona

      Du kannst Dich mal bei einer Hörbehinderten-Schule erkundigen. Normalerweise betreuen die auch Kinder in normalen Staatlichen Schulen und Kindergärten und versuchen, zwischen den Familie und der Einrichtung zu vermitteln, den Sonderförderbedarf zu ermitteln, ob Ihr eine Integrationskraft braucht...Für Kinder mit Behinderungen ist das Sozialamt zuständig, die genehmigen auch Integrationskräfte oder sonstige zusätzliche Mittel. Bei unserem Sohn z.B. Taxifahrt zur normalen staatlichen Schule. Ihr habt ein Recht auf Integration! Es sollte aber genau festgestellt werden, welchen Bedarf das Kind hat.

      Hallo,

      Ich bin Pflegemutter und alle unsere Kids die hier leben haben mehr oder weniger eine sprachentwicklungsverzögerung.

      Und aus erfahrung kann ich dir schreiben - alles braucht seine Zeit und alles wird mit der Zeit besser.

      Meine Kinder waren nie in einem speziellen Kindergarten haben aber integrationsstatus gehabt der in der Grundschule fortgeführt wurde.
      An deiner Stelle würde ich den Druck beim Kind raus nehmen denn sonst kommt über kurz oder lang die Verweigerung aufs lernen.
      Das zweite -sucht euch einen anderen kita wo das kind integrativ betreut wird, denn der kleine Kerl muss noch weitere drei Jahre in der alten Einrichtung aushalten.
      Und dann überlegt euch Perspektivisch wo der schulische weg hinführen soll- normalbeschulung oder gehörlosenschule.
      Unsere Logopädin hat stundenweise bei uns in so einer Schule gearbeitet und was dort geleistet wird ist genial.

      Viele grüße geli

    • Hallo,

      auch, wenn die Vergabe der Plätze bei Euch über das Jugendamt läuft, würde ich es mal andersherum versuchen, indem ich zuerst mit Kindergärten spreche und mich dort erkundige, ob sie noch einen Platz haben und sich in der Lage fühlen, Euren Sohn angemessen zu betreuen und zu fördern.
      Ich denke, da trifft man eher auf Verständnis als beim Jugendamt. Die sind hier auch in erster Linie damit beschäftigt, sich Arbeit und Kosten vom Hals zu halten.

      Wenn ein Kindergarten Bereitschaft signalisiert, sich um Euren Sohn zu kümmern, würde ich mich mit der Leitung zusammen beim Jugendamt melden. Dann müssen die die Sache nämlich nur noch genehmigen.

      Leider wird sich auch im Bereich Kindergarten heutzutage kaputt gespart. Da ist eben kein Personal und keine Zeit für Kinder mit höherem Förderbedarf vorhanden, weil schon vorher so knapp kalkuliert wurde, wie gerade noch erlaubt ist.

      Solche Kinder müssen dann eben in Fördereinrichtungen oder sie müssen Integrationskinder werden, für die es mehr Geld gibt. Letzteres ist aber auch nur sinnvoll, wenn man ein Kind mit langfristigem Förderbedarf hat. Man muss dabei nämlich bedenken, dass der Stempel auf der Stirn dem Kind auch in die Schule folgt, und dass man sich u.U. mit dem Jugendamt herum ärgern muss, weil die meinen, besser zu wissen, was für das Kind gut ist.

      LG

      Heike

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