Phimose- OP und dann?

    • (1) 25.04.17 - 12:49

      Hallo,
      ich würde gern mal von Euch wissen, wie es bei Euren Jungs in den Stunden/Tagen nach der OP war.

      Für alle, die wissen wollen warum operiert werden soll: Unser alter KiA hat nie was gesagt und da er(Junior, nicht der KiA) sich bei der letzten U total verweigert hat und dort auf keinen Fall mehr hin wollte, war ich mit ihm bei meiner HÄ zur U9. So, sie guckt drauf und meint ich solle ihn mal einem Urologen vorstellen sieht schwer nach Phimose aus. Gesagt, getan, hin zum Uro. und der meinte: er würde es machen lassen.
      Naja, nun ist das ja schon ein ziemlich großer Einschnitt und man macht sich so seine Gedanken. Da meinte mein Vater, dass zu seinem Geburtstag wahrscheinlich die M. (Urologin) kommt, die könnte ja mal gucken. Also am Geburtstag im elterlich Bad ne Untersuchung und auch sie rät zur OP. Wir könnten es auch vorher mit Salben probieren, aber Erfolgschance gering und recht aufwendig und schmerzhaft. OK, also muss die OP wohl gemacht werden.

      Nun hatten wir schonmal eine Polypen-/Paukenröhrchen-OP und was soll ich sagen? Es war schrecklich. Das Aufwachen war der Horror, er hat sich direkt die Schläuche mitsamt Flieger rausgerissen und geschrien und geweint, um sich gebissen und geschlagen. Das ist allerdings schon 2,5Jahre her.

      Also, wie war es denn bei Euren Jungs? Das Aufwachen und die Tage danach? Gabs Probleme? Wurde ein Verband gemacht? Usw. erzählt doch mal.

      LG
      Nicole

      • Hallo,

        mein Sohn wurde 2013 mit 5,5 Jahren beschnitten.

        Wir haben uns übrigens für die komplette Vorhautentfernung entschieden (es gibt ja auch noch eine Methode wo noch ein Saum gelassen wird, der kann dann allerdings verwachsen später Probleme machen - kenne mehrere Fälle wo es so war, u.a. mein Mann)

        Das ganze Procedere war echt "entspannt" - so entspannt wie eine Op halt sein kann.

        An einem Donnerstag war die OP.

        Morgens in die Praxis, dort gabs dann einen "Saft" zur Beruhigung (frag mich nicht welches Medikament das war) und ein "Zauberpflaster", damit er den Einstich der Viggo nicht so merkt.
        Dann habe ich meinen Sohn umgezogen (OP-Hemd, Haube, Unterhose durfte an bleiben). Ich hab mir Kittel, Haube, Überzieher für die Schuhe angezogen und dann wurden wir auch schon den in OP gebracht.

        Mein Sohn war total enspannt und ist dem Anästhesiepfleger sehr redefreudig hinterher gedackelt. Ich durfte mit in den OP bis er eingeschlafen ist.
        Er hat sich auf die Liege gelegt, wurde vom Anästhesiepfleger verkabelt (EKG) und der Anäthesist hat in der Zeit den venösen Zugang gelegt. Dann hat der über den Zugang das Narkosemittel bekommen, gleichzeitig wurde ihm eine Maske über das Gesicht gehalten und er sollte mehrmals tief einatmen. Dann war er auch schon weg und ich musste raus.

        30 Min. später wurde er zu mir in den Aufwachraum geschoben wo er noch gut 1,5Std geschlafen hat.
        Er ist dann langsam wach geworden, war aber recht entspannt. Hat nicht geweint, hat an nichts rumgezogen. Einzig den Pulsoxymeter wollte er unbedingt vom Finger runter haben.

        Nach gut 30min war er dann richtig wach und wollt essen und trinken. Und unbedingt aufstehen, war er aber nicht wirklich konnte vom Kreislauf her #augen Aber auch das war irgendwie ok für ihn.

        1 Std nach dem Essen wurde die Viggo gezogen und wir konnten nach Hause gehen.

        Sein Penis war mit einer Mullbinde verbunden, erstes Mal Wasser lassen klappte mit etwas Brennen und Angst ganz gut. Den Op-Tag hat er sich noch geschont, aber zum Abend hin merkte man wieder die Hummeln.

        Nächster Tag war Kontrolle - alles ok und auch kein Verband mehr.... sollte eine dünne Damenbinde mit dick Bepanthen in die Unterhose kleben.

        Am Montag war er wieder im Kindergarten.

        Viele Grüße

        • Hallo,
          vielen Dank für Deine ausführliche Antwort.
          Darf ich mal fragen, wann genau Ihr die Methode ausgewählt habt. Vermutlich dann beim operierenden Arzt im Vorgespräch, oder? Oder war die Option schon vorher gegeben?

          Nicole

          • Also für mich und meinen Mann kam von Anfang an nur eine komplette Beschneidung in Frage. Mein Mann wurde mit 7 teilbeschnitten. Der Saum ist dann wieder verwachsen und musste als er 18 war dann operativ gelöst werden. Dadurch ist die Eichel sehr vernarbt, warum mit 18 dann nicht auch gleicher der Rest entfernt wurde weiß er nicht - wurde ihm nicht als Option vorgeschlagen. Letzten Monat wurde ihm dann mit 35 der Vorhautrest entfernt, da es sich wieder verengt hat.

            Als wir mit unserem Sohn dann beim operierenden Arzt waren sagten wir direkt dass wir eine komplette Beschneidung bevorzugen und auch der Arzt findet die Entscheidung sinnvoll - er muss die Teilbeschneidung aber halt immer als Option stellen.

            Zum Alter: mein Mann hat ja nun den direkten Vergleich von OP mit 7 und jetzt nochmal mit 35 - er sagt dass es diesmal post-op deutlich schlimmer war, wie als Kind. Allein schon wg der Erektion....

      (5) 25.04.17 - 15:01

      Hi!

      Darf ich mal fragen, warum die Ärzte zur OP raten? Mein Großer ist 5, also etwa ein Jahr älter, und beim ihm ist auch noch alles zu. Solange er aber keine Probleme damit hat (Entzündung etc.), lassen wir da gar nichts machen... Hat dein Sohn Beschwerden?

      LG
      bluemerle

      • (6) 25.04.17 - 16:58

        Hi,
        klar darfst du fragen.
        Naja, er wird im November 6 und die Ärzte machen das wohl ganz gern vor der Einschulung. Und da mir die Bekannte auch nochmal empfohlen hat da nicht so lange (und vermutlich ergebnislos!) rumzudoktorn machen wir das dann halt jetzt.
        Außerdem hat mir ein Bekannter gesagt, dass es bei ihm erst mit 12 gemacht wurde und er da sehr schlechte Erinnerungen dran hat, weil es 1. sehr weh getan hat (Vor allem bei einer Erektion) und 2. der Kopf schon sehr involviert war, es war halt an seinem "besten Stück" rumgeschnitten worden.
        LG Nicole

        • (7) 25.04.17 - 17:42

          Ups, irgendwie dachte ich, dass er jünger sei ;-) Ja, vor Schulbeginn habe ich auch schon öfter gehört. Andererseits gibt es auch die Meinung, dass es bei einem gewissen Prozentsatz völlig natürlich und gesund ist, dass sich die Vorhaut erst in der Pubertät löst. Wenn sie es dann im Fast-Erwachsenenalter doch nicht tut, wäre man wahrscheinlich froh, es im Kindesalter gemacht zu haben. Man weiß es halt vorher nicht... #gruebel

          Wir haben das Thema bei der U9a im Juni. Bin gespannt, wie dann die Meinung ist, bisher war unser KiA immer sehr entspannt, aber das ist er immer ;-)

          LG
          bluemerle

          • (8) 25.04.17 - 18:18

            Ja, also ich war ja erst hier bei unserem ortsansässigen Urologen, der hat gesagt er würde es machen lassen vor dem Schuleintritt, aber da war ich irgendwie sprachlos und hab erstmal nix weiter dazu gesagt. Dann hab ich mit meinen Eltern gesprochen, weil mein Vater hatte bis vor kurzem eine Wirtschaft und da kam immer ein Oberarzt aus der Mainzer Uniklinik, der hat mal zu meinem Vater gesagt, wenn mal was mit seinen Enkeln wäre solle er sich melden. Und in dem Gespräch sagte mein Vater, dass zu seinem Geburtstag die m. kommt, und die wäre doch die Stammtisch-Urologin, die könnte sich das mal angucken. Auch die sagte allerdings, dass das fast komplett zu ist und dass wir es wohl mit Creme versuchen könnten, aber das hätte bedeutet jeden Tag die Creme drauf und dann die Vorhaut zurückziehen und wir sollten eine Zeitvorgabe machen, also höchstens ein halbes Jahr rumdoktern. Eine Erfolgschance hat sie nicht gesehen. Und auch der behandelnde Urologe glaubt nicht an eine Chance. Und, ehrlich gesagt, wenn 2 Ärzte dem keine Chance geben, muss ich ihn nicht damit noch quälen. Ich kann mir jedenfalls vorstellen, dass das unangenehm bis schmerzhaft ist, wenn man da ständig dran zieht. Bei meinem Stiefbruder wurde das vor 35 Jahren Jahren noch mit Gewalt gedehnt, mein Vater sagt heute noch wie sehr ihm das leid getan hat und dass seine Frau das machen musste, weil der so geschrien hat vor Schmerz.

            • (9) 25.04.17 - 18:58

              Klar, kann ich verstehen, und das ist ja auch komplett eure Entscheidung. Wir, also mein Mann und ich, würden allerdings bei unserem Sohn, wenn es bei der U9a zur Sprache kommt, uns definitiv fürs Cremen entscheiden. Besser eine (längere) Zeit cremen als schnippeln #gruebel Dabei geht es mir gar nicht um die OP als solche (einen Hodenwasserbruch hat er mit knapp vier locker weggesteckt), sondern um die langfristigen Folgen mit der fehlenden Vorhaut, z.B. fehlender Schutz für die Eichel und dadurch weniger Sensibilität usw.

              LG
              bluemerle

              (10) 25.04.17 - 20:06

              Hallo,

              ich würde der Creme zumindest eine Chance geben.
              "...aber das hätte bedeutet jeden Tag die Creme drauf und dann die Vorhaut zurückziehen ...."
              Täglich cremen "ja", zurückziehen soll er selber versuchen, vorsichtig in der Badewanne und auch nicht täglich. Und kein halbes Jahr lang. Wenn's wirkt, dann rührt sich da schneller etwas.
              Vielleicht habt ihr ja Erfolg. Die OP würde ich immer nur als letzten Schritt wählen.

              Bei unseren Söhnen hat cremen nichts gebracht. Aber die OP an sich war auch nicht schlimm. Für die kleinen Kerle aber sicherlich sehr aufregend.

              Dennoch hätte ich es ihnen lieber erspart und habe für den Versuch ein paar Wochen cremen gerne in Kauf genommen.

              LG

    Hallo,
    mein Sohn hat auch mit 5. Jahren die OP gehabt.
    Es war der Horror.

    Ich würde es auf jeden Fall erst mit der Salbe versuchen.
    Gehe hier mal in die Suchfunktion zum Thema.
    Ich habe viele positive Meinungen zu der Salbe gelesen.

    Würde ich nochmal die Wahl haben, definitiv erst Salbe um OP zu vermeiden.
    Gruß

    (12) 25.04.17 - 19:54

    Hi,
    Bei meinem Sohn wurde das vor 1 Jahr gemacht, da war er fast drei. Bei uns war es so, dass er direkt nach dem Aufwachen fast schon so war wie immer, er wollte sofort aufstehen und spielen sowie essen. Beschwerden hatte er in den Tagen danach nur 1x, da hatte er recht weichen Stuhlgang (noch Wickelkind) und davon war etwas an die Wunde gekommen... ansonsten hatten wir keinerlei Probleme.

    Vor drei Wochen hat er Polypen raus und paukenröhrchen bekommen, da haben wir heute noch etwas von... er hat die Narkose irgendwie diesmal nicht so gut verkraftet und ist ziemlich anhänglich und ängstlich.

    Es scheint also wirklich sehr individuell zu sein, bezüglich Polypen etc. hatten mir ganz viele erzählt dass ihre Kinder gar keine Probleme hatten.
    Keine Ahnung ob dir das jetzt hilft... kannst aber gern fragen wenn du noch was wissen willst.
    Lg
    Doro

    (13) 26.04.17 - 10:59

    Als meinem Sohn die Polypen entfernt worden sind war das Aufwachen auch der Horror (wir wurden aber vorgewart), bei der Phimose war das Auffachen unproblematisch (das liegt wohl an der Narkose, den genauen Unterschied weiß ich jetzt nicht mehr, aber der Arzt sagte das die Kinder mit Narkose xy häufig danach völlig außer sich sind und um sich schlagen/treten etc., deshalb würde hier eine andere Methode verwendet). Der Tag der OP verlief dann relativ gut, mein Sohn hatte leichte Schmerzen und war den ganzen Tag recht schläfrig.

    Unsere Probleme begannen dann am nächsten Tag, er hatte starke Schmerzen und Fieber, mein Mann war mit unseren beiden anderen unterwegs und so kam dann spontan meine Schwester, wir haben ihn mit umgelegten Handtuch ins Auto gesetzt (Hose anziehen konnte er schon gar nicht mehr, laufen ging auch nicht) und hat uns in die Kindernotfallpraxis gebracht (war natürlich Freitag nachmittag und unser Kinderarzt hatte schon zu). Der Kinderarzt dort hat einmal kurz draufgeguckt und uns sofort ins Krankenhaus geschickt. Dort waren wir dann auch die nächsten 12 Tage. Bei ihm hatte sich die Wunde mit 2 Keimen entzündet und das Antibiotika hat nur sehr langsam angeschlagen. Die komplette Abheilung und bis alles wieder so ging wie vorher hat 4 Wochen gedauert. Allerdings ist er da auch eher die Ausnahme, bei seinem Freund verlief alles völlig unproblematisch und der war am nächsten Tag schon wieder recht fit.
    Das Cremen haben wir übrigends auch erst probiert, hatte bei meinem Sohn aber auch nicht wirklich viel gebracht.

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