Sohn verhält sich zu Hause total daneben

    • (1) 26.04.17 - 11:58

      Unser sohn wird 5. Er ist ein sehr aktives und sehr lebendiges kind.
      Ich bin momentan etwas ratlos und auch frustriert.
      Wenn er zu hause ist benimmt er sich so unglaublich schlimm; dauernd Schimpfwörter, hört nicht, rempelt uns dauernd an, springt auf uns drauf- einfach alles viel zu übermütig und zu viel.

      Wir haben eine Regeltafel eingeführt. Mit dieser klappt es minimal besser. Wir versuchen auch konsequent zu sein und das spiel abzubrechen, wenn er zu übermütig ist usw.
      Wenn wir zu hause sind nehmen wir uns Zeit für ihn. Spielen mit ihm und versuchen auch ihn alleine spielen zu lassen. Er ist nie „abgestellt“ so das man vermuten könnte, dass er mit seinem verhalten Aufmerksamkeit einfordern müßte.

      Sobald wir unterwegs sind, ist er wie ausgewechselt. Benimmt sich einwandfrei.

      Kennt Ihr das bzw wie kann man das in den griff bekommen, dass auch mal ein Mittag zu hause entspannt und schön ist….:(

      • (2) 26.04.17 - 12:06

        Ach ja er ist im Waldkindergarten. Also den ganzen Tag in Bewegung und draußen. Kann also auch nicht daran liegen, dass er im Kiga seine Energie nicht los wird...

        • Hallo yvxx,

          oh ja, diese Phase haben wir auch durch... Wobei meine Kleine auch außerhalb (beim Einkaufen, bei der Oma) völlig am Rad gedreht hat. Das war für mich furchtbar anstrengend und frustrierend. Das Einzige was geholfen hat, war strikte liebevolle Konsequenz. Es wurde dann z.B. Spiel/Vorlesen/Malen sofort abgebrochen, wenn Sie wieder durchgedreht (schreien, hauen, treten, beißen) ist. Ich habe dann mit einem Satz erklärt: "Wenn du mich anschreist, möchte ich nicht mehr mit dir spielen." Das ist ein Satz den sie 100% so auch von ihren Freunden in der Kita zu hören bekommt, wenn sie über die Stränge schlägt. Die Kids müssen ja erst noch lernen, wie man sich in Gesellschaft verhält und testen, wo es geht ihre Grenzen. Eigentlich ein normaler Vorgang, der aber wirklich sehr nervig und Kräfte zehrend ist. :-( Und bei den Menschen mit denen sie den meisten Kontakt haben, testen sie noch stärker.

          Die Konsequenz ging auch soweit, dass wenn ein Ausflug für den Tag geplant war, dass dieser abgesagt wurde. Teilweise war es auch so schlimm, dass ich mit ihr nach Hause gehen musste, wenn wir bei Freunden oder den Großeltern zu Besuch waren. Sie ist da z.T. regelrecht ausgeflippt.

          Wichtig war für meine Kleine dabei immer, dass wenn sie sich nach ihrem Rappel beruhigt hatte, dass ich mit ihr über ihr Verhalten gesprochen habe und warum ich so reagiert habe. Das "Auswerten" war für sie immer sehr wichtig. Da hab ich auch gemerkt, dass es ihr oft im Nachhinein leid tat.

          Diese sehr strikte Konsequenzphase hielt ungefähr 2-3 Wochen, danach konnte ich die Zügel wieder lockern, weil meine Kleine meine Grenze akzeptiert und verstanden hat. Seither gab es bei uns fast keine Probleme. ;-)

          Genau da liegt das Problem, er ist immer in Bewegung und kann seine Energie gleich abbauen, er lernt eben nicht wie Kinder im normalen Kindergarten auch mal ruhig zu sitzen und ein Spiel zu spielen, das müsst ihr ihm jetzt zu Hause beibringen.

          Vielleicht "lernt" er das besser wenn er es wie im Kindergarten von (etwas älteren?) Freunden abschauen kann? Ladet doch öfter zu solchen Nachmittagen mal ein spielerfahrenes Kind ein!

          Und sucht Euch für den Anfang kurze Spiele oder Bewegungsspiele, damit er erst mal lernt seine Energie etwas zu "kanalisieren" bevor man ans Monopoly denkt ;-) Und wenn er z.B. 2 Runden eingermaßen anständig gespielt hat steht auf, "tobt" oder tanzt oder fahrt 20 Minuten Laufrad, und dann setzt ihr Euch wieder. Damit er eben lernt dass es einen Wechsel zwischen Bewegung und Sitzen geben muss, aber in solchen Intervallen die ihm leicht fallen.

      (5) 26.04.17 - 13:33

      Ich kann nur von meiner Tochter schreiben: Dreht sie am Rad, dann hat das Gründe...ich muß nur rausfinden, was es aktuell ist: Müdigkeit; Hunger; körperlich zwar ausgepowert aber der Kopf hatte nicht genug Input.

      Letzteres geht mir bei deinem Sohn durch den Kopf.

      Wir hatten damals im KiGa auch einige überdrehte Kinder, da halfen Sportvereine (Fußball, Ringen, Feld- Hockey mit 2x Training +1 Spiel in der Wo.) ) sichtlich ab, überschüssige Energien des Tages abzubauen.

    • (7) 27.04.17 - 10:06

      Hallo,

      Kinder müssen lernen, dass sie nicht immer und überall toben können. Die Lösung kann nicht sein, dass man als Eltern ständig damit beschäftigt ist, dem Nachwuchs Bewegungsmöglichkeiten zu verschaffen, damit der einem nicht die Bude über dem Kopf abreisst.
      Diese Kinder toben dann nämlich in der Schule durch den Klassenraum, weil sie nicht gelernt haben, sich auch mal ruhig und konzentriert zu beschäftigen. Das nervt nicht nur die Lehrer, sondern diese Kinder tun sich auch sehr schwer mit dem Lernen. (Bei unserem Sohn in der 1. Klasse und der Parallel-Klasse gibt es ein paar von diesen Kandidaten.)

      Wahrscheinlich wäre es bei Euch am sinnvollsten, wenn das Kind länger in den Kindergarten gehen würde. Kein Erwachsener schafft es nämlich, die Kinder so auszupowern, wie andere Kinder.
      Danach zu Hause drinnen wird nicht mehr getobt. Toben in Räumen ist sowieso eine 1a Unfallquelle. Wenn Dein Sohn dann noch toben will, soll er in den Garten gehen (für schlechtes Wetter gibt es Kleidung, und Garten geht auch ohne Eltern), oder Ihr geht auf den Spielplatz, wenn das bei Euch zeitlich paßt.

      Beschimpfen und anrempeln lassen habe ich mich nie. Wer sich so benimmt, fliegt raus und kann in seinem Zimmer über sein Verhalten nachdenken.
      So ein Kind braucht nicht mehr Aufmerksamkeit, sondern Grenzen.

      LG

      Heike

Top Diskussionen anzeigen