4 jährige auspowern aber ist schnell unmotiviert

    • (1) 06.05.17 - 22:02

      Guten Abend,

      ich hab ein kleines Problem,bei dem ich mal eine andere Sicht brauche.

      Meine vierjährige hat ziemlich viel Power und is ein richtiger Hummelhintern. Nun wollte sie gern zum Fussbaltraining und unbedingt Rad fahren lernen.Kein Problem, Probetrainingtermin haben wir und passendes Fahrrad auch. Jetzt isses aber so,das sie total schnell demotiviert is und aufgibt :/ auf dem Spielplatz wollten wir Fussball spielen,ich hab ihr erklärt,wie Fussball funktioniert...also so grob jedenfalls (ball mit den Füßen treten und viel rennen) das macht ihr auch Spaß,aber es fing damit an,das sie mit den Händen spielte.Ich erklärte ihr,das sie das ruhig machen könnte,meinte aber auch,das beim Fussballtraining mit den Händen nich funktioniert.Dann kamen zwei Jungs auf den Platz und spielten in der anderen Ecke Fussball.Ich sagte ihr,schau mal,so ungefähr läuft das beim Training.Da hatte sie keine Lust mehr und wollte zum Sandkasten.Alle versuche mit ihr weiterzuspielen waren zwecklos.Beim Rad fahren ähnlich.Sobald es etwas schwierig wird gibt sie auf.Rad fahren is schwer,aber ich lobe und jubel und jede Kleinigkeit die sie schafft wird bejubelt,aber es hilft nicht,einmal falsch getreten,rad stoppt,zack möchte sie plötzlich üben wie man an einer Ampel wartet.

      Tut mir leid,fur den langen Text.

      Wo bin ich falsch "abgebogen"? :/

      Wie kann ich sie motivieren länger dran zu bleiben und auch die Zähne zusammen zu beißen,wenns mal schwierig wird?

      • Naja, viele Kinder sind in diesem Alter noch sehr weit unterschiedlich motiviert zw. Theorie und Praxis.
        Meine Tochter fing damals mit 6 J. das Fußballspielen an, da kamen viele Kinder mit 5/6 J. die ein paar mal kamen und dann wieder fern blieben, weil es ihnen doch nicht so arg toll gefiel. Ein paar davon kamen nach 1-2 J. doch wieder zurück und spielen immer noch.
        In diesem Alter kannst du sie nur in ihren Interessen schnuppern lassen und abwarten, bis sie ihre Selbstfindungsphase gefunden haben. Deshalb gibt es viele Vereine oder Sportarten , wo sie Kinder erst ab 5.Jahren nehmen

        Wie wärs vielleicht erstmal mit einem Schwimmkurs? Und danach erneut nach einem Sportverein gucken?

        (3) 06.05.17 - 22:33

        Ich würde aufhören jede Kleinigkeit zu bejubeln. So bekommt sie ja ständig die Meldung, dass sie das schon total gut kann und es ja schon soo super klappt, aber sie selbst merkt ja, dass es eben nicht so ist.

        Und wenn ihr auf dem Spielplatz spielt, dann könnt ihr doch auch so spielen, wie sie es will.
        Im Training wird sie sich ja dann trotzdem anpassen können und merken, dass man ohne Hände spielt.
        Und die Trainer kennen da bestimmt auch ein paar Tricks, wie man 4 Jährige motiviert. Die kennen das ja und deine Tochter wird nicht die Erste sein, die schnell demotiviert ist. :)

        Kinder haben ja auch Phasen in denen sie dies und das möchten und morgen dann jenes.
        Da steckt nicht wie bei uns Erwachsenen die Motivation dahinter es wirklich direkt richtig zu lernen.

        Deswegen darf man mit Kindern in Sportvereinen auch länger schnuppern. Einfach weil sich die Begeisterung auch schnell mal legt.

        Wenn Sie mal was findet, dass ihr gut gefällt, dann wird sie sich da dann auch dahinterklemmen um es zu lernen.

        Danke fur die Rückmeldungen.Also das bejubeln...tja..das find ich auch bisschen übertrieben,aber es war ein Versuch..

        Es is ja noch nur Fussball und Rad fahren... Sie is bei allem sofort demotiviert und gibt auf sobald man eben was dafür tun muss... Ich richte mich ja schon nach ihr und lasse sie viel probieren.Ich werde sie auch trotzdem zum Fussballtraining bringen..möchte sie ja gerne..nur seh ich sie schon abseits am Rand stehen und zugucken :( wir waren auch letztens bei einem musikclown,wochenlange Freude,aber auch da wieder.. Sie fand ihn toll und hat auch heute total toll Clown zuhause gespielt..aber da,sie saß nur da und bewegte sich kein Stück. Zum Thema schwimmen.Es gibt einen Kurs,der würde passen,aber dafür müssen noch einige Vorbereitungen getroffen werden.Aber auch wenn wir den Kurs auf jedenfall machen, weiß ich jetzt schon,das sie nach zehn Min nicht mehr möchte :(

        • Nun ja, es ist ein kleines Kind und möchte vermutlich noch nichts "tun" für eine "Leistung". Ein Kind in dem Alter muss weder schwimmen noch Fahrrad fahren noch Fussball spielen können, finde ich.

          Als ich ein Kind war, war es im allgemeinen üblich, erst mit sechs die Stützräder abzunehmen, heute muss alles schneller, früher, besser sein, habe ich so das Gefühl.

          Bei uns nimmt das DLRG erst Kinder ab fünf für den Seepferdchenkurs, und selbst da schaffen es viele nicht nicht bzw Wolken lieber spielen.

          Ich bin der altmodischen Ansicht, dass Kinder spielen, spielen, spielen sollen können dürfen, und das ist in dem Alter auch ihr natürliches Bedürfnis. DU sollst? sie nicht ausliefern, das tut sie bei entsprechendem Lebensstil ganz allein.

          Ladet euch Spielbesuch nachmittags ein, geht viel raus, macht was mit anderen, düst mit Laufrad oder Roller durch Dorf oder Stadt, Wald oder Park, pustet Pusteblumen, flechte ihr einen Blumenkranz, füttert die Kühe mit Gras, spielt schnappt hubi, backt einen Kuchen, plantscht im Schwimmbad mit Flügeln herum und rutscht die Wasserrutsche zusammen. Knuddelt die Schafe im Streichelzoo!

          Sie muss nicht "motiviert" sein, sie sollte eine natürliche Lebensfreude haben, spielen und im Spiel neues entdecken.

          • Du hast mich falsch verstanden... Ich zwinge ihr Garnichts auf.Wir wohnen auf dem Land und flechten auch Blumenkränze... Sie selbst mochte rad fahren lernen,sie selbst interessiert sich fur den Schwimmkurs und sie selbst fragte mich,ob sie zum Fussballtraining darf... Ich versuche nur ihr klar zu machen,das man eben nicht einfach los fahren,frei schwimmen oder sonst was "einfach so" kann und das man für manches eben üben muss.Meine frage war eher,wir ich sie in soweit motivieren kann,das sie versteht,das man sich dahinter klemmt,wenn man was möchte. Ich schreibe ihr nicht vor,was sie zutun hat.Sie is ein starker Charakter,selbst wenn ich wollte,könnte ich sie nicht zu Aktivitäten zwingen,die sie nich mag...

            • Du kannst sie nicht motivieren dass "sie sich dahinter klemmt, wenn sie etwas möchte". Du kannst ihr deine Begleitung anbieten, für sie da sein, ihr etwas zeigen. Alles andere muss von ihr allein kommen.

      (9) 07.05.17 - 06:57

      Puh, du klingst anstrengend. Es liest sich als wenn du sofort alle Register ziehst, sobald deine Tochter auch nur etwas äußert. Wenn jemand ständig neben mir steht und mir etwas von Motivation und Durchhaltevermögen erzählt, klar seine Enttäuschung zeigt wenn ich nicht so reagiere wie gewünscht...tja, dann hätte ich auch schnell keine Lust mehr.
      Ich glaube du schießt einfach über das Ziel hinaus und überschätzt deine Tochter total. Das zeigt sehr deutlich dein Beispiel mit dem Musikclown. Natürlich ist die Vorfreude groß. Tja, dann sitzt sie vor ihm und ist total "geflasht". Wo ist denn da jetzt das Problem? Ich sehe keins. Dann der Schwimmkurs. Was denn für Vorbereitungen? Einen Badeanzug kaufen? Oder rennst du mit ihr ins Schwimmbad und anstatt dort Spaß zu haben kann sie sich dort nur anhören, wie das beim Kurs läuft und das sie das da so oder so machen soll/muß?

      Fußball für 4jährige ist überhaupt kein Vergleich mit dem Training von älteren Kindern. Auch da steht der Spaß im Vordergrund und das Hauptthema fließt spielerisch mit ein. Und wen sie da ersteinmal nur am Rand sitzen möchte, dann ist das halt so...wenn sie es wirklich lernen will, dann steht sie dann auf, wenn sie so weit ist.
      Dann kommen wir zum Radfahren. Du bejubelst nicht wirklich jeden kleinen Minischritt, oder? Dein Lob ist kontraproduktiv. Dein Kind denkt allenfalls: "Oh je, wie schwer wird das denn noch, wenn Mama jetzt schon so ein Faß aufmacht? Das ist dann wohl doch nix für mich." Natürlich nicht so komplex oder ganz bewußt.

      Irgendwie ist dir vor lauter Motivation der Spaß an der Sache flöten gegangen und somit auch für deine Tochter. Hart wie es klingt, aber anscheinend bremst du dein Kind aus. Laß ihr doch das Tempo, welches sie möchte. Der Weg ist das Ziel und der ist nun mal für 4jährige ein anderer als der eines Erwachsenen.

      Ach so, hier noch ein Link zum Thema "Loben", einfach mal als Anreiz zum Nachdenken:
      http://www.gewuenschtestes-wunschkind.de/2014/04/manipulation-kind-warum-lob-und-loben-kindern-schadet.html
      Bei mir hatte der Bericht einen großen #aha-Effekt, was aber auch nicht heißt, das ich das komplett umgesetzt habe;-).

      • (10) 07.05.17 - 12:14

        Das loben und Belohnungssyteme waren eine Idee vom Kindergarten.

        Ich bin weder enttäuscht wenn ihr etwas nich gelingt, noch schreibe ich ihr vor, wie etwas zu funktionieren hat...

        Ich hab sie gefragt, ob sie auf den Spielplatz möchte und ob sie den Ball mitnehmen möchte. Ich habe gesagt, das wir ja Fussball spielen KÖNNTEN! nicht müssen.

        Sie war begeistert und lief los, bevor ich meine Schuhe anhatte. Dann spielten wir mit dem Ball und ich sagte ihr nur, das man beim Fussball eher die Füße als die Hände benutzt. Mehr nicht.

        Ich kann von einer vierjährigen ja wohl erwarten, das ich auch mal etwas äußern darf.

        Alle Kurse oder sonstige Aktivitäten sucht sie sich selbst aus, Alles was im rahmen is, darf sie ausprobieren. Ich kann und werde ihr nichts vorschreiben.

        zum rad fahren werde ich da auch jetzt nich mehr groß mit hampeln, wenn sie üben möchte gehen wir raus und üben, ich lobe, wenn sie einen meter alleine fährt, weil ich das für gut befinde. nicht mehr und nicht weniger.

        offentsichtlich wurde ich falsch verstanden.

        • (11) 07.05.17 - 15:59

          Ja, dein Vorschlag: "Wir könnten ja Fußball spielen."
          Dein Kind: "Jaaa."
          Nach 2 Minuten hat sie keine Lust mehr, das wurmt dich so, das du extra dafür einen Thread eröffnest. Mit dem Grundton: Wie kann ich mein Kind motivieren, es soll länger durchhalten, es soll nicht gleich aufgeben. Desweiteren wird dein Wunsch durch Sätze wie: "Ich sehe sie schon beim Fußball am Rand sitzen. Beim Musikclown hat sie das auch nur gemacht. Nach 2 Minuten steigt sie ab und will Ampel üben." extrem untermauert und die Enttäuschung darüber kommt ganz klar zum Vorschein.
          Du hast viele Antworten bekommen, alle haben dasselbe verstanden, es kamen viele Ansätze zusammen, einige tolle Erklärungen für dich, warum es nicht so funktionieren kann, wie du es dir vorstellst.

          Wenn du nicht enttäuscht bist, du sie zu nichts "zwingen" willst, du keinen Druck ausüben willst ....ja, dann ist doch dein ganzer Thread total überflüssig, es würde dir nicht mal in den Kopf kommen über mehr Motivation nachzudenken. Und schon mal überhaupt nicht darüber einen Thread zu eröffnen.

          Ja, Kinder in dem Alter wollen ALLES ausprobieren. Genau ausprobieren, das ist etwas total anderes, als es von der Pike auf zu lernen. Natürlich kannst du deinem Kind gegenüber so viel äußern wie du willst, nur was dein Kind mit den Äußerungen anfängt, das bleibt alleine ihr überlassen.

          • (12) 07.05.17 - 16:10

            Ich habe den Thread eröffnet, weil es eben nicht nur um Clowns und Fussball geht.

            Ich bin eine gemeine Mutter, die auf die Interessen ihres Kindes eingeht, aber auch kein Blatt vor den Mund nimmt und dem Kind erklärt, das eben einem nich alles zu fliegt. und auch ich als Mutter darf dann auch mal die Schnauze davon voll haben, alles mögliche auszuprobieren, was sie gerne ausprobieren möchte und nach ein paar Minuten alleine dazu stehen, weil mein Kind keinen Bock mehr hat, irgendwas zutun, wobei man sich auch mal anstrengen muss...

            Das hat nix mit Enttäuschung zutun.... Sie darf gern Sachen anfangen und scheitern und auch aufgeben, das gehört zum Leben dazu!

            Aber IMMER alles hinzuwerfen, sobald etwas nich auf Anhieb gelingt,... da darf auch eine Vierjährige wissen, das es so nunmal nich immer geht.

            Ich habe EINE Antwort auf meine Frage bekommen... EINE! Nichts mit Rechtfertigungen oder sonstigen Zuweisungen.... eine einzige Antwort, auf meine Frage, die mir geholfen hat... Merkwürdig...

            • (13) 07.05.17 - 16:34

              Komisch, auch die Antwort von Katzte.75, du du offensichtlich meinst (ja, man kann es klar erkennen) entspricht inhaltlich genau allen anderen. Der Unterschied besteht nur darin, das sie von ihrem Kind schreibt...ja, in der Tat wertfrei für dich. Ihre Antwort ist in deinen Augen die leichtere Kost. Du hast doch gefragt, wo du falsch abgebogen bist. Darauf hast du Antworten bekommen. Wenn sie dir nicht gefallen....hm, was soll man da noch schreiben.

              Du brauchst kein Blatt vor den Mund nehmen, aber du solltest nicht vergessen, das dein Kind erst 4 Jahre alt ist und nicht 14 Jahre. Das Lernen lernt sie doch erst noch, alles was du ihr jetzt zum Thema "zufliegen" erklären möchtest, kann ihr Horizont überhaupt noch nicht erfassen.

              Wenn du jetzt schon die Schnauze voll hast, ihr zu das ausprobieren zu ermöglichen, dann solltest du wirklich deine Taktik ändern. Es ist mir schleierhaft, wie man sich das normale(!) Verhalten eines 4jährigen Kindes so zu Herzen nehmen und persönlich kann.

              • (14) 07.05.17 - 16:44

                Ich denke doch, das ich meine vierjährige besser kenne als du und welche Antwort mir am ehehsten entspricht, solltest du auch mir überlassen.

                Ich kenne den Charakter meiner Kinder gut, weiß was sie können und was ich ihnen zutrauen kann.

                Persönlich.... #augen ja genau, ich nehme das verhalten meines kindes total persönlich und im grunde bin ich nur darauf aus, aus ihr ein super mega ehrgeiziges Kind ohne Kindheit zu drillen, natürlich auch permanent enttäuscht von allem und überhaupt.. *Ironie off*

                • (15) 07.05.17 - 17:25

                  Sag doch gleich das dich keine anderen Ansätze; Ideen oder Denkanstöße interessieren, dann braucht niemand hier seine Zeit zu verschwenden. Dann hast du den Sinn eines Forums leider nicht verstanden, denn hier kann jeder seine Meinung äußern...und auch dann, wenn sie nicht deinem Verständnis von Antworten entspricht. Die Antworten kommen ja auch nicht ungefragt, DU hast ja schließlich einen Thread eröffnet.

                  Schade das du so schnippisch wirst, denn eigentlich hast du einen interessantes Thema aufgegriffen und es kamen wirklich sehr unterschiedliche, aber im Grunde tolle Antworten. Ja, auch kritische und damit hast du anscheinend ein großes Problem.

                  Hier ist jedes weitere Wort an dich definitiv überflüssig.

                  • (16) 07.05.17 - 17:42

                    Ich bin durchaus bereit auch andere Ansätze anzunehmen, jedoch nicht, wenn ein Thema aus dem Zusammenhang gerissen wird und etwas anderes plötzlich tot diskutiert wird...

                    Ich bin überrascht, das es unter anderem als total unüblich befunden wird, das vierjährige eigene Wünsche und Interessen äußern..

                    Es is total unverständlich, das ich meiner Tochter realistisch gesellschaftliche Regeln erkläre.

                    Völlig daneben, das ich meine Interessen und die meiner restlichen Familie nicht völlig ausnahmslos hinter die Probephase meiner Tochter stelle.

                    Einerseits erkläre ich ihr alles und bin auch mit ihr im Gespräch, was auch nicht richtig is, würde ich ihr nichts erklären, wäre das wohl auch falsch...

                    Es is egal, was ich frage. Es wird rausgelesen, was hobbypsychologen vermeintlich zu sehen glauben...

                    Das einzige, was hier als Antwort kam, war. Warum muss das Kind ausgepowert werden... war nichtmal die Frage, is auch völlig unrelevant. Wie kommt das Kind auf einen Verein... tja Kindergarten, andere Kinder, meine Tochter is vier und nich 1 1/2. Sie is in der Lage sich klar und deutlich zu einem Thema zu äußern, positiv, wie auch negativ. Ihr wird entweder eine Meinung noch sonstwas aufgezwungen. Das arme Kind muss auch nich ums verrecken um meine Aufmerksamkeit buhlen und irgendeinen Mist machen um mich nich zu enttäuschen (mein absolutes Bullshit Highlight des ganzen hier)

                    Ich wollte lediglich Anregungen, wie ich meiner Tochter zu verstehen geben kann, das sie gerne vieles ausprobieren kann, aber es trotzdem mal wieder zu Fehlschlägen und Niederlagen kommt, was durchaus gewünscht is, wie soll man sonst lernen. Das man, wenn man etwas wirklich möchte, auch mal hinter her sein muss..

                    Freut mich fur euch super Mütter, wenn ihr die Zeit und alles andere mitbringt um EINEM Kind hinter her zu rennen und alles mögliche auszutesten.

                    Es ist nichts verkehrtes daran, dem Kind realistische Vorstellungen zu geben, das wir nicht im Schlaraffenland sind. Ich kenne ein Kind, das hat nie auch nur die kleinste negative Erfahrung machen dürfen und dieses Kind kann mit Enttäuschung sogar nicht umgehen. Einmal beim Brettspielen fast verloren.... Sodom und Gomorrha ... Das möchte ich meiner Tochter ersparen. Deswegen kläre ich vorher, ob etwas wirklich SInn macht oder nicht, rede mit ihr darüber und sage ihr, naturlich, das auch mal was schief gehen kann. Das es dann aber auch mal eben so is. Und wenn sie etwas wirklich möchte, sollte sie dran bleiben, insofern sie es denn wirklich möchte.

                    • Wenn Du tatsächlich auch nur die Hälfte von dem, was Du hier schreibst, dass Du es ihr sagst, tatsächlich sagst, dann ist das schon viel zu viel.

                      Sie muss die ERFAHRUNG machen. Du kannst über Brettspiele dozieren, so viel Du Lust hast, es macht keinen Unterschied. Lass sie die Spiele mit ihren Freunden spielen, dann lernt sie auch ohne Deine Vorträge (und viel effektiver), wie es funktioniert, und dass man auch verliert.

                      Ich hab übrigens auch zwei Kinder und hab trotzdem kein Problem damit, sie ihre Interessen ausprobieren zu lassen.

                      Wer etwas will, findet Wege, wer etwas nicht will, findet Gründe.

        (18) 07.05.17 - 21:43

        Hallo,

        zum Thema Radfahren. Mein Sohn wollte unbedingt zum 3. Geburtstag ein Rad und Radfahren lernen. Einmal draufgesessen, hat nicht so leicht funktioniert wie er das wollte und dann hatte er keine Lust mehr. Das Rad stand dann ca. ein halbes Jahr herum und wurde nicht beachtet. Und dann wollte er auf einmal wieder Radfahren lernen. Er fährt mittlerweile sehr gut und problemlos.

        Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wir einfach abwarten müssen und dann kommt unser Sohn von ganz alleine und es gestaltet sich problemlos.

        Fußball spielt er ünrigens auch, bei uns gibt es Schnupperstunden. Ich würde es einfach mal ausprobieren, macht es ihr Spaß, dann ist es was für Deine Tochter und ansonsten einfach noch etwas warten. Üben bzw. Sie heranführen würde ich sie nicht, das lernen die Kleinen alles spielerisch im Training.

        LG

(19) 07.05.17 - 08:37

Ich denke, du bist falsch abgebogen als du davon ausgegangen bist, man müsste Kinder bejubeln, um sie zu motivieren.

Kinder sind von alleine motiviert, neue Dinge zu lernen. Das nennt man intrinsische Motivation, also Motivation aus dem Inneren heraus. Sie sind dabei perfekt ausgestattet, um die für ihr Gemüt richtige Strategie zu wählen. Sie werden oft die Tätigkeit wechseln und nicht zielgerichtet auf etwas hintrainieren, das schützt sie vor Überdruss. Aber sie kehren immer wieder zu einer Tätigkeit zurück, so dass sie irgendwann Meister darin werden. Die Natur hat das so angelegt, dass die Kinder sich auf die Art verbessern, das Kind selbst weiß das aber nicht und hat nicht die Verbesserung und das Meistern einer Tätigkeit im Sinn, es will einfach nur Spaß haben. Auf die Art ist es perfekt davor geschützt, sich durch Fehlschläge demotivieren zu lassen. Es hat ja gar keine Fehlschläge erlitten, da es nur mit der Sache, gespielt, experimentiert hat und somit keine Erwartungshaltung hatte, die fehlschlagen konnte.

Soweit zum natürlichen, normal aufwachsenden Kind.

Und jetzt kommst du und greifst gut meinend in dieses perfekte System ein. Du bejubelst dein Kind für 'jede Kleinigkeit, die sie schafft'. Damit machst du zwei Dinge: Du fügst eine äußere, so genannte extrinische Motivation hinzu. Dein Kind möchte Dinge jetzt tun, damit du es bejubelst. Extrinsische Motivation hat aber die Eigenschaft, intrinsische überschreiben zu können. Du löschst unter Umständen die intrinsische Motivation deines Kindes und ersetzt sie durch extrinsische. Sie übt nun nur noch für dich, nicht mehr aus innerem Antrieb heraus.

Außerdem lehrst du sie durch Jubeln an bestimmten Stellen, welches Verhalten nun genau erstrebenswert ist und welches nicht. Das kann von dir ganz gezielt oder auch versehentlich passieren. Du hebelst damit aber ggf. all die Mechanismen aus, die dein Kind vor Überforderung und Langeweile schützen sollen. Du lässt dein Kind Schritte überspringen, die es vielleicht gebraucht hätte, um sich mit der Materie vertraut zu machen oder du verlängerst künstlich die Zeit, die dein Kind bereit ist, sich mit derselben Sache zu beschäftigen, bis sie davon völlig übersättigt ist.

Schlussendlich macht dein Kind genau das Richtige: Sie wendet sich einer Tätigkeit (Sandkasten) zu, bei der sie von dir weniger bewertet wird und sich wieder ganz ihrem natürlichen Antrieb gemäß verhalten kann.

  • (20) 07.05.17 - 16:04

    Also deine Antwort ist die beste Erklärung, die ich je zum Thema Motivation gelesen habe. Super verständlich geschrieben. Toll!

    Hallo Unilein,

    Vielen Dank für diese Erklärung.
    Ich habe eine Frage:

    Wie "programiere" ich mein Kind wieder so, dass es nicht mehr durch mein Lob motiviert ist?

    Vielen Dank für Deine Antwort.

    • Ich will deine Frage nicht unbeantwortet lassen, auch wenn ich damit keine Erfahrungen habe.

      Ich würde mich in solchen Situationen ganz zwangslos spielerisch mit meiner Tochter beschäftigen. Du musst sie nicht auf den Fußballverein vorbereiten. Entweder es wird ihr dort gefallen oder nicht. Wenn sie Lust hat, zur Einstimmung etwas Fußball zu spielen, mach das mit ihr. Wenn nicht, dann nicht. Du kannst dich - insbesondere in diesen Spiel-Situationen, wo du ja kein bestimmtes Ziel erreichen musst - ganz auf deine Tochter verlassen und dich nach ihr richten. Du bestimmst, ob du mit ihr spielen möchtest und natürlich steckst du auch die Grenzen ab, was du gar nicht tun möchtest, aber sie darf entscheiden, was genau gemacht wird. Wenn sie die Regeln genauer kennen lernen möchte, wird sie danach fragen. Wenn sie einfach nur etwas herumalbern möchte, genieße das mit ihr.

      • Hi Danke dir.

        Ich bin nicht die TE, Deine Antwort für mich schlüssig und auch super erklärt, das ich dachte Du kennst Dich damit aus. Im Falle der TE würde ich auch so handeln wie Du das geschrieben hast.

(24) 07.05.17 - 09:46

----Wie kann ich sie motivieren länger dran zu bleiben und auch die Zähne zusammen zu beißen,wenns mal schwierig wird? --

Dein Kind ist erst 4 Jahre alt, warum soll es irgendwas tun und "die Zähne dabei zusammen beißen"?

Warum muss es unbedingt ein Fußballverein sein, das wird sie wohl kaum selbst so gefordert haben?

Man kann auch alles spielerisch lernen und dabei locker bleiben.

  • (25) 07.05.17 - 12:26

    Es MUSS kein Fussballverein sein.

    Meine Tochter darf sich ihre Aktivitäten selbst aussuchen. Im Kindergarten hing ein Flyer aus, bei dem der örtliche Fussballverein schon für kleiner Kinder ein Probetraining anbietet

    Thema Bewegung, frische Luft etc.

    Sie sprach mich darauf an, das sie das gern wollte....

    Sie macht auch einen Musikkurs. Den macht sie schon länger. Es gab das Angebot, ich hab mit ihr darüber gesprochen und sie wollte ihn gerne machen und vor jedem neuen Start frage ich sie, ob sie das weiter möchte... Ich zwinge ihr nichts auf!

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