Umgang mit Schimpfwörtern

    • (1) 18.05.17 - 08:55

      Hallo zusammen,

      meine Tochter ist 2,5 Jahre alt und geht zur Tagesmama. Seit einiger Zeit kommt sie mit Wörter wie „Du Dumme“ oder gestern sogar mit dem „A*loch“ daher
      Ich bin fast aus den Schuhen gekippt #zitter

      Ich sage ihr zwar, dass das ein doofes Wort ist und wir das nicht sagen. Aber sie versteht noch nicht wirklich, was sie uns da eigentlich sagt (glaube ich zumindest). Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass es ihr besonderen Spaß macht das Wort zu sagen, weil sie weiß, dass es "verboten" ist (kann ich mir jedoch auch einbilden).

      Nun hat sie diese Wörter von einem bestimmten Tageskind, das 3,5 Jahre alt ist. Ich will nicht wissen, welche Wörter der zu Hause sonst noch hört bzw. zu hören bekommt.
      Ich finde es schlimm, dass in vielen Haushalten einfach kein „hohes“ Sprachniveau herrscht. Da ist das „A*loch“ wohl schon fast zum Kosenamen geworden #zitter

      Wie geht ihr denn damit um, wenn eure Kleinkinder solche Wörter aufschnappen (verhindern wird man das nämlich nicht können).
      Hat ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

      Liebe Grüße,
      ellathebee

      • Unsere Tochter bringt jetzt - mit 3 - die ersten Schimpfwörter mit nach Hause. Verhindern kann man das nicht. Ich sage ihr dann immer, dass man das nicht sagt. Eigentlich funktioniert das auch ganz gut. Sie kommt dann immer mal und sagt "Mama, Scheiße sagt man nicht oder?". Also es bleibt bei ihr hängen.

        Momentan kommen auch immer mal Dinge, die mir nicht gefallen wie
        - "dann schubse ich dich in die Mülltonne"

        - "die Ameise können wir anzünden" #schock
        - "dann schieße ich dich tot".

        Entweder maßregel ich oder aber ich ignoriere es auch. Meistens vergessen sie die Wörter schneller wieder, wenn man sich nicht dran hochzieht. Das entscheide ich aber situativ.

        Lustig ist, dass einem das auch selbst wieder auf die Füße fallen kann. Z.B. haben wir ihr erklärt, dass man "der XY ist fett" nicht sagen darf. Als ich dann bemerkte, dass mein Essen ganz schön fettig ist, rügte meine Tochter mich mit "Mama, fett sagt man nicht". #rofl

        • >>Als ich dann bemerkte, dass mein Essen ganz schön fettig ist, rügte meine Tochter mich mit "Mama, fett sagt man nicht".
          #rofl

          >>Meistens vergessen sie die Wörter schneller wieder, wenn man sich nicht dran hochzieht<<
          Werde ich auch mal ausprobieren #pro

      "Ich finde es schlimm, dass in vielen Haushalten einfach kein „hohes“ Sprachniveau herrscht. Da ist das „A*loch“ wohl schon fast zum Kosenamen geworden"

      Dass Schimpfwörter genutzt werden, liegt meiner Meinung nach eher selten am Sprachniveau des Elternhauses. Die Kinder schnappen das alles im Kindergarten auf. Da sind einige Kinder mit großen Geschwistern, die bereits in die Schule gehen, und da auch einiges an Schimpfwörtern mitbringen.

      Mein Sohn bringt Wörter aus dem KiGa mit, die kenne ich überhaupt nicht. Auch machen sich die Kinder einen Spaß daraus, diese Wörter zu nutzen und ich glaube, im Kindergartenalter ist es völlig normal, dass sie die Wörter ausprobieren. Das, was mein fast 5-Jähriger momentan (und auch schon länger) macht, konnte ich 1:1 bei meinem Patenkind ebenfalls beobachten (der Junge ist 3 Jahre älter als mein Sohn).

      Wir haben meinem Sohn immer gesagt, dass wir diese Wörter nicht hören möchten. Mittlerweile versuchen wir es mit Ignoranz. Aber nichts davon hilft wirklich, da er tagtäglich wieder mit seinen Freunden zusammen trifft und erneut wieder Wörter in den Mund genommen werden.

      Wenn hier jemand einen guten Tipp hat, bin ich gespannt.

    (6) 18.05.17 - 09:28

    Meine ist 4 Jahre, auch sie kommt mit netten Wörtern nach Hause. Ich finde das ganz normal, besonders da viele der anderen Zwerge ältere Geschwister haben. Und ja, ich bleibe da ganz entspannt.
    Unerwünscht sind Sätze wie: "Du bist Scheiße!", also alles was einen anderen Menschen persönlich angreift. Dazu gehören für mich allerdings auch Worte wie Angsthase, Heulsuse, Dickkopf, Weichei. Angsthase und Heulsuse finde ich in der Tat schlimmer als ein gepflegtes "Scheiße" weil ihr ihre Bastelarbeit kaputt gegangen ist.
    Was mir aber wirklich auffällt, das Kinder Schimpfwörter "zelebrieren" wenn die Eltern das wirklich eng sehen und das Ganze zu sehr thematisiert wird.

    Und eigentlich geht es mir nicht darum, das mein (keine) Kind Schimpfwörter lernt, mein Ziel ist es das sie weiß, wann sie wo welche benutzen kann. Ich habe schließlich auch gelernt, ohne große Diskussionen darum, das ich an meinem Arbeitsplatz, gegenüber Lehrern und Eltern anders rede als im Freundeskreis.

    • >>Was mir aber wirklich auffällt, das Kinder Schimpfwörter "zelebrieren" wenn die Eltern das wirklich eng sehen und das Ganze zu sehr thematisiert wird.<<

      Ja, das ist auch mein Empfinden. Deswegen werde ich jetzt die Strategie des "Nicht darauf eingehen" fahren. Mal schauen, ob sie dann die Lust an dem Wort verliert...

Bei uns hat sich eigentlich folgendes gut bewährt:
Kurz und ruhig erklären, dass das ein schlechtes/böses/verletzendes Wort ist und dass wir das Wort nicht sagen bzw. ich es nicht hören möchte. Eventuell (je nach Situation) habe ich dann noch eine Alternative angeboten, was man statt dessen sagen kann. z.B. "Mia war heute total doof zu mir" - "Ich habe mich heute über Mia geärgert." sowas in der Art.
Und grundsätzlich denke ich, je mehr Wirbel man um bestimmte Wörter macht, desto interessanter wird es für die Kinder.
Einfach kurz und knapp sagen, dass man das nicht hören will und gut ist.
Ich habe schon eine Mutter erlebt, die da voll den Zirkus gemacht hat und wegen einem Schimpfwort ihren Sohn total zur Schnecke gemacht hat - ich denke, das ist dann wohl ziemlich kontraproduktiv...

Hallo,
ich habe diese Wörter komplett verboten.
Erklärt hatte ich es meinen Sohn so, dass wir hier zu Hause diese Wortwahl nich benutzen, es oft eine Beleidigung ist und ich nicht möchte, dass er so unschön redet.
Viele Wörter, gerade mit Eintritt Schule musste ich erklären.

Auch mit 3 Jahren (Kindergartenzeit, vorher in der Krippe kannte er diese Wörter nicht), konnte er das schon verstehen.
Auch "scheiße" im Alltag ist bei uns aus der Umgangssprache rausgefallen, als ich schwanger wurde.
Im Kindergartenalter hatte mein Sohn einen Freund, der schon "Scheiße" in Frustsituationen benutzt hat. Ich fand das immer schlimm, dass von einem Kind in den Alter das zu hören.
Mein Sohn hat dann immer zu seinem Freund gesagt:" Hier darfst du das Wort nicht sagen."

Ignorieren würde ich es nicht, weil es in meinen Augen bedeutet, dass du es nicht schlimm findest.
Gruß

  • Letztens hat meine Tochter mitten im Supermarkt einer stark übergewichtigen Frau nachgerufen „Mama, warum ist die Frau da so dick?“ #heul
    Das meint sie ja überhaupt nicht böse und versteht nicht, warum sie das nicht sagen soll.
    Ich versuche ihr dann auch zu erklären, dass man das nicht sagt, weil das andere Menschen traurig macht etc.

    Ich werde nach wie vor sagen, dass das ein schlechtes Wort ist, dann aber nicht mehr darauf rumreiten. Wenn sie es weiter verwendet, dann sage ich ihr einfach, dass ich das Wort nicht hören möchte und gehe dann aus dem Zimmer oder so…
    Ich muss mir noch was einfallen lassen ;-)

Bei uns sind diese Wörter komplett verboten, es darf nichts herabwürdigendes gesagt werden, auch nicht "Du bist dumm/hässlich/Scheiße etc" Ich finde das ungeheuer primitiv, so zu reden.

Keines unserer zwei Kinder und auch nicht der 13jährige Stiefsohn verwenden Schimpf- oder Fäkalwörter, obwohl sie natürlich anfangs auch mit dem ein oder anderen Wort aus dem Kindergarten ankamen.

Sie haben dann schnell gemerkt, dass Mama das nicht cool und schon gar nicht lustig oder niedlich findet.

Gehört bei uns zum "Familienkonsens" und hat sich von Anfang an eingeschliffen. Jetzt mit 5 und 6 ist das gar kein Thema mehr.

Hallo,

ich finde es eigentlich sogar wichtig, dass Kinder irgendwann mal ein Schimpfwort aufschnappen. Ich kenne auch kein Kind, was nicht zumindest kurzzeitig mal in der sogenannten "Pippi-Kacka-du-du-bist-doof-tot-Sonstwas"-Phase war. So hat dein Kind doch erst die Chance zu erlernen, wo die Grenze verläuft.

Es ist aber lächerlich zu denken, nur weil ein Kind ein Schimpfwort benutzt hat, dass man dort zuhause so redet. Meinst du, die anderen Eltern denken das Gleiche von euch, wenn euer Kind ein falsches Wort verwendet? Was es ja auch offensichtlich gerade ausprobiert.

Jedes Kind reagiert anders, du musst eben ausprobieren, welche Strategie bei deinem Kind greift. Wenn du merkst, dass du mit Worten zur Zeit nicht weiterkommst - dann versuch es mit Ignorieren oder mit "wenn ich doof bin, dann kann ich dir auch keine Geschichte vorlesen, mit dir spielen ....."

Mein Großer bspw. hat keine Schimpfwörter heimgebracht (obwohl er in den Kindergarten ging), dafür wollte er immer ausziehen zwischen 3 und 4. Ich habe dann auch mit ihm seine Tasche für den Auszug gepackt und währenddessen mit ihm über seine "Wut", weswegen er ausziehen wollte, gesprochen und auch betont dass ich ihn furchtbar vermissen werde, wenn er nicht mehr bei uns wäre. Die Wut war nach der gepackten Tasche natürlich verraucht und wir haben die Tasche wieder zusammen ausgepackt.

Unser kleiner Sohn ist 4 Jahre jünger und hatte zwischen 3 und 4 eine schöne Pippi-Kacka-Phase und "du sollst tot sein" Phase. Zu Nr. 1 habe ich immer gesagt: "wenn du musst, dann geh bitte aufs Klo - und spülen nicht vergessen" und zu dem Wutausdruck wegen "tot" hab ich ihm gesagt, dass dann aber niemand da wäre, der sein Frühstück macht oder mit ihm schwimmen gehen kann oder ihm vorliest. Ich habe ihm nicht sein Gefühl "Wut" ausgeredet, aber eben besprochen, was bestimmte Dinge für Konsequenzen haben. Natürlich dürfen Kinder sagen, dass sie etwas doof finden. Wir müssen ihnen eben helfen, dass sie es gesellschaftsgängig ausdrücken lernen :-)
Jetzt ist der Kleine 5 und da kann man natürlich schon andere Argumente finden, warum man niemanden mit einem Schimpfwort belegt.

VG
B

  • >>Es ist aber lächerlich zu denken, nur weil ein Kind ein Schimpfwort benutzt hat, dass man dort zuhause so redet.<<

    Das war auch nicht meine Intention, dass das allgemeingültig aufgefasst werden sollte. Vielleicht habe ich mich auch falsch ausgedrückt #kratz Es ging mir eigentlich ganz speziell um diese eine Familie. In meinem Beispiel ist das leider wirklich so, dass die Eltern von dem Tageskind so eine Sprache "pflegen". Und ich habe sie kennengelernt und weiß, dass sie das "A*loch" inflationär gebrauchen, so wie ich "Ah, Mist" und sich auch nichts mehr dabei denken.

    Deine Erfahrungen und Tipps finde ich gut. Da kann ich sicherlich einiges auch auf uns ummünzen...

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