Abgeholt von der Kitareise

    • (1) 07.06.17 - 22:05

      Hallo,
      ich habe mal wieder ein Anliegen. Meine Große (6) ist seit drei Jahren in der Vorschulgruppe die jährlich eine 4-tägige Kitareise macht. Sie war also schon zweimal mit, fand es beim ersten Mal ganz schlimm und hat wohl viel geweint (wurde uns hinterher erzählt). Letztes Jahr meinte sie zuerst sie will nicht mitfahren, hat sich dann aber umentschieden und war hinterher auch ganz happy. Dieses Jahr meinte sie aber wieder zuerst, sie wolle nicht mit. Mit der Zeit rückte sie damit raus, dass sie wohl auch letztes Jahr ab und zu weinen musste vor Heimweh und dass ihre Erzieher da irgendwie blöd reagiert haben, so a la "ach die ..., die heult schon wieder". Ich habe daraufhin mit den Erziehern gesprochen und sie darauf hingewiesen, dass sie einfach nur getröstet werden möchte wenn sie weint (fand schon komisch, dass ich sie darauf hinweisen muss). Sie versprachen dann auch das diesmal bestimmt zu tun. Meine Tochter war daraufhin wieder guter Dinge und fuhr gestern morgen fröhlich mit. Heute hab ich sie nach einem Anruf dann abgeholt. Die Aussage der Erzieherin war, sie hätte nur geweint und kaum geschlafen und den Wunsch geäußert nach Hause zu fahren.

      So weit so gut. Meine Tochter erzählte mir auf dem Heimweg folgende Geschichte: sie hätte gestern Abend angefangen zu weinen. Von den Erziehern habe sie keiner getröstet, also auf den Arm/Schoß genommen oder sowas. Eine Erzieherin hat wohl sowas wie "nicht weinen Süße" gesagt, aber das wars. Meine Tochter hat dann wohl eine Erzieherin angesprochen und sie darum gebeten sie zu trösten und bekam zur Antwort von der Erzieherin, sie wisse nicht wie sie das machen solle und außerdem habe sie grade keine Lust und Zeit dazu #schock die gleiche Erzieherin sagte ihr dann eine Weile später, jetzt sei es aber mal gut und sie solle endlich aufhören zu weinen. Danach konnte meine Tochter laut eigener Aussage nicht mehr schlafen, weil sie so traurig war. Heute morgen war sie dann nochmal traurig, musste wieder weinen weil sie an ihren kleinen Bruder denken musste der bei uns zuhause war. Wieder hat sie niemand getröstet. Später haben die Erzieher sie dann zu sich gerufen und sie gefragt ob sie jetzt wirklich abgeholt werden wolle. Das hat sie natürlich bejaht und daraufhin haben sie mich angerufen.
      Ich muss sagen ich bin echt sauer und entsetzt. Ich weiß schon, dass meine Tochter eher eine von der sensiblen Sorte ist und da sicher etwas mehr "Aufwand" für die Erzieher bedeutet, als andere Kinder. Aber wenn das so stimmt, wie sie es mir erzählt hat, hätte etwas mehr Fingerspitzengefühl gestern Abend wahrscheinlich ausgereicht um ihr eine nette Kitareise zu bescheren. Ein bisschen Heimweh am Abend darf ja wohl in dem Alter drin sein. Jetzt kommt es mir so vor, als wären die Erzieher von Anfang an genervt gewesen weil meine Tochter "schon wieder" geweint hat und hatten einfach keine Lust auf den Stress den das für sie bedeutet hätte.
      Seh ich das falsch? Ich möchte mir natürlich am Freitag, wenn die ganze Gruppe wieder kommt auch nochmal die Sicht der Erzieher anhören.

      LG und Danke für eure Meinung

      • Ich wundere mich tatsächlich dass ab 3 Jahren einen 4 tägige Reise unternommen wird. #schock

        Ich kenne das so, dass man am Ende der Kiga Zeit eine Nacht im Kiga schläft.

        Bekannte Umgebung und nah an zu Hause.

        Bei eurer Situation ist Heimweh absolut nachvollziehbar.

        (3) 07.06.17 - 23:02

        Ich sehe das wie bina und frage mich auch, wieso in dem alter schon so eine lange Reise ohne Eltern gemacht wird. Da hätte JEDES Kind Heimweh. Ich kann deine Gefühle verstehen und hätte auch so gehandelt. Dennoch frage ich mich, wie sie das eigentlich hin bekommen. Mit gerade mal 3 Jahren sind doch noch nicht alle Kinder nachts trocken, brauchen gewohnte Rituale am abend und doch intensivere Betreuung. Wie bekommen die das organisiert mit 25 Kindern (so groß ist ja eine normale Kindergarten gruppe) jedes Kind abends zu wickeln, beim umziehen, waschen, Zähne putzen zu helfen, nachts bei Albträumen oder einfach angst mehrere Kinder gleichzeitig zu trösten (das ist nämlich gerade bei so jungen Kindern völlig normal ) usw. Mit wieviel Kindern und Erzieherinnen sind die denn weg? Finde ich alles sehr merkwürdig. Auch in unserem Kindergarten gibt es nur für die vorschulkinder (5-6 jahre) eine Übernachtung in der Kita. Und dann werden die Kinder mirg3ns abgeholt. Mehr als das finde ich echt unverantwortlich für noch kleinere Kinder.

        • (4) 07.06.17 - 23:11

          Hallo,
          die Kinder sind zwischen 4 und 6 Jahre alt (meine Tochter ist eher früh in die Gruppe gewechselt, war aber bei ihrer ersten Reise auch schon vier) und altergemischt, d.h. die haben immer ca. 1/3 vierjährige, fünfjährige und sechsjährige dabei. Gewickelt werden muss da eigentlich niemand mehr, höchstens noch für die Nacht. Es sind vier Erzieher auf 25 Kinder und sie fahren jedes Jahr zum gleichen Ort, d.h. die größeren kennen das dann auch schon.
          In unserer Kita ist das tatsächlich normal, das machen alle Vorschulgruppen so. Mir wurde es auch immer so vermittelt, dass meine Tochter da mit dem Heimweh die absolute Ausnahme sei, alle anderen Kinder würden sich total freuen und hätten kein Heimweh. Keine Ahnung, ich denke es ist sicher vermischt, manche Kinder tun sich da bestimmt leichter als meine Große, aber prinzipiell denke ich auch muss es doch ok sein in dem Alter Heimweh zu haben.

        • Habe nicht alles gelesen, aber bei uns im kiga wird das auch gemacht :-) ab und an gibts mal ein Kind mit Heimweh, vor allem leiden aber die Muttis :-P

          Die Kinder finden es klasse und wir auch! Eine Übernachtung gibts vorher aber schon im kiga.

          Lg, Kate

      Ich frag mich eher, ob es sein muss , eine damals 3-jährige schon alleine auf 4-tägigen Vorschulgruppenreisen mitzuschicken, wenn man schon weiß, dass sie sensibel ist und mit Heimweh nah am Wasser gebaut ist und dann von den Erzieherinnen erwarten, dass sie das mit mütterlichen Hinweisen , ihrer Sensibilität zugeschnitten was zu tun ist und um zu regeln haben. Dazu, warum man 3-jährige in Vorschulgruppenreisen schon mitnimmt. Wenn das Kind schon zweimal die schlechte Erfahrung vom Heimweh gemacht hat , schicke ich es nicht nochmal das 3. mal als Mutter mit , wenn ich schon weiß, dass das Kind noch nicht so weit ist.

      • Sie war wie ich oben schrieb beim ersten Mal 4. Letztes Jahr (mit 5) hat es ihr trotz Heimweh Spaß gemacht und dieses Jahr hat sie sich sehr bewusst dafür entschieden unter der Vorgabe, dass die Erzieher sie trösten, wenn sie traurig ist. Was ich normal finde. Also auch mal traurig zu sein, auch wenn man ein Erlebnis prinzipiell schön findet.

        Findest du nicht, dass Erzieher bei so einer Reise Kinder die traurig sind trösten sollten? Wie gesagt ich finde ein bisschen Heimweh normal, grade abends.

        Lg

        • Aber trotzdem kannst du die Erzieherinnen nicht für das Heimweh deiner Tochter und dessen Reiseabbruch verantwortlich machen. Du weißt nicht, ob sie sich trotz Bemühungen der Erzieherin, immernoch "untertröstet gefühlt hat" oder nicht beruhigen ließ und sich dadurch von den Erziehern , aus ihrer Sicht , da sie nicht beruhigen konnten, im Stich gelassen gefühlt hat.. Ein sensibles Kind , was Heimweh einholt und sich nach der Mutter sehnt, läßt sich oft nicht leicht von Fremden beruhigen.Du bist die Mutter, der das Heimweh der Tochter bekannt ist..du mußtest damit rechnen, das es wieder schief geht, mit und ohne Bemühung.
          Hattest du von der KiGa schon ein fremdes Übernachtungskind? Das zum Schlafen gehen Heimweh bekam, du sie nicht beruhigen konntest, weil das Kind nur noch nach der Mutter rief und forderte? Viele Kindergartenübernachtungen mussten schon von Erzählungen her abgebrochen werden und von den Eltern abgeholt werden, weil das Kind eben noch nicht so weit war..

          • Mein Ärger bezieht sich ja nicht auf den Reiseabbruch an sich. Meine Tochter hat im letzten Jahr was Selbstbewusstsein und Selbständigkeit angeht einen großen Sprung gemacht und war eben eigentlich nach der letzten Reise ganz Happy. Sonst hätte ich sie nicht mitgeschickt. Ich hab ihr das definitiv zugetraut.
            Was mich ärgert ist, dass ich ja vorher ein Gespräch mit den Erziehern Hatte, in denen ich die Bedenken meiner Tochter und ihren Wunsch nach Trost geäußert habe und da wurde mir versichert es sei eben kein Problem sie zu trösten. Natürlich muss ich nochmal abklären wie das Ganze aus Sicht der Erzieher gelaufen ist. Aus Sicht meiner Tochter hat eben gar kein trösten stattgefunden.
            LG

        (10) 09.06.17 - 16:20

        ...du warst nicht dabei und weisst nicht, was wirklich lief.

        Ggf. hat sie das Heimweh auch so stark zelebriert, dass es einfach zu viel Raum eingenommen hat? Und irgenwann das "jetzt nicht, Süsse" kam, weil andere Kinder auch noch ein Bedürfnis hatten?

        Frag erst, was aus Sicht der Leiter los war. Die müssen ja soweit okay sein, sonst hättest du ihnen das Kind nicht 3mal hintereinander für so einen Ausflug anvertraut obwohl dein Kind mit Heimweh kämpft...

        Dass Kinder eine Geschichte verändern, ist doch häufig. Dass sie sich zu wenig im Mittelpunkt fühlen ist auch fast immer der Fall. Tagsüber mit 25 Kids zu viert geht ja noch. Aber Abends hätte mal ggf. gerne jemanden (oder eine ganze Familie) für sich alleine.

        Hinterfrag auch mal das Konzept. Warum gibt es das Angebot? Ich kenne keine Studie die erwähnt, dass solche Ausflüge über längere Tage für Kinder in dem Alter positiv sind. Ausser in London zu Zeiten der Industrialisierung, als man tagelang die Sonne nicht sehen konnte, weil alles voller Rus und Abgasen war. Da war das Gesundheitlich sehr zuträglich - Mädchen, die oft nicht mitgehen konnten, waren statistisch gesehen viel öfters Krank.
        Aber das ist hier ja kein Grund: Könnte höchstens noch sein, dass es als positiv betrachtet wird, weil es für Familien gedacht ist, deren Kinder nie weg kommen? Aber auch das ist in dem Alter egal, wenn das Umfeld in der Familie ansonsten anregend ist.

        Auch die Gemeinschaft muss nicht so gepflegt werden. Es werden ja nicht alle Kinder jeden Tag gleichzeitig betreut. Warum sollte man also so lange einen Event machen, den alle Zusammenfasst, die mit"wollen". Da reicht ein Grillfest...
        Und für die Sozialisierung wäre so ein Lager auch unnötig, da sie ja schon in der Kita ist. Ein "Pfadfinder-Gedanke" kann auch noch nicht zum Tragen kommen. Dafür sind die Kinder noch viel zu jung.

        Aber eben: Du hast das Konzept gesehen und es gut gefunden. Folglich passte es für dich. Wenn du jetzt das Gefühl hast, das Kind kam unter 24 anderen zu kurz, ist das etwas erstaunlich. 24 Kinder die Abend aufgedreht rumtollen, unterhalten und bespasst werden wollen - und eins noch zusätzlich dauerbetuttelt und getröstet... Da liegt es irgendwie auf der Hand, dass das nicht klappte. Aber irgendwas an dem Konzept muss dir entsprochen haben... Du bist ja mal dahinter gestanden. Versuch das im Blick zu behalten, wenn du mit der Leiterin nochmals ein Gespräch führst.

(11) 07.06.17 - 23:53

Tja, wenn bei einer Gruppe von 25 Kindern und 2 Erziehern jedes Kind am Tag so mindestens eine Stunde Heimweh hat - ganz besonders abends, wenn es ins Bett soll - dann klappt das nicht mit dem trösten und du verlangst einfach zu viel. Das kannst du dir aber auch selbst ausrechnen. Das sind Erzieher und nicht individuelle Betreuer. Die müssen zeitgleich auf alle Kinder aufpassen. Ein trösten ist nicht vorgesehen.
Ich gehe mit den anderen konform - eine mehrtägige Reise im Kiga ist absolut zuviel für ein Kind. Mein Großer hatte damit noch in der Grundschule zu kämpfen. Mein Großer hat gegen das Heimweh dann seine Kamera mitgenommen und schon vor der Klassenfahrt uns hier zu Hause fotografiert. Die Bilder hat er sich dann angeschaut, wenn das Heimweh zu arg wurde.

  • (12) 08.06.17 - 07:42

    Also die Kitareise ist ja nicht meine Idee, sondern die unserer Einrichtung. Und insbesondere in unserer Gruppe ist es den Erziehern immer wichtig, dass dann auch alle Kinder mitkommen. Übrigens sind es nicht zwei Erzieher auf 25 Kinder sondern, wie ich oben schrieb eben 4 und mit denen hatte ich meine Bedenken bzw. die meines Kindes ja vor der Reise besprochen und da wurde mir versichert, es sei kein Problem sie zu trösten. Das ist der Punkt über den ich mich ärgere. Da hätten sie mir ja auch sagen können "nein das können wir nicht leisten", dann wäre sie eben nicht mitgefahren. Stattdessen wurde mir gesagt, dass sie sich selbstverständlich um sie kümmern würden. Und das ist eben laut Aussagen meiner Tochter nicht passiert.
    Wie gesagt, ich werde das nochmal mit der Sicht der Erzieher abgleichen.
    LG

    • (13) 08.06.17 - 14:09

      Also sei mir nicht böse, was die Erzieher wollen, wäre mir da herzlich egal. Mein Kind, das auch sehr sensibel ist, würde da nicht mitfahren.

      Ich wurde mit sechs Jahren ohne Mama auf Kur geschickt. Ich hab gelitten wie ein Hund und kann mich heute noch an das schreckliche Heimweh erinnern. Ich hoffe, dass deine Maus das Erlebte bald verarbeiten kann.

      • (14) 08.06.17 - 15:37

        Das tut mir leid, dass du da so schlimme Erinnerungen dran hast. Meine Tochter wollte wie gesagt von sich aus gerne mitfahren. Sie hatte letztes Jahr zwar auch etwas Heimweh, aber hat es insgesamt trotzdem genossen und war eigentlich ganz begeistert. Das Einzige was sie sich eben gewünscht hat war, dass jemand für sie da ist, wenn sie traurig ist.

        Jetzt war sie ja letzten Endes nur einen ganzen Tag ohne uns, ich hoffe auch, dass sie das schnell weg steckt.
        LG

Hallo,

hier dauert die Vorschulgruppe 1 Jahr (in Ausnahmefällen auch mal 2) und das Highlight im Abschlußjahr ist EINE Party mit Übernachtung im KiGa. Obwohl sich immer alle darauf freuen, werden auch hier jedes Jahr Kinder mitten in der Nacht abgeholt, weil sie es nicht schaffen.

Ich bin auch der Meinung, dass KiGa-Kinder keinen 4-tägigen Ausflug zu machen brauchen; erst Recht nicht jedes Jahr. Es mag sicherlich Kinder geben, die das genießen, aber viele sind dem einfach noch nicht gewachsen. Auch sind die Erzieher sicherlich nicht zu beneiden, die diese Horde Stöpsel betreuen müssen.

Auch frage ich mich, warum man ein Kind, welches erwiesenermaßen unter Heimweh leidet, immer wieder in diese Situation bringt. Sie wird wahrscheinlich einfach noch Zeit brauchen, um ein paar Tage von zu Hause wegbleiben zu können. Von den Erziehern kann man keine Sonderbehandlung erwarten.

Seltsam finde ich auch den Satz: "...Meine Tochter hat dann wohl eine Erzieherin angesprochen und sie darum gebeten sie zu trösten ...."
Sie hatte also die Erwartung, dass es Aufgabe der Erzieher ist, sie bei Laune zu halten, und war dann mit der Lösung nicht zufrieden. #gruebel

Ich denke, dass aus Sicht des Kindes vieles schief gelaufen ist und ich kann verstehen, dass sie (und damit natürlich auch Du) sehr unglücklich mit dem Verlauf des Auflugs ist/bist.
Ich würde das Gespräch suchen mit den Erziehern und mir die Situation aus ihrer Sicht nochmal schildern lassen. Allerdings würde ich ihnen keine Vorwürfe machen, mich würde nur der Vorgang an sich interessieren.
Wie zufrieden bist Du denn ansonsten mit der KiTa? Ihr seid immerhin schon einige Jahre dort - so schlecht und empathielos kann es dort ja nicht sein.

Ich würde kein Drama daraus machen, es auch bei meiner Tochter nicht zu sehr thematisieren. Sie hat versucht es durchzustehen, es hat nicht geklappt....fertig. Die Erzieher sind eine Gruppen-Begleitung, keine Individualbetreuer.

LG

Top Diskussionen anzeigen