Imaginäre Freundin der besonderen Art...

    • (1) 25.06.17 - 19:58

      Meine Tochter (wird im Oktober 5) hat seit drei Tagen eine besondere imaginäre Freundin... nämlich sich selbst. Statt ihr haben wir (Überraschung) die Eiskönigin Elsa zu Besuch, die bei uns schläft und sich auch alles erklären lässt. Als sie das erste Mal auf die Toilette musste, hat sie gefragt, wo sie die findet, beim ins Bett gehen wollte sie den Ablauf wissen und war hochbegeistert vom allabendlichen Rückenkraulen, das sie als sehr schön beschrieb. So, und währenddessen gibt es auch noch meine Tochter... Als imaginäre Freundin. Wir müssen warten, bis sie auch auf der Toilette war, müssen ggf. einen Platz auf der Couch für sie lassen oder einen Teller mit eindecken.

      Ich hatte gehofft, dass sich das mit Ablauf des Wochenendes wieder ändert, aber eben eröffnete mir "Elsa", dass sie morgen nach der Schule wieder zu uns kommt, das sei so mit meiner Tochter abgesprochen.

      Normale Phase? Normaler Wahnsinn? Oder ein Fall für den Kinderpsychologen?? Ich bin ein bisschen ratlos... Große Veränderungen gab es übrigens nicht, kein Umzug, niemand gestorben, keine Schwangerschaft. Danke schonmal für Eure Ideen!

      • Hallo,

        entschuldige, aber ich habe langsam das Gefühl, die heutige Elterngeneration hat ein extremst schlechtes Gedächtnis und null Erfahrung mit Kindern anderer Leute.

        Überhaupt auf die Idee zu kommen, wegen so etwas zum Psychologen zu rennen... #kratz

        Meine Freundinnen und ich haben damals auch sowas gemacht, natürlich nicht mit Elsa, sondern mit anderen Figuren. Ich war mal Winnetou. Vermutlich heißt das, dass ich nicht nur schizophren bin, sondern auch noch das falsche Geschlecht habe. #schwitz
        Die Tochter von Freunden (jetzt 12) hat vor ein paar Jahren so etwas bestimmt zwei Wochen lang betrieben. Sie hieß Ariane, was ihr Zweitname ist, und das war irgendwie so ein anderes Ich von ihr, das Eigenschaften hatte, die sie gerne gehabt hätte. Nach zwei Wochen wurde ihr die Sache aber zu langweilig.

        Ich schätze mal, dass die Kinder sich selbst als nicht so perfekt wahrnehmen und sich deswegen in eine Heldenfigur versetzen, die es, in ihren Augen, ist. Was würde Klein-Lieschen tun, und was würde, im Gegensatz dazu, die tolle Elsa, Ariane oder der tolle Winnetou tun?

        So etwas machen durchaus auch Erwachsene, die nicht so selbstsicher sind. Die nennen sich dann nicht Elsa, aber überlegen sich z.B. was jemand anders, den sie für kompententer halten, in einer bestimmten Situation tun würde.

        LG

        Heike

        Hallöchen,

        Ich denke es ist enorm wichtig für die Kinder, verschiedene Rollen einnehmen zu können.
        Das ist doch auch wichtig ,um elementare Dinge wie Empathie zu lernen.
        Ein sehr wichtiger kognitiver Entwicklungsprozess.

        Rollenspiele (auch mit sich selbst) sind dafür sehr förderlich und wichtig.

        Vielleicht würde ich sogar soweit gehen zu sagen: Integrier dich in ihr Spiel. Frag sie was ihre Freundin denn zu Situation Xy sagen würde ,was sie gerne isst und vielleicht auch versuchen herauszufinden was an ihr so besonders ist.

      • Erstmal danke für Eure Antworten :) ich weiß natürlich, dass Kinder imaginäre Freunde haben, und dass diese auch normal und sogar wichtig sind. Auch in andere Rollen zu schlüpfen gehört dazu, sich einfach mal ausprobieren. "Elsa" kann einiges, was "meine Tochter" nicht macht (zB abends alleine bettfertig machen), leider hat sie nicht eingesehen, die Sachen aufzuräumen, die "meine Tochter" beim Spielen rausgeholt hatte ;) ich war aber von der Kombination irritiert. Das kannte ich noch nicht und kann es auch immer noch nicht einsortieren. Aber vielleicht ist akzeptieren ja auch hier einfacher als verstehen #schein

      Inzwischen sind wir bei drei angelangt... Sie teilen sich ein Brot ;)

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