Nächtliche Wutanfälle / Nachtschreck?

    • (1) 01.08.17 - 08:56

      Guten Morgen,

      wir haben mit einem unserer 4 jährigen Zwillinge zunehmend das Problem, dass er Nachts aufwacht und kreischt und wütet.

      Ich dachte die Phase hätten wir endlich hinter uns, wochenlang sind beide Jungs nachts nicht mehr schreiend aufgewacht. Wir hatten schon einmal mit dem Nachtschreck (wenn es das denn war) zu tun. Monatelang. Bei beiden (zum Glück fast nie gleichzeitig). Das war aber irgendwie eine andere Qualität. Die beiden haben geweint und geschrien, sich aber durch engen Körperkontakt (hab sie dann immer mit aufs Sofa genommen, auf meinen Schoß gesetzt, aus dem Fenster gucken lassen und festgehalten bzw. von hinten umarmt bis es vorbei war) innerhalb von ca. zehn Minuten beruhigen lassen. Sie sind dann auch sofort wieder eingeschlafen.

      Seit einigen Wochen geht es aber eben mit dem einem wieder los. Dabei läuft es so ab:

      Meist zwischen 22:0,0 und 24:00 Uhr, gestern aber zum Beispiel auch mal um 2:00 nachts, fängt er erst an zu wimmern/meckern und innerhalb von Sekunden schreit er wie am Spieß. Ich muss dazu sagen, dass er sich mit seinem Bruder ein Zimmer teilt, sodass wir ihn eigentlich rausnehmen müssen. Wenn er das zulässt, geht es dann eben bei uns im Bett weiter. Er kreischt so laut, dass unsere Nachbarn das regelmäßig hören. Manchmal beruhigt er sich innerhalb von zehn Minuten und schläft bei uns weiter. Manchmal will er nicht aus seinem Bett und wir müssen ein vor Wut durchgebogenes Kind aus dem Zimmer nehmen :-( Ich weiß (und unser Arzt bestätigte dies) das klingt alles nach Nachtschreck. Aber irgendwie passt es dann doch nicht so ganz.

      Er ist nämlich manchmal durchaus ansprechbar aber dann eben im Wutanfall. Oder er fordert (lautstark unter Gekreische) Dinge, die zur Nachtzeit gar keinen Sinn machen. Gestern Nacht forderte er unter Geschrei, dass ich ihn zum Kindergarten bringen soll und nicht mein Mann. Manchmal schreit er nach Fernsehen oder irgendeinem Spielzeug oder nach Bonbons. Total willkürlich.

      Ich habe also manchmal schon das Gefühl, dass er wach ist und es eben ein Wutanfall ist. Aber aus dem Schlaf heraus, mitten in der Nacht?

      Ich darf ihn nicht anfassen, aber auch nicht weggehen. Ich kann ihn leider aber auch nicht in seinem Bett lassen, weil eben sein Bruder daneben schläft. Manchmal rennt er dann wie von Sinnen wieder in sein Zimmer oder will unbedingt ins Wohnzimmer. Ohne Sinn und Verstand irgendwie...

      Manchmal beruhigt er sich dann eben wieder wenn er sich "ausgeschrien" hat und schläft dann ein. Das kann aber mitunter eine Stunde dauern. Gestern ging es recht schnell (viertel Stunde). Aber ohne Drohungen oder wütend werden von unserer Seite geht es (scheinbar) nicht :-( Wobei das natürlich falsch ist und überhaupt keine Lösung.

      Es fällt mir nur eben mittlerweile auch wirklich schwer ruhig zu bleiben. Er weint ja nicht einfach nur laut sondern er schreit aus voller Kehle und ist so unfassbar wütend. Und das ohne für mich erkennbaren Grund. Ich wüsste halt gerne was dahinter steckt. Ich will auch nicht mehr schimpfen oder drohen nachts, das bricht mir das Herz, weil ich ja merke er braucht gerade etwas. Aber ich weiß nicht wie ich ihm helfen kann. Nachts um 2 ist meine Geduld auch nicht die größte. Vor allem wenn er mich schlägt oder seinen Bruder/die Nachbarn aufweckt. Zehn Minuten kann ich wirklich geduldig und gut aushalten, aber wenn es an die halbe Stunde geht, machen das meine Nerven kaum mehr mit.
      Hinzu kommt das mein Mann auch total überfordert ist nachts und wir uns auch noch anzicken, was nun die beste Methode ist ihn ruhig zu bekommen. Ich sage wir müssen das aushalten, weil nichts anderes etwas bringt. Kein Rumgetrage, kein Gekuschel, kein Gesinge, kein Geschimpfe, kein Gedrohe. Er sagt, dass er uns auf der Nase herumtanzt und es nicht geht, dass nachts so geschrien wird. Er nimmt ihn dann manchmal hoch, was natürlich nur "grob" geht bei einem durchgebogenen wütenden Kind und sagt ihm er muss dann alleine in seinem Bett schlafen. Dann kommt er aber zurückgerannt und schreit weiter.

      Entschuldigt die wirren Schilderungen, aber es geht eben auch völlig wirr bei uns zu, wenn er diese "Anfälle" hat :-(

      Ich bin wirklich mehr als unzufrieden mit der ganzen Situation. Mir tut mein Kind Leid, weil er scheinbar so „gefangen“ ist in seinem Anfall und uns geht es an die Substanz.
      Am nächsten Tag weiß er nicht mehr so wirklich was war oder antwortet, wenn ich frage warum er so doll geweint hat, dass er bei uns im Bett schlafen wollte. Davon war dann aber nachts nicht die Rede bzw. nichts von zu spüren ;) Gestern Nacht sagte er sogar als er sich beruhigt hatte und „nur“ noch weinte „Entschuldigung Mama“ und wir konnten kuscheln und weiterschlafen.

      Kennt ihr das? Habt ihr Tipps, in welchem Rahmen man das zumindest besser aushalten kann?

      Ich erkenne übrigens kein Muster, wann diese Anfälle nachts passieren. Er guckt kein Fernsehen vorm schlafen gehen und wie ich das erkennen kann, hat es auch nichts mit besonders ereignisreichen Tagen o.ä. zu tun.

      Liebe Grüße
      Emma

      • Rat kann ich dir leider keinen geben, außer vllt "Augen zu und durch", was dir aber auch nicht wirklich hilft.

        Wir kennen das Thema Nachtschreck von unserem Großen, zum Glück geht es momentan wieder besser *auf Holz klopf*, aber kann sich wieder ändern, haben wir leider in der Vergangenheit feststellen müssen.

        Vor einigen Wochen hatten wir mal wieder ca 2 Wochen lang jeden Abend Geschrei, was von einem Tag auf den anderen aufhörte, als er wieder sein Gitterbett zum Schlafen bekam, er wollte das lieber als das große Bett (90x200, in dem er schon seit Monaten ruhig schlief!) - keine Ahnung, seitdem ist Ruhe... Es ist eine komische Geschichte mit dem Nachtschreck.
        Mittlerweile bin ich soweit, dass ich einfach bei ihm bin in dem Fall, beruhigend rede, ihm Körperkontakt anbiete, dh. frage, wenn er zB eine Hand zum kuscheln will bekommt er die aber von mir aus fasse ich ihn nicht mehr an - und hoffe, dass es schnell vorbei geht. Meist schaffe ich es, ruhig zu bleiben, aber wenn es mitten in der Nacht passiert und die Nacht eh schon grottig verläuft, naja :(

        Bei euch ist es schwierig wg. dem Bruder im gleichen Zimmer, aber wacht er denn davon überhaupt auf? Unsere Kleine schläft seltsamerweise idR selig durch das Geschrei vom Großen, 2m von ihm weg. Wäre es sonst möglich, was an der Schlafsituation zu ändern? Hat er von sich aus mal was gesagt, ob er gerne etwas anders hätte?

        Wünsche euch starke Nerven, LG!

        • Hallo,
          und vielen Dank für deine Antwort!

          Also der Bruder wacht nicht sofort auf, aber ich denke so nach fünf Minuten wahrscheinlich schon, deswegen muss er eben raus aus dem Zimmer.
          An der Zimmersituation können wir auch leider nichts ändern, zumal beide auch in den Schlaf begleitet werden.

          Ach das ist echt Mist. Ich dachte die durchwachten Nächte mit Geschrei lässt man hinter sich, sobald das Baby- / Kleinkindalter vorüber ist...

          Ich werde ihn heute mal fragen. Aber in der Regel bringt das nichts. Im Moment weint er auch viel morgens und am frühen Abend. Bzw zetert/meckert/ist unzufrieden oder wütend. Irgendwie ist gerade der Wurm drin...

          Gestern Nacht haben beide auf einmal wie am Spieß geschrien. Dann wird noch mehr geschrien weil ich den einen ins Bett hole und der andere warten muss, oder beide wollen auf den Arm, aber gleichzeitig mit dem anderen auf dem Arm wollen sie auch nicht. So kann ich das beliebig fortführen...

          Hatte schon überlegt zu einer Erziehungsberatung zu gehen. Vielleicht kann uns geholfen werden, besser damit umzugehen...

          • Könnt ihr nicht das schlafende Kind zu euch rüber holen, wenn es wieder los geht? Und nur einer beim weinenden Kind bleiben (im Wechsel), dann gibt es keinen Streit. Bei uns wurde der Nachtschreck von Fencheltee ausgelöst. Falls ihr welchen gebt, komplett weglassen...

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