Vegane Kinder - wie seht ihr das?

    • (1) 13.08.17 - 10:27
      Inaktiv

      Gestern waren wir auf dem Kindergeburtstag der Tochter von Freunden. Sie wurde 6 Jahre alt. Gefeiert wurde in einem Indoor-Spielplatz (ohne Eltern), anschließend gab es Essen.

      Ein kleiner Gast (5 Jahre) brachte seine komplette Verpflegung selbst mit- Süßigkeiten inklusive. Das Mädchen ass lediglich ein paar Pommes mit. Ich vermutete Allergie/ Unverträglichkeit als Grund. Es stellte sich jedoch heraus das die Eltern strikte Veganer sind und das Kind daher ebenfalls nichts tierisches zu sich nehmen darf. Auch nicht einmal. Auch nicht kosten, wenn es mag. Die Mama hatte die Gastgeberin extra nochmal drauf hingewiesen darauf zu achten. Religiöse Gründe oder ähnliches gibt es wohl nicht.

      Die Kleine ass also ihr mitgebrachtes Essen (das sicher auch lecker war), es war ihr aber anzusehen das sie sehr gern mal probiert hätte. Es gab Hühnchen.

      Wir haben sowohl Veganer als auch Vegetarier im Freundeskreis. Alle gestehen ihren Kindern zu, Fleisch bzw tierische Produkte zu kosten und zu essen wenn es ihnen schmeckt. Es wird sogar für die Kinder auf Wunsch Fleisch gekauft und zubereitet. Deshalb war ich, ehrlich gesagt, sehr überrascht. Und das Mädchen tat mir ein bischen leid.

      Wie seht ihr das?

      • Hallo
        Da wird ja gerne argumentiert die Eltern dürfen das bestimmten, stimmt ja irgendwo auch nur finde ich das beim Essen schon kritisch und finde es fraglich ob es so den gewünschten Effekt haben wird. Das Kind wird die Sachen die es nicht essen darf wohl leider eher mit darf nicht probieren verbinden als altergerecht warum die Eltern es nicht essen.
        Wenn es denn auch wirklich so ist.
        Bei meiner Tochter war ein Mädel in der Gruppe dessen Familie "Teilzeit Vegetarier" sind. Mal darf es wochenlang kein Fleisch essen, dann 1 mal die Woche,.... Sie bekommt wohl nach wie vor Tobsuchtsanfälle weil sie es überhaupt nicht nachvollziehen kann, klaut anderen Fleisch vom Teller,... #gruebel Auch sehr doof.

        LG

        • (3) 13.08.17 - 14:19

          Ich hatte den Eindruck das die Eltern fürchten dem Kind könne es schmecken. Und das sie dann die Diskussion führen warum sie das leckere Essen nicht nochmal haben darf.

          Ich bestimme was mein Kind isst. Klar. Es kann nicht nur Süssigkeiten, Pommes und Nutella verputzen. Aber so ein Dogma einem kleinen Kind aufzuzwängen und es damit immer als Außenseiter zu stempeln finde ich nicht okay. Die Kleine versteht mit Sicherheit nicht wondas Problem liegt.

      (4) 13.08.17 - 13:10

      So wie du. Machen kann man da aber leider nix.

    • Es gibt 2 Aminosäuren die der Mensch nicht aus pflanzlicher Nahrung generieren kann sondern über tierische Nahrung zu sich nehmen muss. Kinder im Wachstum haben sogar erhöhten Bedarf daran. Deswegen besteht da in meinen Augen keine Diskussionsgrundlage, kein leid tun, es ist einfach schädlich. Solange Kinder nicht mündig entscheiden können muss man sie gesund ernähren, was erwachsene Ernährungsterroristen mit ihrem Essen machen ist mir schnuppe.

      Auch auf die Gefahr hin, dass ich gleich mit Steinen beworfen werde, merke ich mal an, dass ich vegane und vegetarische Ernährung bei Kindern reichlich unverantwortlich und gefährlich finde. Vor allem dann, wenn es dem Kind befohlen wird, statt dass es selber gerade mal eine vegetarische Phase hat. Ähnlich wie "Ich mag gerade mal ein paar Wochen keine Nudeln / grünes Gemüse / Suppen"-Phasen. Diese Phasen sind auch völlig normal, solange sich daraus keine generelle Verweigerung gegen gesund und nährstoffreiche Lebensmittel entwickelt. Vegane Phasen, die rein vom Kind aus gehen, gibt es meiner Meinung nach nicht. Zumindest nicht bei kleinen Kindern, denen ja gar nicht bewusst ist, was alles tierische Produkte sind. Sowas ist immer von den Eltern vorgeschrieben und das finde ich schlicht gefährlich, denn Kinder haben zum einen einen ganz anderen Nährstoffbedarf als Erwachsene und sollten zum anderen offen und unvoreingenommen an Lebensmittel rangehen, um möglichst viel kennenzulernen. Das geht aber nicht, wenn überambitionierte Eltern mit gefährlichem Halbwissen meinen, das Leben ist gesünder, wenn man alles tierische meidet und ihre Kinder mit rationierten, selbst mitgebrachten Lebensmitteln und strengen Verboten belegen und somit zu Außenseitern macht. Denn diese Kinder, auch wenn sie eingeladen werden, werden immer die komischen Kinder sein, die nichts dürfen und sich ihre eigenen Sachen mitbringen. Und das ist für die Kinder einfach nicht schön, wenn sie selber es eigentlich gerne ganz anders hätten.

      Vegetarisch und veganisch ist nicht automatisch gesünder. Es ist nur anders und gewisse Nährstoffe müssen eben gezielt durch andere / spezielle Lebensmittel zugefügt werden. Auch das ist schwierig. Vor allem bei Kindern, die sowieso oft mäkelige Phasen haben. Da muss man dann doch nicht noch mit irgendwelchen Verboten zusätzlich die Ernährung verkomplizieren. Vor allem dann nicht, wenn es für Kinder nicht verständlich ist, warum sie etwas nicht dürfen, aber ihre Freunde wohl. Man kann ja nicht mal mit "Du hast da aber nun mal diese Krankheit, die dein Freund nicht hat." argumentieren. Und sorry, aber dieses "Tiere sind so niedlich. Die können wir doch nicht essen." oder "Wir essen nichts, was ein Gesicht hat." sind für mich keine Argumente. Das "Fleischlos ist gesünder" sowieso nicht, denn das ist kompletter Quatsch. Ich gebe gerne zu, dass wir heutzutage viel zu einfach an Fleisch rankommen und den Verbrauch runterschrauben sollten, wodurch die Haltungsbedingungen sich auch verbessern würden. Aber komplett fleischlos ist in meinen Augen Quatsch. Wir Menschen sind nun mal von Natur aus Mischkostesser, sonst hätten wir nicht Schneidezähne und Mahlzähne (Backenzähne). Es ist vorgesehen, dass wir auch Fleisch essen und gewisse Tiere sind nun mal einfach Nutztiere. Ist so und ich finde es Blödsinn, das wegzudiskutieren (Haltungsbedingungen sind eine ganz andere Sache).

      Ob man nun also auf Fleisch oder sonstige tierische Produkte verzichtet oder nicht, sollte man ganz alleine nur für sich entscheiden und niemandem aufzwingen. Auch nicht seinen Kindern. Und schon gar nicht sollte man seine Kinder mit irgendwelchen Ansichten, die für einen selber funktionieren, in Außenseiterrollen und Gewissenskonflikte drängen, wenn diese Ansichten für die Kinder nicht zutreffen. Von der Nährstoffzufuhr, die bei Kindern dann auch ganz anders bedacht werden muss, ganz zu schweigen.

      So, und nun dürfen die Steine gerne fliegen.

      Lg Leonora07

    • (9) 13.08.17 - 14:15

      Ich sehe das wie du- Menschen sind von Natur aus Fleischfresser. Dann lieber weniger, und bewusst, und von guter Qualität als komplett Verzicht zu üben.

      Fleischlos ist nicht gesünder. Ich glaube schon das man (wenn man gut informiert ist und drauf achtet) auch ein Kind fleischlos ernähren kann ohne das es Schaden nimmt. Selbst sehe ich keine Notwendigkeit dafür, aber jeder wie er mag.

      Kritisch finde ich in der Tat dieses Aussenseitertum. Alle essen Geburtstagskuchen, nur XY packt ihren einsamen Veganen Muffin aus. Alle gewinnen Süssigkeiten beim Wettlaufen, nur XY muss ihre eigenen Gummibärchen essen. Und das ohne echten Grund, in meinen Augen. Ich bin selbst allergisch auf Nüsse und muss in manchmal bei Kuchen etc passen. Aber ich weiss warum. Und ich würde meinem Sohn den Kuchen deshalb nicht verweigern.

      Die Gastgeberin hat übrigens kurz überlegt ob sie (wegen Kind XY) überhaupt Fleisch etc anbietet. Fand dann aber, das die Mehrheit und das Geburtstagskind in dem Fall eben vorgeht. Ich bin froh das die Kleine nicht mitessen wollte. Ich hätte ihr nicht sagen wollen, nein, deine Mama hat es verboten. Aber gleichzeitig hätte ich nicht dem ausdrücklichen Wunsch der Mutter zuwider handeln wollen.... schwierig.

      • echt du bist also ein Fleischesser, dann bitte zerlegt ein Huhn oder sonstiges Kleintier, mit deinen Händen, ohne andere Hilfsmittel, und iss es im Rohen zustand, wenn du das kannst dann bist du ein Fleischfresser von Natur aus, wie ein Löwe, ein Raubtier das ausgestattet wurde um andere Lebewesen zu verspeisen.

        Aber wir Menschen können kein Tier zerlegen, nur mit unseren Händen und dürfen an versagen der Verdauung sterben wenn wir einfach ein rohes blutiges Stück Fleisch essen würden, unser Magen ist nicht dafür gemacht, solche Produkte vertragen wir nur wenn sie zubereitet wurden, gibt ja viele Weisen dafür, selbst tatar ist zubereitet, gibt es so in der Form nicht direkt vom tier.

        die einzigen tierischen Eiweiße, die ein Mensch fähig ist zu essen, auser milch und eier, sind wohl einige wenige insekten und würmer

        Tiere die reine Pflanzenfresser sind, verspeisen diese aber auch unbewusst, auf Blättern, Gräsern befinden sich oft solche Lebewesen die mitgegessen werden und auch Planzenfresser tiere vertragen wie wir menschen tierische Produkte in verarbeiterer Weise z.B Tiermehl.

        • (11) 14.08.17 - 07:18

          Entschuldigung, aber aus Evolutionstechnischer Sicht ist es schlicht so das Menschen Allesfresser sind. Schon Schimpansen verzehren kleine Tiere und andere Affenarten (auch mal ein Jungtier der eigenen Art). Roh, selbstverständlich.

          Es ist so, das wir Menschen frühzeitig auf Hilfsmittel zurück gegriffen haben um Fleisch zu verarbeiten und geniessbar zu machen. Sei es behauene , scharfe Steine (Faustkeil) oder eben Feuer. Gegartes Fleisch ist geniessbarer, und der Genuss davon hat dazu beigetragen das wir uns unser grosses Gehirn überhaupt "leisten" können. Menschen waren von Anbeginn ihrer Zeit Jäger, als blosse Sammler hätten wir gerade in Europe und in gemässigten Zonen nicht überlebt.

          Schau mal in sehr ursprüngliche Gesellschaften, die es ja immer noch gibt (Amazonas....). Die jagen. Und haben noch nicht mal ein Wort für Vegetarier. Sicher nicht aus großartigen philosophischen Überlegungen, sondern aus purem Instinkt. Dabei könnte man dort vielleicht sogar das ganze Jahr vom Sammeln leben.

          Allerdings stimme ich dir zu. All die, die mit Genuss und Heisshunger Fleisch essen, sollten zumindest genau wissen wie man ein Tier tötet. Mit Gewehr aus dem sicheren Unterstand einen Hirsch zu schiessen ist da nicht das selbe wie mit Speer bewaffnet am Tier zu stehen. Da kann das Tier nämlich durchaus gewinnen. Und DAS wäre normal. Heute, mit Bolzenschussgerät in den Stall zu gehen und Schweine umzubringen, ist es nicht.

          • sehe ich anders, ich will hier auch keinen Diskussion entfalten die Sinnlos ist, (ich müsste hier mit Mensch und Affe anfangen) da glaub nicht dran ist nicht bewiesen, ist nur eine Theorie.

            Wenn du es so siehst, ist es ok...

            persönlich bin ich ja der Meinung der Mensch hat angefangen, Tiere zu jagen und geniessbar zu machen, weil es arschkalt auf der Erde wurde und es nicht anderes zu essen gab, aus der Not heraus halt, und nicht weil er ein raubtier ist, man kann das auch bei der Massentierhaltung beobachten, das Pflanzenfresser in gewissen Situation anfangen an ihren eigenen Artgenossen rumzuknabbern...

            und hier in europa wirst du feststellen das bei unseren Vorfahren, eigentlich kein fleisch gegessen haben, zumindest wurde bis jetzt in keinem germanischen Dorf , Schlachtplatz oder ähnliches entdeckt, und auch in Mägen der Moorleichen befand sich ausschließlich Pflanzliche Nahrung , die Tiere die sie hielten, dienten dem Ackerbau, Eier, Milchproduktion und Wolleherstellung, oder halt der Fortbewegung wegen.

            Zum anderen ist belegt, dass zur Zeit der Christialierung, heiden gezwungen wurden Tiere zu essen, ... daher kommt auch der Gedanke das es überlebenswichtig ist, war zu der Zeit ja auch für viele.

            Aber ansonsten sollte jeder das tun und lassen was er möchte, du bist dir ja bewusst was du tuest, am falsches finde ich persönlich wenn ein Kind gar nicht weiss woher Fleisch kommt, oder auch viele andere lebensmittel ...

            • (13) 14.08.17 - 17:46

              Also ich finde es total spannend, verschiedene Sichtweisen dazu zu hören. Das die Germanen Vegetarier waren, diese Theorie kannte ich zB nicht. Meines Wissens nach betrieben sie Viehzucht, und assen an Festtagen durchaus Fleisch. Allerdings selten, den es war (wie ja auch bei uns bis vor 60-70 Jahren) zu kostbar für täglichen Konsum.

              Aber du hast Recht, jeder hat seine Ansicht und zählt die Dinge auf die diese stützen. In der Regel.

              Schlussendlich kommt es darauf an ob man es prinzipiell als in Ordnung ansieht Tiere zum Zweck der Ernährung zu töten. Denn darauf läuft es ja am Ende raus. Warum man das als in Ordnung ansieht oder eben nicht- kann ganz unterschiedlich sein.

              Müsste ich meine Tiere immer selbst töten um Fleisch zu haben- wer weiss. Zumindest gäbe es dann erstmal nur vegetarisch, soviel ist sicher. Lol

      Einsam seine veganen Muffins auspackt? :-D

      Unsere veganen Muffins gehen weg wie warme Semmeln :-D
      Und wenn der Kleine meiner Freundin vorbeikommt der darf keinen Honig, keinen Zucker, kein Weizenmehl, keine Eier, keine Milch ...für den wird einfach ein ganzer Kuchen gebacken und jeder der mag ißt mit

Es ist ganz und gar nicht schwierig ein Kind vegetarisch oder vegan gesund aufwachsen zu lassen.
Als Fleischesser stellt man sich das nur schwierig vor , weil man sich noch nie mit dem Thema in der Tiefe auseinander gesetzt hat.
Mir erging es bevor ich selber Vegetarier wurde ähnlich.

Das "Vegetarierkind" ist heute erwachsen, gesund, groß,studiert und ist hochintelligent.
(entgegen der düsteren Prognosen meiner fleischliebenden Familie :-D)
Er wollte auch nie Fleisch essen und will es bis heute auch nicht.

Die Folgekinder essen bzw haben mal Fleisch gegessen. Die Kinder die heute noch Fleisch essen sind da auch sehr unterschiedlich. Einer könnte jeden Tag und viel davon verdrücken, der andere der ißt es aller paar Wochen mal.

Der letzte ist vom Vegetarier zum Mischkostesser wieder zum Vegetarier und letztlich zum Veganer geworden.
Aber auch er hat die Freiheit zu jeder Zeit anders zu treffen, temporär oder für immer- völlig egal.
Ich finde jeder soll sich nach seiner Vorstellung ernähren dürfen. Wir haben den Luxus dies so zu können.

Übrigens ist der Veganer am wenigsten mäklig, was das Essen betrifft.
Er ißt halt nur kein Fleisch und keine tierischen Produkte. Dafür alles an Obst und Gemüse usw. Seit dem er so lebt ist er interessanterweise nicht mehr so oft krank.

In seiner Klasse und bei seinen Freunden wird er nicht als Außenseiter behandelt.
Sie haben ihn so kennengelernt und keiner hat damit Probleme.
Allerdings geht er damit auch nicht hausieren. Er lehnt halt den mitgebrachten Kuchen ab und sagt er mag keinen Kuchen essen.
Die Lehrerin weiß , dass es seine Entscheidung ist und dass er unseren Segen hat, wenn er sich eine "Ausnahme" genehmigen möchte. Will er nur nicht.

Ich kann nicht verstehen warum Mischkostesser, Veganer und Vegetarier sich immer darstellen müssen, dass ihre Ernährungsform die gesündere und bessere sei
Man das ist ja wie eine Religion!
Kann man das nicht einfach respektieren und fertig?

Karna

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