Ach man... :( Silopo

    • (1) 15.08.17 - 19:42

      Ach man...

      unser Sohn (2,5) steckt gerade mitten in einer "Trotzphase". Gestern schon riesen Theater beim ins Bett bringen, bis er vor Erschöpfung eingeschlafen ist. Und jetzt eben wollte er beim Laufrad-Fahren nicht mehr weiter, als wir am weitesten Punkt waren. Ich alles versucht, motivieren, dass er laufen kann (oder Rad fahren), nur ein paar Schritte, komm wir singen, bis hin zu "jetzt reicht's aber, ich gehe weiter". Er will getragen werden. Ich dachte, er testet eben wieder aus, wer den stureren Kopf hat! Riesen Geheule mit allem drum und dran! Auch zuhause dann nur Gejammer. Irgendwann nehm ich ihn in den Arm und wir reden über's Rad fahren und laufen usw. und vertragen uns.

      Dann merke ich plötzlich, dass er ganz warm ist. Das hab ich vorher auch schon gemerkt, dachte aber es kommt vom schreien. Er fängt an zu zittern und schläft ein...39 Fieber :(

      Jetzt sitz ich hier mit einem monströsen schlechten Gewissen und frage mich, warum man manchmal vor lauter Erziehung nicht mehr auf sein Kind "hört" und vor lauter "man will ja alles richtig machen" nicht mehr auf seine Intuition vertraut!

      Sorry, Silopo, aber das musste mal raus!

      VG, die traurige Tomate

      • Hallo.

        Erst mal: Dein Kind testet nichts aus. Kinder testen Grenzen nur aus, wenn sie entweder die Person und deren Grenzen noch nicht kennen (halte ich bei Eltern für unwahrscheinlich) oder aber wenn die Grenzen ständig verändert werden, so dass das Kind nicht wissen kann, wo sie sind. Auch wäre natürlich denkbar, dass das Kind geistig nicht in der Lage ist, Grenzen zu fassen.

        Wenn Du die drei Sachen ausschließen kannst, dann testet Dein Kind keine Grenzen aus, sondern ist einfach nur nicht einverstanden mit dem, was Du entschieden hast.

        Dass ein Kind in dem Alter am weitesten Punkt der Strecke müde wird und keine Lust/Energie mehr hat ist völlig normal. Dass er nicht begeistert darauf reagiert, wenn darauf (aus welchen guten Gründen auch immer) keine Rücksicht genommen wird, ist ebenfalls normal und gesund.

        Das hätte auch ohne Fieber gut passieren können.

        Mach Dir jetzt kein schlechtes Gewissen, davon hat niemand etwas, am wenigsten Dein Kleiner. Aber nimm die Erfahrung mit in die nächste Situation, in der Du denkst, Dein Kind wäre nur bockig und versuch zu ergründen, ob da nicht etwas dahintersteht, für das Du Verständnis haben und zeigen kannst.

        Und gute Besserung für den Zwerg!

        • naja oder so...sagen wir, er ist öfter mal nicht einverstanden mit den Dingen, die ich entschieden habe in letzter Zeit ;) Seine erste Antwort auf die meisten Fragen ist "nein". Bei "willst du ein Eis" hingehen ist sie "Nein...DOCH!!" :D

          Das Problem war ja: ich habe durchaus Verständnis für ihn gehabt. Hab ihn in den Arm genommen, wir haben mitten auf der Straße ne ganze Weile gekuschelt. Ich hab ihm erklärt, warum ich ihn nicht tragen kann: Ich hatte einen Einkaufstasche (wir waren beim Supermarkt) und sein Laufrad. Ihn den ganzen Weg auch noch zu tragen, war zu schwer. Ich hab's eh schon im Rücken. Buggy mitnehmen ist nicht wirklich eine Option, weil er mit seinem Laufrad ab und an sehr schnell wird und mit Buggy bin ich nicht "wendig" genug.

          Eigentlich kann der solche Strecken laufen, aber naja, daran hätte ich merken müssen, dass er krank wird :(

          • Das wird auch so bleiben, dass er nicht immer zu allem ja und amen sagt, was Du entscheidest. Dafür ist ein eigener Wille ja da. Nicht um Dich zu ärgern, sondern um ein Rückgrat zu entwickeln und eigene Entscheidungen zu treffen.
            Später bist Du froh, wenn Du keinen Mitläufer und Ja-Sager großgezogen hast. ;-)

            Nein - Doch hatten wir auch oft. Das liegt daran, dass sich die Meinung der Kinder in dem Alter in Sekundenbruchteilen ändern kann. Auch mehr als einmal...

            Das Problem mit dem Laufrad - und die Kinder wollen nicht mehr - kennt wohl fast jede Mutter. Ich hab meinen Kindern dann immer gesagt, wenn sie das Laufrad nicht selbst zurücktransportieren, dann dürfen sie es nächstes Mal nicht mitnehmen. So durften sie tatsächlich mehrmals nicht mit dem Laufrad fahren, wenn absehbar war, dass sie schlapp machen könnten. Die Übersicht haben Kinder halt noch nicht, dass sie ihre Kräfte richtig einschätzen könnten. Und ich bin auch niemand, der gerne Laufräder/Roller/Rollschuhe/was auch immer trägt. Und zum Einkaufen wars bei uns ohnehin tabu. Aber wenn Du doch ohnehin das Laufrad vor dem Laden anschließen musstest (oder dürfen bei euch die Kinder damit durch den Laden fegen?), dann hättest Du ja ein Schloss dabei gehabt und es unterwegs anschließen und später holen können, oder nicht?

            Dass ein Kind krank wird, kann man nicht immer merken. Manchmal sind sie ja auch einfach nur so müde, weil die eigene Entwicklung gerade anstrengend ist. DA musst Du Dir wirklich keine Vorwürfe machen.

    Genau so ging es mir auch mal! Waren ebenfalls mit dem Laufrad unterwegs und ich war der Meinung, mein Sohn stellt sich furchtbar an... Abends dann hohes Fieber. :-( Hab mich auch schrecklich gefühlt.

    Ach ja, das war einer der gefühlt millionen Fehler die ich in den letzten 4 Jahren gemacht hab. Wie gerne, wäre ich für meine Kinder die perfekte Mama. Aber es gibt kein Zusammenleben, ohne Schmerz, Verletzungen, Missverständnissen... auf beiden Seiten. Man reflektiert das und das bringt einen dann wieder ein Stück weiter oder näher an die andere Person. So ist das Spiel.

    Also Schwamm drauf, morgen ist ein neuer Tag! #liebdrueck

    Hallo traurige Tomate,

    Vielleicht tröstet es dich: ich war heute den ganzen schönen sonnigen Tag zuhause, er hat sich so klar und deutlich gegen alles ausgesprochen , dass ich mir sicher war das mein Sohn irgendetwas ausbrütet...irgendwann war es wohl verflogen...

    Tja, soetwas gibt es halt...

    Gute Besserung

    Mach dir keine Gedanken! Dass er wirklich kränkelt, konntest du nicht wissen und wie manche schon geschrieben haben, Fehleinschätzungen passieren immer mal wieder! Nobody's perfect!

    Aber zu der Laufradsache ganz allgemein: Das mit dem Abschließen des Rades ist eine prima Idee! So hab ich das auch schon öfter gemacht! Mein Sohn will in letzter Zeit nicht mehr im Anhänger sondern mit dem eigenen Rad fahren, zwischendurch wirds ihm doch zu anstrengend. Ich hab einfach keine Lust auf Diskussionen und darauf, ihn ständig "anfeuern" zu müssen. Ist dann ja für alle kein spaßiger Ausflug mehr. Also schließ ich sein Rad einfach an und er springt zu seiner Schwester in den Anhänger. Entweder holen wir das Rad dann am nächsten Tag oder Papa bringts nach der Arbeit einfach mit dem Auto heim.
    Ein Mal allerdings wollte er vom Metzger heim nicht mehr fahren. Wir sind dort Stammkunden und kennen die Inhaber gut, deshalb haben wir sein Fahrrad im Laden abgestellt. Nachmittags wollte er wieder fahren, wir also mit Anhänger los zum Laden und standen dann allerdings leider vor verschlossen Türen, denn die Metzgerei war ab 13 Uhr aufgrund eines Familienfestes geschlossen! Ohhh, da gab's Tränen, Wut, Schreierei.... Aber es half nichts. Radeln konnte er dann erst am nächsten Tag wieder! Was soll ich sagen - seit dem ist Junior jede Strecke auch wieder zurück gefahren!

    Sowas ist mir auch schon mal passiert!! Wir waren zu Fuß unterwegs und er hatte schon des Öfteren gebockt auf der Strecke. Also ich das Kind angemault, komm endlich Blabla. Zu Hause Schüttelfrost, Fieber... aber verzeih dir! Sowas passiert den besten. Ist bestimmt der tunnelblick.

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