Missbrauch unter Kindern

    • (1) 01.11.17 - 10:34

      Hallo ihr Lieben,
      ich muss mir was von der Seele schreiben.
      Meine Tochter hat mir gestern beim Frühstück erzählt das Sie im Kindergarten von einem anderen Jungen aufgefordert wurde seinen Penis zu lutschen.

      Ich bin aus allen Wolken gefallen.

      Sie ist seit ein paar Monaten bei ihrem Vater im Ort im Kindergarten und jedesmal wenn Sie bei mir und meinem Mann ist, sagt sie, sie möchte wieder für immer bei uns bleiben und möchte nicht mehr in den Kindergarten dort gehen.

      Jetzt verstehe ich auch warum.

      Durch eine harte Zeit haben Ihr Vater und ich die Entscheidung getroffen das sie erstmal bei Ihm leben soll, weil ich durch den Schichtdienst und der immer intensiver werdenden Pflege meiner Oma, kaum noch allen Verpflichtungen nachkommen konnte und ich nicht wollte das sie darunter leidet.
      Ich selbst habe jetzt mit dem Tod meiner Oma keine Familie mehr.

      Hattet ihr selbst schonmal einen Fall im Kindergarten dieser Art?
      Ich bin erschüttert und verängstigt, selbstzweifel nagen an mir und ich mache mir Vorwürfe.
      Sie hat angefangen an den Fingernägeln zu kauen und möchte nicht mehr zu ihrem Papa am liebsten.
      Sie sagte mir ebenfalls das sie es schon Ihrem Papa erzählt hatte und dieser aber nichts gemacht hätte.

      Ich glaube ich habe den größten Fehler meines Lebens gemacht, dabei wollte ich sie nur schützen vor dem was zuhause war. Wir haben mit meiner Oma in einem Haus gelebt und durch ihre Demenz war sie sehr herrisch, aggresiv und laut. Ich wollte doch nur nicht, das sie das alles mitbekommen musste.

      Jetzt erzählt sie mir sowas.
      Ich bin am Boden zerstört.

      Morgen werde ich in die KITA dort fahren und den Vorfall melden.

      Mir geht auch dieser Junge nicht aus dem Kopf, denn irgendwoher muss er ein solches Verhalten ja haben. Ältere Geschwister hat er nicht und mit kindlicher Sexualität hat so eine konkrete Aufforderung auch nichts mehr zu tun.

      Ich habe meine Tochter dafür gelobt, das sie mir das erzählt hat und das ich stolz auf sie bin das sie es mir gesagt hat und das sie mir sowas immer sofort erzählen soll.

      Mein Mann und ich haben beschlossen, das wir jetzt das Aufenthaltbestimmungsrecht und wenn Ihr Vater weiterhin ein solches Theater veranstaltet, werden wir auch noch das Sorgerecht neu regeln lassen.

      Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen?
      Ich überlege auch mit Ihr sofort zu einer Therapie zu gehen, ist das übertrieben oder sinnvoll?

      Ich bin um jede Antwort dankbar.

      LG

      • Doofe Frage, trotz der Ernsthaftigkeit des Themas: Hat sie es gemacht? Wenn sie dir darüber berichten kann, sollte sie auch schon alt genug sein, um Nein zu sagen.

        • Sie ist erst 4, ich habe sie gefragt ob sie es gemacht hat. darauf hat sie nicht wirklich eine Antwort gegeben. Ich wollte aber nicht weiter bohren, weil sie direkt das Thema gewechselt hat und sich dem Thema entzogen hat. Es war ihr also sichtlich unangenehm und sie war damit überfordert.

          Ich habe ihr gesagt das sie mit dem Jungen nicht mehr alleine sein soll und wenn er ihr sowas nochmal sagt soll sie weg gehen und ihm sagen das sie keine Freunde sind.

          Das Ganze hat sich wohl in einem Häuschen auf dem Kita Aussengelände abgespielt, in dem die Kinder wohl "ungestört" und "ungesehen" von den Erziehern sind.

          Ich wollte Sie damit auch nicht unter Druck setzen.

          • Dann hat das aus meiner Sicht aber weniger mit den Vater zu tun als mit der Kita und dem Jungen. In dem Alter entdecken Kinder ihren Körper und wenn der Junge vielleicht seine Eltern beim Sex entdeckt hat, kommt sowas vor. Spreche es einfach in der Kita an und bestärke dein Kind darin, Nein zu sagen, wenn es etwas nicht möchte. Ich selber würde daraus keinen großen Hehl machen, weil es 4 Jährige sind. Nimm sonst auch nochmal die Eltern des Jungen beiseite. Aber mit Respekt und auf Augenhöhe, weil nach wie vor: Die Kinder sind 4. Man darf da nicht glauben, dass sie etwas von sexueller Intension verstehen.

      Also ich würde das jetzt nicht überdramatisieren. Natürlich ist das nicht ok, dass der Junge das gesagt hat und ich würde auf jeden Fall das Gespräch mit dem Kiga suchen aber da von Missbrauch zu sprechen finde ich übertrieben. Letztendlich wird der Junge den Spruch irgendwo aufgeschnappt haben vermutlich gar nicht genau wissen, was er da sagt. Es ist aus meiner Sicht sogar eher der Junge das ,Opfer‘, der Kiga sollte nachforschen, wo er den Satz her hat.

      Dass deine Tochter etwas durch den Wind ist, ist verständlich aber mach es bitte durch dein Verhalten nicht noch schlimmer. Stärke ihr den Rücken, indem du ihr mal grundsätzlich klarmachst, dass ihr Körper ihr gehört (dazu gibt es auch schöne Bilderbücher) und sie ermutigst, beim nächsten Mal direkt einer Erzieherin Bescheid zu sagen.

      Hallo, das hört sich sicherlich nicht gut an. Aber aus Erfahrung weiss ich, dass Kinder manchmal auch "Geschichten" erfinden. Vielleicht hat sie Ihren Papa ja mit seiner Freundin beim "Liebesspiel" erwischt und diese Worte aufgefasst?!
      Sollte dies auszuschliessen sein - schnellstens ein Gespräch mit dem Kindergarten UND mit den Eltern des Jungen.
      Da muss etwas getan werden. So geht das ja nicht. Aber wie du schon sagtest, vielleicht hat auch der Junge Dinge erlebt, die er nicht hätte erleben dürfen. Dies müsste auch angesprochen werden.
      Ich wünsche euch alles Gute! Der mausezahn

    • Ich kann dein Entsetzen durchaus nachvollziehen, würde das Ganze aber nicht als "Missbrauch" unter Kindern bezeichnen.

      In dem Alter entdecken Kinder ihre Körper. Sie ziehen sich aus, fassen sich an und bemerken, dass Mädchen anders sind als Jungen. Vielleicht hat der Junge aus dem KiGa ältere Geschwister oder seine Eltern beim Sex überrascht, das kann schon mal vorkommen. Den Satz an sich würde ich aber wirklich nicht dramatisieren. Den Vorfall an sich würde ich im KiGa ansprechen und um Aufklärung bitten. Sowas muss nicht (wiederholt) vorkommen. Der KiGa muss reagieren, indem er das verhalten des Jungen reflektiert und schaut, woher er diesen Spruch haben kann.

      Du solltest deine Tochter lediglich darin bestärken, dass sie sich in keinem Fall zu solchen Handlungen zwingen lassen soll, dass ihr Körper nur ihr gehört und sie keiner anfassen darf, wenn sie das nicht will.

      Du solltest deiner Tochter gegenüber vielleicht auch nicht zu viel Gewicht der Sache beimessen, damit sie selbst aus der Sache möglichst unbehelligt heraus geht.

      >> Mein Mann und ich haben beschlossen, das wir jetzt das Aufenthaltbestimmungsrecht und wenn Ihr Vater weiterhin ein solches Theater veranstaltet, werden wir auch noch das Sorgerecht neu regeln lassen. <<

      Du schreibst, ihr Vater veranstaltet Theater - was denn für ein Theater??? Er hat zu dieser Sache vielleicht eine andere Einstellung als du. Deine Tochter sagt, er hat "nichts gemacht". Ich informiere meine Tochter aber auch nicht über jeden meiner Schritte, weil die Kinder da nicht immer mit hinein gezogen werden müssen. Anstatt gleich einen Sorgerechtsstreit vom Zaun zu brechen, würde ich das Gespräch mit dem Vater suchen und klären, wie er mit dem Vorfall umzugehen gedenkt.

      Ist das denn so schwer, miteinander zu reden?

      Hallo,

      jetzt mal ganz ruhig. Dass solche Dinge immer wieder vorkommen, hat in meinen Augen, jetzt nicht unbedingt etwas mit Missbrauch zu tun. Es war eine Aufforderung eines Jungen, die ist nicht schön, aber mehr, als eine Auffrorderung ist es erst einmal nicht.
      Meine 4-jährige Tochter hätte mir das auch erzählt und sie hätte auch verneint und wäre damit zu einem Erzieher gegangen. Denn wir haben ihr von kleinauf klar gemacht, was erlaubt ist und was nicht. Warum suchst Du nicht erst einmal das Gespräch mit den Erziehern? Das wäre jetzt der nächste Schritt damit sie ein Auge auf den Jungen haben können. Du sagst, Du hast keine Zeit für das Kind und hälst es jetzt dem Vater vor.
      Vielleicht redest Du auch mal mit ihm darüber? Bevor diese kleinen, feinen Details nicht geklärt sind, würde ich über eine mögliche Therapie keinen Kopf machen. Auch Eure Trennung wird dem Kind zusetzen, ich glaube, da spielen gerade alle Faktoren zusammen. Also kläre das mit Deinem Exmann und dem Kindergarten!

      LG

      Du bist einfach gerade in einer super schwierigen Situation, mit Kind, Oma pflegen, Trennung, sonst keine Familie. Das ist hart und es klingt als meisterst du das gut!
      Deine Tochter bekommt bestimmt auch mit, dass du total fertig bist, Kinder merken das doch, auch wenn sie nicht im Haus sind. Und dann zum Papa woanders, hin, her etc.
      Ich glaube du reagierst einfach total über und bringst da Sachen in Zusammenhang, die nichts miteinander zu tun haben. Und da ist sicher nirgendwo Missbrauch. Bitte benutze solche Worte nicht vorschnell, sonst verlieren sie irgendwann ihre Ernsthaftigkeit.

      Ganz ehrlich, wenn ich sowas mitkriege ich müsste lachen. Kinder sind nicht sexuell. Die entdecken sich, schnappen was auf etc. hast du dich früher nicht mit deinen Kindergartenfreunden nackig gemacht? Bei uns war das normal, meine Eltern haben uns lediglich gesagt, wir sollen uns bloß nicht irgendwas irgendwo rein stecken.

      Gut wäre es, wenn du deine Tochter bestärkst, nein zu sagen. Jetzt ist es noch harmlos, da kann sie gut üben.
      Ich würde aber auch in der Kita Bescheid geben, sie können mit den Eltern des Jungen sprechen, dass diese ihm langsam beibringen, dass man so Sachen zuhause macht in seinem Zimmer.

      (10) 01.11.17 - 16:03

      Hallo,

      es ist definitiv nicht normal und handelt sich um Kindesmissbrauch und zwar im Fall des Jungen, d.h. er wird missbraucht und überträgt seine Erfahrungen auf deine Tochter.

      In vielen sozial verwahrlosten Haushalten verstecken die Eltern ihre Sexualität nicht und haben z.B. Geschlechtsverkehr vor den Kindern oder konsumieren Pornografie ungeachten dessen dass die Kinder auch zusehen.

      Ich würde mit Kindergartenleitung sprechen (aber so dass es im Kiga nicht die Runde macht ) und anonymen oder nicht anonymen Hinweis beim Jugendamt machen. Das was die Eltern diesem Kind antun geht gar nicht!

      Deswegen ist es auch so wichtig den Kindergarten auch danach zu checken, was für Leute dort ihre Kinder unterbringen.

      Es gab doch so einen Fall in Mainz, wo sie den gesamten Kiga zugemacht haben, weil sie dachten, dass die Erzieher sexuell die Kinder missbraucht haben. Es hat sich dann, nach dem die Polizei ermittelt hat ergeben, dass es die Familie eines Kindes war, die Pornos vor seinen Augen konsumiert hat usw. Das Kind hat dann alle Kinder im Kiga "eingeweiht".

      • (11) 01.11.17 - 19:00

        Hey
        Da interpretierst du meines Erachtens viel zuviel rein!
        Nur weil ein Kind so ein Satz sagt, heißt das noch lange nicht das es zu Hause sexuellen Missbrauch erfährt!

        So ein Satz bekommen Kinder auf vielen Spielplätzen/öffentlich Raum etc. Von großen Kindern mit oder von seinen Eltern die so sprechen beim Sex etc.
        Und mit 4 Jahren ist es normal Doktorspiele etc. Zu machen,sich zu erkunden,andere anzugucken etc!!!
        und wenn solche Sätze aufgeschnappt werden -dann benutzt man die auch,ohne zu wissen was es bedeutet!

        Auf jeden Fall mit den Erziehern sprechen,das die entsprechend handeln können!

        Lg Thommy04 mit Fussel an der Hand

        (12) 04.11.17 - 13:10

        Welche Haushalte sind „sozial verwahrlost“? Wie erkennt man die? Den Kindergarten danach prüfen?

        Also ehrlich. Über solche Aussagen kann ich nur den Kopf schütteln. Den meisten Menschen sieht man ihr Sexleben und -vorlieben nicht an.

    (13) 01.11.17 - 19:12

    Sprich es doch im Kindergarten an.

    Wo da der Vater jetzt Theater macht, verstehe ich nicht. Ich rate aber davon ab auf der Basis dieses Ereignisses einen Sorgerechtsstreit anzufangen.

    Du könntest mit ihr mal zu einer Fachperson gehen, die eventuell herausfindet, ob das Themawechseln einen tieferen Grund hat.

    (14) 01.11.17 - 20:59

    Ich verstehe nicht warum das hier so runtergesetzt wird. Es kann nicht sein was nicht sein darf?

    Wir haben selbst in der Familie den Fall, dass ein Junge bei Doktorspielen in der KiTa zu weit gegangen ist und versucht hat einem anderen Jungen Gegenstände in den Po zu schieben. Die KiTa hat richtigerweise das Jugendamt informiert, die haben Fachleute zu den Eltern geschickt und die Situation in der "Täterfamilie" also bei meiner Verwandtschaft wurde geklärt.

    Meine Tochter hat neulich auch etwas sehr eindeutiges zu meinem Mann gesagt und unser erster gemeinsamer Gang war in die KiTa. Die Erzieher waren sehr hilfreich und offen und wir konnten ohne Namen zu erfahren nachvollziehen wie es wohl zu solchen Aussagen kommen kann.

    Alle Erzieherinnen mit denen wir sprachen waren sich sehr bewusst, dass die Statistiken leider für sich sprechen und die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch ist, dass in ihrer Kita auch Kinder mit Missbrauchserfahrung gehen.

    Zum Schutz aller, deiner Tochter, des Jungen und der anderen Kinder in der Kita, geh dort hin und bestehe auf Klärung und Begleitung.

    Vorwürfe darfst Du Dir aber keine machen, es ist leider so dass sowas überall passieren kann. Einzig den Ex würde ich wohl postwendend zur Sau machen.

    • Hier ist die Wahrscheinlichkeit sehr unwahrscheinlich, dass ein Missbrauch hierbei hintergründig ist. Manchmal ja... aber in den wesentlich häufigeren Fällen ist bei dem Jungen viel mehr zu vermuten, dass er seine Eltern beim Intimspiel überrascht hat wärend sie dachten das das Kind vermutlich schläft.

      Jeder geht anders mit sowas um. Es wäre bei meinem Mann und mir vermutlich auch ein gewaltiger Unterschied ob das Kinder untereinander machen oder ob derjenige der das einfordert jenseits von 10 Jahren wäre. Bei Gleichaltrigen würden wir ein klärendes Gespräch suchen und wenn sich unser Sohn in der Einrichtung unwohl fühlen würde eine andere Einrichtung einfach weil das Vertrauensverhältnis fürs Kind hinüber wäre.

      Aber die TE beschreibt ne Situations über nachgemachte Felatio... das ist erstmal nichts ungewöhnliches in dem Alter das irgendwo mal mitbekommen zu haben. Du beschreibst hingegen eine Penetration mit einem Gegenstand das das Kind nachgemacht hat - da ist wesentlich wahrscheinlicher das irgendwas in der Familie nicht stimmt.

      Ich meine ich hab im Freundeskreis einen Fall wo das der Fall war. Eine Grundschulfreundin von mir (mit der ich erst vor gut 4 Jahren wieder in Kontakt getreten bin via Social Media) ist mit 18 an einen Zuhälter geraten, hat ihn geheiratet und erst nach der Eheschließung ist die Wahrheit ans Licht gekommen. Sie zog mit ihm von ihrer Familie weg 3 Landkreise weiter in ne für sie fremde Stadt... und dann begann der Horror... er zwang sie zur Prostitution (da natürlich mit Gummi) aber selbst durfte sie keien Pille keine Verhütungsmittel nehmen sonst gabs Schläge... sie hat 2 Töchter von ihm... keine Woche nach der Geburt fing er an sie zu vergewaltigen etc. als die Töchter 2 und 3 Jahre alt waren fand sie den Mut und die Gelegenheit (wurde nur in der Wohnung eingesperrt gehalten) auszubrechen... zeigte ihn an... er hat Umgangsverbot mit den Kindern und sie lies sich scheiden etc. Die Kinder haben hier aber schon zu viel mitbekommen... er hat nie eines seiner Kinder (hat mit anderen Frauen insgesamt gut 16 Stück) was getan... aber hat auch keine Rücksicht genommen wenn die Kinder anwesend waren und die Mutter vor deren Augen vergewaltigt und verprügelt. Als sie mit den Kindern geflohen ist und sie werden bis heute (sind 7 und 8 Jahre) psychologisch begleitet etc. waren ihre Kinder bereits auffällig im Verhalten. Und obwohl sie ihnen heute ein normales gewaltfreies Leben vorlebt etc. gabs auch Situationen das Erzieher in der Kita berichteten das ihre jüngere Tochter (die von beiden auch die auffälligere von beiden ist) einen Plüschbär mit Buntstiften so missbraucht haben, dass ihm zwischen den Beinen die Füllung herausquol. Hierbei wussten die Erzieher aber über die Vergangenheit und sie arbeite bis heute mit dem Jugendamt eng zusammen.

      Man muss normale Doktorspiele von ernstzunehmenden Anzeichen von Missbrauch differenzieren können und insofern das Erzieher mitbekommen - können die das gewöhnlich sehr gut differenzieren und wissen ab wann ein einbeziehen vom Jugendamt sinn macht. Immerhin beoabchten sie ja auch die Eltern beim bringen und holen, im Elternabend etc. Oft merkt man da schon parallele Zusammenhänge.

Hi,

ich kann mir schon denken woher der Junge das hat. Kleinkinder bekommen es früher oder später hin - ihre Eltern beim Sex zu erwischen und hat vermutlich genau dann die Situation gesprängt als seine Mutter naja... Felatio betrieben hat.

Wie Kinder alles mögliche spiegeln was sie daheim so erleben ist das also total normal für Kinder... so wie es normal ist, wenn Kleinkinder sich busseln weil sie es von den Eltern so vorgelebt bekommen.

Ich habe ne Bekannte die ist Kindergärtnerin. Wir haben uns mal über Doktorspiele unterhalten und sie meinte: "Wenn bei uns in der Einrichtung Kinder an sich gegenseitig rumspielen und sich gegenseitig anfassen, abschlecken, küssen, etc dürfen wir gar nichts machen. Wir müssen so tuen als würden wir das nicht sehen und ignorieren. Außer ein Kind käm auf die Idee ein anderem Gegenstände in die Intimöffnungen zu stecken oder man würde merken, dass das andere Kind das offenkundig nicht tuen möchte und bedrängt würde. Ist es aber offensichtliches gegenseitiges Einverständnis müssen sie wegsehen auch wenn sie sich an die Genitalien küssen. Wenn sie das stigmatisieren würden so der pädagogische Leitfaden, würde man nur schamige Erwachsene heranziehen die Sexualität mit etwas tabuisierenden verbinden."

Sprich so eine Szene ist ja sehr auffällig, immerhin muss sich der Junge dafür ja auch erstmal unten herum frei machen etc.

Such erstmal ein klärendes Gespräch. Ob die Erzieherinnen das mitbekommen haben, wenn ja wie sie die Situation beschreiben würden und auch fragen WARUM sie nicht eingegriffen haben. Eventuell hat deine Tochter keine Anzeichen gezeigt das sie das merkwürdig findet oder unangenehm. Da sie das aber dir gegenüber zum Ausdruck gebracht hat, sollten die Erzieher hier im Einzelfall darauf achten das es nicht zu Nachlässigkeiten kommt. Wenn die Tochter sich aber bereits gänzlich unwohl da fühlt - und vermutlich nicht nur wegen diesem Vorfall, würde ich langfristig eine andere Einrichtung suchen und aufgrund der vorhandenen Problematik die neue Einrichtung fragen wie sie mit solchen Fällen umgehen würde.

Kommt halt auch drauf an wie deine Tochter insgeamt drauf ist. Vielleicht statt ner Therapie eher sowas wie ne Kampfsportart. Warum? Dabei wird einem vermittelt eigene Grenzen wahrzunehmen und auch zu verteidigen und sich zu behaupten wenn man etwas nicht möchte. Oft sind Kinder die etwas tuen was sie eigentlich nicht wollen - Kinder die nicht dazu gezwungen werden sondern der Junge vielleicht aus neugierde das ausprobieren wollte (was er vermutlich bei den Eltern irgendwo mal beobachtet hat) und sie hat ihre Grenzen vorher nicht gespürt sondern erst im NACHHINEIN die Situation als unangenehm wahrgenommen und dann hat es sie verfolgt und zu unbehagen gefühlt. Kampfsport lernt nicht nur aktive Selbstverteidigung sondern auch indirekte passive... den der 1. Step erfordert erstmal die Wahrnehmung das eigene Grenzen überschritten werden. Hat man ein Kind das sehr "gefällig" sein möchte... kann es dazu führen das dieses Kind seine Grenzen erst dann spürt wenn es eigentlich zu spät ist. Und Kurse werden hier schon ab 3/4 Jahren angeboten.

  • Desweiteren würde ich mit deiner Tochter ein Aufklärungsgespräch führen. Ihm erläutern, dass viele Kinder gerne Dinge nachmachen die sie bei Erwachsenen sehen. So wie deine Tochter vielleicht gerne staubsaugt weil sie es bei dir sieht oder andere Tätigkeiten abkupfert. Deine Tochter hat euch vermutlich noch nie in intimen Momenten überrascht und kennt deshalb sowas nicht und weis nicht das das etwas normales in der Sexualität ist. Man kann ihr erklären dass wenn man ERWACHSEN ist Sex hat um seiner Liebe zu einem Mann oder Frau Ausdruck zu verleihen und auch um Kinder zu bekommen. Und manche Erwachsene es schön finden wenn man im Intimbereich eben geleckt wird und wenn beide das schön finden ist daran auch nichts schlimmes. Kinder die das ausprobieren wollen, haben vermutlich ihre Eltern bei sowas mal gesehen oder heimlich beobachtet. Wenn deinem Kind beigebracht wird das daran erstmal nichts verwerfliches ist - wird sie das unbehagen eventuell leichter abschütteln können, als wenn es tabuisiert wird. Aber ihr ebenso klar machen, dass man dass nur tuen darf und auch einfordern darf wenn BEIDE das wollen. Wenn er das gerne probieren will ist das das eine, ABER wenn sie das nicht machen möchte sie ganz klar sagen soll "Nein das mache ich nicht" und dann weis das der Junge und hat das zu respektieren. Aber sie niemals etwas tuen soll, wobei sie sich selbst unwohl fühlt.

    Insofern der andere Junge wirklich ein KIND ist ist das etwas das mit Körperwahrnehmung etc zu tun hat. Ne ganz andere Baustelle wäre es wenn das ein Jugendlicher oder Erwachsene verlangen würde... denn jene WISSEN das sich das im Zusammenhang mit Kindern nicht gehört und Missbrauch ist. Der Junge selbst empfindet das aber als sexuelle Erregung oder sonst was... das wäre strange das in dem Alter damit zu verbinden... sondern ist das ausprobieren von sich und anderen und lernt den Körper und die Grenzen kennen.

(18) 03.11.17 - 21:20

Hallo, ich habe die Antworten nicht gelesen.
Ich rate Dir, Dich an eine Organisation zu wenden, die sich damit auskennt und dafür da ist. "Kind im Zentrum" z.B. Die bieten sich als Ansprechpartner für Eltern betroffener Kinder oder mit Fragen zum Thema kindliche Sexualität, Übergriffe oder Mißbrauch (-sverdacht), auch für KiTas oder sonstwen Involvierten an. Und sie sind wirklich toll. Man kann Kontakt per Mail oder telefonisch aufnehmen. Es gibt aber bestimmt noch andere, die auch toll sind. Außerdem sollte der KiGa informiert werden, du kannst Dich aber auch erst beraten lassen.
Jedenfalls klingt das bei Euch nach einem sog. sex. Übergriff unter Kindern, wenn Deine Tochter darunter leidet und/ oder es nicht wollte, oder in der Situation irgendwie unterlegen war. Daß sie sich nicht wehren konnte, macht es nicht besser und erst recht ist sie dadurch nicht mit "schuld". Gut, Kinder zu ermutigen, Nein zu sagen oder sich sonstwie zu wehren. Trotzdem gelingt es vielleicht in dem Moment dann nicht. Aber lasse Dich, oder besser Ihr Euch als Eltern am besten beraten.
LG

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