Extrem schüchternes und ängstliches Kind

    • (1) 05.11.17 - 12:29

      Hier sind doch bestimmt noch mehrere Mütter mit extrem schüchternen Kindern.
      Meine Tochter ist jetzt ein Vorschulkind. Nächstes Jahr geht es also in die Schule. Vom Kopf her auch wichtig. Sie ist sehr wissbegierig .

      Aber, sie ist sehr schüchtern und ängstlich. Sie braucht immer sehr lange um sich an neue Situationen oder Personen zu gewöhnen.
      Ich weiß so langsam nicht mehr wie ich sie unterstützen kann. Heute ist sie zb auf einem KinderGeburtstag einladen und möchte nicht ohne mich dahin.
      Wir haben eine sehr enge Bindung. So langsam glaub ich aber, dass es ihr schadet.

      Hat vielleicht jemand Tipps wie man ihr Selbstbewusstsein stärken kann? Wie sie sich etwas von mir lösen kann ohne DAS Vertrauen in mich zu verlieren?

      • Vielleicht wäre ein Hobby gut. Ein Sportverein wie zum Kinder turnen, tanzen, Judo o.ä. Etwas, wo sie Selbstsicherheit gewinnen kann.

        Sie so akzeptieren wie sie ist.
        Klingt nicht hilfreich...ist aber so.
        Ich war als Kind auch extrem schüchtern und brauchte meine Zeit zum warm werden. Am schlimmsten fande ich es, wenn man versucht hat mich zu mehr zu drängen als ich konnte. Ich sage nicht, dass du es tust.
        Das war nur mein erster Gedanke.

        Natürlich soll man jetzt nicht alle Situationen meiden. Selbstbewusstsein stärken und kleinste Fortschritte loben ist sehr wichtig.
        Aber nicht ins kalte Wasser schmeißen. Unterstützen. Und nicht so oft drauf rumreiten das man ja sooo schüchtern ist. Das war für mich immer am schlimmsten....

        Gibt es ein Hobby was sie gerne macht? Voltigieren, turnen, etc? Ein Verein bringt manchmal sehr viel Selbstvertrauen und kann helfen offener zu werden..

        Ich bin heute übrigens ein relativ offener Mensch. Ich brauche zwar manchmal noch einen Moment zum warm werden, aber als wirklich schüchtern würde ich mich nicht mehr bezeichnen.

        Alles Gute!

        • Klar akzeptiere ich es. Ich war selber auch immer sehr schüchtern.
          Aber es gibt leider Situationen in denen man quasi funktionieren muss. Ich kann ja zb nächstes Jahr nicht zur Eingewöhnung mit in der Schule bleiben.
          Sie geht zum turnen allein. Hat aber etwas gedauert.
          Ihre beste Freundin ist die totale Draufgängerin. MiT ihr zusammen traut sie sich dann einiges mehr.

        • (5) 05.11.17 - 13:52

          Hallo,

          "Am schlimmsten fande ich es, wenn man versucht hat mich zu mehr zu drängen als ich konnte. "

          Ich habe genau die gegenteilige Erfahrung gemacht. Meine Mutter hat mir armem, schüchternen Häschen immer alles abgenommen, so dass ich nicht die Erfahrung gemacht habe, etwas alleine schaffen zu können. Das hat sich bei mir erst in der Oberstufe gebessert.

          Unseren Kindern haben wir nie die Möglichkeit gegeben, uns vorzuschieben. Entweder haben sie es selbst probiert, oder die Sache fiel aus. (Wenn sie es probiert haben, aber keinen Erfolg hatten, haben wir natürlich geholfen.)
          Unsere Große (10) ist und war überhaupt nicht schüchtern, und der Kleine (7) ist normal, würde ich sagen, und das, obwohl er mir vom Charakter her sehr ähnlich ist.

          LG

          Heike

      Hi,
      sicherlich gibt es schüchterne Kinder und jedes Kind ist anders.
      Aber wenn sie noch nicht einmal auf einem Geburtstag alleine bleibt, hättet ihr schon längst dran "arbeiten " müssen.

      Es gibt Reittherapien, wo Kinder Vertrauen zu sich und anderen finden.
      Dann kleine Botengänge machen lassen, Brötchen zahlen lassen, beim Nachbarn für ein Ei klingeln, etc.
      Ich hab das mit Freunden/Nachbarn vorher abgesprochen, wenn ich meine Tochter geschickt habe, meistens habe ich nix gebraucht.
      Sogar die Bäckereiverkäuferin war eingeweiht....alle haben irgendwie geholfen aber man musste aktiv arbeiten.

      Meine Tochter ist immer noch eher schüchterner aber sie kommt super zurecht auch in fremder Umgebung.

      lg
      lisa

      • Doch sie ist schon allein geblieben. Es war immer etwas schwieriger als bei anderen aber es ging. Wir sind ja immer im Gespräch mit den Erziehern.

        Noch ein Nachtrag . Ihr Eis oder ihr Brötchen bestellt sie zb ganz oft allein.
        Also es ist nicht in allen Situationen so. Oder anders gesagt. Es sind immer mal wieder Phasen.

        • daran müsst ihr arbeiten. Alleine beim Bäcker bestellen und zahlen lassen oder gar alleine rein schicken.
          Das geht mit ganz vielen Aufgaben. U d wirklich dran bleiben, nur weil es "mal" geht und es hin und wieder klappt....das muss gefestigt werden!

          Oder hat sie eher Ängste, wenn mehrere Personen da sind, wenn es nicht ihre gewohnte Umgebung ist?
          Wie macht sie sich beim Sport, Musik, etc? Sie wird doch ein Hobby ausführen?

          lisa

    Meine Tochter ist auch situationsbedingt sehr schüchtern und anhänglich.

    Sie ist 4 Jahre alt.

    Kürzlich war sie auf einem Kindergeburtstag eingeladen. Ich hatte meine Bedenken, dass sie nicht ohne mich bleiben würde.

    Was ich getan habe war, ihr Tage vorher schon zu erklären, dass ich sie nur hinbringe und wieder abhole.

    Erst hat sie gesagt, dass sie dann nicht hin will. Ich habe ihr erzählt, dass ich als Kind Kindergeburtstage geliebt habe.
    Sie wollte dann doch unbedingt gehen.
    Beim Bringen hat sie gleich mit den Kindern getobt, so dass ich ohne Trara gehen konnte. Sie hatte eine super Zeit dort.

    Ich glaube wichtig war, dass sie sich schon Tage vorher drauf einstellen konnte, dass ich nicht bleibe. Und dass der Abschied recht schnell und unkompliziert von Statten ging.

    LG

    • Das mache ich mittlerweile auch. Ich versuche sie darauf vorzubereiten.
      Sie war letztens auf einem Geburtstag wo sie nur das GeburtstagsKind kannte.
      Sie war hinter her total stolz dass sie geblieben ist. Aber wirklich wohlgefühlt hat sie sich nicht.

      (13) 05.11.17 - 13:23

      Achja. Diese situationsbedingte starke Schüchternheit nennt man heutzutage wohl selektiven Mutismus. Kannst mal googeln, ist ganz interessant.

Es wäre gut, wenn sie

1. überhaupt zum Geburtstag geht und
2. vor allem ohne Dich.

Meine Tochter ist auch so eine, ich habe sie unbewußt in ihrer Angst immer unterstützt und daraus wurde dann eine ausgewachsene Trennungsangst, die psychologisch behandelt werden kann. Erst jetzt, mit 13, läuft es relativ normal.

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