Mein Sohn spricht oft Fremde an

    • (1) 14.11.17 - 19:16

      Hallo!

      Mein Sohn ist vier und fremdeln ist wohl ein Fremdwort. Obwohl ich ihm immer wieder erkläre, dass er nicht mit Fremden sprechen soll und warum, macht er es trotzdem. Auf der Straße zum Glück nicht mehr. Aber wenn ich zum Beispiel mit ihm in einem Wartezimmer einer Praxis sitze, dann spricht er Leute an. Heute war so eine Situation: ein Mann kam rein und mein Sohn fragte spontan: hallo wie heißt du? Was machst du hier?
      Der Mann war ganz freundlich, doch mir war es etwas peinlich, da ja noch andere Leute drin saßen und dass er dass überhaupt macht. Mein kleines Plappermäulchen.#rofl#augen
      Haben vierjährige noch kein Schamgefühl? Oder ist es eine Phase, einfach fremde anzusprechen ohne Angst zu haben?
      Also mir macht es Angst....#gruebel

      • Nein, vierjährige haben natürlich noch kein Schamgefühl. Woher auch? Sie sind unschuldig, neugierig und wissbegierig. Das ist ja das schöne an Kindern. Wenn du nicht möchtest, dass dein Kind mit fremden spricht, lese mit ihm Bücher zu dem Thema nicht mit fremden mit gehen und sprich mit ihm darüber. Täglich. Oder zumindest oft. Immer wieder. Nur durch Wiederholung prägt sich etwas ein. Und wirklich schlimm oder unangenehm finde ich dieses Leute absprechen selbst nicht. Ich freue mich, das mein Kind nicht schüchtern ist und wunderbar offen auf Leute zugeht. Das ist nämlich eigentlich etwas ganz tolles. Natürlich muss man aber auch immer die Grenzen anderer wahren und dem Kind vermitteln, dass nicht jeder fremde mit ihm stundenlang reden möchte. Aber das funktioniert nicht von heute auf morgen sondern bedeutet täglich Arbeit. Täglich üben, wie msn sich fremden gegenüber höflich verhält.

      Hallo,

      unser Sohn ist vor drei Wochen 4 Jahrege worde. Der Bericht könnte von mir sein:-) wie reagiert dein Sohn sonst auf Fremde? z.B. wenn er als erstes angesprochen wird? Unser Sohn kriegt dann den Mund nicht auf und würde sich am liebsten verstecken.

    Hm, ich finde das irgendwie traurig für deinen Sohn. Dass er ohne Scheu Fremde anspricht zeigt doch irgendwie, dass dies ein ganz normales natürliches Verhalten ist. Alle Tiere würden sich von potentiell gefährlichen Lebewesen fern halten. Im Umkehrschluss ist alles, was sie in der Nähe dulden, harmlos und darf vom Nachwuchs kontaktiert werden. Wie verwirrend muss das für ein kleines Kind sein, dass diese sehr natürlichen intuitiven Regeln in unserer Menschenwelt nicht gelten?

    Ich komme aus einer relativ offenen Familie und bei uns ist es ganz normal, mit Fremden in Kontakt zu kommen. Meine Mutter eckt damit auch schonmal an, ohne es zu merken, aber in den meisten Fällen wird es positiv aufgenommen und man kann sich nett unterhalten. Erst gestern habe ich eine fremde Frau gefragt, wo sie die leckeren Brötchen her hat, die ich bisher in unserer Stadt noch bei keinem Bäcker gesehen habe.

    Mir käme es daher auch nie in den Sinn, dass meine Tochter nicht mit Fremden ins Gespräch kommen dürfte. Das ist mir auch weiß Gott nicht peinlich. Warten im Wartezimmer ist langweilig, warum soll da nicht eine Interaktion entstehen, die sowohl ihr selbst als auch dem Gegenüber die Zeit ein wenig vertreibt? Als ich das letzte Mal in einem Wartezimmer war, wollte meine Tochter wissen, wie das Baby neben uns heißt und ich habe die Mutter für sie gefragt, da sie sich nicht selbst getraut hat.

    Das Mal davor hat sie sich mit dazugesetzt als eine Mutter ihrem Sohn vorgelesen hat. Gestern in der Kletterhalle hat sie sich mit einem älteren Ehepaar unterhalten, das auf seinen Enkel gewartet hat.

    Hier im Forum rede ich doch auch mit völlig Fremden und zwar viel intensiver als mal ein paar gewechselte Worte beim gemeinsamen Warten. Was sollte dagegen sprechen?

    Ich glaube so richtig fremdeln ist jetzt vorbei. Unsere Tochter (4) ist auch schon lange nicht mehr schüchtern, wenn sie Leute kennenlernt bzw. sie angesprochen wird.
    Aktiv jemanden ganz Fremdes (so wie bei euch z.B. im Wartezimmer) hat sie zwar noch nicht, aber zum Beispiel die Nachbarn (haben eigentlich keinen Kontakt) oder Leute die am Garten vorbei laufen (#zitter) spricht sie schon direkt an.

    Hallo, wenn du das nicht möchtest, unterbinde es doch umgehend in der Situation ("Jonas, wir haben gerade im Auto besprochen, dass du fremde Leute nicht einfach ansprichst. Komm, wir lesen ein Buch.") Noch bist du überall dabei, das sollte kein Problem darstellen. Wenn der "nette ältere Herr" dann "Aaach, macht doch nichts!" sagt, erklärst du ihm, dass du das aber einfach nicht möchtest.
    VG

    Mein Sohn ist 3 1/2 und tut das auch. Ich finde es gar nicht schlimm. Er soll lernen, nicht mit Fremden mitzugehen und keine Geschenke von Fremden anzunehmen. Aber weshalb sollte er sie nicht ansprechen? Uns sprechen auch häufig ältere Damen auf der Straße an. Ich finde das viel schöner als wenn einfach immer nur alle aneinander vorbeilaufen. Man wechselt ein paar Worte und geht dann weiter, ganz unverbindlich.

    • Vielleicht weil kleine Kinder nach 2 Sätzen denken, sie wären jetzt mit demjenigen befreundet?

      Schau Dir Spielplatz-Freundschaften an. Kinder wahren nicht die Distanz "ganz unverbindlich". Sie schließen in wenigen Momenten Freundschaft. Leider dann auch mit den falschen Menschen.

Mit Fremden sprechen und mit Fremden sprechen sind ja ganz verschiedene Sachen.

Meine Kinder durften mit Fremden sprechen, wenn ich dabei war. Wir haben z.B. älteren Leuten angeboten, ihnen beim Tragen zu helfen oder so etwas.

Gespräche mit Fremden werden aber auch geführt wie Gespräche mit Fremden und nicht wie mit gleichaltrigen Kumpels. Also hätte ich meinen Kindern ganz sicher nicht erlaubt, irgendwelche dahergelaufenen Leute zu fragen, wie sie heißen und warum sie beim Arzt sind. Das ist einfach grob unhöflich, und das haben meine Kinder auch mit 4 schon problemlos verstanden.

Ich kenne auch solche Kinder, die einfach hemmungslos Fremde volltexten und noch schlimmer, sich ratzfatz in Körperkontakt begeben. Da wahre ich aber von mir aus Distanz, weil ich das nicht akzeptabel finde. Nicht, weil ich Angst habe, jemand könne herausfinden, wie ich heiße, sondern weil ich es wichtig für Kinder finde zu lernen, dass man gewisse Grenzen wahrt.

Dazu kommt für mich: Wenn mein Kind lernt, dass man jeden ansprechen darf und jeder antwortet, wie unterscheidet es dann, wann es sich NICHT auf ein Gespräch einlassen darf? Erst dann, wenn derjenige angeboten hat, die Kaninchen zu zeigen? Oder dann, wenn sie sich schon 10 x unterhalten haben und das Kind längst denkt, sie wären Freunde und könnten sich vertrauen?

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