Öffnungszeit Kita verkürzen wegen Krankheit Erzieher?

    • (1) 17.11.17 - 09:14

      Weiß jemand, ob es rechtens ist, die Öffnungszeit der Kita zu verkürzen, weil Erzieher erkrankt sind? Welche Maßnahmen können bzw.müssen im Vorfeld ergriffen werden, um das Verkürzen der Öffnungszeit zu verhindern. (Wenn z.B.eine Erzieherin bereits länger erkrankt ist und bekannt ist, dass die Erkrankung länger dauert.)
      Danke euch für eure Erfahrungen und Anregungen!

      • Ja, natürlich ist das erlaubt.

        Die Erzieher können nur betreuen, was der Betreuungsschlüssel hergibt. Sie dürfen nicht endlos viele Kinder allein betreuen. Wenn dann etwas passieren würde und sie es nicht gemeldet hätten, dann wären sie am "Popo".

        Wenn es keine Erzieher aus Partnerkitas gibt, die einspringen können, dann bist Du halt Neese.

        Bei uns in der Kita wurde oft Personal aus Zeitarbeitsfirmen angefordert, aber auch dort herrscht - wie überall - Erziehermangel, und wo nichts ist, da kann nichts einspringen.

        Müssen sie sogar... Sie haben nur 2 Optionen... Kita schließen oder die Öffnungszeiten verkürzen. Warum? Es gibt auflagen wie viele Kinder eine Erzieherin/Pflegerin betreuen darf und ab wann es als zu viel gilt. Da bei Öffnungszeiten die mehr als 8 Stunden betragen (was fast überall der Fall ist) immer irgendwer den Frühdienst und wer den Spätdienst übernehmen muss, wo weniger Mitarbeiter anwesend sind als zur Kernzeit... ist das ein vorläufiges berechtigtes Mittel den Versicherungsschutz aufrecht zu halten. Würden das Personal nämlich mehr Kinder betreuen als sie dürften und irgendwas passiert... ist die Einrichtung am A**** weil die Versicherung dann klar sagt "Das das nicht sein darf und die Einrichtung fahrlässig gehandelt hat und der Versicherungsschutz hier nicht greift"... das kann dann zur Folge haben, das die Kita geschlossen werden muss weil der Schaden ggf. so krass ist, dass Ermittlungen stattfinden müssen, Köpfe rollen und dann gar kein Kind mehr einen Platz hat.

        Da unsere Krippe dieses Jahr Engpässe hat wegen der Schwangerschaft einer Mitarbeiterin und 2 eh offene Posten noch unbesetzt sind, haben sie die Gruppenstärke dieses Jahr von 12 auf 8 je Gruppe herabgesetzt, damit solche Sanktionen so selten als möglich stattfinden.

        (4) 17.11.17 - 11:19

        Du bist ja lustig!
        Möchtest du dein Kind in die Kita geben, wenn alle Kinder da sind, aber nur die Hälfte der Erzieher??

      • Sie haben ja nicht wirklich eine andere Wahl. Für die länger erkrankte Ersatz zu finden, ist zu Zeiten des Fachkräftemangels enorm schwierig. Also werden die Zeiten gekürzt, so dass zu jeder Zeit alle verfügbaren Erzieherinnen anwesend sind. Andere Möglichkeiten wären, einzelne Tage komplett zu schließen oder Eltern dazu aufzufordern, ihre Kinder während dieser Zeit nur dann in den Kindergarten zu schicken, wenn es keine andere Betreuungsmöglichkeit (Urlaub, Oma etc.) gibt.

        Wie soll es denn sonst gelöst werden? Auch Erzieher werden mal krank. Und wenn es mehrere sind, wer soll die Kinder betreuen? Die Muttis abwechselnd in der Kita? Du als ehrenamtliche Helferin? Wohl kaum. Möchtest du dein Kind mit 24 anderen von einer halben Kraft betreut wissen, die noch eine weitere Gruppe hat? Dann gibt's wieder einen Aufschrei über den miesen Stellenschlüssel. Sollen fremde Erzieher einspringen (sofern verfügbar)? Dann meckern alle über fehlende Bezugspersonen.
        Also ja: Es ist rechtens und notwendig, was da gemacht wird!
        VG

      • Ich sehe das nicht so selbstverständlich, wie die ganzen Vorschreiberinnen hier.
        Ihr habt letztlich einen Betreuungsvertrag = Dienstleistungsvertrag abgeschlossen und zahlt Geld für eine Dienstleistung, die ihr nicht erhaltet. Solche Ausfälle zu kompensieren liegt im Verantwortungsbereich des Kindergartens bzw. des Trägers. Nein, man kann nicht "einfach so" die Kita schließen bzw. verkürzt öffnen. Wenn der Träger/die Kita dies tut, habt ihr höchstwahrscheinlich einen Schadensersatzanspruch. Die Höhe des Schadens richtet sich z.B. nach dem Geldwert des Urlaubstages, den ihr als Eltern nun nehmen müsst oder aber die Kosten, die euch für Babysitter etc. entstehen, die nun statt des Kindergartens eure Kinder betreuen.

        Der Träger eines Kindergartens hat in der Regel Springerinnen, die solche Krankheitsausfälle abdecken. Alternativ müssen Aushilfskräfte beschäftigt werden oder die Stundenanzahl der beschäftigten TZ Kräfte ggf erhöht oder was auch immer. Auf jeden Fall liegt der Krankheitsausfall der Erzieherinnen ganz klar im Verantwortungsbereich des Kindergartens und ist nicht das Problem der Eltern. Der Kindergarten muß dafür (wie JEDER Arbeitgeber in Deutschland auch!) ein Notfallkonzept haben. Ansonsten macht er sich schadensersatzpflichtig.

        (11) 17.11.17 - 12:37

        Danke für Deinen qualifizierten Beitrag.#pro

        Beim Lesen der ersten Antworten, habe ich schon gedacht, dass ich auf dem falschen Dampfer bin #rofl

      (13) 17.11.17 - 13:26

      Naja... ich würde aber meinen, dass das auf den Betreuungsvertrag an kommt.

      Eine TM darf ja auch schließen ohne, dass sie schadensersatzpflichtig wird. Kann mir vorstellen, dass das auch bei KiTas für einen bestimmten Zeitraum möglich ist.

      • (14) 17.11.17 - 14:08

        Sicherlich kommt es auf den Vertrag bzw. die Satzung an. Dort muß dann genau geregelt sein, dass der Träger berechtigt ist, die Einrichtung zu schließen, sofern nicht ausreichend Personal vorhanden ist.
        Ansonsten wäre eine Schließung der Einrichtung vertragswidrig mit entsprechendem Schadensersatzanspruch.
        Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass ein Träger eine derartige Formulierung in seiner Satzung stehen hat, lasse mich aber gern eines besseren belehren...

    (19) 17.11.17 - 14:53

    Genau so!

    (20) 17.11.17 - 18:25

    So einfach ist das nicht.
    Fallen zu viele Erzieher/innen durch Krankheit aus, nennt sich das höhere Gewalt.

(23) 17.11.17 - 18:31

Wir hatten gerade den Fall 60% der Erzieherinnen (inklusive Vertretungskräfte) krank und das im gesamten Stadtgebiet.
Springer wurden in den KiTas eingesetzt, die sonst nicht einmal eine Notbetreuung hätten aufrecht erhalten können.

Würden die Eltern nicht laufend halbkranke Kinder in die KiTa schicken, wären auch nicht so viele Erzieher/innen krank.

Ich bin auch berufstätig und 1 Tag blieb die Gruppe geschlossen, sonst nur Notbetreuung. Was will man machen?
Krank ist krank, bleibt also nur gute Besserung zu wünschen!

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